Die Aufstellungsarbeit, die ursprünglich von Bert Hellinger entwickelt wurde, findet vielfältige und erfolgreiche Anwendung in der Familien- und Systemischen Therapie sowie Beratung. Verschiedene Formen werden eingesetzt, von der eigentlichen Aufstellung bis hin zum sog. „Beziehungsbrett“. Jedoch sind die Wirkmechanismen der Aufstellungsarbeit unbekannt – man weiß nur, „dass sie funktioniert“, aber nicht wirklich, „warum sie funktioniert“. Erst die Berücksichtigung von Erkenntnissen der quantenphysikalischen Forschung vermag eine mögliche Antwort auf diese Frage zu geben. Der vorliegende Artikel wird zunächst in Kürze die Aufstellungsarbeit erläutern und anschließend die wesentlichen Erkenntnisse der Quantenphysik vorstellen. Schließlich werden diese direkt auf die Aufstellungsarbeit übertragen und damit eine mögliche Antwort auf die Frage, warum sie funktioniert, gegeben. Der Artikel schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte und einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Grundzüge der Aufstellungsarbeit
2. Die wichtigsten Erkenntnisse der Quantenphysik
3. Die grundlegenden Wirkmechanismen der Aufstellungsarbeit
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die bisher ungeklärten Wirkmechanismen der systemischen Aufstellungsarbeit, indem sie diese mit den Prinzipien der modernen Quantenphysik in Beziehung setzt, um eine wissenschaftlich fundierte Erklärung für deren Erfolg zu finden.
- Grundlagen der Aufstellungsarbeit in der systemischen Beratung
- Kernprinzipien der Quantenphysik (Superposition, Nicht-Lokalität, Resonanz)
- Analogiebildung zwischen systemischer Intervention und Quantenphänomenen
- Bedeutung des bewussten Beobachters für die Realitätsgestaltung
- Validierung der Aufstellungsmethode durch physikalische Denkmodelle
Auszug aus dem Buch
2. Die wichtigsten Erkenntnisse der Quantenphysik
Die Ergebnisse aus mittlerweile ca. 100 Jahren quantenphysikalischer Forschung stellen einen klaren Widerspruch zur sog. „klassischen“ Physik dar. Wir wollen im folgenden die wesentlichen von der Quantenphysik aufgedeckten Prinzipien erörtern und sie denen der klassischen Physik gegenüberstellen.
Das erste dieser Prinzipien ist die sog. Superposition. D. h., alle potentiellen Möglichkeiten bzw. Endergebnisse überlagern sich simultan, jedoch nicht additiv – es liegt eine Wellennatur vor, wodurch diese Überlagerung möglich wird, denn Wellen können interferieren. Erst durch den Akt des bewussten Beobachtens würde aus der Superposition ein einzelnes sichtbares Endergebnis resultieren. Die Quantenphysik spricht hier vom „Kollaps der Wellenfunktion“ bzw. etwas anschaulicher von einer „Reduktion“ aufgrund des Beobachter-Effekts. Experimentelle Untersuchungen bestätigen das Konzept – es ist tatsächlich Bewusstsein involviert, das Realität gestaltet und schließlich als die Grundlage allen Seins aufgefasst wird (Zeilinger, 2005 sowie Stapp, 2007).
Die klassische Physik kennt das Konzept der Superposition nicht, denn aus ihrer Sicht existiert ausschließlich das unmittelbar Vorhandene. Auch Bewusstsein ist nicht Gegenstand der klassischen Betrachtung, sondern wird als Epiphänomen betrachtet.
Die Verschränkung und die Nicht-Lokalität sind zwei Prinzipien, die ebenfalls durch quantenphysikalische Experimente aufgedeckt wurden. Man kann sich dies wie folgt vorstellen: Sind zwei Partikel verschränkt, würde alles, was dem einen Partikel geschieht, ohne Zeitverzögerung auch dem anderen geschehen. Es besteht zwischen beiden eine nicht-lokale Verbindung, die von Raum und Zeit unabhängig ist. Auch hierfür existieren experimentelle Beweise (Goswami, 2007 sowie Aspect et al., 1981).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Grundzüge der Aufstellungsarbeit: Dieses Kapitel erläutert die praktische Durchführung der Aufstellungsarbeit, bei der Klienten ihr inneres System durch Repräsentanten im Raum visualisieren und explorieren.
2. Die wichtigsten Erkenntnisse der Quantenphysik: Hier werden physikalische Schlüsselkonzepte wie Superposition, Verschränkung und Nicht-Lokalität eingeführt, die den Rahmen für das Verständnis der Wirkweise bilden.
3. Die grundlegenden Wirkmechanismen der Aufstellungsarbeit: Dieses Kapitel verknüpft die Aufstellungspraxis mit quantenphysikalischen Erkenntnissen, insbesondere dem Resonanzprinzip und der Rolle des Beobachters.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Der Autor resümiert die Ergebnisse und fordert zu weiteren empirischen Forschungen mittels moderner Messmethoden auf, um die Validität der Methode zu belegen.
Schlüsselwörter
Systemische Beratung, Aufstellungsarbeit, Beziehungsbrett, Quantenphysik, bewusster Beobachter, Resonanz, Superposition, Nicht-Lokalität, Quantenhologramm, Verschränkung, Kollaps der Wellenfunktion, Diskontinuität, Hirnaktivitäten, Validität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum die in der systemischen Beratung angewandte Aufstellungsarbeit so erfolgreich ist, obwohl ihre genauen Wirkmechanismen bisher weitgehend unbekannt blieben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit verbindet systemische Therapiemethoden mit Erkenntnissen aus der theoretischen und experimentellen Quantenphysik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine wissenschaftliche Erklärung für die Wirksamkeit von Aufstellungen zu finden, indem das Geschehen als quantenphysikalischer Prozess interpretiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Herleitung verwendet?
Der Autor nutzt einen theoretischen Transfer von physikalischen Prinzipien (wie dem Beobachter-Effekt oder der Nicht-Lokalität) auf die psychologische Interaktionsdynamik innerhalb von Aufstellungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Nach einer Einführung in die Aufstellungsarbeit und die Quantenphysik folgt eine detaillierte Analyse, wie sich die Dynamik der Aufstellung durch Phänomene wie Resonanz und Superposition erklären lässt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Resonanz, Nicht-Lokalität, das Quantenhologramm und der bewusste Beobachter.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise der Quantenphysik von der klassischen Physik in Bezug auf das Aufstellen?
Während die klassische Physik nur das direkt Vorhandene betrachtet, sieht die Quantenphysik das Feld an Möglichkeiten (Superposition) und die Wirkung des Beobachters als entscheidenden gestaltenden Faktor für die Realität.
Warum spielt die Hirnaktivität in der Argumentation eine Rolle?
Der Autor schlägt vor, die Resonanzphänomene durch EEG- oder PET-Untersuchungen messbar zu machen, um die theoretischen Annahmen über die Verbindung zwischen Teilnehmern und Repräsentierten empirisch zu stützen.
- Arbeit zitieren
- Claus Rothenbücher (Autor:in), 2011, Warum funktioniert Aufstellungsarbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182256