Die Psychologie ist geprägt von verschiedenen Sichtweisen, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Neben der Psychoanalyse und dem Behaviorismus stellt der Kognitivismus die dritte große Theorierichtung der modernen Psychologie dar. Beeinflusst von Fortschritten in der Informationstheorie, der „Künstlichen Intelligenz“1 und Linguistik, nahm dieser zu Beginn der 60er Jahre in der kognitiven Wende zum ersten Mal Form an. Kognitive Prozesse wie Denken, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprache bilden die Grundlage dafür, dass wir unser Leben verstehen und danach handeln. Was Kognition im Wesentlichen bedeutet, wird im ersten Kapitel kurz dargestellt. Im weiteren Verlauf wird neben der geschichtlichen Entwicklung des Kognitivismus auch auf die Bewusstseinspsychologie von Wilhelm Wundt eingegangen. Die Integration der kognitiven Psychologie in den Alltag gewinnt zukünftig immer mehr an Bedeutung und wird daher in einem anschließenden Kapitel thematisiert. Was untersucht die kognitive Psychologie genau? Der Beantwortung dieser Frage widmet sich das fünfte Kapitel. Nach Klärung des Untersuchungsgegenstandes erfolgt eine ausführliche Vorstellung der Untersuchungsmethoden und die Erläuterung dabei auftretender Probleme. Schließlich werden im letzten Kapitel die Auswirkungen der Kognitionspsychologie auf andere Forschungsgebiete dargestellt.
Zusammenfassend soll verdeutlicht werden, dass die kognitive Perspektive im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und auch zukünftig bei der Erforschung von Verhaltensweisen sowie Reaktionen von Menschen eine zentrale Rolle spielen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Begriff Kognition
3 Die Geschichte der kognitiven Psychologie
3.1 Die historischen Anfänge
3.2 Die kognitive Psychologie in Deutschland
3.3 Die kognitive Wende
4 Bedeutung der kognitiven Psychologie
5 Was untersucht die kognitive Psychologie?
6 Wie untersucht die kognitive Psychologie?
7 Die Auswirkungen der kognitiven Psychologie auf andere Forschungsgebiete
8 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Kognitivismus als eine der zentralen Strömungen der modernen Psychologie zu beleuchten, dessen historische Entwicklung nachzuzeichnen und die Methoden sowie Forschungsgegenstände der kognitiven Psychologie grundlegend zu erläutern.
- Grundbegriffe der Kognition
- Historische Entwicklung und kognitive Wende
- Methoden der Erforschung kognitiver Prozesse
- Bedeutung kognitiver Erkenntnisse für den Alltag
- Interdisziplinäre Auswirkungen auf andere Forschungsgebiete
Auszug aus dem Buch
3.2 Die kognitive Psychologie in Deutschland
Die Entwicklung der kognitiven Psychologie in Deutschland wurde entscheidend durch den am 16.08.1832 in Nekkarau (Baden) geborenen Wilhelm Wundt bestimmt. Dieser studierte Medizin und spezialisierte sich anschließend in Physiologie. Im Jahr 1864 übernahm er den Lehrstuhl der Physiologie in Heidelberg und zehn Jahre später den für induktive Philosophie in Zürich. 1875 übernahm er die Professur in Leipzig, wo er vier Jahre später das erste psychologische Labor einrichtete. (Brockhaus Enzyklopädie, S. 504)
Aufgrund dieser Tatsache wird er noch heute von vielen als „Begründer der modernen Psychologie“ (Ulich / Bösel 2005, S. 87) angesehen. Die Psychologie begann sich nun auch als Wissenschaft zu etablieren (Anderson 2007, S. 7).
Obwohl sich Wilhelm Wundt in vielen Fachgebieten umfassend auskannte, war seine Psychologie die kognitive Psychologie (Anderson 2007, S. 7). Bereits vor der Einrichtung seines Labors veröffentlichte er 1874 sein bedeutendes Werk „Grundzüge der Physiologischen Psychologie“. Zentraler Gegenstand seiner Forschung war das Willens- und Gefühlsleben. Sein Ziel war es, die grundlegenden Empfindungs- und Wahrnehmungsprozesse sowie die Geschwindigkeit einfacher geistiger Prozesse zu verstehen. (Ulich / Bösel 2005, S. 88-90)
Als Untersuchungsmethode wählte er das Introspektionsverfahren. „Dabei berichteten trainierte Beobachter unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen über ihre eigenen Bewusstseinsinhalte“ (Anderson 2007, S. 7), indem sie bei der Bewältigung der ihnen gestellten Aufgaben laut sprachen und somit die Abfolge ihrer Gedanken detailliert wiedergaben (Gerrig / Zimbardo 2008, S. 164).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verortet den Kognitivismus als dritte große Theorierichtung der Psychologie und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2 Der Begriff Kognition: Dieses Kapitel definiert Kognition als Sammelbegriff für Wissenserwerb und mentale Prozesse wie Denken und Problemlösen.
3 Die Geschichte der kognitiven Psychologie: Es wird die historische Genese von den griechischen Philosophen über Wilhelm Wundt bis zur kognitiven Wende der 60er Jahre beschrieben.
4 Bedeutung der kognitiven Psychologie: Hier wird der praktische Nutzen psychologischer Erkenntnisse für die Bewältigung kognitiver Anforderungen im Alltag hervorgehoben.
5 Was untersucht die kognitive Psychologie?: Das Kapitel legt dar, dass die Erforschung der Informationsverarbeitung und mentaler Strukturen den zentralen Forschungsgegenstand bildet.
6 Wie untersucht die kognitive Psychologie?: Es werden methodische Ansätze wie Reaktionszeitmessungen und Experimente zur Untersuchung geistiger Prozesse vorgestellt.
7 Die Auswirkungen der kognitiven Psychologie auf andere Forschungsgebiete: Das Kapitel erläutert, wie kognitionspsychologische Erkenntnisse beispielsweise in der klinischen Psychologie oder den Wirtschaftswissenschaften Anwendung finden.
8 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass der Kognitivismus ein grundlegendes Verständnis für menschliches Verhalten liefert und interdisziplinär weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Schlüsselwörter
Kognitivismus, Kognitive Psychologie, Kognitive Wende, Informationsverarbeitung, Mentale Prozesse, Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis, Wilhelm Wundt, Introspektion, Behaviorismus, Künstliche Intelligenz, Reaktionszeit, Handlungsregulation, Kognitionswissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Kognitivismus als bedeutende Strömung der modernen Psychologie, von seinen historischen Grundlagen bis hin zu seiner aktuellen Relevanz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Definition des Kognitionsbegriffs, die historische Entwicklung, die Erforschung mentaler Prozesse und die methodische Herangehensweise der Kognitionsforschung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der kognitiven Psychologie darzustellen und aufzuzeigen, wie sie den Menschen als informationsverarbeitendes Wesen begreift.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf Basis psychologischer Fachliteratur (u.a. Anderson, Gerrig/Zimbardo) die Kernaspekte des Kognitivismus synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die historische Entwicklung, die Beschreibung der Untersuchungsgegenstände und die Vorstellung methodischer Vorgehensweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Informationsverarbeitung, Kognitive Wende, Mentale Prozesse und Handlungsregulation gekennzeichnet.
Welche Rolle spielte Wilhelm Wundt für den Kognitivismus?
Wundt wird als Begründer der modernen Psychologie angesehen, der durch sein Labor in Leipzig und das Introspektionsverfahren grundlegende Ansätze für die systematische Erforschung geistiger Prozesse legte.
Was unterscheidet die kognitive Wende vom Behaviorismus?
Während der Behaviorismus sich auf beobachtbares Verhalten beschränkte, stellt die kognitive Wende das Denken und die interne Informationsverarbeitung des Menschen in den Mittelpunkt.
Warum ist die Methode der Reaktionszeitmessung problematisch?
Sie ist problematisch, da man bei der Messung meist nur die Gesamtdauer einer Aufgabe kennt, jedoch schwer unterscheiden kann, ob die zugrunde liegenden Prozesse seriell oder parallel ablaufen.
Wie integriert die Arbeit interdisziplinäre Aspekte?
Sie zeigt auf, wie der Kognitivismus durch Informationstheorie, Linguistik und Forschung zur Künstlichen Intelligenz maßgeblich beeinflusst wurde und wie seine Erkenntnisse heute in andere Disziplinen einfließen.
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- Kristin Kunert (Author), 2008, Kognitivismus - Ausgewählte Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/181180