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Des Zaren zweiter Körper

Analyse der thematischen Ebene der Effigie in der Erzählung “Voskovaja persona” von Jurij Tynjanov

Titel: Des Zaren zweiter Körper

Seminararbeit , 2009 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Irina Frey (Autor:in)

Russistik / Slavistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit, als deren Gegenstand die Erzählung “Voskovaja persona” von Jurij Tynjanov ausgewählt wurde, wurde ein Versuch gestartet, der Thematik des zweiten Körpers des Zaren nachzugehen. In diesem Zusammenhang kam gleichermaßen die Trinität des Königs- bzw. des Zarenkörpers zur Sprache, welche die Effigie, den zweiten Körper des Zaren, involviert, wobei von einer Zweitteilung des Königskörpers ausgegangen werden kann. Die Zweitteilung des Königskörpers erfolgt in Bezug auf die Wahrnehmungsebene des monarchischen Körpers, die sowohl eine physische als auch eine imaginäre Dimension aufweist. Dabei kann der natürliche Königskörper der physischen Ebene zugeordnet werden, wohingegen der politische sowie der heilige Körper des Königs der Ebene des Imaginären zugeordnet werden können.

Eine theoretische Grundlage für die Analyse der Trinität des königlichen bzw. zaristischen Körpers liefern hierbei die Thesen von Ernst Kantorowicz und Giorgio Agamben. In ihren Abhandlungen haben sich die wissenschaftlichen Autoren vor allem mit politischen Theorien auseinandergesetzt, wobei auch das Phänomen der königlichen Effigie in den Diskurs mit einbezogen wurde. Während Kantorowicz sich thematisch der doppelten somatischen Verfasstheit eines Monarchen widmet und zwischen einem body natural und einem body politic unterscheidet, indes der Letztere im Zeitraum des Interregnums durch die Effigie verkörpert wurde, sieht Agamben davon ab und betrachtet die Effigie unter dem Aspekt des Heiligen. Dabei erfüllt die Effigie seiner Meinung nach die Funktion der Personifizierung des “Überflusses des heiligen Lebens” des Königs, das aus dem Absolutismusanspruch der Macht resultiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DES ZAREN ZWEITER KÖRPER

3. TRINITÄT DES KÖNIGLICHEN LEIBES

3.1 ZUR THEORIE DES KÖNIGLICHEN LEIBES: ERNST KANTOROWICZ / GIORGIO AGAMBEN

3.2 NATÜRLICHER - POLITISCHER - HEILIGER KÖRPER DES ZAREN

4. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Erzählung „Voskovaja persona“ von Jurij Tynjanov unter besonderer Berücksichtigung der „Effigie“ des Zaren Peter der Große als dessen „zweiter Körper“. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwiefern sich die Theorie des doppelten Körpers des Monarchen von Ernst Kantorowicz sowie Giorgio Agambens Erweiterung um den Aspekt der Heiligkeit auf das Werk anwenden lässt, um eine „Trinität des königlichen Körpers“ zu konzipieren.

  • Die literarische und historische Bedeutung der Effigie (Wachspuppe) im Kontext der Herrscherrepräsentation.
  • Analyse des körperlichen Zerfalls Peter des Großen und der Übertragung politischer Macht auf sein wächsernes Abbild.
  • Interdisziplinäre Anwendung politikwissenschaftlicher Theorien über den „body natural“ und „body politic“.
  • Untersuchung der Mechanisierung und „Verkünstlichung“ des Zarenkörpers in der Kunstkammer.
  • Die Rolle der Wahrnehmung und der „heiligen Aura“ des Zaren in der Erzählung.

Auszug aus dem Buch

DES ZAREN ZWEITER KÖRPER

Bevor zur Analyse der thematischen Ebene der Effigie in der Erzählung “Voskovaja persona” übergegangen werden kann, ist es zunächst erforderlich, stichpunktartig der Definition des Begriffs Effigie nachzugehen. In Anlehnung an die Definition von Kristin Marek kann eine Effigie (lat. Abbild, Gestalt) als ein “Double, eine lebensgroße, mit königlichen Gewändern bekleidete Puppe” verstanden werden, “das vom 14. bis ins 17. Jahrhundert wesentlicher Bestandteil zunächst der englischen und bald auch der französischen Herrscherbegräbnisse war.”

In ihrer Funktion als Körperbild hat die Ähnlichkeit der Effigie mit dem abzubildenden Körper ihren Ursprung in einer sachlichen Verbindung zum Objekt, wobei die Effigie die verstorbene Person im Rahmen einer Funeralzeremonie substituieren sollte. Die Puppe wurde entweder aus Holz oder aus Leder usw. angefertigt und je nach Möglichkeit mit naturgetreuen, meist wächsernen Abdrücken des Gesichts und der Hände des Dahingeschiedenen versehen. Meistens hat man die Effigie mit persönlichen Gegenständen, wie etwa mit Schmuck, Leibwäsche oder den bereits genannten königlichen Kleidern, der nachzuahmenden Person ausgestattet, um auf diese Weise die Repräsentationsfähigkeit der Effigie hervorzuheben. Genauso üblich war die Verwendung von Echthaaren, die entweder als Kopfhaar- oder als Barthaarperücke bei der Gestaltung der Effigie verarbeitet wurden, was auch auf die Effigie des Zaren Peter der Große im zu untersuchenden Werk zutrifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Diese Einleitung stellt die Erzählung „Voskovaja persona“ vor und verortet sie im literarischen Kontext Tynjanovs, während sie das theoretische Gerüst durch Kantorowicz und Agamben zur Untersuchung der königlichen Körperlichkeit absteckt.

2. DES ZAREN ZWEITER KÖRPER: Dieses Kapitel widmet sich der Definition der Effigie und analysiert, wie der Bildhauer Rastrelli den toten Zarenkörper in ein wächsernes Abbild transformiert, wobei die „Verkünstlichung“ und die Mechanisierung der Figur eine zentrale Rolle spielen.

3. TRINITÄT DES KÖNIGLICHEN LEIBES: Das Kapitel verknüpft die Theorien von Kantorowicz und Agamben, um ein dreiteiliges Modell aus natürlichem, politischem und heiligem Körper zu entwickeln, das für die Analyse des Zaren besonders relevant ist.

3.1 ZUR THEORIE DES KÖNIGLICHEN LEIBES: ERNST KANTOROWICZ / GIORGIO AGAMBEN: Hier werden die Grundlagen von Kantorowicz’ „zwei Körpern des Königs“ sowie Agambens Konzept des „heiligen Lebens“ dargelegt, die als analytisches Werkzeug für die Erzählung dienen.

3.2 NATÜRLICHER - POLITISCHER - HEILIGER KÖRPER DES ZAREN: In diesem Unterkapitel wird die Anwendung des Trinitätsmodells auf Peter den Großen vollzogen, indem der Zerfall seines physischen Körpers und die gleichzeitige Manifestation seiner Macht und Heiligkeit in der Effigie diskutiert werden.

4. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen, indem sie die Transformation des Zarenkörpers von einem historischen Individuum zu einem automatisierten, politisch aufgeladenen Kunstobjekt rekapituliert.

Schlüsselwörter

Voskovaja persona, Jurij Tynjanov, Effigie, Peter der Große, Ernst Kantorowicz, Giorgio Agamben, body natural, body politic, Trinität, königlicher Körper, Staatsmacht, Wachsfigur, Kunstkammer, politische Theologie, Herrscherrepräsentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Erzählung „Voskovaja persona“ von Jurij Tynjanov und fokussiert sich auf die Darstellung des Zaren Peter der Große durch sein wächsernes Abbild, die sogenannte Effigie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Körperlichkeit des Herrschers, die Symbolik der Effigie, die Transformation von Macht sowie die philosophische Unterscheidung zwischen natürlichem und politischem Körper.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, das Konzept einer „Trinität des königlichen Körpers“ (natürlich, politisch, heilig) zu entwickeln und diese theoretische Struktur auf die literarische Gestaltung des Zaren bei Tynjanov anzuwenden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung politiktheoretischer Konzepte von Ernst Kantorowicz („Die zwei Körper des Königs“) und Giorgio Agamben („Homo sacer“).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des „zweiten Körpers“ des Zaren (die Effigie) und die theoretische Fundierung des Trinitätsmodells, welche anschließend auf den Zarenkörper in der Erzählung angewendet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Tynjanov, Effigie, Trinität, politischer Körper, Machtabsolutismus und die Transformation des Zaren zur Maschine.

Welche Rolle spielt die „Kunstkammer“ in der Erzählung laut der Autorin?

Die Kunstkammer fungiert als Ort der Entwürdigung und Degradierung des Zarenkörpers zum bloßen „Kunstobjekt“, was das Ende der Epoche Peters des Großen symbolisiert.

Wie verändert sich die Bedeutung des Zarenkörpers durch die Mechanisierung?

Durch die Installation eines Uhrwerk-Mechanismus in der Effigie wird der Zarenkörper zur „Marionette der politischen Macht“ degradiert, die als Platzhalter während des Interregnums fungiert.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Des Zaren zweiter Körper
Untertitel
Analyse der thematischen Ebene der Effigie in der Erzählung “Voskovaja persona” von Jurij Tynjanov
Hochschule
Universität Konstanz
Veranstaltung
Wettstreit der Künste / Russische Künstlererzählungen und Romane
Note
1,3
Autor
Irina Frey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V182865
ISBN (eBook)
9783656069935
ISBN (Buch)
9783656070085
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Effigie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Irina Frey (Autor:in), 2009, Des Zaren zweiter Körper , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182865
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Leseprobe aus  24  Seiten
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