Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

„Malina“ – Eine moderne Mordgeschichte

De-/Konstruktion eines weiblichen Subjekts bei Ingeborg Bachmann

Titel: „Malina“ – Eine moderne Mordgeschichte

Hausarbeit , 2011 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mareike Sesselmann (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

„Malina“ ist einer der interessantesten Kriminalromane des 20. Jahrhunderts.

Die These, die hier aufgestellt wird, ist gewagt und impliziert zugleich, dass es sich bei Ingeborg Bachmanns Werk aus dem Projekt »Todesarten-Zyklus« nicht um einen „Liebesroman“ handelt, „der vollkommen verzichtet auch auf die winzigste erotische Gewagtheit“, wie es Joachim Kaiser in der Süddeutschen Zeitung behauptet.(1) Viel mehr ist es eine Mordgeschichte, die so völlig anders ist, als andere Mord- und Kri-minalgeschichten. Ein Mord an einer Protagonistin im Wien der Nachkriegszeit, nicht etwa durch direkte Gewalttaten, sondern durch Sprache, Schweigen, Schrift und viele andere, eigentlich harmlos erscheinende Dinge.
Um dies zu beweisen, wird auf die Erzähltextanalyse zurückgegriffen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit den Gender Studies steht. Desweiteren wird Ju-dith Butler als eine führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Gender Studies mit ihrem Werk „Haß spricht“ näher herangezogen. Sie untersuchte mit Hilfe der Sprechakttheorie von Austin und Searle, wie Sprache funktioniert und sogar verlet-zen und/oder töten kann. In der vorliegenden Arbeit geht es also darum, wie ein Sub-jekt sich innerhalb einer Gesellschaft konstruiert bzw. konstruiert wird, dabei aber versagt und am Ende eigentlich dem Prozess der Dekonstruktion unterworfen ist. Geschaut werden soll dazu auf die Mittel, die diese De-/Konstruktion bewirken. „Malina“ ist kein Kriminalroman, bei dem es am Ende einen direkten Mörder gibt, aber es lassen sich in gewisser Hinsicht Täter ausfindig machen, keine „»Missetäter«, sondern ganz neutral[e] »Täter«.“(2)

1 Bachmann, Ingeborg: Malina. Erste Auflage 1980. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1971. Buchum-schlag hinten
2 Butler, Judith: Haß spricht. Zur Politik des Performativen. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2006. S. 75

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

1. Konstruktion des weiblichen Subjekts in „Malina“

1.1. Erzähltextanalyse und die Gender Studies – Eine erfolgreiche Verbindung

1.2. Anwendung der theoretischen Aspekte auf den Roman „Malina“

1.3. Fazit

2. „Es war Mord.“ – Dekonstruktion des weiblichen Subjekts in „Malina“

2.1. Judith Butler und die Sprechakttheorie von Austin/Searle

2.2. Sprache und Schrift als Macht- und Mordwerkzeuge in „Malina“

2.2.1. sprechen und schweigen

2.2.2. schreiben wollen und nicht können

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Dekonstruktion des weiblichen Subjekts im Roman „Malina“ von Ingeborg Bachmann unter Anwendung der Erzähltextanalyse sowie der sprachphilosophischen Ansätze von Judith Butler. Die zentrale Fragestellung zielt darauf ab, wie das weibliche Ich innerhalb einer männlich dominierten Gesellschaft am Versuch einer Identitätsbildung scheitert und wie Sprache, Schweigen und Schrift als Werkzeuge dieses Dekonstruktionsprozesses fungieren.

  • Analyse des weiblichen Subjekts in Ingeborg Bachmanns „Malina“
  • Anwendung von Erzähltextanalyse in Verbindung mit Gender Studies
  • Untersuchung von Sprache und Schrift als Machtinstrumente
  • Analyse der Sprechakttheorie nach Austin/Searle und Judith Butler
  • Interpretation von „Mord“ durch den Entzug von Sprache und Identität

Auszug aus dem Buch

2.1. Judith Butler und die Sprechakttheorie von Austin/Searle

Das durch das Aussprechen eines Namens, sich jemand positiv oder negativ angesprochen fühlen kann, ist verständlich. Begegnet man z.B. auf der Straße einer Frau, die man unter dem Name Linda kennt und ruft sie damit, wird sie wahrscheinlich reagieren, d.h. sich eventuell umdrehen, winken, dem Rufenden entgegenkommen, ihn freudig begrüßen, usw. Der Rufende richtet sich mit der Benennung also an eine Person, ein Subjekt bzw. ein Individuum. Das Subjekt, in diesem Fall Linda, identifiziert sich mit dem ihr zugerufenen Namen und zeigt daraufhin eine Reaktion. Sie behauptet in diesem Moment von sich: Ich bin Linda. Meine Identität ist Linda. Ich bin eine Frau, die Linda heißt. Nimmt man wiederum dieses Beispiel und geht diesmal von einer negativen oder sogar beleidigenden Benennung aus, wird Linda durchaus auch reagieren, aber vermutlich genauso negativ, wie sie angesprochen wurde.

Linda wird sich dagegen wehren, indem sie das bestreitet, was man ihr zuspricht. Ich bin keine dumme Gans. Ich bin weder dumm, noch möchte ich mit einer Gans verglichen werden. Linda weigert sich somit, die Identität einer ‘dummen Gans’ anzunehmen, sich der Benennung zu fügen und zeigt einen entsprechenden Widerstand.

Die beiden Beispiele, die hier angeführt wurden, verdeutlichen drei wesentliche Punkte. Erstens verknüpft man in den meisten Fällen mit einer Benennung auch eine Identität. Zweitens kann man mit Sprache ein Subjekt konstruieren oder dekonstruieren. Drittens lassen sich mit bestimmten Anrufungen auch spezifische Geschlechterrollen in Verbindung bringen. Mit dem Beispiel und den drei Schlussfolgerungen die sich daraus ergeben, schließt man direkt an Judith Butlers Buch „Haß spricht – Zur Politik des Performativen“ an. In dem Werk Judith Butlers geht es darum, dass Sprache nicht nur positiven oder negativen Einfluss hat, sondern sogar in der Lage ist ein Subjekt zu erzeugen und im gleichen Maße zu zerstören. Sprache als Dekonstruktionsmittel, als Werkzeug, das verletzen und im schlimmsten Fall sogar töten kann, gleichzeitig aber ein Mittel, dass man benötigt, „um zu sein“.

Zusammenfassung der Kapitel

Konstruktion des weiblichen Subjekts in „Malina“: In diesem Kapitel wird untersucht, wie die weibliche Hauptfigur durch erzähltextanalytische Kategorien und unter Einbeziehung der Gender Studies als Subjekt markiert und innerhalb der Romanwelt verortet wird.

Erzähltextanalyse und die Gender Studies – Eine erfolgreiche Verbindung: Dieses Kapitel begründet die methodische Wahl, erzähltextanalytische Ansätze mit den Gender Studies zu kombinieren, um geschlechtsspezifische Dimensionen in Literatur und Narration offenzulegen.

Anwendung der theoretischen Aspekte auf den Roman „Malina“: Die theoretischen Kategorien werden hier konkret auf das „Ich“ im Roman angewandt, wobei besonders die Abhängigkeit des Subjekts von den Figuren Malina und Ivan für dessen Identitätsstabilität herausgearbeitet wird.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die untersuchten narrativen Kategorien einerseits der Subjektkonstruktion dienen, das „Ich“ in Bachmanns Roman jedoch gerade durch den Verlust dieser Bezugspunkte in eine tödliche Dekonstruktion gerät.

„Es war Mord.“ – Dekonstruktion des weiblichen Subjekts in „Malina“: Dieses Kapitel fokussiert auf die Zerstörung des „Ichs“ durch den Entzug von Sprache, Identität und durch die Machtausübung männlicher Instanzen.

Judith Butler und die Sprechakttheorie von Austin/Searle: Die theoretische Basis von Butlers Sprachkritik wird hier erläutert, insbesondere wie Anrufungen und Bezeichnungen die soziale Identität oder Vernichtung eines Subjekts bewirken können.

Sprache und Schrift als Macht- und Mordwerkzeuge in „Malina“: Dieser Abschnitt analysiert die konkreten Auswirkungen von Sprache und Schrift im Roman als destruktive Mittel, die das „Ich“ systematisch isolieren und zerstören.

sprechen und schweigen: Hier wird untersucht, wie das „Ich“ durch Telefonate und Dialoge (vor allem mit Ivan) zeitweise am Leben erhalten wird und wie der spätere Zwang zum Schweigen das „Ich“ aus der Existenz drängt.

schreiben wollen und nicht können: Dieses Kapitel behandelt das Scheitern des „Ichs“ bei allen Schreibversuchen (Briefe, Testamente), was als Ausdruck seiner fortschreitenden Auflösung interpretiert wird.

Schlüsselwörter

Ingeborg Bachmann, Malina, Gender Studies, Identität, Dekonstruktion, Sprache, Sprechakttheorie, Judith Butler, Erzähltextanalyse, Macht, Subjekt, Weiblichkeit, Mord, Schweigen, Schrift

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Roman „Malina“ von Ingeborg Bachmann und untersucht, wie ein weibliches Subjekt innerhalb einer von Männern dominierten Welt durch Sprache und soziale Interaktion konstruiert wird, aber schließlich an der Unmöglichkeit scheitert, eine dauerhafte eigene Identität zu behaupten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Dekonstruktion des weiblichen Subjekts, die Rolle von Sprache und Schrift als Machtmittel, sowie die Bedeutung von zwischenmenschlichen Abhängigkeitsverhältnissen in Ingeborg Bachmanns Todesarten-Projekt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie das „Ich“ im Roman trotz verschiedener Konstruktionsversuche durch narrative Kategorien und soziale Bindungen letztlich in den Prozess der Dekonstruktion – den „Mord“ durch Sprache und gesellschaftliche Verhältnisse – gerät.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt die Erzähltextanalyse als theoretische Grundlage und kombiniert diese mit geschlechtertheoretischen Ansätzen (Gender Studies) sowie der Sprechakttheorie von Austin, Searle und Judith Butler.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Konstruktionsmechanismen (Raum, Zeit, Figurenkonstellation) und die Analyse der zerstörerischen Wirkung von Sprache, Schweigen und der Unfähigkeit zum Schreiben als Dekonstruktionsfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Ingeborg Bachmann, „Malina“, Gender Studies, Identitätsbildung, Dekonstruktion, Sprechakttheorie und die Macht der Sprache.

Wie wird das Konzept des „Mordes“ in der Arbeit interpretiert?

Der „Mord“ wird nicht als physische Gewalttat verstanden, sondern als ein Prozess der psychischen Zerstörung, bei dem der Entzug von Sprache, Identität und Anerkennung das „Ich“ zur Selbstauflösung führt.

Warum spielt die Figur des Ivan eine so zentrale Rolle für das „Ich“?

Ivan fungiert als Instanz, die dem „Ich“ einen Platz in der Welt und in der Zeit zuweist; seine Abwesenheit oder Zuwendung markiert für das „Ich“ den Übergang von der Konstruktion in die Dekonstruktion.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
„Malina“ – Eine moderne Mordgeschichte
Untertitel
De-/Konstruktion eines weiblichen Subjekts bei Ingeborg Bachmann
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1,3
Autor
Mareike Sesselmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V179763
ISBN (eBook)
9783656022350
ISBN (Buch)
9783656022503
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ingeborg Bachmann
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mareike Sesselmann (Autor:in), 2011, „Malina“ – Eine moderne Mordgeschichte , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179763
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  23  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum