1844/45 wurden Fragmente eines attischen Volutenkraters von Alessandro
François aus einem Kammergrab in Chiusi, dem antiken etruskischen Clusium geborgen. In einem weiträumigen Gebiet um das Kammergrab fanden sich weitere Fragmente, welche im Museo Archeologico in Florenz zusammengesetzt und von K. Reichhold gezeichnet wurden. Nachdem die Vase 1900 von einem unzufriedenen Museumsarbeiter zerschlagen wurde, konnte sie mit Hilfe der Zeichnungen wieder rekonstruiert werden. Der Krater, nach dem Finder auch als François-Vase bezeichnet, befindet sich nach wie vor in Florenz. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Form und Funktion
3 Dekor
3.1 Gliederung und Technik
3.2 Beschreibung der Friese
3.2.1 Seite A
3.2.1.1 oberer Halsfries
3.2.1.2 unterer Halsfries
3.2.1.3 mittlerer Fries am Bauch
3.2.2 Seite B
3.2.2.1 oberer Halsfries
3.2.2.2 unterer Halsfries
3.2.2.3 mittlerer Fries am Bauch
3.2.3 Seite A/B
3.2.3.1 oberer Fries am Bauch
3.2.3.2 unterer Fries am Bauch
3.2.3.3 Fries am Fuß
3.2.4 Henkelplatten
3.3 Komposition und Verknüpfungen
4 Zuordnung in chronologische Reihe
4.1 Datierung
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Analyse der François-Vase, einem bedeutenden attischen Volutenkrater, unter besonderer Berücksichtigung ihrer formalen Gestaltung, ihrer funktionalen Einordnung sowie ihrer komplexen, mit zahlreichen Friesen versehenen Bilddekoration und deren zeitlicher Einordnung.
- Formale Analyse des Volutenkraters und dessen funktionale Bestimmung.
- Detaillierte ikonographische Beschreibung der einzelnen Friese auf Seite A und B.
- Interpretation der mythologischen Zusammenhänge innerhalb der Bildkompositionen.
- Untersuchung der stilistischen Einordnung und zeitlichen Bestimmung des Kunstwerks.
Auszug aus dem Buch
Form und Funktion
Kratere sind Weinmischgefäße. Von den übrigen Gattungen, wie dem Kolonetenkrater oder dem Glockenkrater, unterscheidet sich der Volutenkrater in der charakteristischen Ausgestaltung seiner Henkel. Diese steigen zur Mündung auf, überragen diese im allgemeinen und rollen sich schließlich zu Spiralen, den namensgebenden Voluten.
Die Françoisvase mißt vom Fuß bis zum oberen Henkelbogen 0,66m, der Mündungsdurchmesser ist 0,57m groß und der größte Umfang am Bauch beträgt 1,81m. Der Fuß ist leicht konvex geschwungen, darüber weitet sich der Bauch bis zum Henkelansatz. Der Henkel führt den Schwung fort, während sich die Vase wieder verengt und die Schulter bildet. Der Hals ist gleichmäßig konkav nach außen geschwungen und in zwei Teile gegliedert, der obere kragt etwas hervor. Der Henkel ist, wie bei allen Volutenkratern in einen horizontalen und einen vertikalen Teil gegliedert. Am Bauch findet sich der horizontale, schwarz gemalte Henkelbogen, mit dem Gefäß transportiert wurde. Der vertikale Henkelteil, führt leicht geschwungen bis zur Mündung und krümmt sich ab da stärker, rollt sich ein und endet in der schmaler werdenden Volute, die auf dem Mündungsrand aufsetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Entdeckung der Fragmente der François-Vase in einem etruskischen Kammergrab und deren Rekonstruktion.
2 Form und Funktion: Definiert das Gefäß als Volutenkrater und erläutert dessen spezifische Konstruktionsmerkmale sowie Maße.
3 Dekor: Analysiert detailliert die Bildfriese, die mythologischen Szenen sowie die angewandte Technik und Komposition auf dem gesamten Gefäßkörper.
4 Zuordnung in chronologische Reihe: Ordnet die François-Vase in den zeitlichen Kontext der attischen Vasenmalerei des 6. Jahrhunderts v. Chr. ein.
Schlüsselwörter
François-Vase, Volutenkrater, attische Vasenmalerei, Klitas, Mythologie, Ikonographie, griechische Archäologie, Friese, Vasenform, Keramik, Schwarzfiguriger Stil, Chronologie, Datierung, Peleus, Theseus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine umfassende archäologische Analyse der François-Vase, wobei der Fokus auf Form, Funktion und der komplexen ikonographischen Dekoration liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die morphologische Beschreibung des Volutenkraters, die detaillierte Deutung der mythologischen Bildfriese sowie die kunsthistorische Datierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die systematische Erfassung der künstlerischen Gestaltung und deren Bedeutung innerhalb der griechischen Vasenmalerei zu klären.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird eine deskriptive und vergleichende kunsthistorische Analyse angewandt, die durch den Rückgriff auf zeitgenössische Quellen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert erörtert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der spezifischen Friese auf den unterschiedlichen Seiten und Bereichen des Gefäßes sowie die Analyse der Bildkomposition.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Volutenkrater, attische Vasenmalerei, mythologische Ikonographie und archäologische Chronologie charakterisiert.
Welchen Stellenwert nimmt die mythologische Darstellung auf der Vase ein?
Die mythologischen Szenen sind für die Arbeit essentiell, da sie durch Beischriften und inhaltliche Verknüpfungen (z.B. Peleus, Theseus) die narrativen Zusammenhänge der Vase definieren.
Wie begründet die Arbeit die zeitliche Einordnung des Objekts?
Die Datierung erfolgt auf Basis stilistischer Merkmale durch Experten wie Karl Schefold und Erika Simon, die das Objekt auf ca. 570 v. Chr. festlegen.
- Arbeit zitieren
- M. A. Daniel Funke (Autor:in), 2003, Die François Vase - Zur Form, Funktion, Dekor und Zeitstellung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179647