Die Frage nach Änderungen im Konsumverhalten wird in den letzten Jahren immer mehr durch
Medien und Pressen gestellt. Sie wird in vielen, unterschiedlichen Studien versucht fassbar zu
machen. Der Begriff „LOHAS“ liegt in aller Munde. Doch was sind die LOHAS? Läutet diese Bewegung mit dem
Namen „Lifestyle of health and sustainability“ etwa einen Paradigmenwechsel in der
Ökonomie ein und ist sie eine neue Form der politischen Partizipation? Wie verhält sich diese
Bewegung im Dienstleistungsmarketing und definiert Sie dort wichtige Schnittstellen und
Bestandteile neu? Auf diese Fragen wird in der kommenden Ausarbeitung eingegangen. Im
Fokus der Arbeit stehen verschiedene Studien, die sich vor allem mit dem Tourismus und
Finanzanlagemarkt beschäftigen und selten kamen die Verfasser zu solch reziproken
Ergebnissen. Der Biotrend im Konsumgütermarketing hat
Zuwachsraten, die trotz der derzeitigen Wirtschaftskrise kaum einbrechen. Der Finanzmarkt
mit dem Thema „Grünanlagen“ wächst auch stetig. Corporate Social Responsibility wird zum
Wettbewerbsvorteil und wenn Hotels ein Biofrühstück anbieten und Solarzellen auf dem Dach
zum Standardfeature werden, heben sich diese Hotels so von der Konkurrenz ab, dass sie zur
„First Choice“ beim Konsumenten werden. „Die Unternehmen sind internationaler geworden.
Damit bestand kein direkter Zusammenhang mehr zwischen dem Wohlergehen der Konzerne
und der Bürger.“ Und dieser Zusammenhang könnte jetzt bei einigen Unternehmen für
Schwierigkeiten sorgen, denn der Konsument ist kritisch geworden, dass man ein „gläsernes
Unternehmen“ möchte verdreht das Meinungsverhältnis. Denn waren es nicht die
Unternehmen die Milliarden in neue Entwicklungen investierten um den „gläsernen“ Kunden
zu erhalten? Die „LOHAS“ verlangen von der Wirtschaft Transparenz und wenn diese nicht
gegeben oder ihr Vertrauen missbraucht wird, wenden sie sich mit Endgültigkeit von dem
Unternehmen ab. Somit bieten die LOHAS für Unternehmen große Chancen, aber auch
Risiken, denn die Konsumenten werden versuchen die Unternehmen daran zu hindern, ihre
wirtschaftlichen Spielregeln selbst festzulegen.
Aber auch die Spielregeln für das Marketing müssen neu geschaffen werden, denn die
„LOHAS“ sind mit dem gewöhnlichen Instrumentarium des Marketing, etwa einer
soziodemographischen Eingrenzung einer Zielgruppe, nicht mehr haltbar, denn die „LOHAS“ sind nur anhand dieser Methodik nicht fassbar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Dienstleistungsmarketing
2.2Definition und Werte der LOHAS
2.3 Lebensstil
2.4 Nachhaltigkeit
2.5 Megatrend
3. Dienstleistungen für LOHAS
3.1 LOHAS und grüne Finanzdienstleistungen
3.2 Tourismus
4. Fazit/ Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sich die Konsumentengruppe der "LOHAS" (Lifestyle of Health and Sustainability) auf das Dienstleistungsmarketing auswirkt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Unternehmen auf diesen neuen Konsumententyp reagieren müssen, der ökologische und ethische Werte in seinen Kaufentscheidungen priorisiert, und welche Chancen bzw. Risiken sich daraus für Branchen wie Tourismus und Finanzwesen ergeben.
- Definition und Identifikation der Konsumentengruppe LOHAS
- Anforderungen an ein ökologieorientiertes Marketing
- Einfluss von LOHAS auf grüne Finanzdienstleistungen
- Nachhaltige Ansätze in der Tourismusbranche
- Die Macht des Konsumenten und das Risiko des Boykotts
Auszug aus dem Buch
3.1 LOHAS und grüne Finanzdienstleistungen
Der LOHAS Konsument denkt bei Grünanlagen nicht ans Rasen mähen, sondern an grüne Fonds die ihm die Möglichkeit geben sein Geld ethisch und ökologisch Korrekt anzulegen. Der Markt der grünen Finanzdienstleistungen hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Immer mehr „grüne Banken“ sprießen aus dem Boden und die Zahl der umwelt- und nachhaltigkeitsorientierten Publikumsfonds steigt. Diese Investmentfonds enthalten nicht nur klassische Kriterien wie Rentabilität, Liquidität und Risiko, sondern auch ökologische, soziale und/oder ethische Aspekte.
Aus diesen Abbildungen kann ein gesteigertes Interesse an „grünen Geldanlagen“ entnommen werden. Vor allem innovative Energie und Umwelttechnik rückt in den Fokus der Anleger. Langfristig orientierte Anleger werden in Zukunft Umwelt und Sozialaspekten größere Aufmerksamkeit schenken. Auch das ausformulieren von „Code of Conducts“ wird für Unternehmen immer bedeutender um an neues Kapital heranzukommen. Die LOHAS studieren ihr Portfolio genau und sind nur dann bereit ihr Geld zu investieren, wenn Ihnen eine Anlageform ökologisch und sozial verantwortungsvoll erscheint.
Die genannten Produkte werden momentan noch zu wenig von Finanzdienstleistern beworben, aber aufgrund der Finanzkrise entsteht die Chance auch mit weniger Rendite den Kunden zu locken, denn in der jetzigen Situation erzeugen Fonds und andere Geldanlagen mit sehr hohen Renditen eher Misstrauen, als den Wunsch in diese zu investieren. Ein Fundament für Unternehmen bietet hier ein „ökologieorientiertes Marketing“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema LOHAS als neue Konsumentenbewegung ein und skizziert die Notwendigkeit für Unternehmen, sich auf die veränderten Werte wie Nachhaltigkeit und Gesundheit einzustellen.
2. Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Dienstleistungsmarketing, der Lebensstil der LOHAS, Nachhaltigkeit sowie der Begriff des Megatrends definiert und theoretisch eingeordnet.
3. Dienstleistungen für LOHAS: Dieser Hauptteil analysiert praxisnah, wie die Finanzbranche und der Tourismus auf die speziellen Bedürfnisse und ethischen Ansprüche der LOHAS-Zielgruppe reagieren.
4. Fazit/ Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass LOHAS eine ernstzunehmende, neue Konsumentengruppe sind, die von Unternehmen durch mehr Transparenz und ein ökologisch orientiertes Marketing bedient werden muss.
Schlüsselwörter
LOHAS, Dienstleistungsmarketing, Nachhaltigkeit, Konsumentenverhalten, Ethik, Ökologie, Finanzdienstleistungen, Tourismus, Megatrend, Corporate Social Responsibility, grüne Geldanlagen, Kundentransparenz, Marketingstrategie, Bewusster Konsum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der LOHAS-Konsumentenbewegung auf das moderne Dienstleistungsmarketing.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Identifikation der LOHAS, nachhaltigen Finanzdienstleistungen und ökologisch orientiertem Tourismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, wie Unternehmen ihre Strategien anpassen müssen, um dem gewandelten Konsumverhalten der LOHAS gerecht zu werden.
Welche Methode findet Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse bestehender Studien und wissenschaftlicher Literatur, kombiniert mit der Untersuchung aktueller Markttrends.
Was behandelt der Hauptteil?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die konkreten Anwendungsfelder Finanzdienstleistungen und Tourismus unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen LOHAS, Nachhaltigkeit, Dienstleistungsmarketing, Ethik, ökologieorientiertes Marketing und Konsumentenmacht.
Wie unterscheidet sich der LOHAS-Konsum von traditionellem Verhalten?
LOHAS integrieren ethische und ökologische Kriterien direkt in ihre Kaufentscheidungen, anstatt nur Preis und Qualität zu priorisieren.
Warum ist das "gläserne Unternehmen" für die Zielgruppe wichtig?
LOHAS fordern maximale Transparenz von Unternehmen; mangelnde Glaubwürdigkeit führt hierbei schnell zu Boykottmaßnahmen.
- Quote paper
- Dominik Nadolski (Author), 2009, LOHAS im Dienstleistungsmarketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180794