An einem Dienstag, den 9. November 1841, um genau 10 Uhr 48, wurde im Buckingham Palace der sehnsüchtig erwartete Thronfolger Albert Edward von Sachsen-Coburg und Gotha, Sohn von Queen Victoria und Prince Consort Albert, geboren. Seine Geburt wurde vom Volk und der Presse enthusiastisch gefeiert, doch man machte sich auch Sorgen darüber, wie dieser Prinz wohl geraten würde: Gott sollte „so mould the Prince’s heart and fashion his spirit that he may be a blessing and not an evil to the land of his birth. […] may he be […] disdaining to hide bad actions by high station, and endeavouring always by the example of a strict and moral life […]” (Sydney Smith) . Auch Victoria hatte große Erwartungen an ihren Sohn; er sollte “resemble his angelic dearest father in every, every respect, both in body and mind“ . Doch natürlich wurde aus „Bertie“ nicht das Abbild seines Vaters. Stattdessen lehnte er sich gegen das strikte Regiment seines Zuhauses auf und galt bald als „a thorough and cunning lazybones“ (Prince Albert) , der sich nur für „Kleidung, Essen, Urlaub, Theater und Country House Parties“ interessierte. Tatsächlich war er aber, als er mit fast 60 Jahren seiner Mutter auf den Thron folgte, sehr erfolgreich.
Diese Arbeit versucht sich an drei unterschiedlichen Perspektiven auf die Persönlichkeit Edwards VII: Der Fremdgänger, der Trendsetter und der Familienmensch.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Fremdgänger
3. Der Trendsetter
4. Der Familienmensch
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die facettenreiche Persönlichkeit von King Edward VII. unter Berücksichtigung verschiedener historischer Quellen, um das Spannungsfeld zwischen seinen privaten Neigungen, gesellschaftlichen Verpflichtungen und dem öffentlichen Bild zu untersuchen.
- Die Untersuchung von Edwards außerehelichen Affären und deren Einfluss auf sein Image.
- Die Analyse von Edwards Rolle als Trendsetter in Mode, Sprache und Freizeitverhalten.
- Die Betrachtung von Edwards Privatleben und seine schwierige Beziehung zu seinen Eltern und Kindern.
- Ein kritischer Vergleich zeitgenössischer Biographien und Zeitzeugenberichte.
Auszug aus dem Buch
3. Der Trendsetter
Queen Victoria war bis zu ihrem Tod nicht bereit, Edward irgendeine tragende Rolle im Staat zuzusprechen. Er und andere bemühten sich zwar darum, doch Victoria wehrte das vehement ab. Ein anonymer Angestellter des Hofes sagte in seinem Buch „The Private Life of King Edward VII“: „His negative position in the State, and the fact that, as a member of the Royal family, he has been precluded from taking the active part in political life that he would have chosen, has forced him of necessity to cultivate other tastes.”
Diese „anderweitigen Beschäftigungen“ waren zumeist die Vergnügungen, die das Leben zu bieten hatte, wie Dinnerparties, Urlaub und die Jagd. Durch Edwards Popularität wurde er in diesen und anderen Bereichen, wie Mode, schnell zu einem Trendbegründer.
Ab der zweiten Hälfte der 1850er Jahre erlaubten Edwards Eltern ihm, seine Kleidung selbst auszuwählen. Queen Victoria schrieb ihm einen längeren Brief dazu, in dem sie ihm mitteilte, dass sie sich nicht länger einmischen wollten, aber nach welchen Kriterien er seine Kleidung auswählen sollte: „I must now say that we do not wish to control your own taste and fancies, which, on the contrary, we wish you to indulge and develop. But we do expect that you will never wear anything extravagant or slang, not because we don’t like it, but because it would prove want of self-respect and be an offence against decency, leading – as it has often done in others – to an indifference to what is morally wrong.”
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Thronfolgers Albert Edward und die Zielsetzung der Arbeit, sein Persönlichkeitsbild anhand von drei zentralen Aspekten zu beleuchten.
2. Der Fremdgänger: Untersuchung von Edwards zahlreichen außerehelichen Affären sowie der Rolle seiner Frau Alexandra im Kontext gesellschaftlicher Skandale.
3. Der Trendsetter: Analyse von Edwards prägendem Einfluss auf Mode, Sprache und Freizeitkultur sowie seiner persönlichen Leidenschaften wie der Jagd und dem Segeln.
4. Der Familienmensch: Beleuchtung des konfliktreichen Verhältnisses zu seinen Eltern, seiner Rolle als Vater und der schwierigen Familiendynamik.
5. Fazit: Zusammenfassende Charakterisierung Edwards als Mensch und kritische Würdigung der für diese Arbeit herangezogenen Quellenlage.
Schlüsselwörter
King Edward VII., Queen Victoria, Prinzessin Alexandra, Biographien, Persönlichkeitsbild, Monarchie, Fremdgänger, Trendsetter, Familienmensch, Skandale, Mode, Mätressen, Hofleben, Quellenkritik, historische Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Persönlichkeit von König Edward VII. und untersucht diese durch drei spezifische Perspektiven: als Fremdgänger, Trendsetter und Familienmensch.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Edwards Privatleben, seine gesellschaftliche Rolle trotz politischer Marginalisierung durch seine Mutter sowie die Darstellung dieser Aspekte in verschiedenen historischen Quellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein umfassendes Charakterbild von Edward VII. zu zeichnen und die Diskrepanz zwischen der negativen Einschätzung seiner Eltern und seiner tatsächlichen Lebensführung und Beliebtheit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, bei der verschiedene Biographien, Zeitzeugenberichte und zeitgenössische Publikationen miteinander verglichen werden, um Gemeinsamkeiten und Widersprüche zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die Edwards Affären und Eheleben, seinen Einfluss auf Gesellschaft und Mode sowie seine familiären Bindungen und die schwierige Beziehung zu Queen Victoria detailliert analysieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Edward VII., Monarchie, Quellenkritik, gesellschaftlicher Einfluss und die Ambivalenz zwischen privatem Verhalten und öffentlicher Rolle.
Welche Rolle spielten die Mätressen in Edwards Leben?
Mätressen wie Lillie Langtry und Alice Keppel prägten Edwards gesellschaftliches Leben. Sie fungierten teilweise als Vertraute, Beraterinnen oder politisches Sprachrohr und wurden trotz ihrer Rolle oft in das soziale Umfeld der königlichen Familie integriert.
Wie beeinflusste Queen Victoria die Persönlichkeitsentwicklung Edwards?
Victoria hielt Edward durch ein strenges Erziehungssystem und die Verweigerung staatlicher Verantwortung klein, was zu lebenslangen Spannungen und Edwards Rebellion führte.
Warum war der Baccarat-Skandal von 1890 ein Wendepunkt?
Der Skandal markierte den Tiefpunkt der Popularität Edwards und verstärkte die öffentliche Kritik an seinem Lebensstil, was ihn jedoch nicht davon abhielt, seine Lebensweise fortzusetzen.
- Arbeit zitieren
- BA Felisa Kowalewski (Autor:in), 2009, King Edward VII., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181268