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Die wachsenden ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen – eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Titel: Die wachsenden ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen – eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Magisterarbeit , 2011 , 125 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Michael Logen (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der weltweite Anstieg ausländischer Direktinvestitionen (FDI) ist einer der deutlichsten Effekte der fortschreitenden ökonomischen Globalisierung. Früher fast ausschließlich von multinationalen Unternehmen aus den entwickelten Industrieländern getrieben, beginnen heute auch mehr und mehr Unternehmen aus den sogenannten Emerging Markets zu den globalen FDI-Strömen beizutragen. Das vielleicht interessanteste Beispiel hierfür bietet Indien, dessen Unternehmen trotz des niedrigen relativen Entwicklungsstandes des Landes bereits bemerkenswerte Summen im Ausland, insbesondere auch in den entwickelten Staaten des Westens, investieren.

Die Studie verfolgt einen einengenden Ansatz von der grundlegenden Theorie ausländischer Direktinvestitionen über die Erläuterung der Eigenheiten von FDI aus den Emerging Markets hin zu dem bemerkenswerten Fallbeispiel von Unternehmen aus Indien. Der Hauptteil besteht aus einer empirischen Analyse der indischen Investitionsaktivitäten in Deutschland, für die amtliche Statistiken ebenso ausgewertet werden wie eine Serie von leitfadengestützten Experteninterviews. Ergebnis ist ein Überblick über die sektorale und räumliche Verteilung indischer Unternehmen in Deutschland sowie die Identifizierung verschiedenen Unternehmenstypen, die sich nach unternehmerischer Motivation und Investitionsform deutlich voneinander unterscheiden.

Auch wenn die direkten Folgen indischer Investitionsaktivität auf den Standort Deutschland bislang noch als relativ gering ermittelt werden, zeigt die Studie, dass langfristig hohes Potenzial für indische Unternehmen am Standort Deutschland besteht und FDI einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, deutsche und indische Wirtschaft zum Vorteil beider Staaten enger zu vernetzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Motivation

1.2 Ziel und Fragestellung

1.3 Verlauf der Untersuchung

1.4 Literaturlage

2 Theorie ausländischer Direktinvestitionen

2.1 Begriffe und Abgrenzung

2.2 Kategorisierung und Motivation der Unternehmen

2.3 Das „Eklektische Paradigma“ und der „Investment Development Path“

2.4 Das „Uppsala-Modell“ der Internationalisierung

2.5 „Born Globals“ und die „Latecomer Theory“

3 Ausländische Direktinvestitionen aus Entwicklungs- und Schwellenländern

3.1 Die Entwicklung von FDI aus Entwicklungs- und Schwellenländern

3.2 Die veränderten Rahmenbedingungen für Emerging-Market-FDI

3.3 Geographische Verteilung und die Motive der Unternehmen

3.4 Die Wirkung auf „Host“-Staaten unter Berücksichtigung der Markteintrittsstrategie

4 Indiens Weg auf den Weltmarkt

4.1 Der lange Weg zur Wirtschaftsmacht

4.2 Indiens Rolle in der Weltwirtschaft

4.3 Theorie und Wirklichkeit ausländischer Direktinvestitionen – ist Indien „on track“?

4.4 Geographische und sektorale Verteilung indischer Outward-FDI

4.5 Einfluss der Rahmenbedingungen und Motive der Unternehmen

5 Indische FDI in Deutschland

5.1 Methodischer Ansatz

5.2 Literaturüberblick

5.3 Quantitative Bestandsaufnahme

5.3.1 Die deutsch-indische Handelsbilanz

5.3.2 Die FDI-Daten der Bundesbank

5.3.3 Indische Unternehmen in der Amadeus-Datenbank

5.3.4 Weitere statistische Quellen

5.3.5 Beschäftigung

5.4 Qualitative Untersuchung

5.4.1 Allgemeine Entwicklung und Potenzial

5.4.2 Klassifikation nach Branchen, Unternehmensgrößen und internationaler Erfahrung

5.4.3 Motivation und Investitionsart

5.4.4 Standortfaktoren Deutschlands

5.4.5 Wirkung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland

5.4.6 Informationsstand und Networking indischer Unternehmer

5.5 Unternehmensbeispiele

5.5.1 Infosys Technologies

5.5.2 CDP Bharat Forge

5.5.3 BSV BioScience

5.6 Typisierung indischer Unternehmen

5.6.1 Merkmale

5.6.2 Wirkung

6 Indische Investitionen als Chance für Deutschland?

6.1 Die Chancen

6.2 Die Relevanz der Risiken

6.3 Herausforderungen

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die zunehmenden ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen in Deutschland, um zu klären, ob diese eine Chance oder ein Risiko für den Wirtschaftsstandort darstellen. Dabei werden die Motive der Unternehmen, ihre Investitionsstrategien sowie die Auswirkungen auf den deutschen Markt untersucht.

  • Entwicklung und Theorien ausländischer Direktinvestitionen (FDI) aus Entwicklungs- und Schwellenländern.
  • Wirtschaftliche Entwicklung Indiens und deren Einfluss auf das internationale Investitionsverhalten.
  • Empirische Bestandsaufnahme indischer FDI-Aktivitäten in Deutschland mittels statistischer Daten und Experteninterviews.
  • Identifikation von Unternehmenstypen und deren spezifischer Wirkung auf den Wirtschaftsstandort.
  • Diskussion über Chancen, Risiken und Herausforderungen der deutsch-indischen Wirtschaftskooperation.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Institutionen

Einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der indischen Direktinvestitionen hatte in der Vergangenheit der Staat. Vor Beginn des Liberalisierungsprozesses gab es ein äußerst restriktives FDI-Regime mit wenig Spielraum für Unternehmen, FDI im Ausland zu tätigen. Der Abfluss von Kapital und Know-how sollte durch bürokratische Hürden so weit wie möglich verhindert werden. Die wenigen vorhandenen OFDI waren politisch motiviert und dienten hauptsächlich dazu, andere Entwicklungs- und Schwellenländern im Industrialisierungsprozess zu unterstützen. Sie erfolgten meist regional (siehe auch Abbildung 14), im sekundären Sektor und als Minderheitsbeteiligungen im Rahmen von Joint Ventures (Pradhan 2008a, S. 176f; Hansen 2008, S. 20; Athukorala 2009, S. 137).

Erst in den 1990er Jahren begann sich diese restriktive Haltung der Regierung zu wandeln und OFDI wurden stärker als Maßnahme zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit indischer Unternehmen gesehen. 2003 schließlich fielen die letzten großen bürokratischen Hürden, insbesondere das Verbot der OFDI-Finanzierung durch Bankkredite. Damit war der Weg zur Steigerung indischer OFDI, die durch den Investitionsstau der vorangegangenen Jahre besonders stark ausfiel, geebnet (Pradhan 2008a, S. 183f; Hansen 2008, S. 20; Hansen 2010, S. 41; New Economist 2006; Singh 2009, S. 14f).

Der Zeitpunkt der massiven Steigerung indischer FDI und damit auch die dem IDP-Modell entgegenstehende Parallelität des Wachstums von Inward- und Outward-FDI lässt sich also zu einem großen Teil anhand der institutionellen Rahmenbedingungen erklären36. Dies gilt jedoch nicht für die grundsätzliche Motivation indischer Unternehmen ins Ausland zu expandieren. Denn im Vergleich zu Investitionen aus anderen Emerging Markets, wie etwa China oder Russland, sind indische FDI i.d.R. privatwirtschaftlich motiviert und erfolgen nicht auf Initiative des Staates. Dieser unterstützt OFDI nun zwar durch das Verhandeln von Bilateral Investment Treaties (BITs) und macht Informations- und Beratungsangebote für potenzielle Investoren – tritt selbst aber nur in Ausnahmefällen, etwa zur Rohstoffsi 36Einige Autoren sprechen von der „India Inc. country-specific theory“ (Hansen 2010, S. 39ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Untersuchung, indem sie das Phänomen wachsender indischer FDI im Kontext der Globalisierung einordnet und die Forschungsfrage zur Chance für Deutschland stellt.

2 Theorie ausländischer Direktinvestitionen: Das Kapitel bietet eine theoretische Grundlage, erläutert FDI-Begriffe, Motive und wichtige Modelle wie das Eklektische Paradigma und das Uppsala-Modell.

3 Ausländische Direktinvestitionen aus Entwicklungs- und Schwellenländern: Hier wird der Fokus auf FDI aus aufstrebenden Märkten, insbesondere den BRIC-Staaten, und deren veränderte Rahmenbedingungen gelegt.

4 Indiens Weg auf den Weltmarkt: Dieses Kapitel beschreibt die indische Wirtschaftsgeschichte, die heutige Rolle im Welthandel und die Faktoren, die indische Unternehmen zur Auslandsexpansion treiben.

5 Indische FDI in Deutschland: Der Hauptteil der Arbeit, der eine quantitative und qualitative Untersuchung der Investitionsaktivitäten indischer Firmen am Standort Deutschland vornimmt.

6 Indische Investitionen als Chance für Deutschland?: Eine zusammenfassende Diskussion der Chancen, Risiken und Herausforderungen, die sich aus dem Engagement indischer Firmen ergeben.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen indischer FDI in Deutschland abschließend.

Schlüsselwörter

Indien, Deutschland, Ausländische Direktinvestitionen, FDI, Globalisierung, Markteintritt, Internationalisierung, Schwellenländer, Wirtschaft, Investitionsmotiven, Unternehmensstrategien, Außenwirtschaft, IT-Branche, Automobilindustrie, Wirtschaftsförderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht das Phänomen der zunehmenden ausländischen Direktinvestitionen durch indische Unternehmen am Wirtschaftsstandort Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die theoretischen Erklärungsansätze für FDI, die wirtschaftliche Entwicklung Indiens, sowie die empirische Analyse indischer Investitionsaktivitäten in deutschen Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ermitteln, ob indische Direktinvestitionen für den Standort Deutschland eher Chancen als Risiken bergen und welche Faktoren dieses Engagement beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt einen kombinierten Ansatz: Eine Literaturanalyse, eine quantitative statistische Auswertung sowie einen qualitativen Teil bestehend aus leitfadengestützten Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil (Kapitel 5) erfolgt eine detaillierte quantitative Bestandsaufnahme sowie eine qualitative Untersuchung durch Experteninterviews, unterteilt in Branchen, Motivation und Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Indien, Deutschland, ausländische Direktinvestitionen, FDI, Globalisierung, Markteintritt und internationale Unternehmensstrategien.

Wie unterscheidet der Autor indische Unternehmen in Deutschland?

Die Arbeit identifiziert zwei Haupttypen: Typ A (IT-Dienstleister, oft durch Neuansiedlung) und Typ B (Produzierendes Gewerbe, oft durch Übernahme/Akquisition).

Welche Rolle spielen Übernahmen durch indische Firmen?

Akquisitionen werden oft genutzt, um Zugang zu Technologie, Markenrechten und Märkten zu erhalten, besonders bei Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.

Ende der Leseprobe aus 125 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die wachsenden ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen – eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland?
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Geographisches Institut)
Note
1,3
Autor
Michael Logen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
125
Katalognummer
V179801
ISBN (eBook)
9783656022817
ISBN (Buch)
9783656022954
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Indien Direktinvestitionen ADI FDI Südasien Schwellenländer Foreign Direct Investment India Wirtschaftsstandort Deutschland Infosys Bharat Forge BSV Bioscience
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Logen (Autor:in), 2011, Die wachsenden ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen – eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179801
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