In Zeiten starker Konkurrenz werden von den Unternehmen beim Einsatz des Personals Flexibilität, schnelle Reaktion und Effizienz erwartet. Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit sind Unternehmen gezwungen, viele Mitarbeiter des Stammpersonals zu entlassen. Dabei entstehen hinsichtlich der Personalstrukturen schwer zu deckende Lücken. Arbeitsausfälle können die Aufträge des Unternehmens gefährden und generell dem Image des Unternehmens schaden. Zeitarbeit kann hier einen wichtigen Beitrag leisten und den Personalbedarf schnell und kosteneffizient decken. In Deutschland existiert Zeitarbeit bereits seit den 60er Jahren und hat sich seitdem bemerkenswert entwickelt. Immer mehr Unternehmen nutzen erfolgreich das Potenzial dieses Personalmodels. Die Zeitarbeitsunternehmen haben sich im Laufe der Zeit spezialisiert und verleihen mittlerweile Arbeitskräfte für bestimmte Berufsfelder.
In der Regel erfüllen die Zeitarbeitnehmer die Erwartungen und Anforderungen des Arbeitsgebers. Sie stellen einen erwünschten Typ des Mitarbeiters dar, den die Unternehmen im idealen Fall benötigen: Sie sind flexibel, da sie für wechselnde Auftraggeber arbeiten und verschiedene Aufgaben erledigen, sie besitzen oft Teamgeist und zeigen oft eigene Initiative. Allerdings stellen die Unternehmen meist keine hohen Erwartungen an die Zeitarbeitnehmer, besonders wenn diese bestellt werden,um nur einfache Arbeiten zu erledigen.
In der vorliegenden Arbeit soll der Einsatz der Zeitarbeitnehmer in der Hotellerie untersucht werden. Vor allem soll darauf eingegangen werden, wie sich diese kommunikativ in dem entleihenden Haus integrieren, wie sie sich anpassen und welche Bedingungen ihre Motivation und Zufriedenheit erhöhen können.
Kurz gesagt, soll hinterfragt werden, wie die kommunikative Zusammenarbeit zwischen dem Zeitarbeitnehmer, dem Zeitarbeitsunternehmen und dem Hotel optimiert werden kann, so dass alle drei Seiten davon profitieren würden?
Zentrale Fragestellung: Welche Maßnahmen können für die kommunikative Integration der Zeitarbeitnehmer in der Hotellerie vorgenommen werden? Ist die Integration der Leiharbeiter generell notwendig und erwünscht?
Hauptsächlich wird der Einsatz der Leiharbeiter im Bereich des Services bzw. Gästebetreuung und Gästekommunikation im Hotel untersucht. Anderen Arbeitsbereichen im Hotel wird weniger Beachtung geschenkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff der Unternehmenskommunikation
2.1 Ziele und Funktionen
2.2 Externe und interne Kommunikation
2.3 Kommunikationsinstrumente
2.4 Integrierte Kommunikation
3. Zeitarbeit – Definition und Funktion
3.1 Zeitarbeitsfirma
3.2 Zeitarbeitnehmer
4. Kommunikation zwischen Zeitarbeitsfirma und Zeitarbeitnehmer
5. Begriff der Mitarbeiterkommunikation
5.1 Aufgaben und Ziele der Mitarbeiterkommunikation
5.2 Mitarbeiterinformation
5.3 Persönliche Kommunikation als Instrument der Mitarbeiterkommunikation
6. Aspekte der zwischenmenschlichen Kommunikation im Hotel
6.1 Leiharbeiter und Hotelangestellter - Beispiel der Experten-Laien Kommunikation
6.2 Fachsprache als Kommunikationsmittel im Hotel
6.3 Nonverbale Mitarbeiter- und Gästekommunikation
7. Kommunikation zwischen Zeitarbeitsfirma und Hotel als Entleiher
7.1 Kriterien der Auswahl geeigneter Leiharbeiter
7.2 Anforderungen im Bereich der Kommunikation
7.3 Qualifikation und Führung von Leiharbeitern
7.4 Integration ausländischer Leiharbeiter
7.5 Feedback an den Leiharbeiter und an die Zeitarbeitsfirma
8. Einsatz der Leiharbeiter im Betrieb am Beispiel "Radisson Blu Gewandthaus Hotel Dresden"
9. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Zeitarbeitnehmern in der Hotellerie mit einem besonderen Fokus auf die kommunikative Integration der Leiharbeiter in das entleihende Haus. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Maßnahmen können für die kommunikative Integration der Zeitarbeitnehmer in der Hotellerie vorgenommen werden und ist diese Integration generell notwendig und erwünscht?
- Grundlagen der Unternehmens- und Mitarbeiterkommunikation
- Die Rolle der Zeitarbeit in der Hotellerie
- Kommunikationsprobleme zwischen Experten (Hotelmitarbeiter) und Laien (Leiharbeiter)
- Strategien zur kommunikativen Integration ausländischer Leiharbeiter
- Einsatzmöglichkeiten von Feedback-Systemen zur Motivationssteigerung
Auszug aus dem Buch
6.1 Leiharbeiter und Hotelmitarbeiter - Beispiel der Experten-Laien Kommunikation
Viele Zeitarbeitsfirmen stellen heutzutage hauptsächlich Studenten als Mitarbeiter ein. Wenige von ihnen haben in der Regel Kenntnisse oder Erfahrung in der Gastronomie. Meistens sind es einfach junge Leute, die entweder ihr Studium finanzieren oder sich in einem anderen Bereich ausprobieren wollen. Das bedeutet, dass sie für die Gastronomie bzw. Hotellerie Laien sind. Aus diesem Grund kann die Kommunikation zwischen Leiharbeiter und Hotellangestellten als ein Beispiel der Experten-Laien Kommunikation betrachtet werden. Sie gehört mittlerweile zum alltäglichen Leben und erweist sich als ein interdisziplinärer Untersuchungsstand - wird aus sozialwissenschaftlicher, psychologischer, wirtschaftlicher und linguistischer Perspektive erforscht.
Im Kontext ihrer spezifischen Erkenntnisinteressen stellen sich die Forscher die Basisfragen: Wer ist ein Experte? Wer ist ein Laie? Auf welche Weise lässt sich das Expertenwissen definieren? Wie grenzen sich die Experten und Laien voneinander ab? Welche möglichen Störungen können bei der Experten-Laien Kommunikation auftreten? Wie kann die Kommunikation optimiert werden, um die gegenseitige Verständigung zu gewährleisten? Denn in der Regel sind Missverständnisse schwer zu vermeiden, wenn zwei Menschen miteinander reden, da unterschiedliche Wissenswelten und Erfahrungen auf einander treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die Problematik von Personalengpässen in der Hotellerie dar und führt in das Konzept der Zeitarbeit als Lösungsansatz ein.
2. Begriff der Unternehmenskommunikation: Definiert die Grundlagen, Ziele und Instrumente der Unternehmenskommunikation sowie deren Bedeutung für den Unternehmenserfolg.
3. Zeitarbeit – Definition und Funktion: Erläutert das rechtliche und funktionale Dreiecksverhältnis zwischen Zeitarbeitsfirma, Zeitarbeitnehmer und Entleihbetrieb.
4. Kommunikation zwischen Zeitarbeitsfirma und Zeitarbeitnehmer: Beschreibt die meist digitalen und indirekten Kommunikationswege bei der Anbahnung und Abwicklung von Arbeitsverhältnissen.
5. Begriff der Mitarbeiterkommunikation: Diskutiert die interne Kommunikation als strategisches Instrument zur Identifikationsförderung und Mitarbeitermotivation.
6. Aspekte der zwischenmenschlichen Kommunikation im Hotel: Analysiert fachsprachliche und nonverbale Kommunikationshürden im spezifischen Kontext der Hotellerie.
7. Kommunikation zwischen Zeitarbeitsfirma und Hotel als Entleiher: Behandelt Auswahlkriterien für Personal, Feedback-Prozesse und die spezielle Herausforderung der Integration ausländischer Kräfte.
8. Einsatz der Leiharbeiter im Betrieb am Beispiel "Radisson Blu Gewandthaus Hotel Dresden": Bietet eine empirische Fallstudie zur praktischen Anwendung der erarbeiteten Theorien.
9. Zusammenfassung: Fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer aktiven Integrationsstrategie für den langfristigen Erfolg.
Schlüsselwörter
Zeitarbeit, Hotellerie, Unternehmenskommunikation, Mitarbeiterkommunikation, Integration, Experten-Laien Kommunikation, Fachsprache, Personaldienstleistung, Motivation, Feedback, Unternehmenskultur, Radisson Blu, Leiharbeit, Interkulturelle Kompetenz, Servicequalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die kommunikative Zusammenarbeit und Integration von Zeitarbeitnehmern im Bereich der Hotellerie, um die Effizienz der Dienstleistungserbringung zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Unternehmens- und Mitarbeiterkommunikation, die Struktur der Zeitarbeitsbranche sowie interdisziplinäre Ansätze aus der Linguistik, Psychologie und dem Personalmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Maßnahmen aufzuzeigen, wie Leiharbeiter kommunikativ in ein bestehendes Hotel-Stammteam integriert werden können, um so die Zufriedenheit auf allen Seiten zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, basierend auf Quellenlektüre, Beobachtungen und Erfahrungsberichten sowie einer empirischen Fallstudie eines Dresdner Hotels.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kommunikation und Zeitarbeit, Analysen zu speziellen Anforderungen in der Hotellerie (Fachsprache, nonverbale Kommunikation) und prozessuale Empfehlungen für Feedback und Führung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Zeitarbeit, Hotellerie, Mitarbeiterkommunikation, Integration, Experten-Laien-Kommunikation und Servicequalität.
Welche Rolle spielt die Fachsprache in der Hotellerie laut der Autorin?
Die Fachsprache dient als professionelles Mittel zur Verständigung, stellt jedoch insbesondere für fachfremde Leiharbeiter eine Barriere dar, die durch gezielte Schulungen überwunden werden muss.
Wie kann das Problem der „Experten-Laien-Kommunikation“ im Hotel gelöst werden?
Lösungen umfassen den Perspektivenwechsel, das gezielte Nachfragen durch Experten sowie das Umschreiben komplexer Fachtermini, um ein gemeinsames Wissensverständnis zu schaffen.
Warum wird Feedback als Führungsinstrument für Leiharbeiter hervorgehoben?
Feedback hilft, Verhaltensweisen zielgerichtet zu steuern, die Motivation zu heben und Fehlerquellen frühzeitig zu identifizieren, was bei der hohen Fluktuation von Leiharbeitern besonders wichtig ist.
- Arbeit zitieren
- Olga Risukhina (Autor:in), 2011, Zeitarbeit in der Hotellerie. Kommunikative Integration der Zeitarbeitnehmer durch Zeitarbeitsfirma und Entleiher, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180260