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Väter und Söhne in Lessings "Philotas"

Title: Väter und Söhne in Lessings "Philotas"

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Patrick Borchert (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Lessings 1759 erschienene einaktige Tragödie Philotas „[...] gehört in die Reihe jener Dramen, in denen Lessing auf ästhetische Weise das Geschehen des Siebenjährigen Krieges reflektiert, indem er – meist antike Stoffe aufgreifend – die heroische Verhaltensdisposition problematisiert.“
Neben der Kritik am Heroismus steht, wie in vielen anderen Dramen Lessings auch, ein Vater-Kind-Konflikt im Vordergrund. Sind es sonst Töchter wie Emilia oder Sara, die sich mit einer bestimmten patriarchalen Ordnung auseinandersetzen müssen und an denen Lessing familiäre Binnenkonflikte zu zeigen versucht, skizziert er im Philotas den Konflikt eines in Kriegsgefangenschaft geratenen jungen Prinzen, „[...] der das Erwachsenwerden und damit die Ablösung vom Vater zum Zentrum hat.“ Lessing unternimmt also mit der Thematisierung dieses Vater-Sohn-Konfliktes einen Brückenschlag zwischen den Bereichen politisch-öffentlich und familiär-privat, um sein Postulat der Aufklärung der vorherrschenden Helden- und Kriegseuphorie Friedrichs II. gegenüberzustellen: „Ermöglicht wird diese Verbindung durch eine Privatisierung des Ideenkonflikts: der Gegensatz Aufklärung/Heroismus wird einer Vater-Sohn-Beziehung zugeordnet.“

Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, die besonderen Vater-Sohn-Konstellationen der dramatis personae im Stück herauszuarbeiten und deren dramaturgische Konzeption zu untersuchen. Das Augenmerk wird dabei auf der besonderen Konfiguration liegen, da Lessing nur vier Figuren auch wirklich auf der Bühne auftreten lässt, obgleich weitaus mehr die Handlung bestimmen. Dabei muss neben der auffällig hohen Anzahl von backstage characters, der speziellen Überkreuzsituation der Figuren Beachtung geschenkt werden. Am Anfang der Betrachtungen steht die Analyse der dramentechnischen Ausgangssituation und der symmetrischen Konzeption des Stückes. Anschließend werden die einzelnen Rollen der Väter und die des einzigen auftretenden Sohnes, Philotas, dargestellt und dessen Gebaren als Sohn und Prinz analysiert. Zudem wird bei den folgenden Untersuchungen auch immer der Frage nachzugehen sein, wie Lessing es dramaturgisch zu leisten vermag, Philotas als „schönes Ungeheuer“ darzustellen und damit ein Psychogramm eines übersteigerten Heldenethos zu zeichnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Struktureller Ausgangspunkt des Philotas

2.1 Die Konzeption der Symmetrie

2.2 Das Personenverzeichnis

3. Vater-Sohn-Konstellationen

3.1 Die Rolle der Väter

3.1.1 Strato

3.1.2 Aridäus

3.1.3 Parmenio

3.2 Die Rolle der Söhne

3.2.1 Philotas als dominante Figur im Stück

3.2.1.1 Die Konfiguration

3.2.1.2 Redeanteile

3.2.2 Philotas als konstituierende Figur der drei Einheiten

3.2.3 Philotas’ Dualismus von Sohnes- und Prinzenrolle

3.2.4 Parmenios Sohn als Gegenentwurf zu Philotas

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Vater-Sohn-Konstellationen in Lessings Einakter "Philotas" und analysiert deren dramaturgische Konzeption unter besonderer Berücksichtigung der Figurenkonfiguration und des heroischen Ideals.

  • Analyse der symmetrischen Struktur des Dramas
  • Untersuchung der Vaterfiguren (Aridäus, Strato, Parmenio)
  • Rollenanalyse des Protagonisten Philotas als Sohn und Prinz
  • Kritik am heroischen Ethos im Kontext der Aufklärung
  • Kontrastierung von Philotas mit der Figur des Sohnes von Parmenio

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Aridäus

Ganz anders hingegen zeigen sich Aridäus und Parmenio, die jeweils in den unterschiedlichen Auftritten den Platz von Philotas’ abwesenden Vater einnehmen. Mit Aridäus „[...] betritt ein mustergültig ‚aufgeklärter’ Monarch die tragische Bühne“27, der scheinbar nur noch widerwillig das bereits jahrelang andauernde Kriegsgeschehen fortführt. In seinen ersten Worten auf der Bühne, profiliert er seine Ratio und deutet die Absurdität des Krieges als politisches Mittel an: „Kriege, die Könige unter sich zu führen gezwungen werden, sind keine persönlichen Feindschaften.“28 Neben dieser aufgeklärt denkenden Sichtweise zeichnet Aridäus zudem eine emotionale Tiefe aus, die sich in seinem Selbstverständnis der Symbiose von Vater- und Königsrolle zeigt: „Ja Prinz; was ist ein König, wenn er kein Vater ist! Was ist ein Held ohne Menschenliebe!“29

Für Aridäus sind seine beiden Rollen als König und Vater untrennbar miteinander verschweißt, ja sie bedingen einander und ergänzen sich gegenseitig. Ganz im Sinne Lessings, der mit Aridäus ein Sprachrohr seiner Postulate geschaffen hat, ergibt sich erst aus der Verbindung dieser beiden Rollen, ein vollendeterer und humanerer Mensch. Vor allem soll jedoch die Vaterrolle als emotionales Korrektiv einer unaufgeklärten Herrscherwillkür fungieren: „[...] die Vaterschaft erscheint gleichsam als die notwendige Ergänzung des Königtums, um dieser Funktion den nötigen Tropfen Humanität beizumischen.“30

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Vater-Kind-Konflikts bei Lessing ein und setzt den "Philotas" in den Kontext der Auseinandersetzung zwischen Aufklärung und Heroismus.

2. Struktureller Ausgangspunkt des Philotas: Das Kapitel analysiert die symmetrische Konzeption des Stückes und erläutert die Bedeutung der Figurenkonfiguration sowie des Personenverzeichnisses.

3. Vater-Sohn-Konstellationen: Hier werden die Rollen der Väter (Aridäus, Strato, Parmenio) und der Söhne (Philotas, Parmenios Sohn) detailliert gegenübergestellt, um die verschiedenen Haltungen zu Heroismus und Liebe zu verdeutlichen.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Lessing den "Philotas" nutzt, um den archaischen Heroismus ad absurdum zu führen und ein humaneres Menschenbild zu propagieren.

Schlüsselwörter

Gotthold Ephraim Lessing, Philotas, Vater-Sohn-Konflikt, Heroismus, Aufklärung, Dramaturgie, Figurenkonfiguration, Aridäus, Symmetrie, Humanität, Soldatentum, Tragödie, Siebenjähriger Krieg, Menschenbild, Sohnesrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Hausarbeit untersucht die Vater-Sohn-Beziehungen in Lessings Drama "Philotas" und analysiert, wie diese Konstellationen das heroische Weltbild des Protagonisten und die Kritik Lessings an diesem Ethos widerspiegeln.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind der Gegensatz zwischen politischer Verantwortung (Krieg) und privater Vater-Sohn-Liebe, die Kritik am Heldentum sowie die Bedeutung der dramatischen Form für die Charakterisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die dramaturgische Konzeption der Vater-Sohn-Konstellationen herauszuarbeiten und zu zeigen, wie Philotas durch sein Festhalten an einem übersteigerten Heroismus an der privaten Humanität scheitert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine strukturalistische und literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Konfigurationsmodelle und textimmanente Interpretationen der Dialoge und Monologe kombiniert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der symmetrischen Ausgangslage, die detaillierte Untersuchung der drei Vaterfiguren und die Analyse von Philotas als dominante, aber innerlich gefangene Figur.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Heroismuskritik", "Aufklärung", "Vater-Sohn-Konflikt", "Figurenkonfiguration" und "dramaturgische Gestaltung" zusammenfassen.

Warum ist die Symmetrie im Stück laut Autor so wichtig?

Die Symmetrie ermöglicht es, die Positionen von Vätern und Söhnen austauschbar zu machen und so die unterschiedlichen ideologischen Haltungen direkt gegenüberzustellen, was Aridäus' Erkenntnisprozess erst ermöglicht.

Wie unterscheidet sich Aridäus von der Figur des Philotas?

Aridäus strebt nach einer Symbiose von König und Vater, also von politischer Macht und menschlicher Liebe, während Philotas sich einseitig auf seine Prinzenrolle und ein archaisches Heldenethos festlegt.

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Details

Title
Väter und Söhne in Lessings "Philotas"
College
University of Göttingen  (Seminar für Deutsche Philologie)
Course
Hauptseminar: Gotthold Ephraim Lessing
Grade
1,7
Author
Patrick Borchert (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V181552
ISBN (Book)
9783656045878
ISBN (eBook)
9783656046158
Language
German
Tags
Lessing Philotas Vater Sohn Konflikt Drama Aufklärung Heroismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Borchert (Author), 2007, Väter und Söhne in Lessings "Philotas", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181552
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