Pamela Anderson zählt zu einem der größten Stars der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Als Star der Serie Baywatch erlangte sie auf allen Kontinenten Starruhm. Aber auch Playboy ist ohne Pamela Anderson heute nicht denkbar. Bis heute war sie 13 Mal auf dem Cover des Playboy zu sehen und damit öfter als jedes andere Playmate. Nichtsdestotrotz ist Pamela Anderson als mediales Phänomen weitgehend unerforscht. Während sich die mediale Berichterstattung der Boulevardpresse beinahe ins unendliche reicht, fehlt eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Starpersona Pamela Anderson nahezu gänzlich. Eine umfassende Analyse des medialen Phänomens Pamela Anderson kann aber im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht geleistet werden. Deshalb soll hier nur ein Teilaspekt herausgegriffen werden.
Zweifellos verdankt Pamela Anderson ihren Ruhm ihrem Körper. Die Inszenierung desselben auf Playboy-Covern und als Strandschönheit in der Serie Baywatch machten sie zum internationalen Sexsymbol. Sie selbst stellt dazu fest: „The breasts, the blonde hair, all the antics have made me a household name, and I’ve been able to capitalize on it and make a living.” Deshalb widmet sich diese Arbeit der besonderen Rolle des Körpers im Starimage von Pamela Anderson. Insbesondere soll dabei auf das Spannungsfeld zwischen Authentizität und Fiktionalität in der Darstellung des Körpers eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Pamela Anderson: Bedeutungsebenen
3. Die besondere Bedeutung des Körpers im Starimage
4. Playboy-Cover– Authentizität vs. Fiktionalität
4.1 Playboy- Cover – Die Frühphase
4.2 Playboy-Cover – Die Hauptphase
4.3 Playboy-Cover – Die Spätphase
5. Baywatch
5.1 Semantische Räume und Körperlichkeit in Baywatch
5.2 Die Inszenierung des Körpers als Selbstzweck der Serie
6. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Konstruktion der Starpersona Pamela Anderson, wobei der Fokus auf der Inszenierung ihres Körpers als zentralem Bedeutungsträger liegt. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Authentizität und Fiktionalität zu analysieren, indem die Diskrepanz zwischen dem faktualen Image der Person und der medialen Projektion auf Playboy-Covern sowie in der Fernsehserie Baywatch untersucht wird.
- Analyse der Starpersona Pamela Anderson als mediales Phänomen.
- Untersuchung der Bedeutungsebenen von Playboy-Covern über drei Karrierephasen hinweg.
- Anwendung der ikonologischen Bildanalyse zur Dekodierung von Körperinszenierungen.
- Analyse der Serie Baywatch unter Anwendung von Lotmans Theorie der semantischen Räume.
- Untersuchung der voyeuristischen Perspektive und der Performativität von Körperbildern.
Auszug aus dem Buch
4.1 Playboy- Cover – Die Frühphase
Pamela Andersons erstes Playboy Cover erschien im Oktober 1989 in der jährlichen Back to Campus Ausgabe. Sie wird als Collegegirl in Schuluniform gezeigt. Die Brüste werden vom Jacket verdeckt, vor der Scham hält sie einen großen Hut. Insgesamt ist das Outfit eher schlicht. Das Make-up ist dezent und die Haare haben einen natürlichen Blondton. Damit verkörpert Pamela Anderson das Stereotyp des Girl Next Door. Trotz der Nacktheit und der Sexiness wirkt sie auf dem Cover eher brav.
Es werden ihr also Eigenschaften wie Unschuld und Natürlichkeit zugesprochen. Es stellt sich nun also die Frage, inwieweit das innerfiktionale Image des Playboy-Covers mit dem faktualen Image Pamela Andersons korrespondiert. Zwar besuchte Pamela Anderson nie ein College. Mit 21 jedoch verlässt sie ihren Heimatort und zieht nach Vancouver, wo sie modelt und T-Shirts für Corona Beer verkauft. Damit ist sie ein junges Mädchen just im Collegealter am Anfang ihrer Karriere und so gewöhnlich wie eben ein College-Girl, das nebenbei jobbt. Noch ist nichts von der selbstbewussten Frau mit der beinahe aggressiven Erotik der späteren Jahre zu erkennen. Vielmehr zeigt sich die Unsicherheit eines jungen Mädchens, wenn sie beim ersten Playboy Fotoshooting heftig weint. Zwar spielt Pamela Anderson die Rolle des College-Girl, ist dabei aber authentisch als junge Frau, die im Begriff ist, ins Erwachsenenleben zu treten. Die Zeichensysteme des fiktionalen und des faktualen Images sind also in weiten Teilen identisch. Sowohl in der fiktionalen Welt des Playboy-Covers als auch das Starimage als auch die Starpersona verkörpern Eigenschaften wie Jugendlichkeit, Unschuld und Natürlichkeit. Damit ist also ein hohes Maß an Authentizität erreicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet Pamela Anderson als mediales Phänomen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung ihres Körpers im Spannungsfeld zwischen Authentizität und Fiktionalität.
2. Pamela Anderson: Bedeutungsebenen: Dieses Kapitel analysiert anhand eines Playboy-Covers aus dem Jahr 1998 die Überlappung von Pamela Andersons Identität als Playboy-Model und ihrer Rolle als C.J. Parker in Baywatch.
3. Die besondere Bedeutung des Körpers im Starimage: Theoretische Fundierung der Starimage-Analyse, wobei der Körper als zentrales semiotisches System und Projektionsfläche gesellschaftlicher Normen definiert wird.
4. Playboy-Cover– Authentizität vs. Fiktionalität: Detaillierte Untersuchung der drei Karrierephasen von Pamela Anderson mittels ikonologischer Bildanalyse, um den Wandel der Authentizität in der Körperdarstellung aufzuzeigen.
5. Baywatch: Untersuchung der Serien-Inszenierung, wobei insbesondere die voyeuristische Kameraführung und die Etablierung semantischer Räume zur Konstruktion eines fiktionalen Körperideals analysiert werden.
6. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, die eine zunehmende Diskrepanz zwischen dem faktualen Image und der überinszenierten fiktionalen Darstellung des Körpers im Karriereverlauf feststellt.
Schlüsselwörter
Pamela Anderson, Starimage, Körperinszenierung, Authentizität, Fiktionalität, Playboy, Baywatch, ikonologische Bildanalyse, semantische Räume, Voyeurismus, Performanz, Medientheorie, Medienbilder, Körperästhetik, Starpersona
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der medialen Inszenierung des Körpers von Pamela Anderson und untersucht, wie sich dieser zwischen den Polen Authentizität und Fiktionalität innerhalb ihrer Karriere entwickelt hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Starimage-Analyse, die Bedeutung von Körperlichkeit in visuellen Medien sowie die intertextuellen Bezüge zwischen Playboy-Fotografien und der Fernsehserie Baywatch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Starimage von Pamela Anderson durch die Inszenierung ihres Körpers konstruiert wurde und inwieweit diese Darstellung als authentisch gegenüber dem faktualen Bild der Person wahrgenommen werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Autorin nutzt die ikonologische Bildanalyse nach Knieper für die Playboy-Cover sowie eine hermeneutische Filmanalyse basierend auf den fünf Schritten nach Hickethier und Lotmans Theorie der semantischen Räume für die Baywatch-Folgen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung von Playboy-Covern über drei Karrierephasen hinweg sowie eine detaillierte Analyse zweier Baywatch-Folgen hinsichtlich ihrer raumtheoretischen und voyeuristischen Struktur.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Starimage, Körperinszenierung, Authentizität, Fiktionalität, Playboy, Baywatch, ikonologische Bildanalyse und semantische Räume.
Wie verändert sich die Wahrnehmung von Pamela Andersons Körper im Laufe ihrer Karriere?
Während in der Frühphase eine hohe Deckungsgleichheit zwischen faktualem und fiktionalem Image bestand, zeigt die Spätphase eine zunehmende Künstlichkeit, die in einer Diskrepanz zwischen der realen Person und der fiktionalen Karikatur mündet.
Welche Rolle spielt der Voyeurismus in der Baywatch-Analyse?
Der Voyeurismus dient als strukturelles Element, bei dem die Kamera die Blicke der männlichen Protagonisten übernimmt, um den Körper als reines Schauobjekt unabhängig von der narrativen Handlung zu etablieren.
- Arbeit zitieren
- Rebekka Brox (Autor:in), 2011, Der Körper zwischen Authentizität und Fiktionalität im Starimage von Pamela Anderson anhand ausgewählter Beispiele, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181261