1. Aufbau der Hausarbeit und Einordnung des Siglo de Oro
Ich habe meine Hausarbeit folgendermaßen aufgebaut: Zunächst behandle ich die externe Sprachgeschichte. Diese umfasst die geschichtlichen Ereignisse, wie zum Beispiel die Regierungszeit Karls V. und Philipps II. und das Ende der Vormachtstellung Spaniens im 17. Jahrhundert. Die externe Sprachgeschichte ist der Rahmen, in dem der sprachliche Wandel, also die interne Sprachgeschichte verstanden werden kann. Bei der Abhandlung der internen Sprachgeschichte gehe ich näher auf die Entwicklung zum Neuspanischen, die Grammatiken und den Wortschatz ein. besonders ausführlich beschäftige ich mich mit den sprachlichen Veränderungen im phonischen und grammatischen Bereich. An zahlreichen Beispielen werden die Änderungen verdeutlicht.
Die Epoche des Siglo de Oro, das Goldene Zeitalter der spanischen Kultur, Literatur und Sprache, lässt sich ins 16. und 17. Jahrhundert einordnen. Der Beginn der Epoche wird mit dem Jahr 1492, dem Annus mirabilis, datiert. In diesem Jahr fand die Reconquista Granadas statt, Kolumbus entdeckte Amerika, die Judenvertreibung begann (Bollée 2003, 82).
Das Todesjahr Calderόns, 1681, markiert das Ende des goldenen Zeitalters.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufbau der Hausarbeit und Einordnung des Siglo de Oro
2. Externe Sprachgeschichte
2.1. Die Regierungszeit Karls V. (1519 - 1556)
2.2. Die Regierungszeit Philipps II. (1556 – 1598)
2.3. 17. Jahrhundert – Ende der Vormachtstellung Spaniens
3. Interne Sprachgeschichte
3.1. Die Entwicklung zum Neuspanischen
3.2. Grammatiken und Lexikographie im Siglo de Oro
3.3. Sprachliche Veränderungen
3.3.1. Allgemein
3.3.2. Veränderungen im phonischen Bereich
3.3.3. Veränderungen im grammatischen Bereich
3.3.4. Weitere Veränderungen
3.4. Wortschatz
4. Bedeutung des Siglo de Oro
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Siglo de Oro als entscheidende Epoche der spanischen Sprachgeschichte. Das primäre Ziel ist es, den Transformationsprozess vom Altspanischen zum modernen Spanisch anhand historischer Ereignisse und sprachwissenschaftlicher Analysen nachzuzeichnen, um die Etablierung der kastilischen Norm zu verdeutlichen.
- Historische Rahmenbedingungen unter Karl V. und Philipp II.
- Entwicklung des Neuspanischen und Bedeutung der Buchdruckerkunst
- Phonologische Umstrukturierungen (Revolución fonológica)
- Grammatische Regularisierung und Pronominalwandel
- Lexikalische Erweiterungen durch Kultismen und Entlehnungen
Auszug aus dem Buch
3.3.2. Veränderungen im phonischen Bereich
Die lautlichen Veränderungen beziehen sich hauptsächlich auf den Konsonantismus, aber auch im Vokalismus gibt es einige kleine Veränderungen. Zwar werden „die Schwankungen bei den unbetonten Vokalen […] seltener […] dennoch wird noch keine völlige Vereinheitlichung erreicht, es finden sich noch Formen mit e/o statt i/u z.B. recebir (Lazarillo), mormorar, sepoltura (Santa Teresa), und umgekehrt mit Schließung von e/o zu i/u: quiriendo, puniendo (Valdés), sigún, siguro (Santa Teresa) usw.“ (Lapesa 1981, 368 zitiert nach Bollée 2003, 109).
Das Hauptaugenmerk liegt auf den tiefgreifenderen Veränderungen im Konsonantismus. Aus diesen Änderungen ergibt sich das heutige phonologische System des Kastilischen und des español atlántico (Bollée 2003, 109). Die Veränderungen setzten sich langsam durch, bedingt durch eine „Veränderung der Norminstanz“ (Bollée 2003, 109), das heißt, kulturelle und politische Ereignisse waren Auslöser für den Wandel in der Sprache. Wie oben schon erwähnt, machte Philipp II. Madrid zur Hauptstadt. Madrid wuchs enorm schnell und hatte großen wirtschaftlichen Aufwind. Da viele Zugezogene aus dem altkastilischen Raum waren, „geriet die Sprache des Hofes unter altkastilischen Einfluss“ (Bollée 2003, 109). Die Veränderungen im Konsonantismus werden als „revolución fonética“, besser als „revolución fonológica“ bezeichnet (Dietrich/Geckeler 1993, 168).
Den Hauptteil der revolución fonológica stellt der Lautwandel der Sibilanten dar. Der Ausdruck Sibilanten (=Reibelaut) bezieht sich auf frikative oder affrikate Konsonanten, die dental, alveolar oder palatal ausgesprochen werden. Im Altspanischen gab es sieben solcher Phoneme. Zur Erklärung des Lautwandels der Sibilanten werden hier sechs Phoneme aufgeführt, die sich zu drei Paaren zusammengefügt haben. Das Phonem /t / wird nicht miteinbezogen (Penny 1995, 86).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufbau der Hausarbeit und Einordnung des Siglo de Oro: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der Epoche von 1492 bis 1681 und skizziert das methodische Vorgehen der Untersuchung.
2. Externe Sprachgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet die politische Entwicklung Spaniens unter Karl V. und Philipp II. sowie den langsamen Machtverlust im 17. Jahrhundert als historischen Kontext für den Sprachwandel.
3. Interne Sprachgeschichte: Der Hauptteil analysiert die sprachliche Entwicklung hin zum Neuspanischen, inklusive phonologischer Revolutionen, grammatischer Veränderungen und der lexikalischen Bereicherung.
4. Bedeutung des Siglo de Oro: Das Fazit fasst zusammen, dass die Epoche das Spanische zu einer Weltkultursprache erhob und die Grundlagen für das moderne Spanisch legte.
Schlüsselwörter
Siglo de Oro, Spanische Sprachgeschichte, Altspanisch, Neuspanisch, Konsonantismus, Sibilanten, Sprachwandel, Grammatik, Lexikographie, Kultismen, Leísmo, Kastilisches Spanisch, Sprachkontakt, Hispanisierung, Sprachnorm
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der spanischen Sprache während des Siglo de Oro, einer Epoche, in der sich das Spanische vom Altspanischen zum modernen, kodifizierten System wandelte.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Untersuchung umfasst die externe Geschichte (politische Machtverhältnisse) und die interne Sprachgeschichte, mit besonderem Fokus auf Phonologie, Grammatik und Wortschatz.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, die interne Entwicklung der spanischen Sprache als Resultat historischer und kultureller Veränderungen darzustellen und die Etablierung des modernen Standards zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine deskriptive und historische Sprachanalyse angewandt, die primäre und sekundäre fachwissenschaftliche Literatur nutzt, um sprachliche Wandelprozesse nachzuweisen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil besonders hervorgehoben?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die sogenannte "revolución fonológica" bei den Sibilanten sowie auf grammatische Regularisierungen bei Verben und Pronomen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Siglo de Oro, Sibilanten, Sprachwandel, kastilische Norm und Neuspanisch.
Warum war der Aufstieg Madrists zur Hauptstadt sprachgeschichtlich bedeutsam?
Der Zuzug vieler Menschen aus altkastilischen Gebieten nach Madrid führte dazu, dass die Sprache des Hofes unter altkastilischen Einfluss geriet, was maßgeblich zur Standardisierung beitrug.
Was genau versteht man unter der "revolución fonológica"?
Dieser Begriff beschreibt den fundamentalen Lautwandel des Sibilantensystems, bei dem aus einem komplexen altspanischen System mit sieben Phonemen durch Zusammenfall und Lautverschiebung ein reduziertes modernes System entstand.
- Arbeit zitieren
- Anna Schöffer (Autor:in), 2006, Das Siglo de Oro und die Veränderungen vom Altspanischen zum modernen Spanisch, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180256