Aussagesätze wie „Die Sonne scheint“ besitzen unserer klassischen Auffassung nach einen von zwei möglichen Wahrheitswerten. Entweder besitzt ein solcher Satz den Wert, wahr zu sein, oder den Wert, falsch zu sein. Wir fragen uns, woran wir den Wert ablesen können, wie er zustande kommt und was dieser Wert ist. Eine mögliche Antwort lässt sich in Gottlob Freges Aufsatz Über Sinn und Bedeutung finden. Dort kommt dieser zu dem Schluss, dass die Bedeutung eine Satzes dessen Wahrheitswert ist. Die Fragen, die sich so stellen, sind:
1. Wie kommt Frege zu diesem Schluss und warum?
2. Was ist überhaupt Bedeutung?
Und diese möchte ich beantworten, die letzte zuerst, weil ihre Antwort zur Beantwortung der ersten offensichtlich unabdingbar ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Bedeutung?
2. Wie kommt Frege zu dem Schluss, dass die Bedeutung eines Satzes sein Wahrheitswert ist?
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Gottlob Freges Aufsatz „Über Sinn und Bedeutung“ auseinander, um nachzuvollziehen, wie er die Identifizierung der Bedeutung eines Satzes mit dessen Wahrheitswert begründet und welche logischen Implikationen sowie Herausforderungen sich daraus ergeben.
- Differenzierung zwischen Sinn und Bedeutung bei Frege
- Die Rolle der Bedeutung von Zeichen für die Bedeutung ganzer Sätze
- Das Verhältnis von Gedanken, Wahrheitswerten und Sätzen
- Kritische Reflexion der Frege'schen Position anhand fiktionaler Aussagen
Auszug aus dem Buch
Wie kommt Frege zu dem Schluss, dass die Bedeutung eines Satzes sein Wahrheitswert ist?
Zuerst einmal besteht für Frege die Bedeutung eines Satzes aus der Bedeutung der Zeichen, aus denen der Satz besteht. Im Satz „Odysseus wurde tief schlafend in Ithaka an Land gesetzt“ ist die fehlende Bedeutung von „Odysseus“ der Grund dafür, dass der ganze Satz keine Bedeutung hat. Außerdem setzt Frege das Verhältnis des Gedankens zum Wahren mit dem Verhältnis des Sinns zur Bedeutung gleich. Dies liegt daran, dass er der Ansicht ist, dass Behauptungssätze Gedanken enthalten und diese Gedanken wiederum der Sinn des Behauptungssatzes sind. Sie sind deshalb der Sinn, weil ein Satz, dessen Subjekt durch ein Wort mit derselben Bedeutung und verschiedenem Sinn ersetzt wird, als neuer Behauptungssatz aufgefasst werden kann.
Der Satz „Der Morgenstern ist ein von der Sonne beleuchteter Körper“ kann auch dann für falsch gehalten werden, wenn man „Der Abendstern ist ein von der Sonne beleuchteter Körper“ als wahr erkannt hat, obwohl „der Morgenstern“ und „der Abendstern“ dieselbe Bedeutung haben. Das Verhältnis des Gedankens zum Wahren wird von ihm ohne Begründung vorausgesetzt, während er für das Verhältnis des Sinns zur Bedeutung eine Begründung liefert. Dieses Verhältnis ergibt sich daraus, dass Sinn und Bedeutung beide Teile eines Zeichens sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Was ist Bedeutung?: In diesem Kapitel wird Freges grundlegende Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung erläutert und geklärt, wie er den Begriff des Zeichens definiert.
Wie kommt Frege zu dem Schluss, dass die Bedeutung eines Satzes sein Wahrheitswert ist?: Dieses Kapitel analysiert die Argumentation Freges zur Satzbedeutung und hinterfragt diese kritisch anhand von Beispielen fiktionaler Aussagen.
Schlüsselwörter
Gottlob Frege, Sinn, Bedeutung, Wahrheitswert, Behauptungssatz, Gedanke, Zeichen, Referenz, Fiktion, Analytische Philosophie, Semantik, Sprache, Logik, Erkenntnistheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sprachphilosophischen Grundlagen von Gottlob Frege, insbesondere die Frage, warum er den Wahrheitswert eines Satzes mit dessen Bedeutung gleichsetzt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die semantische Theorie von Frege, die Differenzierung zwischen Sinn und Bedeutung sowie die logische Struktur von Aussagesätzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Freges Argumentationskette nachzuvollziehen und die Plausibilität seiner Theorie bei der Anwendung auf fiktionale Gegenstände zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die auf der exegese von Freges Aufsatz „Über Sinn und Bedeutung“ sowie einer anschließenden kritischen Reflexion basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von „Bedeutung“ bei Frege und die detaillierte Darstellung seiner Schlussfolgerung bezüglich des Wahrheitswertes, ergänzt durch eine kritische Auseinandersetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sinn, Bedeutung, Wahrheitswert, Gedanke und die Unterscheidung zwischen Zeichen und Objekt.
Wie unterscheidet Frege zwischen Sinn und Bedeutung?
Sinn ist für Frege das, was man versteht, wenn man ein Zeichen hört, während die Bedeutung das Objekt ist, auf das sich das Zeichen bezieht.
Welches Problem identifiziert der Autor bei Freges Theorie?
Der Autor zeigt auf, dass Freges Modell Schwierigkeiten bei Aussagen über fiktive Personen wie Sherlock Holmes hat, da diese nach strenger Frege'scher Logik keine Bedeutung und damit keinen Wahrheitswert hätten.
- Arbeit zitieren
- Tobias Tegge (Autor:in), 2011, Wie kommt Frege zu dem Schluss, dass die Bedeutung eines Satzes sein Wahrheitswert ist?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179635