Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Malthus muss Recht haben!

Die tieferen Ursachen einer Weltuntergangsideologie

Titel: Malthus muss Recht haben!

Essay , 2011 , 14 Seiten

Autor:in: B. A. Konstantin Karatajew (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Thomas Robert Malthus ist die Bevölkerungsbombe aus dem allgemeinen Bewusstsein nicht mehr wegzudenken. Bevölkerungen haben angeblich die verhängnisvolle Eigenschaft, exponentiell zu wachsen. Die malthusianische Platzangst sitzt tief in den Köpfen.

Schon Johann Peter Süßmilch erkannte - vor Malthus-, dass die Bevölkerungsdynamik keineswegs unbegrenzt weiterläuft, sondern sich an vernünftige, von der Natur und der vorherrschenden Lebensweise gesetzte Grenzen hält. Heute sind sämtliche Hungersnöte politisch verursacht, und es werden um ein Vielfaches mehr Lebensmittel aus Mangel an Bedarf vernichtet, als an Lebensmitteln nötig wäre, um jeden Erdenbürger satt zu bekommen. Im Jahre 2011 gibt es deutlich mehr übergewichtige als unterernährte Menschen auf der Welt. Mit anderen Worten: Malthus´ Bevölkerungsparanoia lässt sich bei näherer Betrachtung nicht logisch begründen, und dennoch ist gegen den Malthusianismus kein Kraut gewachsen. Dies hat somit tiefere Ursachen, als man auf den ersten Blick annehmen könnte.

Um das moralische Körnchen Wahrheit im wissenschaftlich unhaltbaren Malthusianismus soll es in dieser Abhandlung gehen. Wir fragen uns, weshalb wir uns so sehr nach einer menschenleereren Welt sehnen, und welche Bedeutung der wiederkehrenden Furcht, die Kulturnation, der man selbst angehört, könnte aussterben, zukommt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Malthusianismus als Wunschdenken

2. Das Gebot des Leviathan

3. Die Konsequenzen des Geborenseins

4. Die Menschheit als Feigenblatt

5. Die Vollendung des selbstzerstörerischen Wesens

6. Geburt und Wiedergutmachung

7. Schlusswort: Bürde und Würde des Selbstbewusstseins

Zielsetzung & Themen

Das Ziel der Arbeit ist es, die tieferen psychologischen und philosophischen Ursachen für die hartnäckige Verbreitung von Weltuntergangsideologien, insbesondere im Kontext des Malthusianismus, zu hinterfragen und deren Funktion als Verdrängungsmechanismus für die Verantwortung der Erzeugung neuen Lebens aufzuzeigen.

  • Die kritische Analyse der malthusianischen Bevölkerungsparanoia.
  • Die philosophische Untersuchung der menschlichen Sterblichkeit und des Geborenseins.
  • Die Rolle moralischer Imperative bei der Rechtfertigung der eigenen Existenz und Fortpflanzung.
  • Die Betrachtung des Menschen als grundsätzlich selbstzerstörerisches Wesen (in Anlehnung an Ulrich Horstmann).
  • Die Dynamik zwischen individueller Freiheit und der Verantwortung für die Zeugung von Nachkommen.

Auszug aus dem Buch

3. Die Konsequenzen des Geborenseins

Warum sterben Menschen? Dieser Frage wird man gewöhnlich mit biologischen Argumenten beikommen wollen, etwa mit dem Teufelspakt unserer Zellen mit den Mitochondrien, der Potenzierung der Replikationsfehler im Erbgut nach mehreren Zellteilungszyklen, oder, einfacher aber eleganter: weil Menschen sterblich sind. Doch auch dies ist eine Scheinantwort, die etwas Kontingentes als irreduzible Konstante voraussetzt: wir sterben, weil wir geboren werden. Wer niemals geboren wird, kann auch niemals sterben, auch wenn er ein mangelhaftes und sterbliches Wesen sein würde.

Das Beste sei, so Sophokles, nie geboren zu werden, das Zweitbeste, so schnell wie möglich wieder zu sterben. Nicht umsonst wünscht sich auch Goethes Faust, zerbrochen an Gretchens Leid, nie geboren worden zu sein. Spricht ein depressivistischer Pessimismus aus dem Munde dieser herausragenden Geister, oder sollten wir von unserer postmodernen psychologistischen Arroganz absehen, und ihnen besser eine tiefe Weisheit zugestehen? Der Tod ist kein Unfall, kein Resultat der Funktionsmängel im staatlichen Sicherheitsapparat, kein Scheitern der Medizin, sondern unsere conditio humana und unser finales Lebensziel. Jeder lebt für etwas anderes, aber der Mensch lebt, um zu sterben.

Um eine etwaige Sinnlosigkeit des Lebens, die der Verfasser trotz Gesagtem entschieden verneint, soll es in dieser Abhandlung nicht gehen: sobald man nämlich das Bewusstsein seiner Selbst erlangt hat, will man am Liebsten für immer am Leben bleiben, trotz aller möglichen Enttäuschungen und entgegen jeder Verzweiflung. Der Selbstmörder, weiß Schopenhauer, negiert nicht das Leben als solches, sondern nur ein bestimmtes unglückliches Leben, das er zufälligerweise sein nennen darf. Jedes Seiende will, so Spinoza, seine Existenz behaupten; jeder selbstbewusste Wille will, so Hegel, sich selbst. Deshalb ist nicht das Leben an sich in Frage zu stellen, sondern seine Weitergabe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Malthusianismus als Wunschdenken: Untersuchung der historischen und logischen Hintergründe der Malthus’schen Bevölkerungsparanoia und deren anhaltende Wirksamkeit als Weltuntergangsszenario.

2. Das Gebot des Leviathan: Erörterung der staatlichen und moralischen Funktion des Tötungsverbots sowie die Entwicklung der abendländischen Dekadenz im Kontext der Moderne.

3. Die Konsequenzen des Geborenseins: Philosophische Reflexion über die conditio humana, in der das Geborenwerden als der fundamentale Einschnitt für das spätere Sterben identifiziert wird.

4. Die Menschheit als Feigenblatt: Kritische Auseinandersetzung mit Kants kategorischem Imperativ im Kontext der Suizidethik und der Verantwortung für die Fortpflanzung.

5. Die Vollendung des selbstzerstörerischen Wesens: Analyse des Menschen als selbstzerstörerisches Wesen auf Basis von Ulrich Horstmanns Theorie zur Weltuntergangssehnsucht.

6. Geburt und Wiedergutmachung: Erläuterung der psychologischen Dynamik der Erziehung und der Verantwortung der Eltern bei der Zeugung neuen Lebens als Wiederholung der Weltgeschichte.

7. Schlusswort: Bürde und Würde des Selbstbewusstseins: Zusammenfassende Betrachtung der Kinderzeugung als gescheiterter Versuch der Überwindung der eigenen Kreatürlichkeit und der daraus resultierenden kollektiven Angst.

Schlüsselwörter

Malthusianismus, Bevölkerungsparanoia, Selbstzerstörung, Existenzphilosophie, Geborensein, Sterblichkeit, Leviathan, Dekadenz, kategorischer Imperativ, Schöpfungsmythen, Weltuntergang, Kreatürlichkeit, Verantwortung, Suizid, Zivilisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophischen und psychologischen Ursachen für die menschliche Fixierung auf Weltuntergangsszenarien und hinterfragt die moralische Rechtfertigung der Fortpflanzung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören der Malthusianismus, die ethische Bedeutung des Tötungsverbots, die conditio humana sowie das Konzept des Menschen als selbstzerstörerisches Wesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Angst vor dem Weltuntergang oft als Verdrängungsmechanismus für die übermenschliche Verantwortung dient, die mit dem Akt der Kinderzeugung einhergeht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine essayistische, philosophische Analyse, die Bezüge zu Klassikern der Philosophie (Kant, Hegel, Schopenhauer) und kulturwissenschaftlichen Werken (Horstmann) zieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Weltuntergangsideologien, die moralische Dekadenz der Zivilisation und die Ambivalenz der elterlichen Verantwortung gegenüber neuen Generationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bevölkerungsparanoia, Kreatürlichkeit, Selbstzerstörung, Existenzphilosophie und Verantwortung geprägt.

Inwiefern bezieht sich der Autor auf Malthus?

Der Autor nutzt Malthus als Ausgangspunkt, um zu zeigen, dass dessen Bevölkerungstheorie zwar wissenschaftlich widerlegt, aber als Angstbild ("Bevölkerungsbombe") psychologisch hochwirksam geblieben ist.

Wie interpretiert der Autor das christliche Osterfest?

Das Osterfest wird als Wiedergutmachung für die göttliche Geburt interpretiert, wobei die Auferstehung eine hoffnungsvolle Perspektive zur Überwindung der eigenen Kreatürlichkeit bietet.

Welche Rolle spielt die "Kreatürlichkeit" im Text?

Die Überwindung der Kreatürlichkeit ist das zentrale Bestreben des menschlichen Bewusstseins; ihr Scheitern führt laut Autor zur Delegierung dieser Aufgabe an die nächste Generation.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Malthus muss Recht haben!
Untertitel
Die tieferen Ursachen einer Weltuntergangsideologie
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Autor
B. A. Konstantin Karatajew (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V180706
ISBN (eBook)
9783656045809
ISBN (Buch)
9783656047629
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bevölkerungswachstum Weltuntergang Fortpflanzung Selbstbewusstsein Kreatürlichkeit Aussterben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B. A. Konstantin Karatajew (Autor:in), 2011, Malthus muss Recht haben!, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180706
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum