Inline-Skating wird im Kerncurriculum für die gymnasiale Oberstufe dem Erfahrungs- und Lernfeld A zugeordnet. Die im Kerncurriculum geforderte Erweiterung des Repertoires der Basistechniken im Inline-Skating wird durch das Thema der Lehrprobenstunde eingelöst.
Gleichzeitig werden die konditionellen Grundlagen in den Bereichen der allgemeinen Ausdauer sowie der Schnelligkeitsausdauer trainiert. Die Thematisierung des Übersetzens im Inline-Skating vor dem Hintergrund der Sinnperspektiven „Leistung“ und „Eindruck“ weist für die Schüler einen hohen Aufforderungs- sowie Motivationscharakter auf.
Die Tatsache, dass bei sicherer Beherrschung der Technik die messbare Leistungsfähigkeit vor allem auf den Sprintdistanzen erhöht werden kann rechtfertigt die Vermittlung der schwierigen Wettkampftechnik. Der Verlauf der Unterrichtsreihe hat gezeigt, dass der Großteil der Schüler bereits über grundlegende Fertigkeiten im Inline-Skating verfügt. Die motorische Ausführung vollzieht sich meist jedoch intuitiv und erfordert eine Bewusstseinsschaffung ihrer Handlungsentscheidungen durch die Analyse, Funktion und Reflexion ihrer Fertigkeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Bemerkungen zur Lerngruppe
2. Curriculare Einordnung
3. Rahmenbedingungen
4. Relevantes Eingangsverhalten
5. Didaktische Entscheidungen
6. Stundenziel
7. Lernziele
7.1 Im motorischen Bereich
7.2 Im kognitiven Bereich
7.3 Im sozial-affektiven Bereich
8. Methodische Entscheidungen
9. Geplanter Unterrichtsverlauf
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Schülern der gymnasialen Oberstufe die komplexe Technik des Übersetzens im Inline-Skating zu vermitteln, um deren Effizienz und Geschwindigkeit bei Kurvenfahrten auf kurzen Distanzen zu steigern und gleichzeitig ein Verständnis für biomechanische Bewegungsabläufe zu fördern.
- Vermittlung der Technik "Übersetzen" im Inline-Skating
- Optimierung der Kurvengeschwindigkeit durch gezielten Kanteneinsatz
- Förderung der Selbstständigkeit und Reflexionsfähigkeit durch offene Lernformen
- Stärkung der allgemeinen Grundlagen- und Schnelligkeitsausdauer
- Analyse und Anwendung von biomechanischen Prinzipien der Gewichtsverlagerung
Auszug aus dem Buch
Kurvenfahrten im Inline-Skating: Das Übersetzen als Mittel zur Zeitminimierung auf kurzen Distanzen?
Anhand der Übersetzbewegung gegen den Uhrzeigersinn wird der erste Abstoß näher erläutert. Zwecks einer allgemeinen Fertigkeitsschulung soll in der Lehrprobenstunde eine beidbeinige Ausbildung des Übersetzens geschult werden. Der Schüler gleitet auf dem kurveninneren linken Skate und stößt sich mit dem äußeren rechten Skate ab. Schon bevor der rechte Skate gekreuzt vor den linken Skate in Kurvenrichtung auf den Boden gesetzt wird, beginnt das linke Bein sich zu strecken. Das gesamte Körpergewicht wird auf die Außenkante des linken Beines verlagert. Dieses streckt sich diagonal unter den Körperschwerpunkt nach hinten-außen durch. Die Streckbewegung muss nach schräg-hinten ausgeführt werden, da sonst die Gefahr des Strauchelns besteht. Der Abdruckswiderstand und die Beschleunigungsleistung sind demzufolge am höchsten. In der Mitte der Abstoßbewegung wird das Körpergewicht von der linken Außenkante auf die rechte Innenkante verlagert [vgl. 2, S. 129].
Das linke Abstoßbein wird völlig gestreckt, um den Abdruckweg und somit die Kurvengeschwindigkeit zu maximieren. Die Verkleinerung des Kniewinkels erlaubt zusätzlich einen erhöhten Abdrucksweg. Außerdem erleichtert die Streckung die Kreuzbewegung des rechten Beins. Nach Beendigung der Streckbewegung wird der linke Skate hinter dem rechten Bein nah an die Kurvenlinie zurückgeführt und parallel neben den rechten Skate aufgesetzt. Die Rückführung erfolgt dicht über dem Boden, weil eine erhöhte Körperschwerpunktposition eine Verlangsamung der Rückführbewegung des Abstoßbeines zur Folge hätte. Je enger die Kurve ausgeführt wird, desto weiter muss das Körpergewicht nach hinten verlagert sein [vgl. 6, S. 312]. Das gesamte Gewicht verlagert sich auf die Innenkante des rechten Skates. Der Unterschenkel und der Skate bilden einen Anstellwinkel von 45° zum Boden, damit die ausgeübte Kraft ausreichend Bodenkontakt auf den Untergrund übertragen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bemerkungen zur Lerngruppe: Analyse der motorischen Voraussetzungen, Lernmotivation und Leistungsheterogenität des Sportkurses in der gymnasialen Oberstufe.
2. Curriculare Einordnung: Einbettung der Unterrichtsstunde in die übergeordnete zwölfstündige Unterrichtsreihe zur Entwicklung von Skating-Fertigkeiten und Ausdauerleistungen.
3. Rahmenbedingungen: Darstellung der organisatorischen Gegebenheiten wie Ort und Zeit sowie die Berücksichtigung äußerer Einschränkungen durch Hallensanierung.
4. Relevantes Eingangsverhalten: Zusammenfassung der bei den Schülern bereits vorhandenen Kenntnisse bezüglich Sicherheit, Fachsprache und technischer Grundlagen.
5. Didaktische Entscheidungen: Begründung der Themenwahl vor dem Hintergrund der sportlichen Anforderungen, der motorischen Komplexität und der Kompetenzförderung.
6. Stundenziel: Definition der angestrebten individuellen Leistungsentwicklung der Schüler bei der Ausführung der Übersetztechnik.
7. Lernziele: Aufschlüsselung der motorischen, kognitiven und sozial-affektiven Lernfortschritte, die im Verlauf der Stunde erreicht werden sollen.
8. Methodische Entscheidungen: Erläuterung der gewählten Unterrichtsmethoden wie Beobachtung, Reflexion und der Einsatz von Parcours zur Kompetenzentwicklung.
9. Geplanter Unterrichtsverlauf: Detaillierte Darstellung des zeitlichen Ablaufs der Phasen sowie der jeweiligen Sozialformen und Aufgaben der Schüler.
Schlüsselwörter
Inline-Skating, Übersetzen, Kurvenfahrt, Kanteneinsatz, Bewegungsanalyse, Lehrprobenstunde, Sportunterricht, Körpergewichtverlagerung, Geschwindigkeitsmaximierung, Sportmethodik, Gymnasiale Oberstufe, motorisches Lernen, Wettkampftechnik, Leistungsstand, Basistechniken
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine vorgezogene Examenslehrprobe im Fach Sport dar, die sich mit der Technik des Übersetzens beim Inline-Skating befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Optimierung von Kurvenfahrten, die biomechanische Analyse der Gewichtsverlagerung durch den Kanteneinsatz und die Förderung sportmotorischer Fertigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, Schülern der gymnasialen Oberstufe das Übersetzen als Technik zur Zeitminimierung bei Sprints in Kurven näherzubringen und ihre motorischen Fähigkeiten individuell zu erweitern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein kompetenzorientierter Ansatz verfolgt, der die Verbindung von theoretischer Bewegungsanalyse mit praktischer Anwendung und Reflexion der erzielten Messergebnisse nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Lerngruppenanalyse, die curriculare Einordnung, die didaktischen und methodischen Überlegungen sowie die konkrete Planung der verschiedenen Unterrichtsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Inline-Skating, Übersetzen, Kanteneinsatz, Bewegungsanalyse, Geschwindigkeitsmaximierung und Sportmethodik sind zentrale Begriffe.
Wie trägt die Reflexion der Schüler zur Lernprogression bei?
Die Schüler vergleichen ihre gemessenen Zeiten mit den Ergebnissen nach der Übungsphase, wodurch sie den praktischen Nutzen der erlernten Technik selbstständig evaluieren.
Warum wird die Übersetzbewegung in der Arbeit als komplex eingestuft?
Die Technik erfordert ein präzises Zusammenspiel von Innen- und Außenkante bei gleichzeitig hoher körperlicher Stabilität, was für Anfänger eine hohe mentale und motorische Anforderung darstellt.
Welche Rolle spielen die Mitschüler (NStS) im Unterrichtsverlauf?
Leistungsstärkere Schüler und NStS nehmen in den praktischen Phasen eine beobachtende und rückmeldende Funktion ein, um die Kooperation und das gegenseitige Lernen zu unterstützen.
Welche Bedeutung haben die Kanteneinsätze für das Gesamtziel?
Der aktive Einsatz der Innen- und Außenkante ist die Grundvoraussetzung, um den Körperschwerpunkt effizient zu verlagern und so die Fliehkraft in den Kurven optimal für die Beschleunigung zu nutzen.
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- Marco Franke (Author), 2011, Kurvenfahrten im Inline-Skating. Das Übersetzen als Mittel zur Zeitminimierung auf kurzen Distanzen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/180032