Der Text setzt sich mit den grundlegenden semantischen Begriffen der Denotation und der Konnotation sowie mit den drei Bedeutungsanteilen deskriptive, expressive und soziale Bedeutung auseinander. Anhand einiger praktischer Beispiele wird die Theorie anschaulich erörtert
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Erläuterungen
2.1 BEDEUTUNGSANTEILE
2.1.1 DESKRIPTIVE BEDEUTUNG
2.1.2 SOZIALE BEDEUTUNG
2.1.3 EXPRESSIVE BEDEUTUNG
2.2 HAUPT-, MIT- UND NEBENBEDEUTUNG
2.2.1 DENOTATION
2.2.2 KONNOTATION
3 Überlagern Konnotationen die Denotation? Antworten aus verschiedenen Perspektiven
3.1 METAPHERN
3.2 FACHSPRACHEN
3.3 SOZIOLEKT
3.4 POLITISCH KORREKTE SPRACHE
3.5 HISTORIZITÄT
3.5.1 NATÜRLICHER SPRACH- UND BEDEUTUNGSWANDEL
3.5.2 PRÄGENDE HISTORISCHE EREIGNISSE AM BEISPIEL DES NATIONALSOZIALISMUS
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Denotation und Konnotation in der Sprache mit dem Ziel, den Grad der Überlagerung der sachlichen Grundbedeutung durch zusätzliche emotionale oder soziale Bedeutungsschichten in verschiedenen Kontexten zu analysieren und zu kategorisieren.
- Grundlagen der deskriptiven, sozialen und expressiven Bedeutungsanteile.
- Differenzierung zwischen Denotation als Kernbedeutung und Konnotation als assoziative Zusatzinformation.
- Einfluss von Metaphern, Fachsprachen und Soziolekten auf die semantische Struktur.
- Analyse der Wirkung von politisch korrekter Sprache und historischem Bedeutungswandel.
Auszug aus dem Buch
3.4 Politisch korrekte Sprache
Politisch korrekte Sprache zielt darauf ab, gewisse Ausdrücke nicht mehr zu verwenden, um die Diskriminierung der bezeichneten Gruppen zu vermeiden (vgl. Löbner 2003, 49f.). Beispiele, denen der Rechtschreib-Duden (vgl. 2009) eigene Kästchen zu diesbezüglichen Erläuterungen widmet, sind etwa Neger oder Zigeuner.
Semantisch gesehen ist die Diskussion problematisch. Denn das Wort Neger heißt seiner Wortherkunft nach einfach Schwarzer, die D. ist also klar. Viele Menschen, hauptsächlich aus bildungsfernen Schichten, die mit dem Begriff der politischen Korrektheit nicht vertraut sind, verwenden es eventuell „ohne böse Hintergedanken“. Die negativen K., die dem Wort anhaften, sind historisch durch Kolonialisierung und Sklavenhandel bedingt, wo das Wort einen starken sozialen Bedeutungsanteil in puncto Hierarchisierung bekommen hat, was einem erst einmal bewusst sein muss, bevor das Wort überhaupt als Schimpfwort verwendet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung grenzt den Begriff der Bedeutung ein, führt in die Bedeutungsanteile ein und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.
2 Begriffliche Erläuterungen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Bedeutungsanteile, insbesondere die Unterscheidung von deskriptiver Bedeutung, Denotation und Konnotation, erarbeitet.
3 Überlagern Konnotationen die Denotation? Antworten aus verschiedenen Perspektiven: Dieser Hauptteil untersucht anhand verschiedener Anwendungsbereiche wie Metaphern, Fachsprachen und Soziolekten, unter welchen Umständen Konnotationen die Grundbedeutung überlagern.
4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die gewonnenen Erkenntnisse und konstatiert, dass die Stärke der konnotativen Überlagerung stark von Kontext, Situation und Sprachschicht abhängt.
Schlüsselwörter
Denotation, Konnotation, deskriptive Bedeutung, soziale Bedeutung, expressive Bedeutung, Semantik, Sprachwandel, Metapher, Soziolekt, Fachsprache, politische Korrektheit, Historizität, Lexem, Referenz, Inhaltswort.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die semantische Beziehung zwischen der sachlichen Grundbedeutung (Denotation) und den assoziativen Zusatzbedeutungen (Konnotation) von Wörtern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Bedeutungsanteilen, die Abgrenzung von Denotation und Konnotation sowie deren Verhalten in verschiedenen sprachlichen Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Kontext und Blickwinkel auf die Überlagerung der Denotation durch Konnotationen zu untersuchen und Kategorisierungsmöglichkeiten zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Auswertung einschlägiger linguistischer Fachliteratur und semantischer Theorien (insbesondere nach Löbner) basiert, ergänzt durch Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Wörter in Metaphern, Fachsprachen, sozialen Schichten sowie in politisch sensiblen oder historisch belasteten Kontexten semantisch wahrgenommen werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Denotation, Konnotation, Bedeutungswandel, semantische Kategorisierung und die Unterscheidung von deskriptiven, sozialen und expressiven Bedeutungsanteilen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen expressiver Bedeutung und Konnotation so schwierig?
Die Schwierigkeit liegt darin, dass beide Kategorien stark subjektiv geprägt sind und oft eng miteinander verflochten auftreten, was eine klare linguistische Trennung im praktischen Sprachgebrauch erschwert.
Inwiefern beeinflusst die soziale Schicht die Wahrnehmung von Wörtern?
Die Arbeit zeigt, dass Begriffe, die in einer sozialen Gruppe neutral oder fachsprachlich verwendet werden, beim Überschreiten sozialer Grenzen eine starke konnotative Wirkung entfalten können, die die Denotation überlagert.
- Arbeit zitieren
- Norbert Galler (Autor:in), 2011, Denotative und konnotative Bedeutung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181889