Als die US-Notenbank in den Jahren 2001 bis 2003 den Leitzins von sechs auf ein Prozent herabsetzte, war nicht abzusehen, welche Konsequenzen dies vier Jahre später haben würde.
Die Niedrigzinspolitik zog ein deutlich sinkendes Zinsniveau am Kreditmarkt in den USA nach sich, was viele Amerikaner für eine Investition in vermeintlich wertstabile Immobilien nutzten. Allerdings war die Vergabe dieser zinsgünstigen Kredite von zwei Merkmalen geprägt, die später fatale Folgen haben sollten: Zum einen handhabten die Immobilienfinanzierer ihre Bonitätsprüfung häufig nur sehr lax und vergaben Darlehen auch an das sog. Subprime-Segment, zum anderen ignorierten die amerikanischen Kunden all zu oft den zinsflexiblen Charakter ihrer Kredite.
Die durch die hohe Nachfrage ausgelöste Wertsteigerung von US-Immobilien veranlasste viele Amerikaner dazu, ihre kreditfinanzierten Häuser zusätzlich mit Hypotheken zu beleihen, um sich weitere Konsumwünsche erfüllen zu können. Amerikanische Banken bedienten diese erweiterte Kreditnachfrage gerne, da sie das bereitgestellte Kapital durch die stabile Wertentwicklung am US-Immobilienmarkt ausreichend abgesichert sahen. Die Kreditnehmer gerieten auf diese Weise in eine Verschuldungsspirale, die funktionierte, solange die Immobilienpreise stiegen und die Zinsen stabil blieben.
Die geschilderte Situation hat mittelbar auch Auswirkungen auf die Finanzierung von M&A-Transkationen. Anhand von Kapitalerhöhung und Bankkredit werden diese sowohl für die Eigen- als auch die Fremdkapitalfinanzierung erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Von der Subprime-Crisis zur Finanzmarktkrise
2 Möglichkeiten zur Finanzierung einer M&A-Transaktion
3 Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf den M&A-Markt
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der internationalen Finanzmarktkrise auf das globale M&A-Geschehen, insbesondere unter dem Aspekt der erschwerten Transaktionsfinanzierung durch Eigen- und Fremdkapitalinstrumente.
- Genese der Finanzmarktkrise ausgehend von der US-Subprime-Krise
- Methoden der Transaktionsfinanzierung (Kapitalerhöhung und Bankkredite)
- Empirische Analyse der Auswirkungen der Krise auf M&A-Volumen und -Anzahl
- Veränderte Risiko- und Kreditvergabepolitik der Banken
- Konsequenzen für Leveraged Buy-Outs und das Private-Equity-Segment
Auszug aus dem Buch
1 Von der Subprime-Crisis zur Finanzmarktkrise
Als die US-Notenbank (Fed) in den Jahren 2001 bis 2003 den Leitzins von sechs auf ein Pro zent herabsetzte,1 war nicht abzusehen, welche Konsequenzen dies vier Jahre später haben würde. Ziel der Zinspolitik war es damals, die US-Wirtschaft aus der Rezession zu führen, in die sie durch das Platzen der Technologieblase im Jahr 2000 geraten war.
Die Niedrigzinspolitik zog ein deutlich sinkendes Zinsniveau am Kreditmarkt in den USA nach sich, was viele Amerikaner für eine Investition in vermeintlich wertstabile Immobilien nutz ten. Allerdings war die Vergabe dieser zinsgünstigen Kredite von zwei Merkmalen geprägt, die später fatale Folgen haben sollten: Zum einen handhabten die Immobilienfinanzierer ihre Bonitätsprüfung häufig nur sehr lax und vergaben Darlehen auch an das sog. Subprime Segment, also an Kunden mit geringem Einkommen und schlechter Zahlungsmoral. Zum an deren ignorierten die amerikanischen Kunden all zu oft den zinsflexiblen Charakter ihrer Kredite.2
Die durch die hohe Nachfrage ausgelöste Wertsteigerung von US-Immobilien veranlasste viele Amerikaner dazu, ihre kreditfinanzierten Häuser zusätzlich mit Hypotheken zu belei hen, um sich weitere Konsumwünsche erfüllen zu können. Amerikanische Banken bedienten diese erweiterte Kreditnachfrage gerne, da sie das bereitgestellte Kapital durch die stabile Wertentwicklung am US-Immobilienmarkt ausreichend abgesichert sahen. Die Kreditnehmer gerieten auf diese Weise in eine Verschuldungsspirale, die funktionierte, solange die Immo bilienpreise stiegen und die Zinsen stabil blieben.3
Beide Parameter änderten sich allerdings im Laufe der Zeit. Ab 2004 erhöhte die Fed den Leitzins wieder kontinuierlich bis auf 5,25 % im Jahr 2006, wodurch sich auch die zinsvariab len Kredite stark verteuerten. In Folge dessen konnten die Kreditnehmer immer häufiger ihren Kapitaldienst nicht mehr leisten, was eine Welle von Zwangsversteigerungen am Im mobilienmarkt auslöste. Das Immobilienangebot wurde dadurch deutlich erhöht und die Immobilienpreise fielen signifikant. Die hohen Zahlungsausfälle zwangen die meisten Ban ken, Immobilien- und Hypothekenfinanzierer zu drastischen Abschreibungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Von der Subprime-Crisis zur Finanzmarktkrise: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen der US-Immobilienkrise, insbesondere die Auswirkungen der Zinspolitik und der Verbriefung von Krediten mittels Collateralized Debt Obligations (CDOs).
2 Möglichkeiten zur Finanzierung einer M&A-Transaktion: Hier werden zentrale Finanzierungsinstrumente wie die Kapitalerhöhung nach deutschem Aktiengesetz sowie die Inanspruchnahme von vorrangig besicherten Bankkrediten (Senior Debt) und die Bedeutung von Covenants analysiert.
3 Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf den M&A-Markt: Das Kapitel untersucht anhand von Marktdaten den Rückgang der globalen M&A-Aktivitäten und die veränderten Bedingungen auf den Eigen- und Fremdkapitalmärkten in Folge der Krise.
4 Zusammenfassung: Die Kernaussagen zur negativen Beeinflussung des M&A-Geschäfts durch erschwerte Finanzierungszugänge werden rekapituliert und durch alternative Finanzierungsansätze ergänzt.
Schlüsselwörter
Finanzmarktkrise, Subprime-Krise, M&A-Transaktionen, Kapitalerhöhung, Bankkredite, Senior Debt, Covenants, Collateralized Debt Obligations, Transaktionsfinanzierung, Leveraged Buy-Out, Eigenkapital, Fremdkapital, Finanzwirtschaft, Kreditrisiko, Börsenindizes
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie die internationale Finanzmarktkrise die Finanzierung von Unternehmensübernahmen (M&A) negativ beeinflusst hat.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Die Themenfelder umfassen die Entstehung der Immobilienkrise in den USA, die Funktionsweise der Kreditsicherung, Instrumente der Kapitalbeschaffung und die Auswirkungen auf globale Transaktionsvolumina.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Kausalzusammenhang zwischen den erschwerten Finanzierungsbedingungen durch Banken und Eigenkapitalmärkte und dem Einbruch der weltweiten M&A-Aktivitäten darzulegen.
Welche methodische Herangehensweise wählt der Autor?
Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse der Finanzierungsinstrumente kombiniert mit einer empirischen Auswertung von Marktdaten und Kursentwicklungen relevanter Indizes.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ursachen der Krise, die Erklärung der Finanzierungsmöglichkeiten wie Kapitalerhöhung und Kreditvergabe sowie eine detaillierte Auswertung der Auswirkungen auf den M&A-Markt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Finanzmarktkrise, M&A, Kapitalerhöhung, Senior Debt, Covenants und Transaktionsvolumen.
Warum spielt die Rolle der Rating-Agenturen in dieser Arbeit eine wichtige Rolle?
Die Arbeit kritisiert, dass Rating-Agenturen zu spät auf die Immobilienblase reagierten, was zur Verbreitung von nun wertlosen CDOs und damit zu drastischen Bankabschreibungen beitrug.
Wie hat sich die Kreditvergabe bei Banken konkret verändert?
Banken vergeben Kredite restriktiver, fordern strengere Covenants und versuchen durch den Verkauf risikobehafteter Kredite ihre Bilanzen zu entlasten, was die Finanzierung von LBOs stark einschränkt.
Welche Empfehlungen gibt der Autor für die Finanzierung in schwierigen Zeiten?
Der Autor verweist auf alternative Wege wie Mezzanine-Kapital oder Instrumente der Innenfinanzierung, wie z.B. die Auflösung von Gewinnrücklagen.
- Arbeit zitieren
- Dr. Florian Riedel (Autor:in), 2009, Die Finanzmarktkrise und ihre Auswirkungen auf die Finanzierung von M&A-Transaktionen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181830