1. Einleitung
Ein Mann hat die Deutschen so verzaubert, wie schon lange kein Politiker mehr. Er war kein Deutscher, sondern ein amerikanischer Politiker aus dem US-Bundesstaat Illinois.
Barack Obama war das bestimmende Thema in den Medien 2008, als die USPräsidentschaftswahlen stattfanden. Doch nicht nur die Person Obama schaffte es in die deutschen Medien, sondern auch seine Art Wahlkampf zu führen. Vorbild war die Kampagne von Howard Dean, der zwar nicht die Vorwahlen der Demokraten 2004 gewann, aber einen beachtlichen Erfolg mit seinem Internet-Wahlkampf verbuchen konnte. Nun fragten sich die deutschen Medien wie und ob der Wahlkampf in den USA den deutschen Wahlkampf verändern wird.
Aus diesem Anlass habe ich mich entschieden, in meiner Hausarbeit über den Online-Wahlkampf der Partei Bündnis 90/Die Grünen zu schreiben. Denn die Grünen haben vor allem bei den jungen Menschen, die eher internetaffin sind, eine große Anhängerschaft. Die Hausarbeit untersucht deshalb, ob sich der Online-Wahlkampf der Bündnis 90/Grünen bei den Bundestagswahlen von 2005 und 2009 verändert hat, und wenn ja wie.
Zu Beginn schreibe ich ein paar allgemeine Worte über Online-Wahlkampf und dessen Zielgruppe. Im Blickpunkt steht dabei auch die Zielgruppe der Grünen. Im Hauptteil geht es um die Anfänge des grünen E-Campagnings, sowie die Beschreibung der Online-Wahlkampfmittel und deren Erfolge in den Jahren 2005 und 2009. Im Mittelpunkt des Hauptteils steht jedoch der Vergleich der beiden letzten Bundestagswahlkämpfe. Dabei wird dann auf die schon erwähnte Frage genau eingegangen. Abschließend werde ich ein Fazit ziehen in dem ich die Online-Wahlkämpfe und die benutzen Mittel bewerte, die Forschungsfrage präzise beantworte und eine Zusammenfassung gebe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zielgruppen des Onlinewahlkampfes
3. Anfänge
4. Bundestagswahlkampf 2005
4.1 Parteieigene Homepages
4.2 Soziale Netzwerke
4.3 Blogs
4.4 Videoportale
4.5 Verknüpfungsstellen von Online- und Offline-Wahlkampf
5. Bundestagswahlkampf 2009
5.1 Parteieigene Homepages
5.2 Soziale Netzwerke
5.3 Blogs
5.4 Videoportale
5.5 Verknüpfungsstellen von Online- und Offline-Wahlkampf
6. Vergleich
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Professionalisierung des Online-Wahlkampfes der Partei Bündnis 90/Die Grünen im Zeitverlauf der Bundestagswahlen von 2005 bis 2009. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, inwieweit und durch welche veränderten Strategien und Instrumente sich der Online-Wahlkampf der Partei in diesem Zeitraum transformiert hat.
- Analyse der digitalen Kommunikationsstrategien von Bündnis 90/Die Grünen
- Vergleichende Untersuchung der Wahlkämpfe 2005 und 2009
- Rolle von sozialen Netzwerken und Weblogs in der politischen Kommunikation
- Verknüpfung von digitalen Online-Aktivitäten mit dem klassischen Offline-Wahlkampf
- Bedeutung der Professionalisierung durch externe Werbeagenturen
Auszug aus dem Buch
6. Vergleich
Im ersten Jahr des Online-Wahlkampfes 1998, ist deutlich erkennbar, dass die Online-Auftritte noch nicht zielgerichtet sind. So ist die Homepage der Grünen hauptsächlich durch Informationen und wenige interaktive Elemente gekennzeichnet. Im Wahlkampf 2002, setzten die Grünen vor allem auf die Vernetzung der Parteimitglieder über ein parteieigenes Intranet.
Nach der Umstellung von gruene-partei.de auf gruene.de startete die Partei in den Online-Wahlkampf 2005. Gleichzeitig erhielt die Website ein neues Layout. Dieses Layout wurde wiederum 2009 vor der Bundestagswahl von einem neuem ersetzt. Diese Homepage hat, im Gegensatz zu 2005, viel mehr graphische Elemente und Bilder. Neu waren auch das interne Netzwerk „Wurzelwerk“ und die Freiwilligen-Plattform „Meine Kampagne“, vor allem letztere sollte freiwillige Helfer anwerben und mit der Partei verbinden. Hinzu kam, dass die Sozialen Netzwerke auf der Startseite verlinkt wurden und aktuelle Twitter-Meldungen der Partei und ihrer Spitzenpolitiker ebenfalls dort zu sehen waren. Prozentual gesehen sind die Ausgaben für die Online-Kommunikation gleich geblieben, wobei 2009 insgesamt mehr ausgegeben wurde, da auch das Budget für den gesamten Wahlkampf von 3,8 auf 4 Millionen Euro gestiegen ist.
An der Zahl der Blogs von 2005 und 2009 lässt sich erkennen, dass es eine Verlagerung der Aktivitäten zu den neu entstandenen Sozialen Netzwerken gab. Obwohl sich 15 Prozent der Wähler 2009 bei den Weblogs über die Wahl informierte, gab es einen Rückgang von 48 auf 22 Blogs. Die Sozialen Netzwerke wurden zwar von den wichtigsten Politikern der Grünen und auch der Partei selber umfangreich genutzt, sie waren auf MeinVZ/StudiVZ, Facebook und Twitter vertreten, sich mit ihnen befreunden oder followen wollte jedoch kaum einer der Wähler.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Online-Wahlkampfes und Skizzierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Veränderungen bei Bündnis 90/Die Grünen.
2. Zielgruppen des Onlinewahlkampfes: Analyse der verschiedenen Akteursgruppen im digitalen Wahlkampf und deren unterschiedliche Informationsbedürfnisse.
3. Anfänge: Historischer Rückblick auf die ersten Online-Aktivitäten der Grünen, geprägt von technischer Skepsis und mangelnden Konzepten.
4. Bundestagswahlkampf 2005: Untersuchung der digitalen Strategie von 2005, inklusive der Rolle von Homepages, Blogs und der ersten Verknüpfungsversuche zum Offline-Wahlkampf.
5. Bundestagswahlkampf 2009: Darstellung des professionalisierten Wahlkampfes von 2009 unter Einsatz von sozialen Netzwerken, partizipativen Elementen und ausgelagerten Wahlkampfzentralen.
6. Vergleich: Systematische Gegenüberstellung der Wahlkampfstrategien von 1998 bis 2009 mit Fokus auf den Wandel der Instrumente.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung von einfachen Anfängen hin zur multimedialen Kampagne und Ausblick auf zukünftige Trends.
Schlüsselwörter
Online-Wahlkampf, Bündnis 90/Die Grünen, Bundestagswahl, E-Campaigning, Weblogs, Soziale Netzwerke, Politische Kommunikation, Internet-Strukturdaten, Professionalisierung, Parteikommunikation, Meine Kampagne, Wurzelwerk, digitale Partizipation, Online-Offline-Verknüpfung, Wahlkampfstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Online-Wahlkampfaktivitäten der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei den Bundestagswahlen 2005 und 2009.
Welches ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, ob und wie sich der Online-Wahlkampf der Grünen im genannten Zeitraum verändert hat und welche Faktoren diese Entwicklung beeinflusst haben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit befasst sich mit dem E-Campaigning, der Nutzung von Homepages, Weblogs und sozialen Medien sowie der strategischen Verknüpfung von digitalen Aktivitäten mit dem klassischen Straßenwahlkampf.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine strukturanalyse-basierte Untersuchung der Parteipräsenzen im Internet sowie einen historischen Vergleich der Wahlkampfstrategien und -mittel zwischen 1998, 2002, 2005 und 2009.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?
Der Fokus liegt auf dem Vergleich der Bundestagswahlkämpfe 2005 und 2009, wobei die organisatorischen Strukturen und die eingesetzten digitalen Werkzeuge detailliert gegenübergestellt werden.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Online-Wahlkampf, Professionalisierung, digitale Kommunikation, Partizipation und die Entwicklung von Weblogs hin zu sozialen Netzwerken.
Warum wird der Wahlkampf 2005 im Vergleich zu 2009 als "rückständig" bezeichnet?
Der Autor führt dies darauf zurück, dass die Partei 2005 noch keine klare Internet-Strategie hatte und die damaligen Blogs eilig und ohne tiefere Verankerung ins Netz gestellt wurden.
Welche Rolle spielte die Agentur "Zum goldenen Hirschen" bei der Transformation?
Die Zusammenarbeit mit professionellen Werbeagenturen ab 2009 wird als entscheidender Faktor für den "großen Sprung nach vorn" in der Professionalität und der Etablierung moderner Online-Strukturen gewertet.
Was verbirgt sich hinter der Aktion "Meine Kampagne"?
Es handelt sich um eine spezielle Freiwilligen-Plattform, die 2009 eingeführt wurde, um Unterstützer direkt in den Wahlkampf einzubinden und ihre Aktivitäten vor Ort zu koordinieren.
- Arbeit zitieren
- Jan-Henrik Wiebe (Autor:in), 2011, Ein Vergleich der Online-Wahlkampfaktivitäten der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei den Bundestagswahlen 2005 und 2009, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180863