Die Energiegewinnung aus Windkraft ist ein Beispiel für den Einsatz erneuerbarer Energien, an dem die Schülerinnen und Schüler vertiefende Einsichten gewinnen können. Im einem größeren Zusammenhang geht es auch um das Thema Nachhaltigkeit, da durch den Einsatz von Windkraftanlagen auch größere Irritationen unserer Umwelt ausbleiben. In der Stunde selbst wird der allgegenwärtige Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie behandelt, bei dem die Schülerinnen und Schüler selbst in die Rolle verschiedenen Interessensgruppen eintauchen und am Beispiel der Standortwahl einer neuen Windkraftanlage in die Konfliktsituation zwischen Mensch, Umwelt und Technik eingeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Allgemeine Pädagogische Situation
1.1 Institutionelle Bedingungen
1.2 Anthropologische Bedingungen
2 Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand
2.1 Sachanalyse
2.1.1 Der veränderte Energiebedarf
2.1.2 Die Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland
2.1.3 Energieerzeugung durch Windkraftanlagen in der Bundesrepublik
2.1.4 Möglichkeiten und Grenzen der Standortwahl einer Windenergieanlage
2.2 Didaktische Analyse
2.2.1 Exemplarische Bedeutung
2.2.2 Gegenwartsbedeutung
2.2.3 Zukunftsbedeutung
2.2.4 Methodische Überlegungen
2.2.5 Bezug zum Bildungsplan
3 Ziele und Intentionen
3.1 Fachwissen
3.2 Räumliche Orientierung
3.3 Methoden/Erkenntnisgewinn
3.4 Kommunikation
3.5 Bewertung/Beurteilung
4 Unterrichtsverlauf
4.1 Ausführlicher Stundenverlauf
4.2 Abschließende Überlegungen und Alternativen
4.3 Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit konzipiert einen Unterrichtsentwurf für die Klassenstufen 9 und 10 der Realschule, in dem anhand eines Planspiels zur Standortwahl einer Windkraftanlage die Nutzungskonflikte zwischen Ökonomie und Ökologie thematisiert werden. Ziel ist es, den Schülern ein Verständnis für nachhaltige Energieversorgung zu vermitteln und ihre Problemlösefähigkeit durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Interessenlagen zu stärken.
- Standortfaktoren bei der Planung von Windkraftanlagen
- Konfliktfeld: Naturschutz vs. Energieerzeugung
- Methodik des Gruppenpuzzles und Planspiels
- Vermittlung von fachlicher und sozialer Kompetenz
- Bezug zum Bildungsplan und Geographieunterricht
Auszug aus dem Buch
2.1.4 Möglichkeiten und Grenzen für die Standortwahl einer Windenergieanlage
Kennzeichnend für erneuerbare Energien ist auch die Tatsache, dass sie, mit Ausnahme von Wasserkraft und Geothermie, nicht ständig im gleichen Maße zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund ist es problematisch, solche Energiequellen ohne einen Speicher als Ausgleich in bestehende Energiesysteme einzubinden. Folgt man dieser Argumentation, sind vor allem dem Ausbau der Windenergieanlagen natürliche Grenzen gesetzt. Da nur 6% der installierten Windleistung dauerhaft zur Verfügung stehen ist es nicht möglich, mehr als ein Viertel der Stromleistung mit Windenergie zu erzeugen. Im Falle einer Windflaute könnte andernfalls das gesamte Stromnetz zusammenbrechen. Deshalb scheint ein Energiemix die einzige Lösung zu sein, um eine dauerhaft stabile Energieversorgung zu garantieren. Als ein Kriterium bei der Wahl des geeigneten Standortes gelten damit die naturgegebenen Bedingungen, da zum reibungslosen Betrieb eines Windrades immer eine konstante Windstärke vorhanden sein muss.
Zu dem Problem der instabilen Energieversorgung kommt der Umweltfaktor. In einem ersten Punkt ist es unumstritten, dass Windkraftanlagen bedingt durch ihre enorme Größe das Landschaftsbild nachhaltig beeinflussen. Auch aus diesem Grund wenden sich viele Bürgerinitiativen und Demonstrationen gegen die Energie aus Windkraft. In den meisten Fällen wehren sich vor allem Gemeinden, die durch ihre naturbelassene Landschaft einen Touristenzulauf haben und nun fürchten auf die Einnahmen durch den Fremdenverkehr verzichten zu müssen. Zwar gibt es den so genannten Flächennutzungsplan, der vorschreibt, dass lediglich 1% der Landesfläche für den Bau von Windenergieanlagen zur Verfügung stehen, der jedoch nicht verhindert, dass in manchen Gegenden die Konzentration der Windräder trotzdem enorm hoch ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Allgemeine Pädagogische Situation: Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen der Schule sowie der soziologischen und individuellen Voraussetzungen der Schülerschaft.
2 Überlegungen und Entscheidungen zum Unterrichtsgegenstand: Sachanalyse zum Energiebedarf und zu erneuerbaren Energien sowie didaktische Begründung der Unterrichtsstunde.
3 Ziele und Intentionen: Definition der fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen, die die Schüler im Laufe der Unterrichtssequenz erwerben sollen.
4 Unterrichtsverlauf: Detaillierte Darstellung der Phasen der Doppelstunde, von der Einstimmung über die Gruppenphasen bis hin zur Reflexion.
Schlüsselwörter
Windenergie, Standortwahl, Planspiel, Erneuerbare Energien, Gruppenpuzzle, Raumnutzungskonflikt, Geographieunterricht, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Landschaftsbild, Bürgerinitiativen, Energiewende, Unterrichtsentwurf, Ökonomie, Ökologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf primär?
Der Entwurf befasst sich mit der Konzeption einer Doppelstunde für die Klassen 9 und 10, in der Schüler die komplexen Standortentscheidungen für Windkraftanlagen simulieren.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der Windkraftnutzung, ökologische und ökonomische Interessenkonflikte sowie die methodische Umsetzung durch ein Gruppenpuzzle.
Was ist das zentrale Ziel der Unterrichtsstunde?
Ziel ist die Befähigung der Schüler, Nutzungskonflikte im Raum zu erkennen, diese mehrperspektivisch zu bewerten und einen Interessensausgleich auszuhandeln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Unterrichtsstunde nutzt die Methode des Planspiels in Kombination mit einem Gruppenpuzzle, um realitätsnahe Konfliktlagen modellhaft abzubilden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse zu Energiefragen, eine didaktische Begründung und die konkrete Ausgestaltung des Unterrichtsverlaufs.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Standorteignung, Windverhältnisse, Akzeptanz, Partizipation und nachhaltige Raumentwicklung.
Warum ist das Planspiel besonders für diese Klasse geeignet?
Durch die Rolle als Experten in Kleingruppen werden Schüler motiviert, Verantwortung zu übernehmen und selbstständig komplexe Sachverhalte aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Welche Rolle spielt das Thema "Standortwahl" im Geographieunterricht?
Das Thema ist zentral, um den Schülern zu zeigen, dass Planung im Raum keine Zufallsentscheidung ist, sondern durch ökologische, ökonomische und soziale Faktoren bedingt wird.
Wie gehen die Schüler mit den Interessenskonflikten um?
Die Schüler erarbeiten in Expertengruppen die verschiedenen Positionen (z. B. Umweltschutz vs. wirtschaftlicher Gewinn) und versuchen in der Diskussionsphase, einen konsensfähigen Standort zu finden.
- Quote paper
- Katrin O. (Author), 2010, Windenergie als Alternative, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182732