Karin Fink arbeitet seit langem in der Stricher-Szene Frankfurt als Sozialarbeiterin. Sie ist im KISS-Projekt tätig. Das Projekt wurde von der AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. im Frühjahr 1990 als niedrigschwellige Anlaufstelle für Jungen und Männer eingerichtet, die „anschaffen“ gehen. Neben Karin Fink steht noch ein weiterer Ansprechpartner und Bezugsperson zur Verfügung. Neben der Aufsuchenden Sozialarbeit gibt das KISS auch praktische Hilfen: Hier können elementare Bedürfnisse abgedeckt werden – essen, trinken, Körperpflege, Wäsche waschen. Darüber hinaus hat das KISS eine Schutz- und Ruhezone, die von den Klienten individuell genutzt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Autorin Karin Fink
2 Öffentliche Meinung und Moral
3 Wichtige Merkmale der Stricher Szene
4 Die Definition
5 Spezifische Probleme
6 Multiplikatoren
7 Praktische Arbeitsbereiche für den Sozialarbeiter
8 Rahmenbedingungen
9 Zusätzliche Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen fundierten Literaturbericht über den Aufsatz von Karin Fink zur aufsuchenden Sozialarbeit im Bereich der männlichen Prostitution. Ziel ist es, die Komplexität des Arbeitsfeldes, die spezifischen Lebenslagen der Betroffenen sowie notwendige professionelle Interventionsstrategien der Sozialarbeit darzustellen und ein realistisches Bild der Stricher-Szene zu vermitteln.
- Strukturelle Merkmale der Stricher-Szene und Fluktuationsursachen
- Differenzierung zwischen Strichern und Callboys
- Herausforderungen in der Sozialarbeit: Stigmatisierung, Tabuisierung und sexuelle Identität
- Gesundheitliche Risiken und Drogenproblematik als Arbeitsfelder
- Methodische Ansätze der aufsuchenden Sozialarbeit (Streetwork)
Auszug aus dem Buch
3 Wichtige Merkmale der Stricher Szene
Symptomatisch für die männliche Stricher-Szene ist die extrem hohe Fluktuation. Einerseits sicher deshalb, weil manche junge Männer nur für eine relativ kurze Zeit in ihrem Leben anschaffen gehen. Viele Stricher wollen z.B. eine finanzielle Notlage überbrücken oder ermöglichen sich so die Anschaffung materieller Güter.
Andererseits erlaubt die Prostitution, sexuelle Erfahrungen mit Männern zu machen, ohne sich selbst als „Schwuler“ definieren zu müssen.
Der wichtigste Grund allerdings ist einfach das Gesetz des Marktes: Gefragt sind immer wieder neue und junge Gesichter und Körper. Die Attraktivität eines „Sexworkers“ nimmt mit seinem Bekanntheitsgrad ab (Ausnahme: Callboys). Dies führt meist dazu, dass sich viele Sexworker nur über eine relativ kurze Zeit am selben Ort aufhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Autorin Karin Fink: Vorstellung der Autorin Karin Fink und ihrer praktischen Tätigkeit in der Kriseninterventionsstelle (KISS) für Stricher in Frankfurt.
2 Öffentliche Meinung und Moral: Erörterung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und der Notwendigkeit, Stigmatisierungen durch ein wirklichkeitsgetreues Bild der Klientel zu vermeiden.
3 Wichtige Merkmale der Stricher Szene: Analyse der Fluktuation innerhalb der Szene, bedingt durch ökonomische Zwänge und psychologische Faktoren.
4 Die Definition: Differenzierung zwischen den Gruppen der Stricher und Callboys unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Arbeitsweisen und sozialen Hintergründe.
5 Spezifische Probleme: Darstellung zentraler Problemfelder wie Tabuisierung, Identitätskonflikte, Drogengebrauch, Gesundheitsrisiken sowie die Situation ausländischer Stricher.
6 Multiplikatoren: Betrachtung der Rolle von Freiern und Barpersonal als Akteure im Umfeld der Szene und deren Bedeutung für die soziale Arbeit.
7 Praktische Arbeitsbereiche für den Sozialarbeiter: Vorstellung zentraler Interventionsmethoden wie Streetwork, Sprechstunden, psychosoziale Betreuung und Präventionsarbeit.
8 Rahmenbedingungen: Reflexion über die Anforderungen an die Organisationsstruktur, um flexibel und effektiv auf die Bedürfnisse der Klienten einzugehen.
9 Zusätzliche Literatur: Auflistung der im Bericht verwendeten Quellen und weiterführenden Ressourcen.
Schlüsselwörter
Männliche Prostitution, Stricher, Sozialarbeit, Streetwork, HIV-Prävention, Drogenproblematik, sexuelle Identität, Krisenintervention, Tabuisierung, Stigmatisierung, Gesundheit, Migration, sexuelle Gewalt, psychosoziale Betreuung, Sexworker
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Literaturbericht zu Karin Finks Aufsatz über aufsuchende Sozialarbeit bei männlicher Prostitution und beleuchtet die Praxis in diesem speziellen Feld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Lebensrealität von Strichern, gesundheitliche Risiken, die soziale Ausgrenzung sowie die methodischen Ansätze der Sozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für die Hintergründe und Bedürfnisse männlicher Prostituierter zu vermitteln, um professionelle Unterstützung effektiver zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem Literaturbericht, der theoretische Erkenntnisse und praktische Erfahrungen aus der Arbeit von Sozialdiensten zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Szene-Merkmale, definiert Begrifflichkeiten, erörtert spezifische soziale Problemlagen und beschreibt konkrete Interventionsangebote.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stricher, Sozialarbeit, Streetwork, sexuelle Identität und gesundheitliche Prävention charakterisiert.
Warum wird zwischen Strichern und Callboys unterschieden?
Die Unterscheidung dient dazu, unterschiedliche soziale Milieus, Arbeitsorte und die damit verbundenen, oft klischeehaften Erwartungen an Professionalität und Lebenssituation zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt die Migration im Kontext der männlichen Prostitution?
Migration ist ein wesentlicher Faktor, da ein hoher Anteil der Stricher aus dem osteuropäischen Ausland stammt, was spezifische kulturelle Bedürfnisse und rechtliche Probleme wie Illegalität mit sich bringt.
- Quote paper
- Dipl.-Soz.Päd. (FH) Jürgen Berndt (Author), 2003, Literaturbericht zu Karin Finks Aufsatz „Aufsuchende Sozialarbeit im Bereich der männlichen Prostitution“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180729