Web 2.0 verändert die Art, wie mit Informationen und dem World Wide Web umgegangen wird. Millionen von Nutzern weltweit sind immer häufiger nicht nur passive Informations-konsumenten, sondern produzieren und veröffentlichen eigene Informationen im weltwei-ten Netz. Konsumenten beeinflussen Kaufprozesse, diskutieren über Produkte und geben Empfehlungen ab. Das sogenannte Web 2.0 wird das „klassische“ Marketing beeinflussen und in Teilen stark verändern. Heute nutzen bereits 20 Prozent der Unternehmen in den USA und Europa Web 2.0-Anwendungen wie Blogs, Foren, Wikis und soziale Netzwerke. Web 2.0 etabliert sich neben klassischen Above-the-line-Medien, wie Print und TV, als neuer Marketingkanal.
Der Telekommunikationsmarkt steht vor einem Umbruch: Der mobile Sprachmarkt ist weitgehend abgedeckt und gesättigt. Attraktive Tarif- und Serviceinnovationen werden innerhalb kurzer Zeit vom Wettbewerb kopiert, wodurch die Differenzierung der Anbieter immer schwieriger wird. Mobilkommunikation wird dadurch zunehmend zu Commodities. Im Gegensatz zum mobilen Sprachmarkt bietet die Nutzung des mobilen Internets und damit das mobile Datengeschäft enormes Wachstumspotential. Für 2013 prognostiziert das Marktforschungsinstitut Forrester einen Anstieg auf mehr als 125 Millionen Nutzer des mobilen Internets im europäischen Raum. Das mobile Endgerät etabliert sich neben Fern-seher und Computer zum „3rd Screen“ des Menschen. Für etablierte Mobilfunkbetreiber stellt sich nun die entscheidende Frage, wie sich aus den Entwicklungen im Werbe- und Telekommunikationsmarkt ein lukratives Geschäftsmodell entwickeln lässt.
Telecom 2.0 basiertes Marketing, eine zweiseitige Business-to-Business-Plattform aus Te-lekommunikationsanbieter und verschiedenen Akteuren, wie z.B. werbetreibenden Unternehmen, ist ein innovatives Marketing-Geschäftsmodell mit Wachstumspotential. Voraus-setzung für dieses Modell sind die Infrastruktur der Telekommunikationsanbieter sowie die Nutzung der Kundendaten.
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Marketing-Geschäftsmodelle im Web 2.0 und Telecom 2.0 darzustellen und zu bewerten.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Grundlagen und inhaltliche Abgrenzung
2.1 Web 2.0 – Eine Definition
2.2 Telecom 2.0 – Eine Definition
2.3 Thematische Relevanz
2.4 Inhaltliche Abgrenzung
3 Das Bewertungsmodell
3.1 Herleitung des Bewertungsmodells
3.1.1 Porters Five Forces
3.1.2 Porters Four Corners Analyse
3.1.3 Business Model Canvas (Osterwalder)
3.1.4 Fazit
3.2 Wettbewerbsfaktoren
3.3 Outsourcing – Faktoren
3.4 Marketing – Key Performance Indicators
3.5 Datenschutzfaktoren
3.6 Finanzielle Faktoren
3.7 Designanforderungen
3.8 Übersicht
4 Web 2.0 Marketing
4.1 Web 2.0 – Definition und Klassifikation
4.1.1 Web 2.0 – Eine Charakterisierung
4.1.2 Klassifikation von Web 2.0 Plattformen und Anwendungen
4.2 Web 2.0 Marketing
4.2.1 Was ist Web 2.0 Marketing?
4.2.2 Weshalb ist Web 2.0 Marketing anders?
4.3 Anwendung des Bewertungsmodells
4.3.1 Wettbewerbsfaktoren
4.3.2 Outsourcing – Faktoren
4.3.3 Marketing – KPIs
4.3.4 Datenschutzfaktoren
4.3.5 Finanzielle Faktoren
4.3.6 Designanforderungen
4.3.7 Fazit
5 Telecom 2.0 basiertes Marketing
5.1 Einleitung – Telecoms und Kundendaten
5.2 Der Bedarf eines neuen Geschäftsmodells
5.3 Telecom 2.0 basiertes Marketing – Ein neues Geschäftsfeld
5.4 Anwendung des Bewertungsmodells
5.4.1 Wettbewerbsfaktoren
5.4.2 Outsourcing – Faktoren
5.4.3 Marketing – KPIs
5.4.4 Datenschutzfaktoren
5.4.5 Finanzielle Faktoren
5.4.6 Designanforderungen
5.4.7 Fazit
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Marketing-Geschäftsmodelle im Web 2.0 und Telecom 2.0 zu untersuchen, detailliert darzustellen und mithilfe eines selbst entwickelten Bewertungsmodells zu evaluieren, um Unternehmen Entscheidungshilfen für ihre Marketingstrategie zu bieten.
- Entwicklung eines strukturierten Bewertungsmodells für Marketing-Geschäftsmodelle.
- Analyse und Charakterisierung von Web 2.0-basiertem Marketing.
- Untersuchung des Telecom 2.0-basierten Marketings als neues Geschäftsfeld für Telekommunikationsanbieter.
- Bewertung beider Konzepte hinsichtlich Wettbewerbsfaktoren, Outsourcing, Marketing-KPIs, Datenschutz und Finanzen.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Web 2.0 – Eine Charakterisierung
In den ersten zehn Jahren (1994 -2004) seiner breiten Nutzung war das Internet größtenteils eine weltweite Informationsquelle. Die Interaktivität aus Sicht der Nutzerbeteiligung war limitiert und bezog sich nur auf Inhalte, die von Unternehmen, Content Providern oder Online Anbietern bereitgestellt wurden. Nur wenige Anbieter ermöglichten dem Konsumenten eine aktive Rolle. Amazon ist ein Beispiel für ein Unternehmen, dass den Nutzer von Anfang an involvierte. Dem Amazon-Kunden war es möglich, Rezensionen zu Büchern zu schreiben und diese zu bewerten. Ein weiteres Beispiel aus den frühen Jahren des Internets ist das Unternehmen eBay. eBay stellt Nutzern eine Auktionsplattform bereit, während alle Inhalte in Form von Produkt-, Käufer- und Verkäuferbeschreibungen sowie Bewertungen von den Nutzern selbst erstellt werden. Das damalige Internet, heutzutage als Web 1.0 bezeichnet, war somit außer einigen Ausnahmen eine globale Informationsplattform, welche Interaktion mit dem Kunden wenn überhaupt nur über die bereitgestellten Inhalte ermöglichte. [Slab10]
In den letzten Jahren hat sich das Internet von einer „Informationsplattform“ zentraler Anbieter zu einer „Mitmachplattform“ entwickelt. Heute generieren die Benutzer eigenständig Inhalte und erstellen eigene Plattformen über die sie in direkten Dialog untereinander, mit ihrer Umwelt und den Unternehmen treten. Die Macht und der Einfluss der Benutzer und Konsumenten steigen dadurch enorm. Dieses Phänomen wird mit Web 2.0 bezeichnet. [Lamm09] [HaWK07]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einführung in den digitalen Wandel durch das Web 2.0 und die Notwendigkeit für Mobilfunkanbieter, neue Geschäftsmodelle wie Telecom 2.0 aufgrund gesättigter Sprachmärkte zu entwickeln.
2 Grundlagen und inhaltliche Abgrenzung: Definition der Begriffe Web 2.0 und Telecom 2.0 sowie Abgrenzung der untersuchten Thematiken.
3 Das Bewertungsmodell: Entwicklung eines Kriterienkatalogs in sechs Kategorien zur Bewertung von Marketing-Geschäftsmodellen, basierend auf Literatur zu Marketing-Methoden und Osterwalders Business Model Canvas.
4 Web 2.0 Marketing: Detaillierte Analyse des Web 2.0 Marketings, seiner Klassifikation und Anwendung des Bewertungsmodells anhand praktischer Beispiele wie Starbucks und Dunkin' Donuts.
5 Telecom 2.0 basiertes Marketing: Untersuchung der Möglichkeiten für Telekommunikationsanbieter, durch zweiseitige Geschäftsmodelle und Nutzung von Kundendaten Marketingprozesse für Unternehmenskunden zu optimieren.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Ergebnisse hinsichtlich der Potentiale und Herausforderungen von Web 2.0 und Telecom 2.0 Marketing sowie offene Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Web 2.0, Telecom 2.0, Marketing-Geschäftsmodelle, Mobile Marketing, Bewertungsmodell, Kundendaten, Social Media Marketing, Performance-Messung, Datenschutz, Return on Investment, Zielgruppenaffinität, virale Verbreitung, mobile Bezahlungssysteme, Usability, Outsourcing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht das Marketing im Web 2.0 mit dem entstehenden Geschäftsmodell des Telecom 2.0 Marketings.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die technologische Evolution vom Web 1.0 zum Web 2.0 sowie die strategische Neuausrichtung von Telekommunikationsanbietern durch die Nutzung von Kundendaten und zweiseitigen Plattformmodellen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist die Erstellung und Anwendung eines Bewertungsmodells, mit dem werbetreibende Unternehmen die Eignung und Effizienz von Web 2.0 und Telecom 2.0 Marketingkanälen systematisch beurteilen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein spezifisches Bewertungsmodell entwickelt, das Faktoren aus der Fachliteratur (Marketing Measurement) und dem Business Model Canvas von Osterwalder synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Bewertungsmodells und dessen Anwendung auf zwei spezifische Marketingformen, illustriert durch Fallbeispiele und regulatorische Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Datenschutz, ROI, virales Marketing, Kundendaten-Assets und zweiseitige Business-Plattformen.
Wie unterscheidet sich die Datenlage bei der Bewertung von Web 2.0 und Telecom 2.0?
Während für Web 2.0 Marketing bereits existierende Plattformen als Fallbeispiele zur Analyse dienen können, ist die Bewertung von Telecom 2.0 komplexer, da es sich um ein in der Branche noch sehr junges und weniger durch praktische Beispiele belegtes Modell handelt.
Welche Bedeutung hat das Telekommunikationsgesetz für das Telecom 2.0 Marketing?
Das Gesetz spielt eine zentrale Rolle, da es die datenschutzrechtlichen Grenzen definiert, innerhalb derer Mobilfunkanbieter Kundendaten für Werbezwecke oder Marktforschung überhaupt erst erheben, verarbeiten und monetarisieren dürfen.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Straube (Autor:in), 2011, Web 2.0-basiertes vs. Telecom 2.0-basiertes Marketing, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180399