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Nord-Süd-Dialog: Der Westen und die „Dritte Welt“ in den 1970er Jahren

Blockfreien-Bewegung: Idee und deren Wirken in der internationalen Politik der 1970er Jahre

Title: Nord-Süd-Dialog: Der Westen und die „Dritte Welt“ in den 1970er Jahren

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

History - Africa

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Summary Excerpt Details

„Unsere Ära steht am historischen Scheideweg: man ist jeden Tag Zeuge neuer Beweise der gewaltigen Macht des menschlichen Verstandes, aber auch der gefährlichen Wege, auf die uns
seine Unvollkommenheit führen kann. […] Die Staaten und Nationen, aus denen sich jetzt die internationale Gemeinschaft zusammensetzt, sind aber noch immer durch politische, wirtschaftliche und rassistische Schranken voneinander getrennt. Durch diese Schranken werden die Länder geteilt in entwickelte und unterentwickelte, in Unterdrückte und Unterdrücker, in Aggressoren und Aggressionsopfer […]. Unser Zeitalter erweckt indessen die grössten Hoffnungen, bringt aber auch die grössten Herausforderungen mit sich.“

Dieses Zitat, entnommen dem Abschlussdokument der Dritten Konferenz der Staats- und Regierungschefs der blockfreien Länder in Lusaka 1970, eignet sich gut, die internationale Lage entsprechender Zeit darzustellen, so wie sie sich aus der Sicht der Entwicklungsländer
präsentierte. Ausgehend hiervon erscheint es interessant, die Nord-Süd-Beziehungen der 70er Jahre genauer zu untersuchen und zu prüfen, wie sich die Länder der Dritten Welt an dem im Zitat genannten „historischen Scheideweg“ verhielten, inwieweit sie den
„grössten Herausforderungen“ begegnen konnten, und ob sich ihre „grössten Hoffnungen“ schließlich erfüllten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Umriss des historischen Kontexts der Entwicklungsländer vom Zeitalter des Kolonialismus bis zum Zweiten Weltkrieg

2. Entwicklung vom Zweiten Weltkrieg bis Ende der 60er Jahre

3. Idee der Blockfreiheit und Blockfreienbewegung

3.1 Afro-Asiatische Solidarität

3.2 Blockfreiheit und Blockfreienbewegung

4. Analyse der Blockfreienbewegung in den 70er Jahren

4.1 Das neue Auftreten der Blockfreienbewegung zu Beginn der 70er Jahre

4.2 Forderung nach „Self-Reliance“ und „Neuer Weltwirtschaftsordnung“

4.3 Heterogenität/mangelnder Konsens innerhalb der Blockfreienbewegung

5. Kritische Bewertung des Wirkens der Bewegung der Blockfreien in den 70er Jahren und weiterer Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und das Wirken der Blockfreienbewegung während der 1970er Jahre im Kontext des sich verschärfenden Nord-Süd-Konflikts, um zu klären, inwieweit die Bewegung ihre politischen und ökonomischen Ziele in dieser Ära erreichen konnte.

  • Historische Entwicklung der Entwicklungsländer von der Kolonialzeit bis in die 1970er Jahre.
  • Konzeptualisierung von „Blockfreiheit“ und die Ideale der Bewegung.
  • Analyse des Einflusses der Blockfreienbewegung auf die internationale Politik.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Forderungen wie der „Neuen Weltwirtschaftsordnung“.
  • Untersuchung der internen Heterogenität und deren Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit der Bewegung.

Auszug aus dem Buch

3.2. Blockfreiheit und Blockfreienbewegung

Neben Solidarität zur Erlangung dieser Ziele entdeckten viele Länder der Dritten Welt bald noch eine weitere Möglichkeit, sich mehr politischen Spielraum zu verschaffen: Den Gedanken der Blockfreiheit. Die ersten Staatsführer, die sich bewusst für dieses Konzept einsetzten, waren Jawaharlal Nehru (Indien), Josip Broz Tito (Jugoslawien) und Gamal Abd el Nassar (Ägypten). Vor allem Letztere, Tito und Nassar, fuhren über viele Jahre eine Politik, die sich möglichst wenig an einen der beiden Blöcke binden ließ, sondern- je nach Vorteil für den eigenen Staat- einmal mehr mit dieser, dann wieder mehr mit jener Supermacht Politik machte. Dabei war man vorsichtig genug, nie so sehr auf einen Block zuzugehen, dass man in dessen Einfluss geriet bzw. die andere Seite zu sehr provozierte.

Eine solche Politik eignete sich natürlich auch für andere nicht-blockgebundene Länder, sie konnte diesen deutlich mehr Verhandlungspotential in der Weltpolitik verschaffen: Z.B. durch die Drohung, sich unter bestimmten Bedingungen auf die Seite einer Supermacht zu schlagen (in etwa, wenn der Druck der anderen Supermacht auf den entsprechenden Staat zu groß wurde). Dass solche Drohungen auf die Supermächte Wirkung zeigen mussten, erklärt sich allein schon aus Theorien wie der Dominostein-Theorie Eisenhowers.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Umriss des historischen Kontexts der Entwicklungsländer vom Zeitalter des Kolonialismus bis zum Zweiten Weltkrieg: Das Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln der Unterentwicklung und den Einfluss von Imperialismus und Kolonialismus auf die Völker des Südens.

2. Entwicklung vom Zweiten Weltkrieg bis Ende der 60er Jahre: Hier wird der Dekolonisationsprozess und die daraus resultierende Entstehung neuer Staaten beschrieben, die trotz großer Unterschiede ähnliche Herausforderungen bewältigen mussten.

3. Idee der Blockfreiheit und Blockfreienbewegung: Dieses Kapitel definiert die Entstehung der afro-asiatischen Solidarität und des Konzepts der Blockfreiheit als Mittel zur politischen Emanzipation.

4. Analyse der Blockfreienbewegung in den 70er Jahren: Der Hauptteil analysiert den Wandel der Bewegung hin zu ökonomischen Forderungen wie der „Neuen Weltwirtschaftsordnung“ und die Problematik interner Heterogenität.

5. Kritische Bewertung des Wirkens der Bewegung der Blockfreien in den 70er Jahren und weiterer Ausblick: Das Fazit zieht Bilanz über die Teilerfolge und das ungenutzte Potenzial der Bewegung angesichts der internen Zersplitterung.

Schlüsselwörter

Blockfreienbewegung, Nord-Süd-Konflikt, Entwicklungsländer, Dritte Welt, Dekolonisation, Blockfreiheit, Neue Weltwirtschaftsordnung, Kalter Krieg, Selbstbestimmung, Souveränität, Internationale Beziehungen, Self-Reliance, OPEC, Weltpolitik, Machtfaktor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Strategien und den politischen Einfluss der Blockfreienbewegung während der 1970er Jahre, einer Phase, in der sich die Bewegung zunehmend von der militärischen Bipolarität des Kalten Krieges auf den wirtschaftlichen Nord-Süd-Konflikt fokussierte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit umfasst Themen wie Dekolonisation, die Suche nach politischer Souveränität, das Konzept der Blockfreiheit und die ökonomischen Forderungen der Entwicklungsländer gegenüber den Industrienationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der Blockfreienbewegung in den 1970er Jahren zu beleuchten und kritisch zu prüfen, ob die Bewegung ihre angestrebten politischen Ziele, insbesondere die Durchsetzung einer neuen Weltwirtschaftsordnung, erreichen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, Abschlussdokumenten internationaler Konferenzen und historischen Primärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Blockfreiheit, die Analyse des Auftretens der Bewegung in den 1970er Jahren und die Untersuchung der strukturellen Probleme durch interne Heterogenität.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Blockfreienbewegung, Nord-Süd-Konflikt, Dritte Welt, Souveränität, Neue Weltwirtschaftsordnung und Dekolonisation.

Warum war das „Konsensprinzip“ innerhalb der Bewegung ein Problem?

Das Konsensprinzip führte bei wachsender Mitgliederzahl dazu, dass Beschlüsse oft „verwässert“ wurden, da die heterogenen Interessen der Mitgliedsstaaten eine geschlossene, radikale Durchsetzung gemeinsamer Forderungen gegenüber dem Westen erschwerten.

Welche Rolle spielten die OPEC-Staaten für die Bewegung?

Die OPEC-Staaten verschafften der Bewegung durch ihre Kontrolle über den Ölpreis ein mächtiges politisches Druckmittel, doch ihre divergierenden ökonomischen Interessen führten gleichzeitig zu einer weiteren Spaltung innerhalb der Dritten Welt.

Hat die Blockfreienbewegung heute noch eine Daseinsberechtigung?

Nach Ansicht des Autors ist der Daseinszweck – die politisch-wirtschaftliche Emanzipation schwächerer Staaten – noch immer nicht erfüllt, auch wenn die Bewegung mit internen Rüstungsanstrengungen und Menschenrechtsproblemen kämpft.

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Details

Title
Nord-Süd-Dialog: Der Westen und die „Dritte Welt“ in den 1970er Jahren
Subtitle
Blockfreien-Bewegung: Idee und deren Wirken in der internationalen Politik der 1970er Jahre
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Department Geschichte)
Course
Proseminar "Internationale Beziehungen der 70er Jahre"
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V182938
ISBN (eBook)
9783656071914
ISBN (Book)
9783656072614
Language
German
Tags
Blockfreie Blockfreien-Bewegung Nord-Süd-Dialog Nordsüddialog Afrika Geschichte Afrikas 1970er Jahre Internationale Beziehungen Dritte Welt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2009, Nord-Süd-Dialog: Der Westen und die „Dritte Welt“ in den 1970er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182938
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