Die Arbeit geht der Frage nach, welche historisch gesichterten Kenntnisse wir über das Leben des Petrus und des Paulus haben, ob und wie weit sie in Rom Waren, dort christliche Gemeinden gegründet haben und das Martyrium erlitten haben.
Es wird untersucht, ob Paulus erster Bischof von Rom war und ob sich ihre Gräber dort befinden.
Schließlich wird der Versuch unternommen, die Enstehung des Mythos um sie nachzuvollziehen.
Den Schluss bildet eine Betrachtung der Bauten, die unter ihrem Namen entstanden sind.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Quellen und Quellenlage
1. Die Ausgangslage
2. Die Viten des Petrus und Paulus
2.1. Die Vita des Petrus
2.2. Die Vita des Paulus
3. Die Apostel Petrus und Paulus in Rom
3.1. Das Problem
3.2. War Petrus in Rom?
4. Die Überlieferung für einen Romaufenthalt der Apostel
4.1. Die Bildsäule des Simon Magus
4.2. Dionysius von Korinth über das Martyrium des Petrus und Paulus
5. Veränderungen Roms im Namen der Apostel Petrus und Paulus
5.1. Die Veränderung Roms durch die Christen
5.2. Die frühen Kirchenbauten in Rom
5.2.1. Die Peterskirche auf dem Vatikan
5.2.2. Die Paulskirche (Sankt Paul vor den Mauern)
5.2.3. San Sebastiano alle Catacombe
6. Die Gräber der Apostel Petrus und Paulus
6.1. Das Petrusgrab
6.2. Das Grab des Paulus
7. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht historisch kritisch, ob und inwieweit die Apostel Petrus und Paulus tatsächlich in Rom wirkten, dort ihr Martyrium erlitten und begraben wurden. Dabei steht die Differenzierung zwischen historisch gesicherten Fakten und der theologisch geprägten Legendenbildung im Fokus, um den Einfluss der Apostel auf die Entwicklung der christlichen Hauptstadt Rom zu beleuchten.
- Historische Analyse der Quellenlage zu Petrus und Paulus
- Untersuchung der "Petrinischen Frage" und des Romaufenthalts
- Evolution des Märtyrerkults und dessen Bedeutung für Rom
- Bauliche Veränderungen Roms durch frühe christliche Kirchenbauten
- Wissenschaftliche Bewertung der Grabungsfunde im Vatikan und an der Via Ostiensis
Auszug aus dem Buch
3.1. Das Problem
Will man den Aufenthalt von Petrus und Paulus und deren Wirken in Rom erforschen, stößt man – besonders als Historiker- auf ein großes Problem: Merkwürdigerweise schweigt die Apostelgeschichte als einzige alte Quelle, die dem Prozess gegen Paulus großen Raum einräumt, über dessen Ausgang. Sie spricht nur davon, dass er für gewisse Zeit unter leichter Aufsicht stand und Besucher ungehindert empfangen durfte. Sie sagt nichts über den Tod des Paulus, ebenso über den des Petrus. Auch stehen keine anderen alten Texte zur Verfügung, die über diese wichtigen Ereignisse der christlichen Urgemeinde und der Stadt Rom berichten.46 Wenn Paulus als Märtyrer starb, was die Überlieferung behauptet, hätte der Prozess oder ein späteres Ereignis zur Todesstrafe führen müssen. Dann wäre er nach römischem Strafrecht außerhalb der Stadtmauer geköpft worden.
Wären die Fragen nach dem Wirken beider Apostel und ihren Beitrag zur Gründung der römisch-katholischen Kirche in Rom ausschließlich nach den Quellen der Zeit historisch gesichert zu beantworten, wären weitere Betrachtungen nicht möglich. Die Geschichte der Apostel hätte hier sein Ende.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik ein, dass Petrus und Paulus in Rom zwar das Stadtbild durch Kirchenbauten prägten, ihr tatsächliches Wirken zu Lebzeiten jedoch weitgehend im Dunkeln bleibt.
B. Quellen und Quellenlage: Hier wird dargelegt, dass nur spärliche und teilweise umstrittene Schriften zur Verfügung stehen, die keine wissenschaftliche Geschichtsschreibung im modernen Sinne erlauben.
1. Die Ausgangslage: Dieses Kapitel skizziert die politische und religiöse Situation im 1. Jahrhundert n. Chr. im römischen Reich, insbesondere im jüdischen Glaubensraum und im Umfeld aufkommender Endzeiterwartungen.
2. Die Viten des Petrus und Paulus: Die Lebensgeschichten der Apostel werden analysiert, wobei zwischen gesicherten Fakten aus der Apostelgeschichte und späteren mythischen Überlieferungen unterschieden wird.
3. Die Apostel Petrus und Paulus in Rom: Hier wird der wissenschaftliche Disput über den Aufenthalt der Apostel in Rom behandelt, wobei das Fehlen eindeutiger historischer Beweise hervorgehoben wird.
4. Die Überlieferung für einen Romaufenthalt der Apostel: Dieses Kapitel untersucht, wie durch Fehlinterpretationen antiker Bildsäulen und den Märtyrerkult Legenden entstanden, die später als Tatsache akzeptiert wurden.
5. Veränderungen Roms im Namen der Apostel Petrus und Paulus: Die Arbeit zeigt auf, wie Konstantin und seine Nachfolger durch großflächige Kirchenbauten christliche Orte der Verehrung schufen und damit Rom als christliche Metropole etablierten.
6. Die Gräber der Apostel Petrus und Paulus: Die archäologischen Bemühungen, die Gebeine der Apostel im Vatikan und unter der Paulskirche zu finden, werden kritisch hinterfragt.
7. Resümee: Die Zusammenfassung zieht den Schluss, dass der Romaufenthalt und das Märtyrertum der Apostel eher auf theologischer Tradition als auf gesicherten historischen Belegen beruhen.
Schlüsselwörter
Petrus, Paulus, Rom, Apostelgeschichte, Märtyrertod, Christentum, Quellenkritik, Clemensbrief, Kirchenbauten, Archäologie, Vatikan, Konstantin, Legendenbildung, Simon Magus, Römisches Reich
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historisch-kritischen Untersuchung des Wirkens der Apostel Petrus und Paulus in Rom und hinterfragt, inwieweit ihr dortiger Aufenthalt und Tod historisch belegbar sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Analyse antiker Quellen, die Entstehung des Märtyrerkults, die Interpretation frühchristlicher Schriften sowie die archäologische Forschung an den vermuteten Grabstätten in Rom.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, "Dichtung" von "Wahrheit" zu unterscheiden und zu prüfen, ob die historische Grundlage für die Gründung der römisch-katholischen Kirche durch Petrus und Paulus durch zeitgenössische Quellen gestützt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine historisch-kritische Methode, bei der primäre biblische Quellen und antike Texte mit archäologischen Erkenntnissen konfrontiert und auf ihre Verlässlichkeit geprüft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Viten der Apostel, die Überlieferung zum Romaufenthalt, die Rolle der christlichen Kirchenbauten für das Stadtbild Roms und die Debatten um die Gräber der Apostel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Petrus, Paulus, Rom, Märtyrertod, Quellenkritik, Legendenbildung, Kirchenbauten, Archäologie und das Papsttum sind die zentralen Begriffe.
Warum spielt der Clemensbrief eine so zentrale Rolle in der Argumentation des Autors?
Der Clemensbrief ist ein authentisches Dokument der frühen römischen Gemeinde, das von vielen Forschern als vermeintliches Zeugnis für das Wirken der Apostel in Rom herangezogen wird, obwohl der Autor dieses Buches auf dessen Ambiguität hinweist.
Wie bewertet der Autor die modernen Grabungsfunde im Vatikan und unter St. Paul vor den Mauern?
Der Autor ordnet diese als wissenschaftlich umstritten ein; er weist darauf hin, dass offizielle Verlautbarungen oft dogmatische Erwartungen widerspiegeln, während die tatsächliche Identität der Funde historisch nicht gesichert ist.
- Arbeit zitieren
- Dipl. Vw. Michael Ferger (Autor:in), 2011, Petrus und Paulus - Ihr Leben, Wirken und Nachwirken in Rom aus historischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182577