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Multiple Erzählanfänge und das Prinzip der Unterbrechung

Ein Vergleich der Metaromane "Tristram Shandy" und "Se una notte d´inverno un viaggiatore"

Title: Multiple Erzählanfänge und das Prinzip der Unterbrechung

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Julia Piu (Author)

German Studies - Comparative Literature

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1. Einleitung

Ich habe für die vorliegende Arbeit die beiden Romane The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman von Laurence Sterne und Se una notte d´inverno un viaggiatore von Italo Calvino ausgewählt, da beide in besonderer Weise mit dem Problem des Anfangens spielen. In TS befindet sich der Erzähler auf einer unendlichen Suche nach dem Anfang seiner selbst und seines Unglücks. Zu diesem Zweck wird der Anfang immer wieder aufgeschoben bzw. der Erzähler bricht ab und setzt an einer anderen Stelle neu an. Italo Calvinos SNIV besteht aus zehn aneinandergereihten Romananfängen, die durch eine Rahmenhandlung verbunden werden und mit deren Kapiteln abwechseln. Auf der Ebene dieser Rahmenhandlung befinden sich die Figuren eines Leser und einer Leserin auf der erfolglosen Suche nach der Fortsetzung der Romanfragmente, die, nach dem experimentellen Muster eines permutativen Durchspielens verschiedener Möglichkeiten aneinandergereiht, als `Stilübung` im Anfangen erscheinen. Interessant für die vorliegende Arbeit ist, dass Calvino im Rahmen der Charles Eliot Norton Poetry Lectures an der Harvard-Universität 1984 eine eigene Vorlesung zum Thema Über das Anfangen und das Beenden von Romanen geplant hatte, zu der jedoch im Nachlass keine Aufzeichnungen gefunden wurden (Vgl. Calvino 1995: 7). Die Annahme liegt nahe, dass SNIV als Beispiel hätte dienen können.
In gewisser Weise könnten die beiden zu behandelnden Werke als komplementär angesehen werden, da in TS ein Erzähler seinen Anfang nicht findet, während in SNIV ein Leser endlos auf der Suche nach einem Ende ist. An dieser Gegenüberstellung wird bereits eine Verlagerung des Schwerpunkts vom Erzähler auf den Leser deutlich, der unter Punkt vier nachgegangen werden soll.
Beide Romane wollen die Möglichkeiten ihres eigenen Genres ausloten, worauf für SNIV bereits die konditionale Formulierung des fragmentarisch anmutenden Titels verweist. Weitere Gemeinsamkeiten sind der wiederholte Einsatz von Unterbrechungen auf der Ebene der Makrostruktur sowie eine stark selbstreflexive Komponente. Scheffel vertritt in seiner Typologie des selbstreflexiven Erzählens im Gegensatz zu Theoretikern wie Robbe-Grillet oder Ricardou die Auffassung, dass Selbstbezüglichkeit keine Besonderheit des nouveau (nouveau) roman oder des 19. und 20. Jahrhunderts darstellt, sondern schon vorher zu finden ist. Für ihn überwiegen die Gemeinsamkeiten selbstreflexiver Romane eine epochale Trennung bei weitem (Vgl. Scheffel 1997: 2-5).(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erzählanfänge

2. 1. Der Anfang von Tristram Shandy

2. 2. Der Anfang von Se una notte d´inverno un viaggiatore

3. Erzählprinzip der Unterbrechung und Selbstreflexion

3. 1. Tristram Shandy

3. 2. Se una notte d´inverno un viaggiatore

4. Vom `aventure d´un récit` zum `aventure d´une lecture`

5. Zusammenfassung

6. Literaturangaben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Romane "The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman" von Laurence Sterne und "Se una notte d'inverno un viaggiatore" von Italo Calvino im Hinblick auf ihre spielerische Auseinandersetzung mit dem Problem des Anfangens. Ziel ist es, die Rolle von Unterbrechungen, Selbstreflexivität und die Verlagerung des Schwerpunkts vom Erzähler auf den Leser zu analysieren.

  • Analyse unterschiedlicher Anfangskonzeptionen in der Literaturgeschichte
  • Das Erzählprinzip der Unterbrechung als strukturbildendes Element
  • Untersuchung von Selbstreflexivität und Metafiktionalität
  • Die aktive Rolle des Lesers als konstruktiver Teil des Werkes
  • Komparativer Vergleich von Romanstrukturen über Epochengrenzen hinweg

Auszug aus dem Buch

2. 2. Der Anfang von Se una notte d´inverno un viaggiatore

Ebenso wie bei TS kann man auch bei SNIV nicht von `dem Anfang` sprechen, da der Roman als solcher mehrfach beginnt und auf Fiktionsebene zehn weitere Anfänge beinhaltet. Jeder dieser zehn Romananfänge ist anders gefärbt und aus einem potenziell unendlichen Paradigma möglicher Erzählstile ausgewählt; in der Terminologie Roman Jakobsons gesprochen wurden die so selektierten Romananfänge syntagmatisch aneinandergereiht, wobei mit den beiden `symmetrisch überschüssigen` Kapiteln der Rahmenhandlung eins und zwölf auf der Achse der Kombination Anfang und Ende des Syntagmas gesetzt werden, dessen `eigentlichen` Beginn somit das erste Romanfragment mit dem Titel Se una notte d´inverno un viaggiatore bildet. Dadurch ergibt sich ein mindestens doppelter Anfang.

Zunächst zum Beginn der Rahmenhandlung, dem Textanfang. Bereits mit dem ersten Satz „Stai per cominciare a leggere il nuovo romanzo Se una notte d´inverno un viaggiatore di Italo Calvino“ (SNIV: 3) und dem binnenfiktional verdoppelten Titel weist der Text auf seinen eigenen problematischen Anfang hin, da nicht klar ist, ob der Leser wirklich schon mit diesem Satz den Roman SNIV beginnt oder erst auf das folgende Romanfragment dieses Titels vorbereitet wird, auf dessen Beginn am Ende des ersten Kapitels wieder explizit hingewiesen wird. In diesem doppelten Anfang steckt die Frage, wo ein Roman bzw. das Lesen `wirklich` anfängt, analog zur Frage in TS, wo ein Menschenleben beginnt. Nachdem realer und fiktiver Leser auf der ersten Textseite also ihre Lektüre begonnen zu haben glauben, folgt eine Vorbereitung auf das `eigentliche´ Lesen in Form einer Art Inszenierung des Lesers. Dann springt der Erzähler in einer Analepse zurück und berichtet von den Ereignissen, die zu diesem Moment geführt haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden Romane vor und begründet die Auswahl durch ihre komplementäre Auseinandersetzung mit dem Anfangen und der Rolle des Lesers.

2. Erzählanfänge: In diesem Kapitel werden die komplexen, mehrfachen Anfänge von Tristram Shandy und Se una notte d'inverno un viaggiatore analysiert und einander gegenübergestellt.

3. Erzählprinzip der Unterbrechung und Selbstreflexion: Das Kapitel untersucht, wie Unterbrechungen bei Sterne und Calvino zur Selbstreflexion der Erzählstruktur beitragen und welche Rolle die Figurenebene dabei spielt.

4. Vom `aventure d´un récit` zum `aventure d´une lecture`: Hier wird die Verlagerung von der Geschichte des Erzählens hin zur Geschichte der Lektüre theoretisch begründet und die aktive Rolle des Lesers hervorgehoben.

5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden untersuchten Romane in Bezug auf ihre selbstreflexiven Anfangskonzepte zusammen.

6. Literaturangaben: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Erzählanfänge, Unterbrechung, Selbstreflexion, Metafiktion, Leserrolle, Tristram Shandy, Se una notte d'inverno un viaggiatore, Intertextualität, Erzählstruktur, Postmoderne, Rezeptionsästhetik, Diskurs, Rahmenhandlung, Romananfänge, Literaturtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert zwei bedeutende Metaromane und ihre spezifische Art, mit narrativen Anfängen und Unterbrechungen zu spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Erzählprinzip der Unterbrechung, die Funktion von Selbstreflexivität innerhalb eines Romans und die aktive Rolle des Lesers bei der Konstitution von Bedeutung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sterne und Calvino traditionelle Romankonventionen durch eine Struktur von permanenten Neuanfängen unterlaufen und den Fokus auf den Akt des Lesens verschieben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine komparatistische Untersuchung, die sich primär auf erzähltheoretische Kategorien und rezeptionsästhetische Ansätze stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der konkreten Erzählanfänge, die Untersuchung des Prinzips der Unterbrechung auf der strukturellen Ebene und eine theoretische Reflexion über den Wandel vom "Abenteuer der Erzählung" zum "Abenteuer der Lektüre".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Erzählanfänge, Metafiktion, Leserzentrierung, Selbstreflexion und Strukturunterbrechung beschreiben.

Warum spielt die Figur des Lesers bei Italo Calvino eine so zentrale Rolle?

Bei Calvino wird der Leser als fiktionale Instanz in den Text eingeschrieben, wodurch der reale Leser dazu angeregt wird, sich als aktiver Mitgestalter und Koproduzent des Textes zu verstehen.

Inwiefern unterscheiden sich die beiden Romane in ihrer Handhabung von Unterbrechungen?

Während die Unterbrechungen bei Sterne als Ausdruck eines "frustrierten Erzählens" dienen, das sich in Digressionen verliert, führen sie bei Calvino zu einer ständigen Enttäuschung der linearen Lesererwartung, was das Leseerlebnis selbst zum Gegenstand der Handlung macht.

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Details

Title
Multiple Erzählanfänge und das Prinzip der Unterbrechung
Subtitle
Ein Vergleich der Metaromane "Tristram Shandy" und "Se una notte d´inverno un viaggiatore"
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
M.A. Julia Piu (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V179238
ISBN (Book)
9783656014973
ISBN (eBook)
9783656015260
Language
German
Tags
multiple erzählanfänge prinzip unterbrechung vergleich metaromane tristram shandy
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Julia Piu (Author), 2005, Multiple Erzählanfänge und das Prinzip der Unterbrechung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179238
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