Die Aubrücke von Baden Baden wurde mit badischen Urschienen gebaut und ist wahrscheinlich die letzte ihrer Art. In diesem Buch wird die Entstehungsgeschichte, die Vorgeschichte und der Lebenslauf dieser Brücke erzählt und mit Plänen und Bildern ausführlich dargestellt. Da die Brücke bis heute noch existiert und unter Denkmalschutz steht, ist sie ein noch lebendiger Nachweis früherer aufstrebender badischer Ingenieurskunst.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kleine geschichtliche Ortskunde
Der geschichtliche Vorlauf
Die Konstruktionsmerkmale des hölzernen Austegs von 1852
Die eiserne Aubrücke
Das Konstruktionsprinzip
Die Konstruktionsbeschreibung der eisernen Brücke
Besonderheiten der Aubrücke
Der Lebenslauf der Brücke
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert den geschichtlichen Lebenslauf der Aubrücke im badischen Lichtental, von ihrem Ursprung als einfacher hölzerner Fußgängersteg bis hin zu ihrer komplexen Konstruktion unter Verwendung ausgedienter Eisenbahnschienen, und erforscht dabei die technischen Herausforderungen sowie die sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Brückenbaus im 19. Jahrhundert.
- Historische Entwicklung des Ortsteils Lichtental und seiner Verkehrswege
- Technische Analyse der Brückenkonstruktionen (Holzbau vs. Eisenbau)
- Die Rolle der "Brückenschiene" als statisches Bauteil
- Kosten- und Instandhaltungsproblematik im 19. Jahrhundert
- Dokumentation technischer Umbaumaßnahmen und Modernisierungen
Auszug aus dem Buch
Die eiserne Aubrücke
In nur sechs Jahren war die doch recht massiv hergestellte Brücke von 1852, schon in einem so desolaten Zustand, dass sie für Fuhrwerke gesperrt werden musste. Am 20. Juni 1858 wurde öffentlich bekannt gemacht, dass der Austeg nicht mehr von Fuhrwerken befahren werden durfte. Es wurde festgestellt, dass die Holzbalken total morsch, faul und brüchig seien und die Brücke unbedingt einer Sanierung oder Neukonstruktion dringend bedürfe. Man errechnete, dass eine Summe von 295 Gulden zur Renovation aufgebracht werden müsste. Schuld an der schnellen Vergänglichkeit der Brücke war wahrscheinlich der Anstrich aus Öl. Die ständig mit Wasser umspülten Mittelpfeiler saugten sich trotz des Anstriches mit Wasser voll.
Die oben genannten Folgen waren abzusehen. Die Belastung durch die schweren Lastfuhrwerke und dem Fußverkehr setzten den angegriffenen Pfeilern zusätzlich zu. Mit Sicherheit haben die Holztransporte aus den umliegenden Wäldern allen Brücken, die überquert wurden, ebenfalls schwer zugesetzt. Lange Baumstämme wurden nicht mit Fuhrwerken abtransportiert, sondern sie wurden "geschleift". Die nassen, langen und zum Teil mehrere Tonnen schweren Holzstämme, wurden einzeln an ein oder zwei Pferde angehängt, die dann die Stämme über den noch unbefestigten Boden gezogen haben. Lag auf dem zu bewältigten Weg eine Brücke, wurde darauf keine Rücksicht genommen und auch sie überquert. Das Gewicht des Stammes verteilte sich nur auf ein paar Quadratzentimeter und riss durch das Schleifen tiefe Kerpen in den Boden. Dass hierbei auch die Brücken in Mitleidenschaft gezogen wurden, dürfte klar sein.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Der Verfasser erläutert die Entstehungsgeschichte des Buches, ausgehend von einem persönlichen Schienenfund und dem anschließenden Interesse an der Brückengeschichte.
Kleine geschichtliche Ortskunde: Ein geschichtlicher Überblick über den Ortsteil Lichtental und die Entwicklung des Fremdenverkehrs im Großherzogtum Baden um 1850.
Der geschichtliche Vorlauf: Darstellung der administrativen und finanziellen Herausforderungen beim Bau des ursprünglichen Austegs und der ersten notwendigen Reparaturen.
Die Konstruktionsmerkmale des hölzernen Austegs von 1852: Detaillierte Beschreibung der einfachen Holzbalkenkonstruktion und der gemauerten Uferpfeiler, die als Antwort auf das Hochwasser von 1851 errichtet wurden.
Die eiserne Aubrücke: Untersuchung der baulichen Mängel der Holzbrücke, die zu der Entscheidung führten, eine neue Eisenkonstruktion unter Nutzung gebrauchter Schienen zu entwerfen.
Das Konstruktionsprinzip: Erläuterung des technischen Hintergrunds basierend auf dem Fairbairnschen Brückenprinzip und dessen Adaption durch die Gebrüder Benckiser.
Die Konstruktionsbeschreibung der eisernen Brücke: Technische Spezifikationen der Fachwerkträger und Kostenanalyse der Eisenkonstruktion.
Besonderheiten der Aubrücke: Analyse der ungewöhnlichen Verwendung von Brückenschienen der badischen Staatsbahn als tragendes Bauelement.
Der Lebenslauf der Brücke: Dokumentation der späteren Instandhaltungen, statischen Untersuchungen durch Ingenieur Kremp und der Entwicklung der Brücke bis zum heutigen Denkmalschutzstatus.
Schlüsselwörter
Aubrücke, Lichtental, Brückenschiene, Badische Staatsbahn, Eisenbau, Holzkonstruktion, 19. Jahrhundert, Ingenieurskunst, Denkmalschutz, Oos, Wasserbau, Infrastrukturgeschichte, Bautechnik, Baden-Baden, Historische Brücken.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der technischen und historischen Entwicklung der sogenannten Aubrücke in Lichtental, Baden-Baden, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Bauweise und Instandhaltung im 19. und 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Brückenbautechniken in Baden, der Geschichte der lokalen Infrastruktur sowie der wirtschaftlichen Bedeutung von Fremdenverkehr und Holztransporten für die Region.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den gesamten Lebenslauf der Brücke, von den ersten hölzernen Anfängen bis zur heutigen Bedeutung als geschütztes technisches Denkmal, anhand von Archivunterlagen und technischen Plänen nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine akribische Auswertung zeitgenössischer Quellen, darunter Frachtbriefe, Korrespondenz mit den Baubehörden, historische Karten und detaillierte statische Analysen aus den Archiven der Stadt Baden-Baden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die statische Transformation der Brücke – vom hölzernen Austeg über die aufwändige Eisen-Holz-Konstruktion mit Schienen-Recycling bis hin zur heutigen, denkmalgeschützten Form.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Aubrücke, Brückenschiene, Fairbairnsches Brückenprinzip, Baudenkmal sowie die Historie der badischen Eisenbahnbauten.
Wie wurde die Stabilität der Brücke ursprünglich erreicht?
Die Stabilität der 1859 errichteten Brücke beruhte auf dem Einsatz von zwei seitlichen Fachwerkträgern, bei denen ausgediente, äußerst steife Brückenschienen der Eisenbahn als Gurtmaterial fungierten.
Warum mussten die Brückenschienen später ausgetauscht werden?
Die historischen Brückenschienen erwiesen sich mit der Zeit als Gefahr, da sie bei den zunehmenden Belastungen unter Last zu knicken drohten, was einen Ersatz durch moderne T-Stahlträger unumgänglich machte.
Welche Rolle spielten die "Badischen Urschienen" in diesem Kontext?
Diese Schienen waren ein Nebenprodukt der Umspurung der badischen Staatseisenbahn und wurden aufgrund ihrer hohen Seitensteifigkeit günstig als Baumaterial für kleinere Brücken zweckentfremdet.
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- Michael Kopfmann (Author), 2011, Die Aubrücke von Baden Baden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179277