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Der Einfluss der Globalisierung auf die deutsche Weltreichstheorie

Titel: Der Einfluss der Globalisierung auf die deutsche Weltreichstheorie

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Christopher Reichow (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Aufgestellt wurde die Weltreichstheorie in einer Zeit, in der sich die Welt in einer bis dahin ungeahnten Weise transformierte. Der Übergang vom europäischen Konzert hin zu einem Weltstaatensystem war mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Vereinigten Staaten von Amerika und dem territorialen Ausgreifen Russlands nach Asien bereits im vollen Gange. Neue Technologien wiederum, wie z.B. Eisenbahnen, Dampfschiffe und Telegraphen, machten es erstmals möglich, viel größere Herrschaftsgebiete zu erobern und anschließend auch effektiv verwalten zu können. Es war eine weit verbreitete Einschätzung, dass sich als eine Konsequenz aus diesen neuen Entwicklungen die Zukunft noch komplexer und unübersichtlicher darstellen würde, als es schon das von der Industrialisierung geprägte 19. Jahrhundert getan hatte. Die Weltreichstheorie griff diesen Umstand auf und reflektierte eine politische Zu-kunftsinterpretation. In Deutschland besaß dabei die Diskussion um die Rolle des deutschen Nationalstaats im neu entstehenden Weltreichssystem vor allem einen visionären Charakter. Diese Arbeit soll untersuchen, inwieweit die Weltreichsvorstellungen in Deutschland von dem Eindruck einer komplexeren bzw. globalisierten Welt beeinflusst wurden. Wenn möglich wird dies anhand eines Reaktionsschemas aufgezeigt werden. Ausgewählte Globalisierungs-effekte sollen dahingehend analysiert werden, ob diese für die Schaffung und Etablierung eines neuen globalen Staatensystems verantwortlich gemacht wurden. Zunächst wird der moderne, sprich um die Jahrhundertwende nicht geläufige Begriff der Globalisierung in Hinblick auf sein zeitgenössisches Verständnis und seine faktische Entfaltung in dieser Zeit erläutert werden. Im Anschluss wird kurz die von Sönke Neitzel vorgelegte Studie zur Weltreichslehre vorgestellt, um dann ausgewählte Globalisierungseffekte, namentlich den technologisch-technischen Fortschritt, die Durchdringung der Weltwirtschaft und die Globalität der Konflikt- und Kampfgebiete, auf ihren Einfluss auf die Weltreichstheorie zu untersuchen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine „globalisierte“ Welt um 1900?

3. Die Weltreichstheorie nach Neitzel

4. Der Einfluss der Globalisierung auf die Weltreichstheorie

4.1 Der Technologisch-technische Fortschritt

4.2 Die Durchdringung der Weltwirtschaft

4.3 Die ausgeweitete Globalität der Konfliktgebiete

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die deutschen Weltreichsvorstellungen um 1900 als Reaktion auf die zunehmende Globalisierung verstanden werden können. Dabei wird analysiert, wie zeitgenössische Publizisten technologische Fortschritte, ökonomische Vernetzung und eine globale Ausweitung von Konflikten instrumentalisierte, um die Notwendigkeit einer deutschen Weltmachtpolitik zu rechtfertigen.

  • Analyse der Weltreichstheorie im historischen Kontext um 1900
  • Untersuchung von Globalisierungseffekten als Katalysatoren für politisches Handeln
  • Rolle des technologisch-technischen Fortschritts für die staatliche Expansion
  • Bedeutung der ökonomischen Durchdringung und autarker Wirtschaftsräume
  • Globale Konfliktgebiete als Beweis für die Notwendigkeit deutscher Weltgeltung

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Technologisch-technische Fortschritt

Den Zeitgenossen um 1900 wurde zunehmend bewusst, dass Flächen und Gebiete, welche über Jahrhunderte ihre eigenen bzw. getrennten Wege gegangen waren, sich zusammenzuschließen begannen. Die politischen Sphären traten immer mehr in Wechselwirkung zueinander. Durch den technischen Fortschritt im Bereich der Verkehrs- und Kommunikationsmittel wurde es realisierbar, nun auch in entfernten Gebieten handlungsfähig zu sein und eine wirkungsvolle Machtpolitik durchzusetzen. Durch die die Welt umspannenden Telegrafenverbindungen war es den Regierungen und Interessensgruppen nun möglich, ihr Handeln auf globaler Ebene zu koordinieren. Dampfschiffe und Eisenbahnen erleichterten die Überwindung weiter Entfernungen.

Die europäischen Staaten, und allen voran Deutschland mit seiner starken wirtschaftlichen Entwicklung, besaßen dank ihres technologischen Vorsprungs auch einen großen militärischen Vorteil, wodurch sie fähig waren, ihre machtpolitischen Ambitionen in Übersee durchzusetzen. Neben modernsten Schnellfeuergewehren und Schlachtschiffen wirkten sich auch eine verbesserte medizinische Versorgung und schnellere Kommunikationsmöglichkeiten äußerst positiv auf die Kampffähigkeiten aus. Die militärische Schlagkraft wurde folglich durch den technischen Fortschritt enorm erhöht. Schnellere Truppenbewegungen waren möglich und Schlachten wurden dadurch schneller entschieden. Gerade dies hatte Deutschland im Krieg gegen Frankreich in 1871 bewiesen.

Die technischen Innovationen schufen zudem neue Dimensionen über das Verständnis von der Größe des Staates. Erst mit diesen konnte das wesentliche Element der Weltreichstheorie, die Expansion der Großmächte in den weiten Raum der gesamten Erde, möglich werden. Es wurde folglich immer leichter zu expandieren. Nur wenig Mühe erschien für weiträumige Transformationen auf der ganzen Welt noch notwendig zu sein. Eine weitreichende territoriale Expansion bot viele neue und ungeahnte Möglichkeiten. Doch diese Entwicklung setzte, der Weltreichstheorie nach, alle Nationen unter einen enormen Druck. Denn ohne einen bestmöglichen technologisch-technischen Fortschritt wäre eine Nation der stärkeren Nation unterlegen und somit dem Untergang geweiht: „Only the fittest would survive as the dynamic powers competed to fill the available space.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Weltreichstheorie als publizistische Prognose einer zukünftigen globalen Ordnung und formuliert die Forschungsfrage bezüglich ihres Zusammenhangs mit der Globalisierung um 1900.

2. Eine „globalisierte“ Welt um 1900?: Dieses Kapitel beleuchtet den zeitgenössischen Begriff der Globalisierung und stellt fest, dass, obwohl der moderne Begriff unbekannt war, die Prozesse der weltweiten Vernetzung bereits deutlich wahrgenommen wurden.

3. Die Weltreichstheorie nach Neitzel: Hier werden die Kernpunkte der Weltreichslehre erläutert, die als emotionale, patriotische Reaktion auf die empfundene Bedrohung durch aufstrebende Mächte wie die USA und Russland verstanden wurde.

4. Der Einfluss der Globalisierung auf die Weltreichstheorie: Dieser Hauptteil analysiert, wie spezifische Faktoren wie technischer Fortschritt, Weltwirtschaft und globale Konfliktherde die theoretischen Raumkonzeptionen und politischen Forderungen der deutschen Weltreichstheoretiker prägten.

4.1 Der Technologisch-technische Fortschritt: Untersuchung der Rolle von Verkehrs- und Kommunikationsmitteln sowie militärischen Innovationen bei der Ermöglichung weltweiter Machtprojektion.

4.2 Die Durchdringung der Weltwirtschaft: Analyse der wirtschaftspolitischen Argumentation, die Deutschland zur Schaffung autarker Wirtschaftsräume zwang, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.

4.3 Die ausgeweitete Globalität der Konfliktgebiete: Erörterung, wie globale Spannungen und koloniale Rivalitäten von Publizisten als Beleg für die Notwendigkeit einer aggressiven Weltpolitik instrumentalisiert wurden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Weltreichstheorie eine ideologische Rechtfertigung für die Anpassung Deutschlands an eine als unsicher und globalisiert empfundene Weltordnung darstellte.

Schlüsselwörter

Weltreichstheorie, Globalisierung, Kaiserreich, Weltmacht, Imperialismus, Industrialisierung, Geopolitik, Außenpolitik, Sönke Neitzel, Weltwirtschaft, Technischer Fortschritt, Sozialdarwinismus, Weltstaatensystem, Kolonialpolitik, Machtpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die in Deutschland um 1900 geführte Debatte über die Weltreichstheorie und deren Bezugnahme auf zeitgenössische Globalisierungsprozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Auswirkungen von technologischem Fortschritt, ökonomischer Marktverflechtung und die globale Ausweitung von Konfliktlinien auf das deutsche Selbstverständnis und die Außenpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Weltreichstheorie als eine instrumentalisierte Reaktion auf eine sich globalisierende Welt diente, um nationale Machtinteressen zu rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung zeitgenössischer publizistischer Quellen und der Sekundärliteratur, insbesondere von Sönke Neitzel, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: Technologischer Fortschritt als Machtinstrument, ökonomische Zwänge zur autarken Expansion und die Interpretation globaler Konflikte als Notwendigkeit für deutsches Handeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weltreichstheorie, Globalisierung, Imperialismus, Geopolitik und Weltmachtpolitik charakterisiert.

Wie deuteten die deutschen Weltreichstheoretiker den Begriff "Weltmacht"?

Eine Weltmacht wurde als unabhängiger, autarker "Riesenstaat" definiert, der durch seine globale Machtentfaltung maßgeblich zur Ordnung des globalen Staatensystems beiträgt.

Warum stieß die Weltreichstheorie gerade in Deutschland auf so große Resonanz?

Die Theorie bot eine Antwort auf die weit verbreiteten Zukunftsängste und Bedrohungsvisionen durch aufstrebende Mächte wie die USA und Russland und versprach einen Ausweg durch eine aktive Weltpolitik.

Wie wurde der technologische Fortschritt in die Theorie eingebaut?

Technologien wie Eisenbahnen, Dampfschiffe und Telegrafen wurden als Mittel angesehen, die den Zugriff auf entfernte Räume ermöglichten und somit die Voraussetzung für ein Weltreich schufen.

Wurde die Globalisierung von den Zeitgenossen korrekt eingeschätzt?

Nein, die Arbeit stellt fest, dass die Publizisten die Globalisierung oft falsch deuteten und Trends zugunsten ihrer nationalen Agitation ins Extreme übersteigerten, etwa in Bezug auf eine angebliche Abschottung von Wirtschaftsblöcken.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss der Globalisierung auf die deutsche Weltreichstheorie
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Bachelor of Arts Christopher Reichow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V179619
ISBN (Buch)
9783656019749
ISBN (eBook)
9783656019817
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss globalisierung weltreichstheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Christopher Reichow (Autor:in), 2010, Der Einfluss der Globalisierung auf die deutsche Weltreichstheorie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179619
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