In der Hausarbeit geht es um das dem Thema der Stadtschrumpfung. Das impliziert die Auseinandersetzung mit den grundlegenden Faktoren für Schrumpfungsprozesse, ihren Auswirkungen auf die Stadt und die Bevölkerung sowie den raumplanerischen Möglichkeiten, auf den Prozess zu reagieren. Ziel ist es, anhand von Beispielen – diese seien Bremen und Bitterfeld-Wolfen – einen Bogen zu spannen zwischen der bloßen Theorie der Stadtschrumpfung und konkreten Schrumpfungsprozessen sowie Fallbeispielen des darauf folgenden Stadtumbaus. Der Schwerpunkt der Ausarbeitung liegt auf der Analyse des Schrumpfungsprozesses und den Möglichkeiten der Reaktion. Hier wird vor allem auf die Pläne des Stadtumbau Ost sowie des Stadtumbau West eingegangen. Außerdem soll das Initiativprojekt „shrinking cities“ der Kulturstiftung des Bundes als Beispiel zur Auseinandersetzung mit der Thematik aufgezeigt werden. Abschließend werden die Ergebnisse im Fazit kurz zusammengefasst. Darüber hinaus soll ein Ausblick auf die Stadtentwicklung in Deutschland im 21 Jahrhundert erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Stadtschrumpfung – Gründe, Auswirkungen, Erscheinungen
3 Raumplanerische Reaktionen auf Schrumpfungsprozesse
4 Die Förderprogramme „Stadtumbau Ost“ und „Stadtumbau West“
5 Stadtumbau am Beispiel von Bitterfeld-Wolfen
6 Stadtumbau am Beispiel von Bremen
7 Fazit
8 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Stadtschrumpfung in Deutschland, analysiert deren Ursachen wie Deindustrialisierung und Suburbanisierung sowie die daraus resultierenden städtebaulichen Herausforderungen. Ziel ist es, anhand der Förderprogramme „Stadtumbau Ost“ und „Stadtumbau West“ aufzuzeigen, wie durch gezielte raumplanerische Maßnahmen auf Schrumpfungsprozesse reagiert werden kann, wobei die Fallbeispiele Bitterfeld-Wolfen und Bremen zur Veranschaulichung dienen.
- Ursachen und Auswirkungen von Stadtschrumpfung
- Raumplanerische Strategien und Leitbilder im Stadtumbau
- Analyse der Förderprogramme „Stadtumbau Ost“ und „Stadtumbau West“
- Fallstudie: Stadtumbau in Bitterfeld-Wolfen
- Fallstudie: Stadtumbau in der Hansestadt Bremen
Auszug aus dem Buch
2 Stadtschrumpfung – Gründe, Auswirkungen, Erscheinungen
Seit den 70er Jahren sind in Deutschland vermehrt schrumpfende Städte zu beobachten. Vor allem in Ostdeutschland sind Schrumpfungsprozesse keine Seltenheit, wobei das Phänomen an sich weder ein rein ostdeutsches noch ein neues ist (KILLISCH UND SIEDHOFF 2005, S.60). Die Gründe für schrumpfende Städte, im Englischen „shrinking cities“, sind vielfältig. Im Folgenden soll auf die grundlegenden Ursachen für die Entstehung schrumpfender Städte eingegangen werden, ihre Erscheinungsformen sowie ihre Auswirkungen dargestellt werden.
Wenn eine Stadt schrumpft, heißt das zunächst einmal, dass die Bevölkerungsdichte abnimmt. Abwanderungsprozesse finden statt und die Bevölkerungszahl sinkt. Aus unterschiedlichen Gründen werden die Menschen motiviert, ihre Stadt zu verlassen und sich in neuen Städten oder Dörfern anzusiedeln. Eine primäre Ursache für die Abwanderung stellt der Arbeitsplatzverlust dar. Wenn es in einer Stadt zu massiven Arbeitsplatzverlusten kommt, ist die Bevölkerung dazu gezwungen, sich nach Arbeit in fremden Städten umzusehen. Vor allem in den 70er Jahren kam es im Zuge der Deindustrialisierung aufgrund des Übergangs von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft, auch Tertiarisierung genannt, zu enormen Arbeitsplatzverlusten (GATZWEILER et al. 2003, S.557).
Produktionsstätten wurden ins Ausland verlegt, neue Technologien ließen die Altindustrie verkommen und um Kosten zu sparen, wurden Arbeitskräfte gestrichen. Daraus resultierten anhaltende Wanderungsprozesse und somit massive Bevölkerungsverluste in den jeweiligen Gebieten. Insbesondere der Osten Deutschlands war bisher von hoher Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichem Abbau betroffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Großteil der ostdeutschen Städte im Rahmen der Industrieansiedlungspolitik der DDR zu Industriestandorten entwickelt wurde (ebd. S.562). Von daher war Ostdeutschland „in erster Linie Opfer der mit dem wirtschaftsstrukturellen Wandel […] einhergehenden Deindustrialisierung“ (ebd.). Folglich geht der Arbeitsplatzverlust als Ursache für Stadtschrumpfungsprozesse einher mit wirtschaftsstrukturellen Veränderungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Stadtschrumpfung ein, definiert das Problem im Kontext demographischer und wirtschaftlicher Veränderungen und umreißt den Aufbau der Untersuchung sowie die gewählten Fallbeispiele.
2 Stadtschrumpfung – Gründe, Auswirkungen, Erscheinungen: Das Kapitel erläutert die primären Ursachen für Stadtschrumpfung, wie Deindustrialisierung und Suburbanisierung, und beschreibt deren Auswirkungen auf die Stadtstruktur und Finanzkraft der Kommunen.
3 Raumplanerische Reaktionen auf Schrumpfungsprozesse: Hier werden Strategien vorgestellt, wie Stadtplanung auf Schrumpfung reagieren kann, wobei Konzepte wie die „perforierte“ oder „transformierte Stadt“ im Vordergrund stehen.
4 Die Förderprogramme „Stadtumbau Ost“ und „Stadtumbau West“: Das Kapitel analysiert die zwei zentralen staatlichen Förderinstrumente, die darauf abzielen, städtebauliche Funktionsverluste durch Rückbau und Aufwertung zu kompensieren.
5 Stadtumbau am Beispiel von Bitterfeld-Wolfen: Anhand dieser Stadt wird dargelegt, wie ein ehemaliger Industriestandort mit massiven Schrumpfungsprozessen nach der Wende umgeht und sich als grüne Stadt neu positioniert.
6 Stadtumbau am Beispiel von Bremen: Das Kapitel beleuchtet, wie eine westdeutsche Großstadt durch Suburbanisierung vor Herausforderungen gestellt wird und mit gezielten Maßnahmen in Stadtteilen wie Osterholz-Tenever auf Leerstände reagiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit flexibler Planungskonzepte und plädiert dafür, den Schrumpfungsprozess als Chance für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu begreifen.
8 Literaturverzeichnis: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Stadtschrumpfung, Shrinking Cities, Stadtumbau, Demographischer Wandel, Deindustrialisierung, Suburbanisierung, Raumplanung, Bitterfeld-Wolfen, Bremen, Stadtentwicklung, Leerstand, Strukturwandel, Stadtumbau Ost, Stadtumbau West, Nachhaltige Stadtentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Stadtschrumpfung in Deutschland, welches durch Bevölkerungsrückgang und strukturelle Krisen gekennzeichnet ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Ursachen wie Deindustrialisierung, die Auswirkungen auf Infrastruktur und Wirtschaft sowie die planerischen Gegenmaßnahmen des Staates.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen theoretischen Schrumpfungsprozessen und praktischen städtebaulichen Lösungsansätzen anhand konkreter Fallbeispiele aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Analyse der Ursachen und Planungsansätze mit einer vergleichenden Fallstudie zweier deutscher Städte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die Förderprogramme des Bundes vorgestellt und die Praxisbeispiele Bremen und Bitterfeld-Wolfen detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stadtschrumpfung, Stadtumbau, Strukturwandel, Deindustrialisierung und Suburbanisierung.
Wie unterscheidet sich die Situation in Bitterfeld-Wolfen von der in Bremen?
Während Bitterfeld-Wolfen stark von der Deindustrialisierung nach der DDR-Zeit geprägt ist, ist der Schrumpfungsprozess in Bremen primär durch Suburbanisierung und Pendlerbewegungen in das Umland bedingt.
Welche Rolle spielen die Begriffe "perforierte" und "transformierte" Stadt?
Dies sind neue planerische Leitbilder, die Schrumpfung nicht als Defizit, sondern als Grundlage für eine qualifizierte Bestandsentwicklung und Stabilisierung der Stadtstruktur akzeptieren.
- Arbeit zitieren
- Jasmin Müller-Braig (Autor:in), 2011, Schrumpfende Städte in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/179208