Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Sociology - General and Theoretical Directions

Die Wirklichkeit der Alltagswelt

Title: Die Wirklichkeit der Alltagswelt

Seminar Paper , 2000 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Soz. Uwe Liskowsky (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Alltagswelt bzw. Lebenswelt des Menschen ist in verschiedene Strukturen gegliedert. Ich möchte mich um eine zusammenhängende Darlegung der wichtigsten Strukturen und um eine Erklärung des Wissens in der Alltagswelt bemühen. Wie ist die alltäglich wahrgenommene Welt aufgebaut? Wie teilt sich das Wissen, welches für die Bewältigung von bewusst oder unbewusst wahrgenommenen Problemen von Bedeutung ist, ein? Wie funktioniert daraufhin das gesellschaftliche Miteinander bzw. die soziale Interaktion?
Zuerst gilt es die Wirklichkeit der Alltagswelt zu untersuchen, denn an ihr nimmt der Mensch in regelmäßiger Wiederkehr teil. Nur in der verallgemeinerten Lebenswelt kann er sich mit seinen Mitmenschen verständigen. Der Lebensbereich soll also von dem Akteur als schlicht gegeben vorgefunden werden. Sein alltägliches Handeln und die Motive dafür sind dabei von Interesse. Des Weiteren kann prinzipiell davon ausgegangen werden, dass jeder Mensch mit einem eigenen Bewusstsein ausgestattet ist, d.h. die Welt in der sich die vernunftbegabten Menschen aufhalten ist intersubjektiv. Die Alltagswelt ist also nahezu für alle Menschen gleich strukturiert bzw. sinnvoll. Sie ist das Feld, in der die Menschen täglich miteinander umgehen wobei die ähnlichen Wahrnehmungen und Deutungsschemata einen wechselseitigen Charakter aufweisen. Der Gewissheit der erklärten Deutung eines Objektes folgt die Annahme, dass der momentan Deutende für einen Anderen genauso ein Objekt mit grundsätzlich gleichen Charakteristika darstellt.
Alfred Schütz – der als Begründer der phänomenologischen Soziologie gilt – begrenzt dabei die wesentlichen Punkte auf: a) die körperliche Existenz anderer Menschen; b) körpereigenes Bewusstsein; c) Außenweltdinge die für mich und meine Mitmenschen die gleiche Bedeutung haben; d) die Wechselwirkung zu den Mitmenschen; e) die Verständigung unter Mitmenschen etc. (vgl. Schütz/Luckmann, S. 25 ff).
Das angesammelte Wissen hat seinen Ursprung in eigenen sowie von anderen übermittelten Erfahrungen. Diese Übermittlung findet durch Zeichensysteme statt, welche die signifikanten Symbole objektiviert bzw. verdinglicht und sie somit in meinen Wissensvorrat konstituiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wirklichkeit der Alltagswelt

3. Die Vis-a-vis-Situation

4. Objektivierung/Zeichensysteme

5. Das Alltagswissen

6. Der Wissenserwerb

7. Wissen in Abhängigkeit von Relevanz und Typik

8. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die zentralen Strukturen der Alltagswelt sowie die Entstehung und Bedeutung von Wissen innerhalb dieses Lebensbereichs phänomenologisch zu erläutern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Menschen durch intersubjektive Prozesse, Kommunikation und Typisierung eine sinnhafte, gesellschaftlich geteilte Wirklichkeit konstruieren und ihr tägliches Handeln darin orientieren.

  • Strukturelle Analyse der Alltagswelt als Lebenswelt
  • Die Rolle von Sprache und Zeichensystemen für die Intersubjektivität
  • Wissenserwerb und die Sedimentierung von Erfahrungen
  • Mechanismen der Typisierung als Grundlage für soziales Handeln
  • Das Verhältnis von Relevanzstrukturen und individuellem Wissensvorrat

Auszug aus dem Buch

3. Die Vis-a-vis-Situation

Die Vis-a-vis-Situation ist der Prototyp aller gesellschaftlichen Interaktionen, da ich den Anderen in lebendiger Gegenwart vor mir habe und weiß, dass er mich mit der gleichen Gegenwärtigkeit wahrnimmt. Hierbei handelt es sich um die Reziprozität der Perspektiven. Der Andere verweist auf mich selbst (vgl. Husserl, S. 171). „Ich erkenne das Subjekt-Sein des Anderen an einer Fülle von Anzeichen“ (Luckmann/Berger, S. 31). Da der Andere wirklich ist, ist er ein Teil der Gesamtwirklichkeit der Alltagswelt und dient der Veranschaulichung derselben. Allerdings wird er mir nie so wirklich sein, wie ich mir selbst.

Durch die Wechselwirkung des Betrachtens und des Betrachtet-Werdens, entstehen viele Möglichkeiten der Vis-a-vis-Situation. Jede subjektive Äußerung schafft eine neue Situation, in wie weit die subjektiven Äußerungen so wirken wie sie gemeint sind, bleibt dabei allerdings fraglich. Somit können Missverständnisse usw. entstehen, da unser Wissen bzw. Einschätzen der gegebenen Situation nicht als unzweifelhaft richtig gelten kann (Ironie, List usw.). Der Mensch schafft sich dennoch Typen von Situationen, so genannten Typisierungen. Typisierungen kann man als Schablonen für bestimmte Situationen beschreiben. Dabei gilt zu beachten, dass nicht jede Situation neu hinterfragt werden kann.

Somit kann es z.B. zu Vorurteilen kommen bzw. die Typisierungen können sich als falsch erweisen. In diesem Fall müssen sie, wenn es die Situation erfordert, im möglichen Rahmen ergänzt bzw. revidiert werden. Als Beispiel der angesprochenen Typisierungen kann die Verhandlung von Käufer und Verkäufer dienen. Beide handeln nach bestimmten Routinen, die reziproken Charakter aufweisen. Weiterhin kann man sagen, dass die Typen gesellschaftlicher Interaktionen anonymer werden, je weiter sie sich von der Vis-a-vis-Situation entfernen. In direkter Kommunikation erkenne ich den Partner genauestens, dagegen nehme ich den Menschen durch z.B. Medien nur oberflächlich wahr. Ich erkenne somit nur limitierte Eigenschaften ihrer Persönlichkeit und verallgemeinere sie auf diese „Sorte“ von Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Struktur der Alltagswelt und legt das Ziel fest, die Konstruktion von Wissen und die soziale Interaktion innerhalb dieser Welt zu untersuchen.

2. Die Wirklichkeit der Alltagswelt: Dieses Kapitel erläutert die Intentionalität des Bewusstseins und die raum-zeitliche Organisation der Alltagswelt als objektivierte Wirklichkeit.

3. Die Vis-a-vis-Situation: Hier wird die direkte Begegnung als Prototyp der Interaktion dargestellt, wobei der Fokus auf der Reziprozität der Perspektiven und dem Prozess der Typisierung liegt.

4. Objektivierung/Zeichensysteme: Das Kapitel behandelt die Bedeutung von Zeichen und insbesondere der Sprache als Vermittler von subjektivem Sinn und Voraussetzung für soziale Interaktion.

5. Das Alltagswissen: Es wird analysiert, wie ein kulturell geprägter, gesellschaftlicher Wissensvorrat die Orientierung des Individuums ermöglicht und Alltagshandeln durch Routine vereinfacht.

6. Der Wissenserwerb: Dieser Abschnitt beschreibt Wissenserwerb als biographische Sedimentierung von Erfahrungen, ausgehend von der Wahrnehmung bis hin zur Retention.

7. Wissen in Abhängigkeit von Relevanz und Typik: Das Kapitel untersucht, wie persönliches Interesse und Relevanzstrukturen bestimmen, welche Aspekte der Welt als Typen verarbeitet werden.

8. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst Wissen und Sprache als zentrale Mechanismen der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit zusammen.

Schlüsselwörter

Alltagswelt, Lebenswelt, Intersubjektivität, Wissenssoziologie, Vis-a-vis-Situation, Typisierung, Objektivierung, Zeichensysteme, Sprache, Routine, Wissensvorrat, Relevanz, Phänomenologie, Sozialisation, Sinnkonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der phänomenologischen Soziologie und der Frage, wie Individuen die Alltagswelt als eine sinnhafte und strukturierte Wirklichkeit erfahren und mitgestalten.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Beschaffenheit der Alltagswelt, die Bedeutung der Intersubjektivität, die Rolle der Sprache als Zeichensystem sowie die Prozesse des Wissenserwerbs und der Typisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine zusammenhängende Darlegung der Strukturen der Alltagswelt und die Erklärung, wie soziales Miteinander auf Basis eines geteilten, aber individuell verarbeiteten Wissensvorrats funktioniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf dem phänomenologischen Ansatz, insbesondere unter Rückgriff auf Alfred Schütz, Thomas Luckmann und Peter L. Berger, um soziale Prozesse theoretisch zu durchdringen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Alltagswelt, die Bedeutung der persönlichen Interaktion (Vis-a-vis), die Funktion von Sprache für das gegenseitige Verständnis und wie Menschen ihre Erfahrungen durch Kategorisierung und Typisierung ordnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Alltagswelt, Intersubjektivität, Typisierung, Wissensvorrat und phänomenologische Soziologie beschreiben.

Welche Rolle spielt die Sprache im Prozess der Wissenskonstruktion?

Sprache fungiert als das wichtigste Zeichensystem, das es ermöglicht, subjektiven Sinn in eine objektive, für andere zugängliche Form zu überführen und Erlebnisse über die aktuelle Situation hinaus zu speichern.

Wie unterscheiden sich Routinewissen und Rezeptwissen?

Routinewissen ist ein grundlegendes, gewohnheitsmäßiges Wissen, das jedem Handeln vorgelagert ist, während Rezeptwissen spezifische, automatisierte Fertigkeiten zur Lösung praktischer Probleme im Alltag darstellt.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Die Wirklichkeit der Alltagswelt
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Grade
1,3
Author
Dipl.-Soz. Uwe Liskowsky (Author)
Publication Year
2000
Pages
13
Catalog Number
V180172
ISBN (eBook)
9783656028765
ISBN (Book)
9783656028918
Language
German
Tags
Alltagswelt Wissenssoziologie Phänomenologie Schütz Berger Luckmann Husserl
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz. Uwe Liskowsky (Author), 2000, Die Wirklichkeit der Alltagswelt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180172
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint