Auch wenn vom Schaffen des Titus Livius heute nicht mehr allzu viel erhalten ist, bietet es uns doch einen stellenweise breiten Einblick in die Geschichte Roms. Sein Werk ist seinem eigenen Anspruch nach aber auch als literarisches Kunstwerk zu sehen. Beeindruckend ist das enorme Volumen seines Schaffens. Sein Werk, welches einen extrem langen Zeitraum betrachtet, ist nach einem annalistischen Prinzip verfasst. Da ein Großteil sich aber mit der damaligen nahen Vergangenheit befasst, ist es auch ein Werk der historiae, der Zeitgeschichte.
Im Gegensatz zur heutigen Geschichtsschreibung sind die Schriften des Livius und anderer antiker Geschichtsschreiber nicht ohne Werturteil und beinhalten persönliche Absichten und Ziele des Autors. Für Livius steht hier das Individuum im Zentrum des Interesses. Livius, der als römischer Patriot vor allem über den Sittenverfall klagte, wollte mit seinem Werk anhand historischer Beispiele vermutlich auch eine Art Lehre aufstellen, wie sich die Römer verhalten sollten.
Meine Arbeit soll nun keine Analyse bestimmter Textstellen liefern, sondern vielmehr Livius’ Leben und Werk systematisch, vereinzelt aber auch an Beispielen, in Daten fassen.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Hauptteil
2.1 Das Leben des Titus Livius
2.2 Geschichtswerk
2.3 Annalistik
2.4 Gliederung
2.5 Quellen
2.6 Zielsetzung
3.0 Schlussteil: Der Einfluss des Titus Livius
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Leben und das historiographische Schaffen des Titus Livius systematisch und datenbasiert aufzuarbeiten, ohne dabei eine isolierte Analyse einzelner Textstellen vorzunehmen.
- Biographische Eckdaten und Lebensumstände des Titus Livius
- Struktur und Charakteristik des Geschichtswerkes "Ab urbe condita"
- Methodik der antiken Annalistik und die Arbeitsweise des Livius
- Rezeptionsgeschichte und der Einfluss des Livius auf spätere Epochen
- Das Verhältnis von historischer Darstellung, Rhetorik und sittlicher Lehre
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Leben des Titus Livius
Im Gegensatz zu vielen anderen römischen Schreibern wie Vergil und Horaz, über die ganze Beschreibungen der Lebensleistung existieren, ist die Informationslage über das Leben des Titus Livius sehr begrenzt und verstreut.
Titus Livius wurde in der durch Handel reichen , aber zugleich auch sittenstrengen und traditionsbewussten Stadt Patavium (zweitreichste Stadt Roms) in Gallia Cisalpina, dem heutigen Padua, geboren und hier auch sozialisiert. Patavintas war sogar eine Eigenschaft, die Livius durch Asinius Pollio vorgeworfen wurde. Unklar ist jedoch, worauf er sich damit bezieht, ob der ethische Standpunkt oder die sprachliche Stilistik hier angegriffen werden.
Lange Zeit wurden die Lebensdaten des Livius aus den Chroniken des Kirchenvaters Hieronymus unbezweifelt übernommen. So gab er für das Jahr 59 v.Chr. an: Messalla Corvinus orator nascitur et Titus Livius Patavinus scriptor historicus als Geburtsjahr und mit Livius historiograph us Patavi moritur 17 n.Chr als Sterbejahr an. Da jedoch heute klar ist, dass es sich bei den Geburtsdaten von Messalla Corvinus um einen auf Verwechslung beruhenden Irrtum handelt, müssen auch die Angaben zu Livius hinterfragt werden. So gelten heute auch nach R. Syme 64 v.Chr.-12 n.Chr. als wahrscheinlicher.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Stellenwert des Livius als Historiker und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit, die das Leben und Wirken des Autors systematisch zusammenfasst.
2.0 Hauptteil: Dieser zentrale Teil bildet das Fundament der Arbeit, indem er biographische Daten, die Struktur des Geschichtswerkes, die annalistische Arbeitsweise sowie Quellen und Zielsetzungen detailliert beleuchtet.
2.1 Das Leben des Titus Livius: Hier werden die spärlichen Informationen zur Herkunft, Ausbildung und zum privaten Umfeld des Historikers sowie seine Einordnung in die augusteische Zeit untersucht.
2.2 Geschichtswerk: Dieses Kapitel analysiert das monumentale Werk "Ab urbe condita", dessen Umfang, zeitliche Einordnung und den hohen Stellenwert der Geschichtsschreibung für die römische Identität.
2.3 Annalistik: Hier wird die historiographische Methode der Annalistik erörtert, die durch eine chronologische Erzählweise und eine starke Verknüpfung von Rhetorik und moralischer Lehre geprägt ist.
2.4 Gliederung: Dieser Abschnitt untersucht die formale Strukturierung des Werkes in Pentaden und Dekaden und zeigt auf, dass das Gliederungsschema im Verlauf der Schreibarbeit variierte.
2.5 Quellen: Dieses Kapitel beleuchtet das quellenkritische Vorgehen des Livius, seine Abhängigkeit von älteren und jüngeren Annalisten sowie seinen Umgang mit widersprüchlichen Überlieferungen.
2.6 Zielsetzung: Hier wird dargelegt, dass Livius primär als Literat auftrat, der durch historische Beispiele eine moralische Lehre und Verbindung zur römischen Identität stiften wollte.
3.0 Schlussteil: Der Einfluss des Titus Livius: Dieser Teil reflektiert die Wirkungsgeschichte des Autors von der Antike über die Renaissance bis in das 20. Jahrhundert und analysiert die wechselhafte Rezeption seines Werkes.
Schlüsselwörter
Titus Livius, Ab urbe condita, Römische Geschichte, Annalistik, Augustus, Patavium, Geschichtsschreibung, Historiographie, Antike, Moral, Rhetorik, Quellenkritik, Renaissance, Machiavelli, Patriotismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Person des römischen Geschichtsschreibers Titus Livius sowie mit der systematischen Darstellung und Analyse seines Hauptwerkes "Ab urbe condita".
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den Lebensdaten des Autors, der Struktur und Arbeitsweise seines Geschichtswerkes, den verwendeten Quellen sowie der langfristigen Rezeption seines Schaffens.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine systematische Zusammenfassung des Lebens und Wirkens des Titus Livius auf Basis der vorhandenen Forschungsliteratur, anstatt eine neue, kleinteilige Analyse einzelner Textfragmente durchzuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer datenbasierten Zusammenführung und systematischen Einordnung historischer Fakten und Quellenkritik, um ein Gesamtbild des Autors zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die biographischen Grundlagen, die Analyse des Geschichtswerkes, die theoretische Verankerung in der Annalistik sowie die Untersuchung von Quellen und Intentionen des Autors.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Titus Livius, Annalistik, Geschichtsschreibung, Quellenkritik, römische Identität und die Rezeptionsgeschichte des Autors.
Wie bewertet Livius die historische Genauigkeit in seinem Werk?
Livius war sich der Problematik der quellenkritischen Unschärfe, insbesondere bei der frühen römischen Geschichte, bewusst und räumte dies bereits im Vorwort seines Werkes ein, wobei er Rhetorik und moralische Wirkung priorisierte.
Welchen Einfluss hatte Titus Livius auf die politische Ideengeschichte?
Besonders Denker der Renaissance, allen voran Niccolò Machiavelli, sahen in Livius eine autoritative Quelle für die Analyse von Machtkämpfen und das Verhalten von Führungspersönlichkeiten.
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- Remington Richers (Author), 2009, Titus Livius - Leben und Werk, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182688