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Der Islam in Frankreich

Titel: Der Islam in Frankreich

Hausarbeit , 2006 , 21 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Andrea Köbler (Autor:in)

Französische Philologie - Landeskunde und Kultur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Zusammenleben verschiedener Kulturen auf engem Raum hat sich schon in mehreren Fällen als problematisch erwiesen. Gründe dafür sind die Sprache, andere Werte und Normen, die Mentalität oder verschiedene Meinungen über weltanschauliche Fragen. Besonders die Differenzen der gesamten westlichen Welt mit den von der islamischen Kultur geprägten Ländern sind seit jeher in aller Munde. Vor allem die Eingliederung der Einwanderer in die westliche Welt erweist sich immer wieder als schwierig. Jedoch ist diese Situation nicht nur für die Einwanderer, die sich in ein völlig neues System eingliedern müssen, schwierig, sondern auch das jeweilige aufnehmende Land steht vor schwierigen Aufgaben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Grundprinzipien des Islam

3. Laizismus in Frankreich

4. Die muslimischen Einwanderer

5. Die Probleme der Integration

5.1. Die Kopftuchdebatte

5.2. Die ausgegrenzten Jugendlichen

5.3. Der radikale Islam

5.4. Die Unruhen in den banlieus vom Herbst 2005

6. Lösungsversuche

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Integrationsproblematik muslimischer Einwanderer in der laizistisch geprägten Gesellschaft Frankreichs, analysiert die historischen und sozioökonomischen Hintergründe von Konflikten und beleuchtet staatliche Lösungsansätze.

  • Grundlagen und Prinzipien des Islam
  • Geschichte und Entwicklung des französischen Laizismus
  • Sozioökonomische Herausforderungen in den Banlieues
  • Kulturelle und religiöse Spannungsfelder (Kopftuchdebatte, Radikalisierung)
  • Staatliche Integrationspolitik und Reaktionen auf soziale Unruhen

Auszug aus dem Buch

5.4. Die Unruhen in den banlieus vom Herbst 2005

Die gewalttätigen Unruhen in Frankreich im Oktober und November 2005 begannen am 27. Oktober nach dem Unfalltod zweier Jugendlicher. Die drei Jugendlichen Ziad Benna, Bouna Traoré und Muhttin Altun, alle drei 17 Jahre alt, versteckten sich an diesem Tag in dem Pariser Vorort Clichy- sous- Bois, aus Angst die Polizei sei hinter ihnen her, in einem Transformationshäuschen. Trotz eines Warnschildes versuchten sie bei ihrer Flucht die Transformatorstation zu überwinden und wurden dabei von Stromschlägen getroffen und verbrannten. Nur der türkischstämmige Muhttin Altun überlebte mit schweren Verbrennungen. Später kam heraus, dass die Jugendlichen zwar vor der Polizei flüchteten, diese jedoch eine andere Gruppe verfolgte, die sich einer Personenkontrolle entziehen wollte. Der französischen Innenminister Nicolas Sarkozy eröffnete, nachdem die Untersuchungen abgeschlossen waren, ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung gegen unbekannt. Die Polizisten sollen nämlich von der Anwesenheit der Jugendlichen auf diesem gefährlichen Gelände gewusst haben, sich aber trotz der Lebensgefahr nicht darum gekümmert haben.

Überraschend kam der Ausbruch von Gewalt jedoch nicht. Bereits vor dem Beginn der eigentlichen Unruhen wurden im Jahr 2005 jede Nacht 90 Autos verbrannt, insgesamt 28000 seit beginn des Jahres 2005. Weiterhin wurden ca. 17500 Müllcontainer angezündet, 5760 Bushaltestellen, Telefonzellen und andere städtische Einrichtungen zerstört und 3832 Angriffe auf die Polizei oder die Feuerwehr gezählt. Die Medien berichteten dabei lediglich über eine Serie von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen, da diese die diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Israel belasteten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen des Zusammenlebens verschiedener Kulturen in Frankreich und erläutert die Forschungsabsicht, die Bedeutung des Islam im Kontext der französischen Gesellschaft zu untersuchen.

2. Einführung in die Grundprinzipien des Islam: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entstehung des Islam, die zentrale Bedeutung des Korans sowie die fünf Säulen, die das religiöse und moralische Handeln der Muslime prägen.

3. Laizismus in Frankreich: Hier wird die historische Entwicklung des laizistischen Staatsprinzips beschrieben, das die Trennung von Kirche und Staat sowie die Privatisierung der Religion in der französischen Verfassung verankert.

4. Die muslimischen Einwanderer: Das Kapitel beleuchtet die Zuwanderungsgeschichte von Arbeitskräften aus der Maghreb-Region und die sukzessive Entwicklung einer muslimischen Identität in Frankreich.

5. Die Probleme der Integration: Dieses Kapitel analysiert die komplexen Hürden bei der Eingliederung der muslimischen Bevölkerung, wobei insbesondere die Rolle von sozialen Spannungen, religiöser Symbolik und radikalen Tendenzen diskutiert wird.

6. Lösungsversuche: Es werden staatliche Maßnahmen und die Bemühungen zur Schaffung repräsentativer Strukturen erläutert, um den Islam in Frankreich zu integrieren und eine gemäßigte Ausübung zu fördern.

7. Zusammenfassung: Die abschließende Betrachtung resümiert die Integrationslage, betont die Bedeutung des interkulturellen Dialogs und unterstreicht die Notwendigkeit, das gegenseitige Misstrauen zu überwinden.

Schlüsselwörter

Frankreich, Islam, Laizismus, Integration, Einwanderung, Banlieues, Religion, Koran, Fundamentalismus, Gesellschaft, Sozialisierung, Identität, Konflikt, Rassismus, Staatsbürgerschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen und politischen Herausforderung, muslimische Bevölkerungsgruppen in das laizistische System Frankreichs zu integrieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören das Prinzip des Laizismus, die religiöse Identität von Muslimen im Westen sowie die sozioökonomische Marginalisierung in den Vororten (Banlieues).

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Gründe für die Integrationsprobleme zu analysieren und aufzuzeigen, wie staatliche Institutionen versuchen, den Islam als Religion im französischen Kontext zu etablieren.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Aufarbeitung, die historische Kontexte mit aktuellen Entwicklungen und Fallbeispielen verknüpft.

Was wird im umfangreichen Hauptteil thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Grundlagen, eine Analyse der Probleme (Kopftuchstreit, Radikalisierung, Unruhen 2005) und die Darstellung staatlicher Lösungsversuche.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Laizismus, Integration, muslimische Identität, soziale Ausgrenzung und gesellschaftliche Spannungen.

Wie bewertet der Autor die Ursachen der Unruhen von 2005?

Der Autor führt die Unruhen auf eine lang aufgestaute Wut über soziale Perspektivlosigkeit, Armut, Rassismus und eine wahrgenommene Diskriminierung zurück.

Welche Rolle spielt die "Kopftuchdebatte" für die Integration?

Die Kopftuchdebatte wird als entscheidender Konfliktpunkt dargestellt, der die Spannungen zwischen religiöser Ausübung und dem französischen Prinzip der Trennung von Kirche und Staat verdeutlicht.

Wird das Verhältnis zwischen Staat und Religion als statisch angesehen?

Nein, die Arbeit zeigt eine dynamische Entwicklung auf, bei der der Staat versucht, durch die Schaffung von Vertretungsinstanzen den Islam als legitimen Ansprechpartner zu integrieren.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Islam in Frankreich
Hochschule
Universität Leipzig  (Romanistik)
Note
1,5
Autor
Andrea Köbler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
21
Katalognummer
V179309
ISBN (Buch)
9783656017301
ISBN (eBook)
9783656017530
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam Frankreich Kopftuch Religion Immigration
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Köbler (Autor:in), 2006, Der Islam in Frankreich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179309
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Leseprobe aus  21  Seiten
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