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Können Staaten pleitegehen?

Überlegungen zur Übertragbarkeit des deutschen Insolvenzrechts auf Nationalstaaten

Title: Können Staaten pleitegehen?

Essay , 2011 , 8 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nils Müller (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties

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Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Staatsbankrotts. Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die im Jahr 2007 mit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes ihren Anfang nahm, verursachte nicht nur Panik auf den globalen Devisen- und Anlagemärkten und eine Vernichtung von privatem Geldvermögen in bis dato ungekanntem Ausmaß, sondern konfrontierte die europäische Öffentlichkeit mit einem Phänomen, das eigentlich als undenkbar galt: Die Insolvenz von Nationalstaaten.
Wäre die Einleitung eines Insolvenzverfahrens für zahlungsunfähige Staaten wie Portugal in Anlehnung an das deutsche Regelinsolvenzverfahren, das bisher nur auf natürliche und juristische Personen, jedoch nicht auf juristische Personen des öffentlichen Rechts angewandt werden kann, denkbar?
Der Versuch der Übertragung der deutschen Insolvenzordnung auf die Insolvenz von Staaten macht deutlich, warum es bis heute im Falle einer Insolvenz eines Nationalstaates zu keiner Konstitutionalisierung im internationalen Rechtsraum gekommen ist. Obwohl das Szenario staatlicher Zahlungsunfähigkeit im Zuge der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise auch für westliche Industrienationen neuen Impetus erfahren hat, gibt es bis heute keine verbindlichen Regelungen, ja noch nicht einmal Ansätze, welche politischen und vor allem rechtlichen Folgen die Insolvenz eines Staates haben könnte.
Unter Berücksichtigung einiger grundsätzlicher Prinzipien, die in erster Linie eine mögliche Einschränkung der staatlichen Souveränität des Schuldnerstaates und die Gewährleistung der Erfüllung seiner staatlichen Aufgaben tangieren, scheint eine Übertragung der Verfahren und Grundsätze der deutschen Insolvenzordnung, insbesondere des Insolvenzplanverfahrens durchaus denkbar.
Die Einleitung eines geordneten Insolvenzverfahrens könnte günstige Voraussetzungen dafür schaffen, die Handlungsfähigkeit des insolventen Staates bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Bedürfnisse der betroffenen Gläubiger wiederherzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Staatsinsolvenz – ein realistisches Szenario?

2. Eine Insolvenzordnung für Staaten?

3. Einleitung/Zulässigkeit des Verfahrens

4. Ziel/Zweck des Verfahrens

5. Verfahrensbeteiligte

6. Gang des Verfahrens

7. Wirkung und Folgen des Insolvenzplanverfahrens

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretische Übertragbarkeit des deutschen Insolvenzrechts, insbesondere des Insolvenzplanverfahrens, auf die Situation zahlungsunfähiger Nationalstaaten vor dem Hintergrund der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise.

  • Analyse der Anwendbarkeit deutscher Insolvenzgrundsätze auf Staaten
  • Untersuchung der Rolle staatlicher Souveränität in Insolvenzverfahren
  • Bewertung der Beteiligung von Gläubigern und neutralen internationalen Institutionen
  • Diskussion der Möglichkeiten zur Wiederherstellung staatlicher Handlungsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

Verfahrensbeteiligte

Ist die Frage der Verfahrensbeteiligten im deutschen Insolvenzrecht zumeist unproblematisch, offenbart die gleiche Frage im Falle einer Staateninsolvenz zahlreiche Schwierigkeiten. Als problematisch erweist sich bei der Staateninsolvenz insbesondere die Einschränkung der staatlichen Souveränität des von der Insolvenz betroffenen Staates. Die Vollmacht zur Einschränkung dieser und die Aufgabe der Überwachung des Insolvenzverfahrens mit dem Ziel der Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des insolventen Staates müsste an eine neutrale und internationale Instanz übertragen werden. In der Vergangenheit hat diese Aufgabe in der Regel der IWF übernommen. Denkbar und seit kurzem auch entsprechend kodifiziert wäre im Falle der Insolvenz eines Euro-Landes auch eine Beteiligung der Europäischen Kommission bzw. des Europäischen Rates.

Werden im nationalen Insolvenzrecht grundsätzlich alle Gläubiger am Insolvenzverfahren beteiligt, die einen begründeten Vermögensanspruch gegen den Schuldner haben, stellt sich im Falle eines Staatsbankrotts die Frage, ob nur staatliche oder auch private Gläubiger am Insolvenzverfahren beteiligt werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Staatsinsolvenz – ein realistisches Szenario?: Beschreibt die durch die Finanzkrise ausgelöste Bedrohung von Nationalstaaten durch Zahlungsunfähigkeit anhand von Beispielen wie Island, Griechenland und Portugal.

2. Eine Insolvenzordnung für Staaten?: Erörtert die Frage, ob das deutsche Regelinsolvenzverfahren als Vorbild für eine staatliche Insolvenzordnung dienen kann und betont die Notwendigkeit internationaler Rechtsgrundlagen.

3. Einleitung/Zulässigkeit des Verfahrens: Analysiert die Hürden bei der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für Staaten, insbesondere die notwendige Wahrung der staatlichen Souveränität durch Freiwilligkeit bei der Antragstellung.

4. Ziel/Zweck des Verfahrens: Beleuchtet die Herausforderung, neben der Befriedigung von Gläubigerinteressen auch die Erhaltung der staatlichen Handlungsfähigkeit sicherzustellen.

5. Verfahrensbeteiligte: Diskutiert die schwierige Frage, welche internationalen Institutionen die Überwachung übernehmen sollten und wer als berechtigter Gläubiger am Verfahren teilnehmen kann.

6. Gang des Verfahrens: Skizziert einen Prozess in Anlehnung an das deutsche Insolvenzplanverfahren, bei dem der Staat gemeinsam mit seinen Gläubigern einen Sanierungsplan entwickelt.

7. Wirkung und Folgen des Insolvenzplanverfahrens: Erläutert die Möglichkeiten der Eigenverwaltung unter Aufsicht eines Sachwalters, um Maßnahmen umzusetzen, ohne die Erfüllung öffentlicher Aufgaben zu gefährden.

8. Fazit: Kommt zu dem Schluss, dass trotz der theoretischen Denkbarkeit eines solchen Verfahrens bisher keine verbindlichen internationalen Regelungen existieren, diese jedoch im europäischen Rahmen wahrscheinlicher werden.

Schlüsselwörter

Staatsinsolvenz, Staatsbankrott, Insolvenzrecht, Insolvenzplanverfahren, Souveränität, Zahlungsunfähigkeit, Gläubiger, Handlungsfähigkeit, IWF, Europäische Union, Finanzkrise, Eigenverwaltung, Sachwalter, Sanierung, Wirtschaftsrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie die Grundsätze des deutschen Insolvenzrechts auf die Zahlungsunfähigkeit von Staaten übertragen werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die staatliche Souveränität, die Rolle internationaler Institutionen, Gläubigerbeteiligung und die Sanierung von Nationalstaaten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Übertragbarkeit des Insolvenzplanverfahrens auf Staaten zu bewerten und Lösungsansätze für die Wiederherstellung staatlicher Handlungsfähigkeit zu skizzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und theoretische Analyse, die bestehende Insolvenzrechtsnormen auf die spezifische Problematik staatlicher Staatsverschuldung anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Zulässigkeit, dem Zweck, den Verfahrensbeteiligten, dem Ablauf eines möglichen Insolvenzplans und den Wirkungen für den insolventen Staat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Staatsinsolvenz, Insolvenzplanverfahren, staatliche Souveränität, Sanierung, Handlungsfähigkeit und Gläubigerschutz.

Warum ist eine internationale Regelung zwingend?

Da die Insolvenz eines Staates über nationale Grenzen hinausreicht, ist eine Regelung auf Ebene des internationalen Rechts erforderlich, um Gläubigerschutz und Überwachung wirksam zu gewährleisten.

Welche Rolle spielt die Eigenverwaltung für Staaten?

Die Eigenverwaltung unter Aufsicht eines Sachwalters gilt als besonders geeignet, da sie dem Staat erlaubt, die Insolvenz abzuwickeln, ohne die Erfüllung seiner grundlegenden öffentlichen Aufgaben zu gefährden.

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Details

Title
Können Staaten pleitegehen?
Subtitle
Überlegungen zur Übertragbarkeit des deutschen Insolvenzrechts auf Nationalstaaten
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,3
Author
Nils Müller (Author)
Publication Year
2011
Pages
8
Catalog Number
V180884
ISBN (eBook)
9783656051565
ISBN (Book)
9783656051800
Language
German
Tags
können staaten überlegungen übertragbarkeit insolvenzrechts nationalstaaten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Müller (Author), 2011, Können Staaten pleitegehen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180884
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