Kaum eine andere Technologie hat in den vergangenen Jahren die Gesellschaft und die Wirtschaft so stark verändert wie der Mobilfunk. Auf den Mobilfunkmärkten in Europa haben in den letzten Jahren grundlegende Veränderungen stattgefunden. Diese Veränderungen betreffen nahezu alle Bereiche der sehr dynamischen Märkte für mobile Kommunikation. Ziel dieser Arbeit soll es sein bisherige und heutige Mobilfunkmärkte und ihre Besonderheiten darzustellen. Außerdem sollen Chancen und Risiken der Mobilfunk-Netzbetreiber in Europa ausgearbeitet werden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt nicht in der Untersuchung des aktiven Agierens bestimmter Anbieter sowie einzelner realisierter oder zukünftig möglicher Strategien. Stattdessen ist die Zielsetzung primär das Beschreiben diverser Wettbewerbsbedingungen, die das Agieren der Anbieter mobiler Kommunikation maßgeblich beeinflussen (werden). Damit liegt der Schwerpunkt auf dem Aufbau einer auch mittelfristig bei der Bewertung der Branche nutzbaren Grundlage.
Die Märkte für mobile Kommunikation werden ausführlich analysiert. Es werden staatliche Regeln dargestellt, die das Wirtschaften der Mobilfunkanbieter eingrenzen. Schließlich soll der Wettbewerb in den Märkten mobiler Kommunikation strukturiert analysiert werden. Als Grundlage dient die Branchenstrukturanalyse nach Porter.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Bedeutung der mobilen Kommunikation
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung
1.4 Vorgehensweise
1.5 Begriffsklärung
2 Die Märkte für mobile Kommunikation
2.1 Bisherige Entwicklungen
2.1.1 Bisherige technische Entwicklungen
2.1.2 Entstehung der Märkte für mobile Kommunikation in Europa
2.1.2.1 Deregulierung der Telekommunikationsmärkte in Europa
2.1.2.2 Privatisierung der Telekommunikationsanbieter
2.1.2.3 Lizenzvergaben
2.1.3 Netzaufbau und Wachstum – Die Expansionsphase
2.1.4 Internationalisierungen großer Netzanbieter
2.1.5 Preiswettbewerb im Mobilfunkmarkt – Die Reifephase
2.2 Die heutigen Märkte für mobile Kommunikation
2.2.1 Wertschöpfung im Mobilfunk
2.2.2 Charakteristika des Mobilfunks
2.2.2.1 Strukturfaktoren der Wettbewerbsintensität
2.2.2.2 Netzeffekte
2.2.2.3 Differenzierung in Teilmärkte
2.2.3 Anbieter
2.2.3.1 Netzanbieter
2.2.3.2 Serviceprovider
2.2.4 Der Trend „mobiles Internet“
3 Regulierung mobiler Kommunikation
3.1 Ökonomische Theorie zur Regulierung mobiler Kommunikation
3.2 Ziele der Regulierung mobiler Kommunikation in Europa
3.3 Relevante Rechtsakte und Institutionen in Deutschland
3.4 Regulierung der Marktstruktur
3.4.1 Zugangsregulierung
3.4.2 Entgeltregulierung
3.5 Allgemeine Regulierung der Geschäftstätigkeit von Anbietern
3.5.1 Universaldienste
3.5.2 Kundenschutz
3.5.3 Datenschutz – Fernmeldegeheimnis – Öffentliche Sicherheit
3.6 Technische Wettbewerbsregulierung
3.6.1 Frequenzvergabe
3.6.2 Vergabe von Rufnummern
4 Wettbewerb auf Märkten mobiler Kommunikation
4.1 Strukturanalyse des Gesamtmarktes für mobile Kommunikation
4.1.1 Branchenstrukturanalyse nach Porter
4.1.2 Die Struktur des Gesamtmarktes für mobile Kommunikation
4.2 Brancheninterner Wettbewerb der Netzbetreiber
4.3 Die Beziehung zu liefernden Unternehmen
4.3.1.1 Netzausrüster
4.3.1.2 Hersteller von Endgeräten
4.4 Substitute klassischer Telekommunikationsprodukte
4.4.1 Internetbasierte Dienste – Neue Märkte oder Kannibalisierung?
4.4.2 WLAN-basierte Netze
4.4.2.1 Technische Aspekte der WLAN-Standards
4.4.2.2 Mobile Kommunikation auf WLAN-Basis – FON
4.4.3 WiMAX als Alternative für UMTS und LTE
5 Zusammenfassung und abschließende Bewertung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die bisherigen und heutigen Wettbewerbsbedingungen auf den Märkten für mobile Kommunikation in Europa darzustellen. Dabei sollen insbesondere die Chancen und Risiken für Netzbetreiber herausgearbeitet werden, um interessierten Laien eine strukturierte Wissensbasis zur Bewertung der Marktposition von Mobilfunkanbietern zu bieten.
- Analyse der historischen und technischen Entwicklung der Mobilfunkmärkte
- Untersuchung der staatlichen Regulierung als maßgeblichen Einflussfaktor
- Strukturanalyse des Wettbewerbs mittels des Porter-Modells
- Evaluation des Einflusses von Endgeräten und Internet-basierten Substituten
- Betrachtung von Netzeffekten und deren Auswirkungen auf die Marktstruktur
Auszug aus dem Buch
1.1 Bedeutung der mobilen Kommunikation
Kaum eine andere Technologie hat in den vergangenen Jahren die Gesellschaft und die Wirtschaft so stark verändert wie der Mobilfunk. Die Einführung des GSM-Standards vor etwa zwanzig Jahren eröffnete neue Märkte und Möglichkeiten der Kommunikation. Durch diesen neuen Standard sind die technischen Voraussetzungen geschaffen worden, die mobile Kommunikation jedermann zugänglich zu machen. Die Technik wurde schnell akzeptiert. Es konnte ein exponentielles Wachstum der Anzahl der Teilnehmer beobachtet werden mit Wachstumsraten, die zeitweise auf über 100% stiegen. Ähnlich, teilweise noch deutlich schneller als in Deutschland, verlief das Wachstum des Mobilfunks in allen anderen europäischen Ländern.
Zwanzig Jahre nach der Einführung des GSM-Standards ist die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in den meisten Ländern Europas längst höher als die Einwohnerzahl. Weltweit können ähnliche Diffusionsverläufe beobachtet werden. Aufgrund der relativ niedrigen Kosten eines Mobiltelefons ist die Technik auch in Entwicklungsländern stark verbreitet. Dort hat der Mobilfunk zusätzlich eine relativ starke Bedeutung, weil sich andere konkurrierende Technologien wie Festnetztelefonie, Personal Computer und Internet aufgrund der hohen Kosten nur relativ schwach verbreiten konnten.
Der wirtschaftliche Nutzen des Mobilfunks für eine Ökonomie ist nicht exakt zu beziffern. Die Umsätze der Mobilfunkgesellschaften und die in der Branche geschaffenen Arbeitsplätze sind lediglich ein kleiner Teil des Nutzens, den Mobilfunk generiert. Weitaus bedeutender ist die durch Mobilfunk ermöglichte Zunahme der Kommunikation und ihrer Geschwindigkeit. Ohne den Mobilfunk wären deshalb viele aktuelle Trends in der Wirtschaft nicht möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definition des Untersuchungsgegenstands, der Problemstellung sowie der methodischen Vorgehensweise zur Analyse der Mobilfunkmärkte.
2 Die Märkte für mobile Kommunikation: Analyse der technischen Entwicklung, der Deregulierung und der heutigen Marktstruktur, einschließlich Netzeffekten und Anbieterlandschaft.
3 Regulierung mobiler Kommunikation: Erörterung der theoretischen Grundlagen, Ziele und rechtlichen Rahmenbedingungen, inklusive spezifischer Anforderungen wie Zugangs- und Entgeltregulierung.
4 Wettbewerb auf Märkten mobiler Kommunikation: Strukturelle Wettbewerbsanalyse nach Porter sowie Untersuchung von Lieferantenbeziehungen und Substitutionspotenzialen durch alternative Technologien.
5 Zusammenfassung und abschließende Bewertung: Synthese der zentralen Ergebnisse zur Marktdynamik, zum Wettbewerbsdruck und zu den zukünftigen Herausforderungen für Netzbetreiber.
Schlüsselwörter
Mobilfunk, Netzbetreiber, Telekommunikation, Regulierung, Wettbewerb, GSM, UMTS, LTE, mobiles Internet, Marktstruktur, Netzeffekte, Serviceprovider, Smartphone, Preiswettbewerb, Substitutionsbedrohung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Wettbewerbsbedingungen auf den Märkten für mobile Kommunikation und untersucht die Einflüsse von Technologie, Regulierung und Marktstruktur auf die Strategien der Mobilfunk-Netzbetreiber.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine Wissensstruktur aufzubauen, die es interessierten Laien ermöglicht, die komplexe Position von Mobilfunkanbietern, ihre Chancen und ihre Risiken fundiert zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Funkstandards, die Rolle der staatlichen Regulierung, die Wettbewerbsintensität und der zunehmende Einfluss des mobilen Internets.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Branchenstrukturanalyse nach Porter (Five Forces), um den Wettbewerb und die Einflussfaktoren der Mobilfunkmärkte strukturiert zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Mobilfunkmärkte, eine Untersuchung der staatlichen Regulierungsmechanismen und eine Branchenstrukturanalyse unter Einbeziehung von Substitutionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Mobilfunk, Netzeffekte, Regulierung, Markttransparenz, Preiswettbewerb und technologische Konvergenz.
Warum ist die Regulierung im Mobilfunksektor so relevant?
Die Regulierung ist entscheidend, um trotz natürlicher Markteintrittsbarrieren den Wettbewerb zu sichern, Monopolstellungen zu verhindern und die Interoperabilität der Netze für die Endnutzer zu gewährleisten.
Welche Rolle spielen Smartphones und das mobile Internet für die Zukunft?
Smartphones und der LTE-Standard fungieren als Treiber für ein neues, exponentielles Wachstum des Datenvolumens, was für die Netzbetreiber neue Chancen, aber auch veränderten Wettbewerbsdruck durch Substitutionsprodukte bedeutet.
- Arbeit zitieren
- Nenad Vujasinovic (Autor:in), 2010, Wettbewerbsbedingungen auf den Märkten für mobile Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181586