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Mittelalterliche Grabplastik des 11. bis 13 Jh.: Die Liegefigur

Title: Mittelalterliche Grabplastik des 11. bis 13 Jh.: Die Liegefigur

Term Paper , 2010 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Stefanie Begerow (Author)

Art - History of Art

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„Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! […]“ (Ex 20,4-20,5)
Im frühen Mittelalter wurde das zweite Gebot des Alten Testaments als Verurteilung der heidnischen Götzenanbetung gesehen, damit einher ging eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Ablehnung naturalistischer, vor allem plastischer Darstellungen des menschlichen Körpers . Ab dem späten 11. Jh. vollzog sich jedoch ein Wandel dieses Verständnisses, der nicht zuletzt in der neuartigen Verwendung der Grabplastik, zum Ausdruck kam . In vielen Kirchen Europas wurden Grabplatten mit dem Abbild des Verstorbenen horizontal, teilweise direkt über seiner eigentlichen Begräbnisstätte, angebracht. Diese in etwa lebensgroßen Liegefiguren werfen für die moderne Forschung ganz neue Fragen nach den Vorstellungen der Menschen in der Zeit des Mittelalters auf, besonders in Bezug auf das Verständnis von Tod und Jenseits. Mit den lebensgroßen Liegefiguren konnten geistliche und weltliche Herrscher sich ein Andenken für die Ewigkeit schaffen, welches sie bis in die heutige Zeit gegenwärtig scheinen lässt. Besucht ein Mensch des 21. Jh. beispielsweise den Braunschweiger Dom, wird ihm kaum das Grabmal Heinrichs des Löwen entgehen, im besten Fall hat er nun die Person Heinrichs in seinem Gedächtnis verewigt. Ohne das steinerne Bildnis auf der Grabplatte wäre das kaum denkbar.
Nach einer kurzen Ausführung über die Entstehung der Liegefigur, möchte ich die Entwicklung vom 11. bis zum 13. Jh. anhand von vier bezeichnenden Grabmälern nachzeichnen und anschließend erläutern, welche Konflikte sich daraus in kunstgeschichtlicher Hinsicht ergeben, sowie, inwiefern diese mit den im Mittelalter vorherrschenden Vorstellungen des irdischen und jenseitigen Lebens zu klären sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Ursprünge

2.1. Der Weg zur Grabplatte

2.2. Vom Relief zur Skulptur

2.3. Vorbilder der Liegefigur

3. Darstellungsformen

3.1. Rudolf von Schwaben im Merseburger Dom

3.2. Friedrich von Wettin

3.3. Heinrich der Löwe

3.4. Siegried III. von Eppstein

4. Formkonflikte und Jenseitsvorstellungen

5. Was bleibt?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der mittelalterlichen Grabplastik zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert mit einem besonderen Fokus auf die Entstehung und den Bedeutungswandel der lebensgroßen Liegefigur als Ausdruck jenseitiger Vorstellungen und irdischer Repräsentation.

  • Historische Entstehung und Vorbilder der Liegefiguren
  • Stilistische Entwicklung vom Relief zur vollplastischen Skulptur
  • Analyse bezeichnender Grabmale (u.a. Rudolf von Schwaben, Heinrich der Löwe)
  • Die Paradoxie von "Stehen" und "Liegen" in der Grabkunst
  • Verbindung zwischen individueller Andenkenkultur und Jenseitsvorsorge

Auszug aus dem Buch

3.2. Friedrich von Wettin

Friedrich von Wettin, ehemals Erzbischof von Magdeburg, wurde in der Mitte des 12. Jh. im Magdeburger Dom beigesetzt. Sein Grabmal ist ebenfalls mit einer Grabplatte aus Bronze geschmückt, jedoch - vor allem der Kopf - schon viel plastischer ausgearbeitet als jenes aus Merseburg. Friedrich ist auf einem Podest stehend dargestellt, die rechte Hand zum Segensgestus erhoben, die linke Hand hält den Bischofsstab. Die geöffneten Augen blicken den Betrachter streng an. Bemerkenswert ist ein kleines Detail unter dem Podest: Mit der Spitze seines Bischofsstabs drückt Friedrich in den Nacken eines kleinen Dornausziehers, einem in der Antike geläufigen Symbol. Ein insofern interessantes Symbol, das zum einen eine Anspielung auf die heidnischen Statuen der Antike, zum anderen aber auch die Verbindung zu dem Symbol des Dorns - im Mittelalter bezeichnend für die Erbsünde - erkennen lässt. Mit dem Stab wehrt Friedrich den Dornauszieher ab und bringt nicht zuletzt durch den Größenunterschied seine Überlegenheit über das heidnische Symbol zum Ausdruck. Und nicht nur die Wahl des Motivs ist erstaunlich, sondern auch die Anordnung der kleinen Figur. Der Dornauszieher nutzt die Grabplatte als Standfläche, während sie für Friedrich, der auf dem Podest steht, scheinbar nur als Hintergrund dient.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Wende ein, bei der die Ablehnung naturalistischer Körperdarstellungen im Frühmittelalter durch die Etablierung plastischer Grabfiguren als Andenken für die Ewigkeit abgelöst wurde.

2. Entstehung und Ursprünge: Der Abschnitt beleuchtet den Wandel der Bestattungsformen von der Krypta hin zur Tumba mit Grabplatte und diskutiert verschiedene wissenschaftliche Theorien zu den antiken oder frühchristlichen Vorbildern der Liegefigur.

3. Darstellungsformen: Anhand von vier prominenten Beispielen – Rudolf von Schwaben, Friedrich von Wettin, Heinrich der Löwe und Siegfried III. von Eppstein – wird die zunehmende Individualisierung und plastische Ausarbeitung der Grabdenkmäler analysiert.

4. Formkonflikte und Jenseitsvorstellungen: Dieses Kapitel untersucht die paradoxe Darstellung von Liegefiguren, die trotz ihrer horizontalen Lage stehend inszeniert werden, und setzt dies in den Kontext mittelalterlicher Jenseits- und Auferstehungskonzepte.

5. Was bleibt?: Das Fazit fasst zusammen, wie Grabplastik als Mittel zur persönlichen Andenkenkultur und als Absicherung für das jenseitige Leben diente, und zeigt den Ausblick auf spätere, stärker an der Verwesung orientierte Darstellungsweisen.

Schlüsselwörter

Grabplastik, Liegefigur, Mittelalter, Jenseitsvorstellungen, Grabplatte, Kunstgeschichte, Bestattungskultur, Andenken, Formkonflikt, Skulptur, Relief, Investiturstreit, Stifterfigur, Auferstehung, Repräsentation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der mittelalterlichen Grabplastik zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert, wobei der Fokus insbesondere auf der Form der Liegefigur und deren Funktion im Kontext von Tod und Jenseits liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der kunsthistorischen Einordnung der Grabmale, der Entwicklung des Materialeinsatzes und der Formgestaltung sowie der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der christlichen Jenseitsvorsorge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entwicklung der Liegefigur anhand von vier repräsentativen Grabmälern nachzuvollziehen und zu erklären, warum sich die mittelalterlichen Menschen für eine derart widersprüchliche (liegend-stehende) Darstellungsweise entschieden haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Analyse der Denkmäler in Kombination mit einer Literaturrecherche zu fachwissenschaftlichen Deutungen der Bestattungskultur und der Ikonographie des Mittelalters.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehungsgeschichte, die detaillierte Beschreibung der vier Fallbeispiele und die anschließende kunstgeschichtliche sowie theologische Interpretation der "Formkonflikte".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Grabplastik, Liegefigur, Mittelalter, Andenkenkultur und Jenseitsvorstellungen erschließen.

Warum wird im Fall von Friedrich von Wettin ein Dornauszieher abgebildet?

Die Figur des Dornausziehers dient als heidnisches Antikensymbol, das der Erzbischof durch seinen Bischofsstab symbolisch unterdrückt, um seine geistliche Überlegenheit und den Sieg über die Erbsünde darzustellen.

Wie lässt sich die "Paradoxie" der stehenden Liegefiguren erklären?

Für den mittelalterlichen Betrachter war diese Darstellung kein inhaltliches Problem, sondern eine Möglichkeit, sowohl das Ruhen im Tode als auch die bleibende Präsenz und die vollbrachten guten Taten des Verstorbenen gleichzeitig auf einer Fläche zu vereinen.

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Details

Title
Mittelalterliche Grabplastik des 11. bis 13 Jh.: Die Liegefigur
College
University of Hamburg  (Kunsthistorisches Seminar)
Course
Seminar: Tod und Jenseits in der Kunst des Mittelalters
Grade
1,0
Author
Stefanie Begerow (Author)
Publication Year
2010
Pages
12
Catalog Number
V182771
ISBN (eBook)
9783656064954
Language
German
Tags
Grabskulptur Mittelalter Liegefigur Grabmal Grabplatte Jenseits Jenseitsvorstellungen Hochmittelalter Grabplastik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Begerow (Author), 2010, Mittelalterliche Grabplastik des 11. bis 13 Jh.: Die Liegefigur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182771
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