1.Einleitung
Um den Politiker und Menschen Johannes Rau drehen sich viele Be-hauptungen, Anerkennungen und Kritiken. Sein politisches Wirken gab dazu Anlass. Das Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden was an Kritik und Lob berechtigt ist. Anlässlich der Trauer¬feier für Johannes Rau, am 17.02.06, in der Düsseldorfer Tonhalle, würdigte Landtagspräsidentin Regina van Dinther (CDU) in ihrer Rede Johannes Rau als einen Menschen, der "das Land geprägt hat wie kein Zweiter. Die Spuren, die er hinterlassen hat, sind tief und un¬übersehbar."
Was waren das für Spuren die er hinterlassen hat? Wie hat er das Land geprägt?
Um dies herauszufinden muss man sich mit seinem politischen Wirken befassen und zudem sich seinen Lebenslauf genauer anschauen. Vielleicht gibt es ja Zusammenhänge zwischen Lebenslauf und Herkunft des Johannes Rau und seinen politischen Handlungen. Rau blieb fast 20 Jahre Minister-präsident von Nordrhein-Westfalen. Seine Amtszeit war geprägt von einer miserablen Ausgangslage des Landes Nordrhein-Westfalen, verursacht durch den Niedergang der Kohle und Stahlindustrie. Als er das Land übernahm steckte es in einer tiefen Strukturkrise.
Als Quellenmaterial stehen umfangreiche Landtagsreden, Regierungs-erklärungen und ähnliches zur Verfügung, sowie einige Biographien über Johannes Rau. Zudem sind auch einige Standardwerke über Nordrhein-Westfalen aussagefähig über die Politik des Johannes Rau.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Das Leben des Johannes Rau
2.2 Das politische Wirken Raus in NRW
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Wirken von Johannes Rau in Nordrhein-Westfalen, um ein differenziertes Urteil über dessen Erfolg und Misserfolg zu bilden. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen seiner Herkunft, seinem persönlichen Werdegang und seinen politischen Entscheidungen während seiner fast zwanzigjährigen Amtszeit als Ministerpräsident zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.
- Biografische Prägung durch das christlich-pietistische Elternhaus
- Politischer Aufstieg und Eintritt in die Gesamtdeutsche Volkspartei sowie die SPD
- Die Bildungsoffensive und der massive Ausbau der Hochschullandschaft in NRW
- Umgang mit der Strukturkrise der Montanindustrie und die Auswirkungen der Subventionspolitik
- Analyse der Staatsverschuldung und der politischen Kommunikationsstrategien von Johannes Rau
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Leben des Johannes Rau
Johannes Rau wurde am 16. Januar 1931 in Wuppertal als drittes Kind seiner Eltern Helene und Ewald Rau geboren. Er hatte vier Geschwister, seine ältere Schwester Leni (1926), sein älterer Bruder Traugott (1929), sowie die jüngeren Geschwister Christel (1932) und Hartmunt (1934). Seine Mutter entstammte einer oberbergischen Unternehmerfamilie und sein Vater, ein frommer und religiöser Mann, besaß ein Textilgeschäft bis 1925.
Aufgrund der Erlebnisse im Ersten Weltkrieg und den turbulenten Ereignissen der Weimarer Republik wandte sich der Vater Raus dem Pietismus zu. Dieser trat dann dem pietistischen Verein des Blauen Kreuzes in Wuppertal bei und wurde dort Vereinssekretär und hauptberuflich Prediger. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Ewald Rau nicht mehr zum Blauen Kreuz zurück und arbeitete als freier Prediger. Er verstarb am 15. Dezember 1953 unglücklich, weil er aus einer defekten Tür, in einer Kurve, eines Busses der Wuppertaler Stadtwerke fiel und dann an den Verletzungen starb. Ewald Rau war eine prägende Gestalt für seine Kinder, „belesen und herzensgut“. Er zeigte seien Kindern was „ein Akt tätiger Nächstenliebe ist“. Z.B. brachte Ewald Rau gelegentlich Obdachlose mit nach Hause und versorgte sie, ebenso waren Waisenkinder häufiger zu Gast im Hause Rau.
Sein Vater sowie das christliche Umfeld, in dass er durch seinen Vater geraten war, prägten Johannes Rau sehr stark. Daher war Raus erstes Berufsziel das Pfarramt. Allerdings verließ er das Gymnasium, das er besuchte, mit dem Abschluss der Mittleren Reife am 30. September 1948 und begann fünf Tage später eine Lehre als Verlagsbuchhändler, die er erfolgreich abschloss. Nebenbei war er auch als Feuilletonredakteur bei der Westdeutschen Rundschau tätig und schrieb Musik-, Literaturkritiken und rezensierte Bücher. Dieser Tätigkeit bildete auch die Grundlage für sein späteres politisches Leben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die politische Bedeutung von Johannes Rau ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Bewertung seines politischen Erbes in Nordrhein-Westfalen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet detailliert den biografischen Werdegang des Politikers sowie seine verschiedenen Handlungsfelder als Bildungs- und Ministerpräsident mit einem Fokus auf die Strukturkrise.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet kritisch die Ambivalenz zwischen dem Ausbau der Bildungsinfrastruktur und der wachsenden Staatsverschuldung.
Schlüsselwörter
Johannes Rau, Nordrhein-Westfalen, Landespolitik, Strukturwandel, Montanindustrie, Bildungspolitik, Hochschulreform, SPD, Staatsverschuldung, politisches Wirken, Wirtschaftsgeschichte, Pietismus, Subventionen, Strukturkrise, Landesvater.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Laufbahn von Johannes Rau und bewertet, inwieweit sein Handeln als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen das Land nachhaltig geprägt hat.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Bildungspolitik, dem Umgang mit der wirtschaftlichen Strukturkrise der Montanindustrie sowie der Entwicklung der Landesfinanzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das Lob und die Kritik an der Ära Rau zu hinterfragen und zu ergründen, welche Spuren sein Wirken tatsächlich in NRW hinterlassen hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf der Auswertung von Landtagsreden, Regierungserklärungen und zeitgenössischen Biografien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der persönliche Lebensweg, die Anfänge seiner politischen Karriere sowie seine konkreten Maßnahmen in der Hochschul- und Wirtschaftspolitik detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Johannes Rau, Strukturwandel, Bildungspolitik, Montanindustrie und Staatsverschuldung.
Wie bewertet der Autor Raus Umgang mit der Wirtschaftskrise?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Raus Subventionspolitik den notwendigen Strukturwandel eher blockiert hat, anstatt ihn dauerhaft erfolgreich zu bewältigen.
Welchen Einfluss hatte Raus familiäre Herkunft auf seine Politik?
Die Arbeit legt nahe, dass seine christliche Erziehung im pietistischen Umfeld sein versöhnendes Wesen sowie seinen Ansatz, Politik sozialverträglich zu gestalten, maßgeblich beeinflusst hat.
- Arbeit zitieren
- Bachelor Thorsten Kozik (Autor:in), 2006, Johannes Rau: Sein Leben und Wirken für NRW , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179912