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Die ganze Welt auf einem Pferd

Die Ekphrasis Enites Pferd in Hartmann von Aues „Erec“

Title: Die ganze Welt auf einem Pferd

Seminar Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Stephan Lembke (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

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Summary Excerpt Details

„Weibliche Schönheit spornte den Mann zu Heldentaten an.“ So beschrieb Sahra Bussmann die Rolle der Frau und ihrer Funktion in der mittelalterlichen höfischen Literatur. Diese Maxime kann ohne Probleme bis in die heutige Zeit übertragen werden und hat nichts an ihrer Bedeutung verloren. Sicherlich haben sich die Schönheitsideale im Laufe der Zeit geändert, jedoch kann an Hand ausführlicher Schilderung festgestellt werden, dass sie eine tragende Rolle in jeder Zeit besaßen. Dies gilt auch für das europäische Mittelalter, von dem wir eine Vielzahl an Texten besitzen, die über gängige Vorstellungen bezüglich der weiblichen Schönheit zeugen.
Schönheit als solche wird in der höfischen Dichtung nicht negativ gewertet, im Gegenteil. Als Inbegriff der Schönheit erfüllte die höfische Dame eine wichtige gesellschaftliche Funktion, indem sie die Werte, die sie repräsentierte, an den Mann vermitteln sollte. Frauen galten als Ursprung des Vollkommenen und Guten, sie vermittelten tugendhafte Gesinnung und gaben Anlass zu großer Freude. Schönheit besaß auch die Kraft, im Mann das Gefühl der hohen Minne zu wecken, wobei es durchaus möglich war, dass sich dieser allein aufgrund des Schönheitspreises in eine Dame verlieben konnte. Dies verdeutlicht, welchen hohen Stellenwert die Schönheit der Frau in der Literatur einnahm und nimmt. Wie bedeutungsschwanger diese in der höfischen Literatur ist und wie hoch ihre Wichtigkeit eingeschätzt wird, wird dadurch verdeutlicht, dass selbst so bekannte Literaten wie Umberto Eco sich mit dieser Thematik auseinandersetzten und ihre Funktion untersuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hartmann von Aue und der Artusroman Erec

2.1. Entstehung und Inhalt der Artusromane

2.2. Hartmann von Aue: biographische Daten und Entstehungssituation des Erec

2.3. Hartmann von Aue: Erec

3. Begrifflichkeiten

3.1. Ekphrasis

3.2. Ikonographisches Motiv

3.3. Zelter

3.4. Apotheose

4. Kunstbeschreibungen als Spiegelbild im Mittelalter

5. Eintes neues Pferd und das ikonographische Motiv des Weltbildes

5.1. Die Übergabe des neuen Pferdes an Enite

5.2. Die Übergabe des neuen Pferdes an Enite

5.3. Die Beschreibung der Decke und des Sattels

6. Fazit

7. Literatur

7.1. Primärliteratur

7.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion von Ekphrasis im Artusroman "Erec" von Hartmann von Aue, wobei der Fokus insbesondere auf der detaillierten Beschreibung von Enites Pferd, dessen Zaumzeug und Sattel liegt. Ziel ist es zu analysieren, wie durch diese ausschweifenden Schilderungen eine ästhetische Überhöhung der Figur Enite sowie eine symbolische Einbettung in das mittelalterliche Weltbild erreicht wird.

  • Rolle der weiblichen Schönheit in der höfischen Literatur
  • Theoretische Grundlagen der Ekphrasis und Ikonographie
  • Literarische Strategien zur Überhöhung von Figuren und Objekten
  • Verbindung zwischen mittelalterlicher Ästhetik und dem geozentrischen Weltbild
  • Analyse der narrativen Funktion ausführlicher Sachbeschreibungen im Erec

Auszug aus dem Buch

5.3. Die Beschreibung der Decke und des Sattels

Das Versprechen, auf die Beschreibung des Sattelzeugs zu verzichten konnte und wollte Hartmann wohl nicht einhalten, im Gegenteil. Den größten Abschnitt des Pferde-Exkurses nehmen die Beschreibungen des Reitzeuges und seines figürlichen Schmucks mit 341 Versen ein. Dabei geht Hartmann besonders auf die Materialienauswahl des Sattelzeugs und auf die Meisterschaft der Anfertigung ein. Diese Auswahl korrespondiert mit der Perfektion des Pferdes und wird weiterhin durch eine Vielzahl von Bildern, die in mehreren Schichten aus Textilien, Gold und Elfenbein dargestellt sind, verstärkt. Auf diese Weise werden die Elfenbeinschnitzereien von verschiedenen Bildmotiven in 35 Versen kurz beschrieben und eingerahmt und erhalten bei Hartmann sogar mit den Worten „daz lange liet von Troiâ“ einen Titel.

Im weiteren Abschnitt wird beschrieben, dass über dem Sattel eine Decke aus Seide und Gold liegt, auf der eine Vielzahl von Einzelbildern dargestellt ist und die bis fast auf dem Boden an beiden Seiten des Pferdes hängt. Hartmann beschreibt diese Bilder mit den Worten: „al der werlde wunder und swaz der himel besliuzet“, „alle Wunder der Welt, die der Himmel umschließt“ und führt in den folgenden Versen eine genaue Beschreibung dieser Bilder, die als gesamtes Weltbild gesehen werden können, aus.

Um jedoch einen Vergleich zu bemühen, ist es notwendig, eine kurze Darstellung des Weltbildes im Mittelalter darzustellen. Im geozentrischen Weltbild steht die kugelförmige Erde im Zentrum des Universums. Alle weiteren Himmelskörper, wie Mond, Sonne und die verschiedenen Planeten umkreisen die Erde in verschiedenen, von innen nach außen konzentrisch angeordneten Sphären. Die äußerste Sphäre wird von den Fixsternen besetzt. Das geozentrische Weltbild wurde im klassischen Altertum in Griechenland eingeführt und setzte sich gegen frühe Meinungen, nicht die Erde, sondern die Sonne stehe im Mittelpunkt des Kosmos, durch. Es basiert auf der formulierten Ansicht, dass die Erde und damit auch die Menschen im Zentrum des Universums seien und dass alle Bewegungen auf perfekten Kreisbahnen abliefen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der weiblichen Schönheit als Motiv in der höfischen Literatur ein und stellt die Forschungsfrage nach der Funktion der ausführlichen Beschreibung von Enites Pferd im Roman "Erec".

2. Hartmann von Aue und der Artusroman Erec: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Entstehung des Artusromans, biographische Eckdaten zu Hartmann von Aue und die literarische Einordnung seines Werkes "Erec".

3. Begrifflichkeiten: Hier werden zentrale theoretische Fachbegriffe wie Ekphrasis, ikonographisches Motiv, Zelter und Apotheose definiert, um das methodische Rüstzeug für die weitere Untersuchung zu etablieren.

4. Kunstbeschreibungen als Spiegelbild im Mittelalter: Das Kapitel beleuchtet die Tradition der Ekphrasis in der mittelalterlichen Literatur und die Bedeutung des "inneren Sehens" sowie der Vorstellungskraft für die Rezeption solcher Bildbeschreibungen.

5. Eintes neues Pferd und das ikonographische Motiv des Weltbildes: Der Hauptteil analysiert detailliert die Übergabe des Pferdes, dessen farbliche Gestaltung und die komplexe Ikonographie des Sattels und der Decke als Repräsentation des mittelalterlichen Weltbildes.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die ausführlichen Beschreibungen primär der Überhöhung von Enite und mittelbar auch von Erec dienen.

7. Literatur: Dieses Kapitel listet die für die Arbeit herangezogene Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Erec, Hartmann von Aue, Ekphrasis, Enite, Artusroman, Mittelalter, Pferd, Weltbild, Ikonographie, Schönheit, Überhöhung, Symbolik, Literaturwissenschaft, Höfische Dichtung, Sattel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Technik der Ekphrasis im "Erec" von Hartmann von Aue am Beispiel der ausführlichen Beschreibung von Enites Pferd und dessen Zubehör.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der mittelalterlichen Ästhetik, der höfischen Minnekonzeption, der Ikonographie sowie dem mittelalterlichen geozentrischen Weltbild als literarischem Motiv.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum Hartmann von Aue solch detaillierte Beschreibungen verwendet und welche Funktion diese für die Überhöhung der Protagonistin Enite sowie des Romanhelden Erec haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die Begriffe der Kunstgeschichte (Ikonographie) und literarische Topoi (Ekphrasis) auf den Text anwendet, ergänzt durch historische Kontexte wie das geozentrische Weltbild.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Pferdeschenkung, die detaillierte Untersuchung der Farbsymbolik und die Interpretation der Decke und des Sattels als umfassende Repräsentation des Kosmos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Ekphrasis, Erec, Enite, Hartmann von Aue, mittelalterliches Weltbild, Ikonographie und höfische Überhöhung.

Welche Rolle spielt das geozentrische Weltbild für die Interpretation?

Hartmann nutzt die Ikonographie der Satteldecke, um durch die Anordnung von Elementen und Himmelskörpern ein Abbild des Kosmos zu schaffen, das die Vollkommenheit von Enite symbolisch unterstreicht.

Warum wird der Begriff "Ekphrasis" so prominent diskutiert?

Er dient als methodisches Instrument, um zu erklären, wie der Autor durch Sprache visuelle mentale Bilder beim Leser erzeugt, die weit über eine bloße Zustandsbeschreibung hinausgehen und eine wertende Funktion einnehmen.

Inwiefern dient das Pferd der Überhöhung der Protagonisten?

Das Pferd und dessen prunkvolle Ausstattung fungieren als Attribute der Vollkommenheit, die direkt auf die edle Enite übertragen werden, was wiederum den Status des Ritters Erec legitimiert.

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Details

Title
Die ganze Welt auf einem Pferd
Subtitle
Die Ekphrasis Enites Pferd in Hartmann von Aues „Erec“
College
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Grade
2,3
Author
Stephan Lembke (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V182092
ISBN (eBook)
9783656053620
ISBN (Book)
9783656053972
Language
German
Tags
Hartmann von Aue Erec Enite Ekphrasis Arthus Arthusroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Lembke (Author), 2010, Die ganze Welt auf einem Pferd, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/182092
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