Das erste Kapitel der Arbeit wird einen Überblick über den Neoliberalismus geben. Weiterhin wird hier, noch vor dem eigentlichen Vergleich der drei Werke, ein Überblick über die „Gefahren“ der neoliberalen Ideologie stattfinden.
Das zweite Kapitel wird sich mit dem Werk „Postdemokratie“ von Colin Crouch auseinandersetzen. Nach einer kurzen Begriffsbestimmung folgt eine knappe inhaltliche Widergabe. Danach werden die wesentlichen Thesen des Autors herausgearbeitet und in einer Zusammenfassung wird das Werk hinsichtlich der Fragestellung analysiert.
Das dritte Kapitel widmet sich dem Buch „ Die Kultur des neuen Kapitalismus“ von Richard Sennett. Die Herangehensweise bei der Analyse ist identisch zum zweiten Kapitel.
Das vierte Kapitel dient der Analyse des englischsprachigen Werkes „ The Politics of Free Markets: The Rise of Neoliberal Economic Policies in Britain, France, Germany and the United States” von Monica Prasad. Wie schon in den beiden Kapiteln zuvor ist die Vorgehensweise bei der Analyse gleich.
Das fünfte Kapitel wird sich mit dem Vergleich der drei Werke und der jeweiligen Ansichten der drei Autoren beschäftigen. Hier werden Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Argumentation der Autoren im Hinblick auf die Fragestellung herausgearbeitet und in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Neoliberalismus?
2.1. Der Neoliberalismus als Gefahr für die Demokratie?
3. „Postdemokratie“ von Colin Crouch
3.1. Inhalt
3.2. Kernargumente für die Entwicklung zur „Postdemokratie“
3.3. Zusammenfassung
4. „Die Kultur des neuen Kapitalismus“ von Richard Sennett
4.1. Inhalt
4.2. Kernargumente der Analyse von Richard Sennett
4.3. Zusammenfassung
5. „The Politics of Free Markets“ von Monica Prasad
5.1. Inhalt
5.2. Kernargumente der Analyse von Monica Prasad
5.3. Zusammenfassung
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des neoliberalen Denkens auf die Funktionsfähigkeit westlicher Demokratien. Auf Basis einer vergleichenden Analyse dreier Fachbücher wird der Frage nachgegangen, ob der Neoliberalismus tatsächlich eine Gefährdung für demokratische Strukturen, soziale Gerechtigkeit und das Vertrauen in politische Institutionen darstellt.
- Theoretische Fundierung des Neoliberalismus und dessen Menschenbild
- Analyse der „Postdemokratie“-These von Colin Crouch
- Untersuchung der gesellschaftlichen Folgen des neuen Kapitalismus nach Richard Sennett
- Empirischer Vergleich der Implementierung neoliberaler Politik in vier Industriestaaten nach Monica Prasad
- Kritische Diskussion zur Widerstandsfähigkeit von Demokratien gegenüber ökonomischen Marktdoktrinen
Auszug aus dem Buch
3.2. Kernargumente für die Entwicklung zur „Postdemokratie“
Colin Crouch sieht die idealtypische Demokratie nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Austausch für ein Fortbestehen des Kapitalismus nahmen die ökonomischen Eliten eine Beschränkung ihrer Macht in Kauf. Doch im Laufe der Zeit bröckelten diese Beschränkungen als Folge der neoliberalen Politik. Negative Rechte, d.h. Abwehrrechte gegen den Staat gewannen die Überhand. Auf der anderen Seite verliert die Transparenz des Regierens immer mehr an Substanz. Die Fortschritte der achtziger und neunziger Jahre auf diesem Gebiet scheinen als Folge einer auf die aktuellen Bedrohungslagen zugeschnittenen Politik immer mehr zu verschwinden.
Eine Folge dieser Entwicklung und damit ein zentrales Argument für die Entwicklung der Demokratie hin zur „Postdemokratie“ ist die Verlagerung des „Politischen“ in Arenen jenseits der Politik. In den letzten Jahrzehnten gab es einen enormen Anstieg an Interessenverbänden, welche formell nicht in den politischen Prozess eingebunden sind, ihre Interessen aber durch gezielte Lobbyarbeit auf einzelne Politiker durchsetzen können. Die einfache Drohung des Verlustmachens einer Branche genügt meist schon um eine Regierung und die somit die Gesetzgebung soweit zu beeinflussen, dass günstige Bedingungen für die Branche geschaffen werden. Ökonomischer Erfolg ist schließlich ein Zentralanliegen jeder Regierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Skepsis gegenüber der Leistungsfähigkeit der Politik angesichts wachsender wirtschaftlicher Einflussnahme und definiert die Fragestellung zur neoliberalen Transformation.
2. Was ist Neoliberalismus?: Dieses Kapitel bietet eine begriffliche Einordnung und beleuchtet die historischen Wurzeln sowie das neoliberale Menschenbild, das auf methodologischem Individualismus und einer Skepsis gegenüber dem Sozialstaat basiert.
2.1. Der Neoliberalismus als Gefahr für die Demokratie?: Es wird dargelegt, warum die neoliberale Theorie eine potentielle Bedrohung für demokratische Grundpfeiler darstellt, insbesondere durch das Streben nach einer Unterordnung staatlicher Institutionen unter marktkonforme Prinzipien.
3. „Postdemokratie“ von Colin Crouch: Crouch analysiert den Zustand, in dem formale demokratische Prozesse zwar bestehen, aber durch Eliten und Lobbyismus faktisch entkernt werden.
3.1. Inhalt: Eine Zusammenfassung der Kernthese von Crouch, dass moderne Demokratien an ihrem Zenit angelangt sind und sich in einer kränkelnden Phase befinden.
3.2. Kernargumente für die Entwicklung zur „Postdemokratie“: Das Kapitel erläutert die Verlagerung politischer Macht in Arenen jenseits der öffentlichen Politik durch Interessenverbände und globale Unternehmen.
3.3. Zusammenfassung: Ein Rückblick auf Crouchs Kritik sowie seine Ansätze zur Stärkung der politischen Beteiligung und zur Begrenzung ökonomischer Macht.
4. „Die Kultur des neuen Kapitalismus“ von Richard Sennett: Sennett beleuchtet die individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen, die der Wandel zum Neoliberalismus für die Arbeiterklasse und die neue Mittelschicht mit sich bringt.
4.1. Inhalt: Eine Einleitung in Sennetts Forschung, die den Fokus auf die globale Entwicklung und die Entwertung langfristiger sozialer Beziehungen legt.
4.2. Kernargumente der Analyse von Richard Sennett: Die Darstellung von Flexibilitätszwängen, stressbedingten sozialen Defiziten und der Analogie zwischen Konsumgesellschaft und politischer Praxis.
4.3. Zusammenfassung: Sennetts Forderungen nach einer neuen kulturellen Ausrichtung und der Erhaltung einer handwerklichen Einstellung als Gegenmodell zur neoliberalen Ideologie.
5. „The Politics of Free Markets“ von Monica Prasad: Im Gegensatz zu den anderen Autoren bietet Prasad eine empirisch-analytische Sicht auf die Implementierung neoliberaler Politik in vier westlichen Industriestaaten.
5.1. Inhalt: Vorstellung der Untersuchungsgegenstände USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich im Zeitraum von den 1970er bis zu den 1990er Jahren.
5.2. Kernargumente der Analyse von Monica Prasad: Prasad argumentiert, dass die Stärke der politischen Linken den Neoliberalismus paradoxerweise begünstigt haben kann und dass der Zerfall staatlicher Institutionen oft überschätzt wird.
5.3. Zusammenfassung: Eine Gegenüberstellung von Prasads Befunden zu den Thesen von Crouch und Sennett, mit dem Fazit, dass der Neoliberalismus nicht in jedem Land gleich wirksam war.
6. Fazit: Eine abschließende Bewertung, die festhält, dass der Neoliberalismus zwar eine Gefahr darstellt, die Funktionsfähigkeit der Demokratie aber nicht vollständig aufgehoben ist.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Neoliberalismus, Postdemokratie, Kapitalismus, Demokratie, Lobbyismus, Wirtschaftspolitik, Globalisierung, soziale Gerechtigkeit, Marktkonformität, Politische Theorie, Institutionen, Deregulierung, Privatisierung, Sozialstaat, politische Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch den Wandel zur neoliberalen Politik und dessen Auswirkungen auf das Funktionieren westlicher Demokratien anhand von drei ausgewählten Fachwerken.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die neoliberale Ideologie, die Entstehung postdemokratischer Strukturen, die sozialen Folgen des neuen Kapitalismus und unterschiedliche nationale Implementierungswege.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu vergleichen, welche Folgen das neoliberale Denken nach Ansicht der drei Autoren auf die Funktionsfähigkeit von Demokratien hat und eine kritische Stellungnahme zu diesen Werken abzugeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die zentrale Thesen der Autoren Colin Crouch, Richard Sennett und Monica Prasad gegenüberstellt und kritisch diskutiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Werke der drei Autoren, wobei Crouch und Sennett auf gesellschaftliche Defizite und Machtkonzentration fokussieren, während Prasad eine empirische Länderspezifik einbringt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentral sind Begriffe wie Neoliberalismus, Postdemokratie, politische Apathie, ökonomische Eliten und die Spannungen zwischen Markt und demokratischer Teilhabe.
Was ist laut Colin Crouch das Hauptmerkmal einer „Postdemokratie“?
Das Hauptmerkmal ist, dass Wahlen zwar stattfinden, die reale Politik jedoch hinter verschlossenen Türen von elitären Akteuren und Lobbyisten bestimmt wird, während die Bürger in Apathie verfallen.
Warum sieht Monica Prasad den Aufstieg des Neoliberalismus anders als die anderen Autoren?
Prasad argumentiert, dass der Aufstieg des Neoliberalismus stärker durch Prozesse im politischen System selbst und durch die Interaktion mit der Linken geprägt war, als durch einen reinen externen Globalisierungsdruck.
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- Tim Bohle (Author), 2009, Verfall der Demokratie im Neoliberalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179390