Die Steuern sind die wichtigsten Einnahmen des Staates bei allen Ländern, insbesondere bei den Industrieländern und Wohlfahrtstaaten. Der Staat entspricht seinen vielen Bedürfnissen durch die Erhebung der Steuer. Die Steuern werden auf den legalen wirtschaftlichen Aktivitäten erhoben. Auf anderer Seite existiert illegale Wirtschaft, bei der keine oder nur teilweise Steuern gezahlt wird. Diese illegale Wirtschaft wird die Schattenwirtschaft genannt. Die Bedeutung und der Begriff der Schattenwirtschaft werden von vielen verschiedenen Wissenschaftlern unterschiedlich benutzt wie Informeller Sektor, Untergrundwirtschaft, Parallel Economy, Freizeitwirtschaft, Hidden Economy, Shadow Economy, Informal Sektor, Alternativökonomie, Ausweichwirtschaft, Selbstversorgungswirtschaft.
Heutzutage wird die Schattenwirtschaft auf der Regierungsebene und in der Gesellschaft sehr oft diskutiert. Während der Finanzkrise wurde die Bedeutung der Schattenwirtschaft zugenommen, da sinkende Steuereinnahmen für die Regierung zur Folge haben. Die Schattenwirtschaft stellt illegale Beschäftigung dar, bei der keine Beiträge zur Sozialversicherung und keine Lohnsteuern entrichtet werden. Die Schattenwirtschaft macht selbst mitverantwortlich für viele wirtschaftspolitische Probleme wie hohe Staatsverschuldung, niedrige Löhne, Arbeitslosigkeit, Finanzierungsausfall. In der Schattenwirtschaft ist der Preis von Gütern oder Produkten im Vergleich zu der offiziellen Wirtschaft billiger und das ist auch ein Grund zur Abwanderung in die Schattenwirtschaft.
In der vorliegenden Arbeit werden die theoretische Ansätze, empirischen Analysen der Schattenwirtschaft und derzeitige Situation der Schattenwirtschaft in verschiedenen Ländern und die Bekämpfung der Schattenwirtschaft in Betracht gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Begriffsbestimmung der Schattenwirtschaft
2.2 Begriffsbestimmung der Schwarzarbeit
3. Entstehungsgründe der Schattenwirtschaft
3.1 Negative Anreizwirkungen bei hoher Steuerbelastung
3.2 Negative Anreizwirkungen bei hoher Sozialabgabe
3.3 Die “Laffer-Kurve”
3.4 Folge der Schattenwirtschaft
4. Empirische Analysen der Schattenwirtschaft
4.1 Messmethoden der Schattenwirtschaft
4.2 Situation der Schattenwirtschaft in OECD-Ländern
5. Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Zusammenhänge zwischen der staatlichen Besteuerung, der Sozialabgabenbelastung und der Ausprägung der Schattenwirtschaft. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation von Entstehungsursachen und der Analyse der aktuellen empirischen Situation in OECD-Ländern, um die Wirksamkeit staatlicher Gegenmaßnahmen zu bewerten.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsabgrenzung von Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit
- Analyse der Anreizwirkungen durch Steuerlast und Sozialabgaben
- Darstellung ökonomischer Modelle, insbesondere der Laffer-Kurve
- Empirische Messmethoden zur Quantifizierung illegaler Wirtschaftsaktivitäten
- Vergleich der Situation der Schattenwirtschaft in verschiedenen OECD-Staaten
Auszug aus dem Buch
3.1 Negative Anreizwirkungen bei hoher Steuerbelastung
Die hohe Gesamtsteuerlast ist ein entscheidender Hauptgrund der Entstehung der Schattenwirtschaft. Die hohe Steuerbelastung von der Seite des Staats kann auch negative Anreizwirkungen (z.B. Steuerhinterziehung, Schattenwirtschaft) für die Wirtschaft verursachen. Unter diesem Betracht spielt die Besteuerung als Ursachenfaktor der Schattenwirtschaft eine Rolle. Wenn die Steuerbelastung zu hoch ist, wird man andere Möglichkeiten suchen, um die Steuern zu vermeiden oder dem Steuerstaat zu entgehen. In diesem Fall wird mit Bewusstsein oder bewusstlos rein in die Schattenwirtschaft gegangen.
Eine Beobachtung über die Wirkung von Erhöhung der Zollsätze für importierte Waren auf das Zollaufkommen entspricht den oben angegebenen Meinungen. Dieses Zitat gehört zum Swiftschen Steuereinmaleins: „Aber ich will euch ein Geheimnis erzählen, das ich vor langer Zeit dem Leiter eines Zollamtes in London erfuhr; er sagte: Wenn irgendein Gut mit einem Abgabesatz belastet wurde, der oberhalb eines bestimmten, mäßigen Niveaus lag, hatte das zur Folge, dass sich das Aufkommen um die Hälfte verringerte. Und ein anderer sagte mir, dass der Irrtum des Parlaments in dieser Angelegenheit darin zu sehen sei, dass es meinte, zwei und zwei sei vier; wenn man aber auf Güter eine schwere Abgabenlast legt, ergibt zwei und zwei nie mehr als eins. Das geschieht durch eine Verringerung des Imports und durch die zunehmende Versuchung, derartige Güter zu schmuggeln.“ Eine ähnliche Aussage hat auch der arabische Philosoph Khaldun im 14. Jahrhundert gemacht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Besteuerung als staatliche Einnahmequelle und führt in die Problematik der Schattenwirtschaft als illegale Wirtschaftsform ein.
2. Begriffsbestimmungen: Es erfolgt eine wissenschaftliche Abgrenzung der Begriffe Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit sowie eine Einordnung in die Volkswirtschaftslehre.
3. Entstehungsgründe der Schattenwirtschaft: Dieses Kapitel analysiert ökonomische Faktoren wie Steuer- und Sozialabgabenlast sowie theoretische Zusammenhänge wie die Laffer-Kurve als Ursachen für Schattenwirtschaft.
4. Empirische Analysen der Schattenwirtschaft: Hier werden gängige Messmethoden zur Quantifizierung der Schattenwirtschaft vorgestellt und die Situation innerhalb der OECD-Länder beleuchtet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer angepassten Wirtschaftspolitik anstelle rein restriktiver Bekämpfungsmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Schattenwirtschaft, Schwarzarbeit, Steuerbelastung, Sozialabgaben, Laffer-Kurve, OECD-Länder, Steuerhinterziehung, Fiskalpolitik, illegale Beschäftigung, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Messmethoden, Steueraufkommen, BIP, Wirtschaftspolitik, Korruption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Ursachen und Auswirkungen der Schattenwirtschaft, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Zusammenhang mit der staatlichen Steuer- und Abgabenbelastung liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretische Definition der Schattenwirtschaft, die Analyse von Anreizstrukturen durch Steuern sowie die empirische Bestandsaufnahme in OECD-Ländern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Wirtschaftsakteure in die Schattenwirtschaft abwandern und welche wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen der Staat daraus ziehen sollte.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer Theorien sowie auf die Auswertung empirischer Daten und Modelle (wie LISREL oder Bargeldmethoden) zur Messung der Schattenwirtschaft.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen vor allem die negativen Anreize durch hohe Steuern und Sozialabgaben sowie deren quantitative Analyse in OECD-Staaten diskutiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit fokussiert sich maßgeblich auf Begriffe wie Schattenwirtschaft, Steuerbelastung, Laffer-Kurve, Sozialabgaben und empirische Analysemethoden.
Inwiefern beeinflusst die Laffer-Kurve die Argumentation des Autors?
Die Laffer-Kurve dient als theoretisches Modell, um aufzuzeigen, dass exzessive Steuersätze das Steueraufkommen paradoxerweise verringern können, indem sie Anreize zur Flucht in die Schattenwirtschaft schaffen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Korruption?
Der Autor stellt fest, dass Korruption oft eng mit der Schattenwirtschaft verknüpft ist und eine gefährliche Anarchie begünstigen kann, anstatt lediglich als isoliertes Phänomen aufzutreten.
Warum hält der Autor verstärkte Bekämpfungsmaßnahmen für wenig zielführend?
Auf Basis der Analysen kommt der Autor zu dem Schluss, dass eine bloße Erhöhung des Kontrolldrucks weniger Erfolg verspricht als eine durchdachte Wirtschaftspolitik, die Steuer- und Abgabenlasten optimiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates?
Der Staat wird dazu aufgefordert, keine Steuersysteme anderer Länder blind zu kopieren, sondern seine Gesetzgebung exakt auf die spezifischen Teilaspekte seiner eigenen Gesellschaft und Wirtschaft abzustimmen.
- Arbeit zitieren
- Heydar Jafarli (Autor:in), 2010, Besteuerung und Schattenwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182231