Obwohl der bilinguale Unterricht in den letzten zehn Jahren immer verstärkter Einzug in die deutschen Klassenzimmer gefunden hat, wird dieses Konzept im Mathematikunterricht noch immer selten eingesetzt. Dabei bietet gerade der Mathematikunterricht viel Anlass zur Handlungsorientierung und zahlreiche Möglichkeiten zur interkulturellen Perspektive.
Im Sommersemester 2010 ging ich zusammen mit meiner Kommilitonin auf die Suche nach einem geeigneten Thema für ein Projekt im bilingualen Mathematikunterricht der Grundschule. Vor allem der Bereich der Größen und der Geometrie, so zeigte sich bei einer Recherche in der Literatur, bietet dabei zahlreiche Umsetzungsmöglichkeiten. Nach einigen Überlegungen entschlossen wir uns, den Kalender zum Thema unseres Projektes zu machen. Wir wählten dieses Thema, da es durchaus große Relevanz im Leben einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers hat, vielleicht aber gerade auf Grund seines Lebensweltbezugs eher selten im schulischen Unterricht beleuchtet wird. Wir gingen davon aus, dass den Schülerinnen und Schülern nicht alle Begriffe bekannt waren und wollten sie im Rahmen unseres Projektes vertrauter mit diesem Thema machen.
In dieser Arbeit gehe ich zuerst auf die Bedeutung des Kalenders im Allgemeinen und mit Bezug auf die Schülerinnen und Schüler im Besonderen ein, bevor ich didaktische Aspekte zur Durchführung des Projekts im Unterricht näher beleuchte sowie Lernziele darstelle. Des Weiteren werden die theoretischen Grundlagen des bilingualen Unterrichts, insbesondere des bilingualen Mathematikunterrichts, vorgestellt. Abschließend liegt der Fokus auf meinem Auslandssemester. Im letzten Teil dieser Arbeit findet sich dazu das Portfolio zum Auslandssemester.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Sachanalyse
2. Didaktische Analyse
2.1. Themenbegründung
2.2. Relevanz des Themas für die Schülerinnen und Schüler
2.3. Didaktische Reduktion
3. Lernziele
4. Theoretische Grundlagen des bilingualen Unterrichts
4.1. Mathematik als bilinguales Sachfach
5. Verlaufsplan
6. Portfolio zum Auslandssemester
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und die Bedeutung des bilingualen Mathematikunterrichts in der Grundschule am Beispiel des Themas „Kalender“. Dabei wird analysiert, wie durch die Verknüpfung von fachlichen Inhalten und Fremdsprachenerwerb sowohl mathematisches Verständnis als auch interkulturelle Kompetenzen gefördert werden können.
- Grundlagen des bilingualen Unterrichts (CLIL)
- Mathematik als bilinguales Sachfach
- Didaktische Konzepte zur Zeitrechnung
- Praktische Umsetzung in einem Unterrichtsprojekt
- Reflexion durch ein Portfolio zum Auslandssemester
Auszug aus dem Buch
1. Sachanalyse
For centuries, calendars have been used to research regularity and to document the lapse of time: “Kalender bilden den Zeitablauf ab, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu beschreiben. Ein Datum benennt dabei bestimmte, einzelne Zeitpunkte.“ (Görke 2011, p.3, emph. in original). The way in which days would be counted was defined but different peoples in the world used different methods. Thus, for Slaves and other agricultural peoples, the period of time between two harvests was a year, whereas for American Indians, a new year started after the first snowfall and for Australians after the first rainfall (Sawelski 1977, p. 12). These ways of measuring were very inaccurate (ibid.).
4000 years ago in Ancient Babylon, the first moon calendar measured a year beginning with the new moon (Sawelski 1977). The months were 29 and 30 days long so that there were twelve months with a total of 354 days (ibid.). There was a gap to the real length of a year which is 365.2422 days long (ibid.). Because of this, every three to eight years, an extra month was added.
In 4 BC, the Hebrews introduce a so called Lunisolar Calendar based on the moon and the sun (Sawelski 1977). It has twelve months, each with 29 or 30 days (ibid.). Seven times in 19 years, a 30-day month is added (ibid.). Even after adding this extra month, there was still a mismatch between the length of the calendar and the real length of the year; so another day is added every year that starts with a Sunday, Wednesday or Friday (ibid.). Despite the high number of corrections necessary to adjust this calendar to the real length of the year, in the end it matches the revolution of the earth around the sun quite well (ibid.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation für das Projekt im bilingualen Mathematikunterricht und beschreibt den Entstehungsprozess sowie die Struktur der vorliegenden Arbeit.
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung von Kalendersystemen und die wissenschaftlichen Grundlagen der Zeitmessung.
2. Didaktische Analyse: Es wird begründet, warum das Thema Kalender einen hohen Lebensweltbezug für Kinder aufweist und wie es sich in den Bildungsplan für Mathematik und Englisch integrieren lässt.
3. Lernziele: Dieses Kapitel definiert die angestrebten fachlichen, fremdsprachlichen sowie personalen und sozialen Lernziele des Projekts.
4. Theoretische Grundlagen des bilingualen Unterrichts: Hier werden Konzepte wie CLIL sowie die spezielle Eignung und Herausforderung von Mathematik als bilinguales Sachfach theoretisch fundiert.
5. Verlaufsplan: Dieser Teil präsentiert die konkrete Unterrichtsplanung für das Projekt „Discovering the Calendar“ inklusive der Lernphasen und Medieneinsatz.
6. Portfolio zum Auslandssemester: Der abschließende Teil reflektiert die persönlichen Erfahrungen und die professionelle Entwicklung der Autorin während ihres Auslandsaufenthaltes.
Schlüsselwörter
Bilingualer Unterricht, Mathematik, Grundschule, Kalender, CLIL, Fremdsprachenlernen, Zeitmessung, Interkulturelles Lernen, Didaktik, Auslandssemester, Sachunterricht, Datumsangaben, Lernziele, Unterrichtsplanung, Sprachkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Durchführung eines bilingualen Unterrichtsprojekts zum Thema „Kalender“ für die Grundschule im Fach Mathematik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Verbindung von mathematischer Bildung und Fremdsprachenerwerb, historischen Grundlagen der Zeitrechnung sowie didaktischen Strategien für den bilingualen Sachfachunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Mathematikunterricht in der Grundschule durch ein bilinguales Setting nicht nur kognitiv anspruchsvoll, sondern auch interkulturell bereichernd gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur zum bilingualen Lehren und Lernen sowie auf einer praxisorientierten Unterrichtsplanung und einer reflexiven Portfolioarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der Zeitrechnung, didaktische Begründungen, Lernzielformulierungen und die theoretische Fundierung des bilingualen Ansatzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Bilinguale Didaktik, Mathematikunterricht, Grundschule, CLIL und interkulturelle Kompetenz.
Warum wird Mathematik oft als ungeeignet für bilingualen Unterricht angesehen?
In der Literatur wird häufig angeführt, dass das Fach zu schwierig sei und der Fokus rein auf Zahlen und Formeln liege, was jedoch durch die Autorin kritisch hinterfragt wird.
Welche Rolle spielt die „Pendelstrategie“ im Unterricht?
Sie dient als methodische Hilfe für die Lehrkraft, um situativ zwischen der fremdsprachlichen Kommunikation und dem inhaltlichen Verständnis in der Muttersprache zu wechseln.
Wie trägt das Auslandssemester zur Arbeit bei?
Das Portfolio zum Auslandssemester reflektiert die professionelle Entwicklung der Autorin und bietet einen Vergleich zwischen US-amerikanischen und deutschen Lehr-Lern-Kulturen.
- Arbeit zitieren
- Luisa Liebold (Autor:in), 2011, Discovering The Calendar, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180129