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Kein Verstehen ohne fundamentale Ontologie

Eine philosophische Analyse des Werks von W. G. Sebald aufgrund der "existentiellen Psychoanalyse" Jean-Paul Sartres

Titel: Kein Verstehen ohne fundamentale Ontologie

Masterarbeit , 2007 , 105 Seiten , Note: 1

Autor:in: MA bzw. lic. phil. Anton Distler (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Winfried Georg Sebald ist vor allem nach seinem Tode im Jahre 2001 zu einem hochdiskutierten, deutschsprachigen Autor avanciert. Er geniesst nicht im deutschen Sprachraum allein, sondern auch in Großbritannien und insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika als dort meistdiskutierter, zeitgenössischer deutscher Autor grosses Ansehen. Als Autor ragt W.G. Sebald vor allem mit seinen späten prosaischen Texten heraus, gefolgt von seinen literaturwissenschaftlichen Werken, insbesondere zur österreichischen Literatur und zu randständigen Protagonisten. Sein literaturwissenschaftliches Frühwerk hingegen, das heisst seine Magisterarbeit über Carl Sternheim aus dem Jahre 1969 und seine Dissertation über Alfred Döblin von 1973, die 1980 in Druck ging, wird dabei in der deutsch- und englischsprachigen Rezeption grösstenteils vernachlässigt. Zu Unrecht, wenn man beachtet, wie sehr philosophiegeschichtlich fundiert und durchdacht seine sämtlichen Arbeiten sind. Nur aufgrund seiner wissenschaftlichen Sozialisation in jungen Jahren aber – die verbunden ist mit seinem Studienbeginn an der Universität Freiburg im Breisgau – wird sich das Spätwerk W.G. Sebalds, das heisst vor allem seine prosaischen Arbeiten seit den 90iger Jahren, angemessen einordnen lassen. Des weiteren wird sich daran der Stellenwert der vielseitig verwendeten, typisch anmutenden Bildlichkeit Sebalds (unter anderem durch „Wort-Bilde“ und des ambivalenten Einsatzes von Schwarz-Weiß-Fotographien), bemessen lassen.
Die literaturwissenschaftliche und philosophische Einordnung in ein Genre, insbesondere der Prosawerke, fällt schwer, vor allem wegen des autobiographischen Vermischens von (oftmals halluzinatorischer) Fiktion und (zum Teil authentischer) Dokumentation. Der Versuche gibt es viele, wobei die einen dazu tendieren, Sebalds Texte, die, so Claudia Albes, „gegenwärtig unter dem Schlagwort „postmodernes Schreiben“ gehandelt“ werden, „mit kunstvoller Oberflächlichkeit und Redundanz gleich[zusetzen].“ „Deutsche Berufskollegen wie Georg Klein“ hingegen, hält Rüdiger Görner fest, werfen ihm unter anderem „ein problematisch leidensselig-masochistisches Verhältnis zur Vergangenheit und eine unzulässige Intimität mit den Toten“ vor.
Es steht wohl ausser Frage, dass W.G. Sebald ein bekennender, erkenntniszweifelnder, zutiefst melancholischer und sich dennoch um stete Selbstvergewisserung bemühender Mensch war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Thema

2. Untersuchungsgegenstand

3. Methodik

1. Sartres philosophisches Konzept

1.1 Transzendenz des Ego

1.2 Präreflexives Bewusstsein und Bewusstsein

1.3 An-sich-sein

1.4 Für-sich-sein

1.5 Der Andere

1.6 Zur Freiheit verurteilt

2. Sartres Geschichtsverständnis: Zerstörung

2.1 Phänomenologisch-ontologisch

2.2 Dialektisch

3. Sartres Konzeption der „existentiellen Psychoanalyse“

3.1 Sartres Auffassung

3.2 Sartres Ablehnung

3.3 Sartres Alternative

3.4 Sartres Aspekt des Verstehens des Unsagbaren: die gelebte Erfahrung

3.5 Konsequenzen

4. Sartres Philosophie in seiner Literatur

1. Sebalds der Zerstörung gewidmete, geschichtswissenschaftliche Sozialisation und sein Geschichtsverständnis in Anlehnung an

1.1 Walter Benjamin

1.2 Theodor W. Adorno

1.3 Max Horkheimer

2. Existentielle Psychoanalyse auf das Sebaldsche Werk angewendet

2.1 Analyse des literaturwissenschaftlichen Werks

2.1.1 Falsches Bewusstsein und Verhalten

2.1.2 Sebalds „Finte“

2.1.3 „Lehre vom richtigen Leben“

2.2 Analyse des schriftstellerischen Werks

2.2.1 Schwindel, Ekel: eine Grundstimmung

2.2.2 Bildlichkeit: ein permeables Verknüpfungselement

2.2.3 Kontingenz oder die Krux mit dem Leben und dem Tod

2.2.4 „Bessere Sehnsucht“ als Mittler zwischen der „Metaphysik der Geschichte“ und der „Metaphysik der Koinzidenz“

2.2.5 Versuch der Restitution

SCHLUSS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk des Schriftstellers W.G. Sebald durch die philosophische Linse der „existentiellen Psychoanalyse“ von Jean-Paul Sartre. Das Ziel besteht darin, Sebalds literarisches Schaffen, insbesondere seine Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerung und dem menschlichen Subjekt, jenseits rein motivischer oder von der klassischen Freudschen Psychoanalyse geprägter Deutungsmuster zu erschließen und als Ausdruck eines freien, verantwortlichen Existenzentwurfs zu begreifen.

  • Die ontologische Fundierung des menschlichen Seins bei Sartre als Werkzeug der Analyse
  • Die Bedeutung von Zerstörung als zentrales Element in Sartres Geschichtsverständnis und im Werk Sebalds
  • Der Übergang vom literaturwissenschaftlichen Frühwerk zum erzählerischen Spätwerk Sebalds
  • Die Funktion der Bildlichkeit als Mittel zur „Metaphysik der Koinzidenz“
  • Die kritische Rezeption der Frankfurter Schule und ihr Einfluss auf Sebalds Ästhetik

Auszug aus dem Buch

1.2 Präreflexives Bewusstsein und Bewusstsein

Bereits auf den ersten Seiten in Das Sein und das Nichts, das den im Unter-Titel benannten, scheinbar paradox klingenden Versuch einer phänomenologischen Ontologie zum Thema hat, kommt Sartre auf die oben verhandelte Thematik des cogito zurück. In der Transzendenz des Ego war noch ausschliesslich vom cogito als reflexivem Bewusstsein die Rede. Sartre will nun eine Erweiterung des cogito. An der „Natur des „percipere““ ist er bemüht zu zeigen, dass „ein Idealismus, der das Sein auf seine Erkenntnis zu reduzieren suchte, zunächst das Sein der Erkenntnis auf irgendeine Weise sichern müßte.“ Husserls Behauptung, wonach das dem percipi selbst Entgehende als ein von George Berkeley bekanntes „esse est percipi“ aufgefasst wird, benötigt laut Sartre ein „Begründung-Sein des percipere und des percipi“, das, den infiniten Regress vermeidend (auch Spinozas „idea ideae ideae usw.“ betreffend), „[...] transphänomenal sein [muß].“ Für Sartre ist nun das präreflexive cogito – unter Aufgabe des Primats der Erkenntnis – „das Bewußtsein das erkennende Sein […], insofern es ist, und nicht, insofern es erkannt ist. […] Das Bewusstsein kann zwar erkennen und sich erkennen. Aber es ist in sich selbst etwas anderes als eine zu sich zurückgewandte Erkenntnis.“

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung etabliert die Forschungsfrage und verortet Sebald als philosophisch fundierten Autor, dessen Werk eine neue, existenzphilosophische Lektüre jenseits gängiger Traumata-Theorien erfordert.

ERSTES KAPITEL: FUNDIERUNG: Dieses Kapitel erläutert Sartres existenzialistische Philosophie, insbesondere das Sein-für-sich, das An-sich-sein und die Freiheit, als notwendiges theoretisches Grundgerüst.

ZWEITES KAPITEL: ANALYSE: Im Hauptteil wird die „existentielle Psychoanalyse“ auf Sebalds frühe literaturwissenschaftliche Schriften und sein späteres prosaisches Werk angewendet, um die Kohärenz seines Denkens zur Geschichte und Zerstörung aufzuzeigen.

SCHLUSS: Das Fazit bestätigt, dass Sebalds Schreiben als bewusster existentieller Entwurf zu verstehen ist, der sich der Verantwortung der Existenz und dem Schwindel vor der Kontingenz stellt.

Schlüsselwörter

Existentialismus, Jean-Paul Sartre, W.G. Sebald, existentielle Psychoanalyse, Metaphysik der Koinzidenz, Zerstörung, Phänomenologie, Ontologie, Bewusstsein, Freiheit, Literaturtheorie, Geschichte, Erinnerung, Melancholie, Subjekt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die philosophischen Grundlagen und die methodische Herangehensweise des Schriftstellers W.G. Sebald durch eine systematische Anwendung von Jean-Paul Sartres „existentieller Psychoanalyse“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Begriffe von Freiheit, Existenz, dem menschlichen Subjekt sowie die philosophische Interpretation von Geschichte, Zerstörung und Erinnerung im Werk Sebalds.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den „ursprünglichen Entwurf“ von W.G. Sebald aufzuzeigen und nachzuweisen, dass sein Werk nicht primär als unbewusste Reaktion auf Traumata, sondern als bewusste ästhetische Bewältigung menschlicher Kontingenz zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philosophisch-hermeneutische Perspektive eingenommen, die auf Sartres „existentieller Psychoanalyse“ sowie seiner „progressiv-regressiven Methode“ basiert, um Sebalds Leben und Werk zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Sebalds frühes literaturwissenschaftliches Schaffen (z.B. zu Sternheim und Döblin) sowie seine späteren Prosawerke (z.B. Austerlitz, Die Ausgewanderten) und deren theoretische Rückbindung an die Kritische Theorie und das philosophische Denken Sartres.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Existentialismus, Ontologie, Bewusstsein, Freiheit, Zerstörung und die von Sebald geprägte „Metaphysik der Koinzidenz“.

Warum wird Sebalds frühes wissenschaftliches Werk einbezogen?

Die Einbeziehung dient dazu, die Kontinuität und die methodische Entwicklung Sebalds von seinen Anfängen als Literaturwissenschaftler bis zu seiner Arbeit als Schriftsteller aufzuzeigen.

Welche Rolle spielt die „Metaphysik der Koinzidenz“?

Sie fungiert als ästhetisches Korrelat für Sebalds Versuch, in einer kontingenten und zerstörerischen Welt Sinnzusammenhänge herzustellen, ohne dabei die Unmöglichkeit einer absoluten Wahrheit zu leugnen.

Wie steht die Arbeit zu anderen Sebald-Interpretationen?

Die Arbeit grenzt sich explizit von Interpretationen ab, die Sebalds Werk primär durch Freudsche Konzepte von Trauma und Unbewusstem erklären, und plädiert stattdessen für einen Fokus auf das Subjekt als freier Entwurf.

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kein Verstehen ohne fundamentale Ontologie
Untertitel
Eine philosophische Analyse des Werks von W. G. Sebald aufgrund der "existentiellen Psychoanalyse" Jean-Paul Sartres
Hochschule
Universität Zürich  (Philosophische Seminar)
Note
1
Autor
MA bzw. lic. phil. Anton Distler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
105
Katalognummer
V182859
ISBN (eBook)
9783656067030
ISBN (Buch)
9783656067429
Sprache
Deutsch
Schlagworte
W. G. Sebald Jean-Paul Sartre Existenitelle Psychoanalyse Verstehen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MA bzw. lic. phil. Anton Distler (Autor:in), 2007, Kein Verstehen ohne fundamentale Ontologie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182859
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Leseprobe aus  105  Seiten
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