In den letzten Jahren sind die Ziele des offenen Unterrichts eine wichtige Größe der Grundschulpädagogik
geworden. Zu den Zielen gehören u.a. Ganzheitlichkeit, Selbstständigkeit,
Lebensunmittelbarkeit und soziales Lernen. Sie sind ein fester Bestandteil in der Didaktik und Methodik des Unterrichts der Grundschule. Ebenso verlangen auch Fachdidaktiker den
Unterricht bei Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung weiter zu öffnen, da diese Schülergruppe keine spezielle Didaktik bedürfe.
Auch die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz verweisen auf individuelle Förderungen der Schülerinnen und Schüler mithilfe öffnender Unterrichtsformen. Herkömmliche Unterrichtskonzepte sind im Unterricht für Schüler mit emotionalen und sozialen Förderbedarf
kaum noch durchführbar, wenn die Lehrkräfte den besonderen Bedürfnissen dieser Schülergruppe gerecht werden wollen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sich die offenen
Unterrichtsformen wie die Arbeit mit dem Wochenplan für die in sich sehr differente Schülerklientel als geeignet erweisen, da immer wieder Autoren betonen, dass dieser Schülergruppe die nötigen Kompetenzen wie z.B. Handlungsplanung und Regelbeachtung fehlen
und so klar strukturierte Lernarrangements vorzuziehen seien.
In der anschließenden Ausarbeitung soll daher erläutert und an empirischen Daten untersucht werden, ob der offene Unterricht und speziell die Arbeit mit dem Wochenplan sich positiv auf das Lernverhalten von Schülern mit emotionalen und sozialen Förderbedarf auswirken kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt im Bereich des emotionalen Erlernens und sozialen Handelns
2.1 Problematik der Begriffsbestimmung
2.2 Lernrelevante Verhaltensmerkmale bei emosoz- Schülern
2.3 Die Empfehlungen der Kultusministerkonferenz
3. Offener Unterricht
3.1 Begriff und Dimensionen des offenen Unterrichts
3.2 Wochenplanarbeit
3.3 Diskussion und Forschungsstand im Hinblick auf den offenen Unterricht mit emosoz- Schülern
4. Fazit
5. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit offene Unterrichtsformen, insbesondere die Arbeit mit dem Wochenplan, geeignet sind, das Lernverhalten von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt im Bereich des emotionalen Erlernens und sozialen Handelns positiv zu beeinflussen und individuelle Entwicklungsprozesse zu unterstützen.
- Grundlagen zur Definition und Problematik des Förderschwerpunkts „emosoz“.
- Darstellung der Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) für den Unterricht.
- Analyse der didaktischen Dimensionen und Konzepte des offenen Unterrichts.
- Diskussion des aktuellen Forschungsstands hinsichtlich der Wirksamkeit von Wochenplanarbeit.
- Reflektion der Lehrerrolle und notwendiger Rahmenbedingungen im Unterricht.
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriff und Dimensionen des offenen Unterrichts
Die Eingrenzung des Begriffs „Offener Unterricht“ ist nur schwer möglich, da er häufig als Sammelkategorie für unterschiedliche theoretische Hintergründe und pädagogische (Miss-) Verständnisse verstanden wird. Die Charakterisierung als „Ober- bzw. Sammelbegriff“ oder „Bewegung“ unterstreicht die vielfältigen Einflüsse unterschiedlichster Denk-, Motiv- und Handlungsformen, die aufeinander treffen und erklärt die große Interpretationsbreite des Begriffs. „Der Begriff „Offener Unterricht“ muss als Oberbegriff zur Bezeichnung eines deutlich differenzierten Spektrums von Handlungsformen angesehen werden“.
Neuhaus- Simon (1989) versucht den Begriff „Offener Unterricht“ durch das Aufgreifen des komplementären Gegenbegriffs der Geschlossenheit zu definieren und ihn somit vom vorherrschenden lehrerzentrierten Unterrichtsbegriff abzugrenzen. „Mit dem Terminus offener Unterricht wird im Unterschied zum geschlossenen Unterricht ein Unterricht bezeichnet, dessen Unterrichtsinhalt, -durchführung und -verlauf nicht primär vom Lehrer, sondern von den Interessen, Wünschen und Fähigkeiten der Schüler bestimmt wird. Je mehr Selbst- und Mitbestimmung dem Schüler in der Frage, wann er was und wie lernen will, zugebilligt wird, umso offener ist der Unterricht. Der Grad der Selbst- und Mitbestimmung des zu Lernenden durch den Schüler wird zum entscheidenden Kriterium des offenen Unterrichts“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des offenen Unterrichts ein und stellt die Forschungsfrage, ob Wochenplanarbeit positive Auswirkungen auf Schüler mit emotionalem und sozialem Förderbedarf hat.
2. Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt im Bereich des emotionalen Erlernens und sozialen Handelns: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Problematik bei der Definition von „emosoz“-Schülern, beschreibt relevante Verhaltensmerkmale und fasst die Empfehlungen der KMK zusammen.
3. Offener Unterricht: Hier werden die theoretischen Grundlagen des offenen Unterrichts, speziell der Wochenplanarbeit, detailliert beleuchtet und der aktuelle Forschungsstand zur Wirksamkeit bei der genannten Schülergruppe kritisch diskutiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wochenplanarbeit eine wertvolle Chance bietet, sofern sie didaktisch anspruchsvoll gestaltet ist, erfordert aber einen langfristigen Entwicklungsprozess.
5. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen für die theoretische Fundierung der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Offener Unterricht, Wochenplanarbeit, Sonderpädagogik, emotionale und soziale Entwicklung, emosoz-Schüler, Lernverhalten, KMK-Empfehlungen, Selbstständigkeit, Binnendifferenzierung, Lehrerrolle, Handlungsorientierter Unterricht, Verhaltensauffälligkeiten, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Eignung offener Unterrichtsformen, insbesondere der Wochenplanarbeit, für den Unterricht mit Kindern, die einen Förderschwerpunkt in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die Begriffsbestimmung des Förderschwerpunkts, die didaktische Konzeption des offenen Unterrichts, die spezifischen Anforderungen an die Lehrerrolle sowie die kritische Reflexion des Forschungsstands.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, empirisch und theoretisch zu untersuchen, ob und wie offene Lernarrangements dazu beitragen können, das Lernverhalten dieser Schülergruppe positiv zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung und Diskussion vorliegender empirischer Studien und didaktischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung der Zielgruppe, die Definition von „Offenheit“ im Unterricht und eine intensive Auseinandersetzung mit den Chancen und Grenzen der Wochenplanarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Offener Unterricht, Wochenplanarbeit, emosoz-Förderbedarf, Selbststeuerung, Binnendifferenzierung und pädagogische Professionalität.
Warum wird in der Arbeit so viel Wert auf die Abgrenzung des Begriffs „Offener Unterricht“ gelegt?
Weil es in der Fachliteratur keine einheitliche Definition gibt und der Begriff oft als vage Sammelkategorie verwendet wird, was eine präzise wissenschaftliche Einordnung erschwert.
Welche Rolle spielt die Lehrerrolle laut den Ausführungen des Autors?
Der Lehrer wandelt sich vom Wissensvermittler am „Lehrerpult“ hin zum Berater und Unterstützer, der eine anregende Lernumgebung schafft und den Schülern mehr Verantwortung überträgt.
Können Schüler mit Konzentrationsproblemen von der Wochenplanarbeit profitieren?
Ja, sofern das System gut strukturiert ist, ermöglicht die individuelle Zeiteinteilung und Differenzierung diesen Schülern, ihren eigenen Rhythmus zwischen Anspannung und Entspannung zu finden.
- Quote paper
- Bachelor of Science Eva Veddeler (Author), 2011, Offener Unterricht bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt im Bereich des emotionalen Erlernens und sozialen Handelns am Beispiel von Wochenplanarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181381