Das Thema dieser Hausarbeit ist die Auseinandersetzung mit der Comicfigur Acadieman, die in den letzten Jahren vor allem in Neu-Braunschweig und der Akadie, aber auch in anderen frankophonen Räumen zu einer großen Popularität gelangt ist. Der Erfinder der Figur, Dano LeBlanc, spricht und schreibt in Chiac, „einer Mischvarietät aus akadischem Französisch und Englisch, die in der ostkanadischen Stadt Moncton und darüber hinaus im Südosten der Provinz Nouveau-Brunswick/New Brunswick verbreitet ist.“
Zwar verfassen immer mehr akadische Künstler ihre Werke auf Chiac (z.B. Gerald LeBlanc: Eloge du chiac 1995, France Daigle: Un fin passage 2001 sowie Petites difficultés d’existence 2002 und RadioRadio, die seit 2007 Musik machen), mit Acadieman liegt aber die erste Comicfigur vor, die Chiac spricht und durch die Medien Fernsehen (Kino), Internet und Comic ein größeres und vor allem auch jüngeres Publikum erreicht. Entsprechend kontrovers werden die Chancen und Risiken einer solchen Popularität diskutiert und ob sie eine Gefahr für das français acadien und das Standardfranzösisch bedeutet.
Wie genau sich das Chiac in dem Comic darstellt und welche sprachlichen Einflüsse sich zeigen (LeBlanc ist zwar in Moncton geboren und aufgewachsen, hat aber auch lange Zeit in Montréal gelebt und ist bilingual Französisch und Englisch), soll in einer Analyse (Punkt 3) des Comics Acadieman – ses origines 2 von 2008 herausgearbeitet werden. Da-durch soll auch ein Überblick über das Verhältnis von Englisch und Französisch (in all seinen Formen) und wie genau sich die beiden Sprachen mischen, erlangt werden.
Nach der Analyse kann dann die Diskussion um die Sprachverwendung besser nachvollzogen und reflektiert werden (Punkt 4). Zunächst wird jedoch die Figur Acadieman und ihr Erfinder Dano LeBlanc vorgestellt (Punkt 2). Zum Schluss werden die Ergebnisse zusam-mengefasst und ein Ausblick gegeben (Punkt 5).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Acadieman und sein Erfinder Dano LeBlanc
3. Sprachanalyse des Comics Acadieman: ses origines 2
3.1. Français acadien
3.2. Andere Abweichungen vom Standardfranzösisch
3.3. Anglizismen
3.4. Reflexion der Sprachanalyse
4. Kritik an der Comicfigur und der Verwendung des Chiac
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sprachlichen Merkmale der Comicfigur Acadieman, die in der Mischsprache Chiac kommuniziert. Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen Einflüsse und die Art der Sprachmischung im Comic zu analysieren sowie die gesellschaftliche Kontroverse um die Figur und die Verwendung des Chiac kritisch zu beleuchten.
- Sprachliche Analyse des Comics hinsichtlich akadischer und französischer Standardelemente
- Untersuchung des Einflusses der englischen Sprache und von Anglizismen
- Reflexion über die sprachliche Entwicklung und Mischung im Chiac
- Kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Stigmatisierung von Chiac
Auszug aus dem Buch
3.1. Français acadien
Die folgenden Wörter, die vom Autor Dano LeBlanc als „mots archaïques“ bezeichnet werden und zum Teil auch in anderen nordamerikanischen Varietäten vorkommen, sind eindeutig dem akadischen Französisch zuzuordnen: icitte (ici), bin (bien), itou (aussi), charcher (chercher), abandouner (abandonner), brailler (pleurer), souère (soir), houmard (homard), ouère (voir), aouère (avoir), ayousque (où est-ce que), bébitte (insecte) und tanant (bei Poirier: „Ennuyeux, fatiguant. Se dit surtout des enfants en Acadie. L’emploi de ce mot est plus général parmi les Canadiens“, bei LeBlanc: agassant).
Auch pis (‚puis’, in der Funktion der Konjunktion ‚et’) und astheur (à cette heure/maintenant) gehören zum akadischen Französisch, allerdings finden ebenso ihre standardfranzösischen Pendants Verwendung: Dabei kommt pis (28 Mal) deutlich häufiger vor als et (2 Mal), auch ist der Kontext zu berücksichtigen, in dem et genutzt wird: Einmal während eines Anrufs im Call-Center und einmal von dem Erzähler. Genauso ist der Gebrauch von à cette heure interessant, da die akadische sofort auf die standardfranzösische Bezeichnung folgt: Tschisse qui me callerait à cette heure icitte astheure.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Comicfigur Acadieman ein und erläutert die Relevanz der Sprachmischvarietät Chiac in der ostkanadischen Region.
2. Acadieman und sein Erfinder Dano LeBlanc: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Biografie von Dano LeBlanc und die Entstehungsgeschichte sowie den Erfolg der Comicfigur Acadieman.
3. Sprachanalyse des Comics Acadieman: ses origines 2: Hier erfolgt die tiefgehende linguistische Untersuchung des Comics hinsichtlich akadischer Merkmale, Abweichungen vom Standard und dem Einfluss des Englischen.
3.1. Français acadien: Dieser Abschnitt widmet sich den spezifisch akadischen Ausdrücken und grammatikalischen Besonderheiten im Comic.
3.2. Andere Abweichungen vom Standardfranzösisch: Hier werden sprachliche Phänomene behandelt, die nicht eindeutig dem akadischen Französisch zuzuordnen sind, sondern eher dem familiären Französisch oder englischen Einflüssen entstammen.
3.3. Anglizismen: Dieser Teil analysiert das Ausmaß der Anglisierung im Comic, insbesondere die Integration englischer Nomina, Verben und Adjektive in das französische System.
3.4. Reflexion der Sprachanalyse: Hier werden die Ergebnisse der vorangegangenen Analyse zusammenfassend reflektiert und die Rolle der Morphologie betrachtet.
4. Kritik an der Comicfigur und der Verwendung des Chiac: Das Kapitel beleuchtet die kontroverse öffentliche Diskussion um die Darstellung des Chiac und die damit verbundene soziale Stigmatisierung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Popularität der Figur zusammen und bewertet die Bedeutung des Comics für die akadische Sprachlandschaft und Identität.
Schlüsselwörter
Acadieman, Chiac, Akadien, Sprachanalyse, Hybridität, Anglizismen, Sprachmischung, Soziolinguistik, Dano LeBlanc, frankophon, Identität, Stigmatisierung, Sprachentwicklung, Kanada, Minoritätensprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Comicfigur Acadieman und deren sprachlicher Gestaltung in Chiac, einer Mischvarietät aus Französisch und Englisch.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die linguistische Analyse der Sprachmischung, die Rolle von Anglizismen in nordamerikanischen Varietäten und die gesellschaftliche Kritik an hybriden Sprachen.
Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Analyse?
Ziel ist es, die sprachlichen Einflüsse im Comic herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie sich das Verhältnis von Englisch und Französisch im Chiac konkret darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Sprachanalyse der Primärliteratur (Comic Acadieman: ses origines 2) durchgeführt, ergänzt durch soziolinguistische theoretische Hintergründe.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Kategorisierung der sprachlichen Phänomene (akadische Elemente, Anglizismen, Abweichungen vom Standard) sowie der Analyse der öffentlichen Debatte um die Sprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Chiac, Akadien, Hybridität, Sprachmischung und soziolinguistische Identität beschreiben.
Welche Bedeutung hat das Chiac laut dem Autor Dano LeBlanc?
LeBlanc sieht das Chiac als witzige Sprache, die ihm Spaß bereitet, und zudem als eine Art Geheimsprache für die Frankophonen in Moncton.
Wie reagieren Kritiker auf die Verwendung von Chiac im Comic?
Die Reaktionen sind gespalten: Während einige die Sprache als „Stigmatisierung“ oder „De-Konstruktion“ ablehnen, sehen andere darin eine legitime Ausdrucksform ihrer Identität und Kultur.
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- Anonym (Author), 2010, Die Comicfigur Acadieman in der Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180970