Diese Seminararbeit erläutert die vielfältigen Kritikpunkte an Basel III in übersichtlicher und verständlicher Form.
In einem ersten Abschnitt der Arbeit wird das Abkommen vorgestellt, wobei auf die Analyse des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht zu den Gründen der Finanzkrise sowie die verschärften Kapital- und Liquiditätsvorschriften eingegangen wird.
Der zweite Abschnitt der Arbeit behandelt schließlich die Einwände der Kritiker gegen das Abkommen. Die Arbeit schließt mit einem Fazit.
Das Quellenverzeichnis beinhaltet eine umfangreiche Linkliste mit Artikeln zum Thema.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Basel III im Überblick
2.1 Entstehung und Umsetzung
2.2 Kernpunkte
2.2.1 Analyse der Ursachen der Finanzkrise
2.2.2 Kapitalvorschriften
2.2.2.1 Struktur des Eigenkapitals
2.2.2.2 Kapitalerhaltungspuffer
2.2.2.3 Antizyklischer Kapitalpuffer
2.2.2.4 Kontrahentenausfallrisiko
2.2.2.5 Höchstverschuldungsquote (Leverage Ratio)
2.2.3 Liquiditätsvorschriften
2.2.4 Fazit
3 Kritische Bewertung
3.1 Basel III ungeeignetes Instrument zur Krisenprävention
3.1.1 Problem der Prozyklizität wird verschärft, nicht gelöst
3.1.2 Komplizierte Risikobewertung führt zu falscher Sicherheit
3.1.3 Eigenkapitalanforderungen zu gering
3.1.4 Basel III setzt falschen Fokus
3.1.5 Gefahr der uneinheitlichen Umsetzung
3.1.6 Zwischenfazit
3.2 Basel III schadet Banken und Gläubigern
3.2.1 Probleme auf unterentwickelten Märkten
3.2.2 Benachteiligungen für bestimmte Geschäftsmodelle
3.2.3 Hohe Ratingkosten
3.2.4 Höhere Gebühren für Kunden
3.2.5 Kreditverknappung
3.2.6 Zwischenfazit
4 Abschließendes Fazit
5 Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Reformpaket „Basel III“ im Kontext der globalen Finanzkrise. Das primäre Ziel ist es, sowohl die intendierten Stabilitätsmaßnahmen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht vorzustellen als auch eine kritische Bewertung der potenziellen negativen Auswirkungen auf Banken, Gläubiger und die Realwirtschaft vorzunehmen.
- Grundlagen und Kernpunkte von Basel III
- Struktur der Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften
- Kritik an der Wirksamkeit zur Krisenprävention
- Wirtschaftliche Folgen für Banken und Kreditvergabe
- Herausforderungen durch nationale Umsetzungsunterschiede
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Komplizierte Risikobewertung führt zu falscher Sicherheit
Basel III kennt eine Fülle von teilweise stark voneinander abweichenden Kriterien zur Risikobewertung einzelner Kreditarten. Diemo Dietrich, Bankenökonom am Institut für Wirtschaftsforschung Halle, konstatiert hierzu: „Die unterschiedliche Risikogewichtung ist willkürlich, führt zu Intransparenz und wiegt Aufsichtsbehörden und Banken in trügerischer Sicherheit“16. Das wichtige Ziel des Basler Ausschusses, mehr Transparenz zu schaffen, wurde nach Meinung Dietrichs durch die Fülle der Regelungen und Ausnahmen verfehlt.
Konkret stoßen bei Ökonomen etwa die Vorschriften Staatsanleihen betreffend auf Kritik: Sie müssen nach Basel III bis zur Verschuldungshöchstgrenze nicht mit Eigenkapital gedeckt sein. Im Falle einer Pleite von Ländern wie Griechenland, Portugal oder Irland wäre dann eine erneute Bankenkrise zu befürchten.17 Zudem kollidiert diese Regelung mit den Plänen etwa der deutschen Regierung, Gläubiger für Anleihen haften zu lassen.18
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt Basel III als regulatorische Antwort auf die Schwächen von Basel II dar und skizziert die Ambivalenz des Reformpakets zwischen Stabilitätsgewinn und Kreditklemmen-Gefahr.
2 Basel III im Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, die Kernpunkte der Eigenkapitalvorschriften sowie die neuen Liquiditätskennzahlen des Regelwerks.
3 Kritische Bewertung: Der Hauptteil hinterfragt kritisch die Eignung des Regelwerks zur Krisenprävention und analysiert die potenziell schädlichen Auswirkungen auf Banken sowie deren Kunden.
4 Abschließendes Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Konzentration auf formale Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote das notwendige verantwortungsvolle Risikomanagement nicht ersetzen kann.
5 Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen zur Fundierung der Argumentation.
Schlüsselwörter
Basel III, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätsvorschriften, Krisenprävention, Prozyklizität, Kreditverknappung, Risikomanagement, Leverage Ratio, Bankenregulierung, Finanzmarktstabilität, Kernkapital, Risikogewichtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Konsequenzen des Basel III-Reformpakets für das globale Finanzsystem und setzt sich kritisch mit dessen Wirksamkeit und Auswirkungen auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Struktur des Eigenkapitals, die Einführung von Liquiditätspuffern, die Problematik der prozyklischen Kreditvergabe sowie die Auswirkungen auf Bankgeschäftsmodelle.
Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Würdigung des Regelwerks, um zu prüfen, ob die Maßnahmen tatsächlich zur Krisenprävention beitragen oder eher neue Belastungen für die Wirtschaft schaffen.
Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Literatur- und Analysearbeit, die Fachpublikationen und aktuelle Debatten zur Bankenregulierung auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Kernpunkte von Basel III und eine detaillierte kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten von Gegnern und Befürwortern.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit definiert?
Wesentliche Begriffe sind Basel III, Eigenkapitalquote, Risikomanagement, Kreditverknappung und Bankenaufsicht.
Warum wird die Risikogewichtung in Basel III kritisiert?
Kritiker monieren, dass die komplexen und teils willkürlichen Gewichtungssysteme zu Intransparenz führen und bei Aufsichtsbehörden eine trügerische Sicherheit erzeugen könnten.
Welches spezifische Problem wird bei Staatsanleihen angeführt?
Da Staatsanleihen nach Basel III oft nicht mit Eigenkapital unterlegt werden müssen, wird im Krisenfall eine gefährliche Instabilität bei Staatspleiten befürchtet.
Warum könnte Basel III die Kreditvergabe einschränken?
Die verschärften Eigenkapitalanforderungen zwingen Banken dazu, ihre Kapitalbasis zu stärken, was bei geringerer Profitabilität der Banken zu einer restriktiveren Kreditvergabe gegenüber Unternehmen führen kann.
Was ist das zentrale Argument des Fazits?
Die Autorin argumentiert, dass starre Quoten für das Eigenkapital kein Ersatz für eine offene Unternehmenskultur und ein verantwortungsbewusstes Risikomanagement sein können.
- Arbeit zitieren
- Damaris Stocklassa (Autor:in), 2011, Konsequenzen aus Basel III, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179724