Der vorliegende Unterrichtsentwuf entstand im Rahmen der Lehrerausbildung in Hamburg. Es handelt sich um einen Lehrprobenentwurf für eine Stunde zur Vertiefung des Themas Dreisatz in Klasse 7 einer Gesamtschule. Der Entwurf besteht aus einer Lerngruppenanalyse, einer Sachanalyse, der Begründung der Medien und Methodenauswahl und einer ausführlichen Darlegung der Didaktischen Entscheidungen und Ziele des Vorhabens. Es ist ein Arbeitsblatt angehängt, das nötige Bildmaterial kann aus urheberrechtlichen Gründen nicht verwendet werden. Das Bild ist jedoch einfach durch eine Bildsuche zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Angaben zur Lerngruppe / Klassensituation
2. Thema der Unterrichtseinheit und der Stunde
3. Einbettung der Stunde in die Gesamtplanung
4. Begründung der didaktischen Entscheidungen
4.1 Sachanalytische Hinweise
4.2 Didaktische Entscheidungen
5. Ziele
6. Begründung der Methoden- und Medienauswahl
7. Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Unterrichtseinheit ist es, die Lernenden dazu zu befähigen, mathematische Fragen zu einer realen Sachsituation eigenständig zu entwickeln und diese durch Anwendung des proportionalen Dreisatzes oder mathematischer Modellierung zu beantworten.
- Entwicklung eigener Fragestellungen zu Realobjekten
- Anwendung proportionaler Zuordnungen und des Dreisatzes
- Förderung der mathematischen Modellierungskompetenz
- Einübung kooperativer Arbeitsformen in Kleingruppen
- Reflexion über Lernprozesse und Arbeitsschritte
Auszug aus dem Buch
4.1 Sachanalytische Hinweise
Als Einstieg in die Stunde dient ein Foto des derzeitig größten Schuhs der Welt. Ausgehend von dieser realen Sachsituation entwickeln die Schüler/innen mathematische Fragen. Hier sind sämtliche Fragen von „Wie viel wiegt der Schuh?“ bis „Wie viel Material war zur Herstellung nötig?“ denkbar, vermutlich werden jedoch größtenteils Fragen genannt, die die Größe des Schuhs betreffen, wie etwa: „Wie lang ist der Schuh?“, „Welcher Schuhgröße entspricht der Schuh?“, „Wie groß müsste eine Person sein, dieser Schuh passt?“. Die Beantwortung dieser Fragen werde ich hier exemplarisch vorstellen, wenngleich den Schüler/innen Raum gegeben soll, sich mit anderen Fragen auseinanderzusetzen.
Um herauszufinden, wie lang der Schuh in Wirklichkeit ist, benötigt man einen Maßstab, da lediglich die Länge des Schuhs auf dem Bild gemessen werden kann, nicht aber die Größe in der Realität. Hierfür wird der Mann ganz rechts im Bild als Bezugsgröße geeignet. Nun ist es erforderlich, eine Annahme über die Größe des Mannes zu treffen, die man mit Hilfe eigener Erfahrungen aus dem Alltag stützen kann. Nimmt man an, dass ein erwachsener Mann im Schnitt etwa 1,85m groß ist, so kann man das Verhältnis des Mannes auf dem Bild zum Riesenschuh bestimmen: Der Schuh ist etwa 3,5mal so lang wie der Mann groß ist. Damit folgt für die Länge des Schuhs x = 1,85m · 3,5 = 6,48m. Hierbei handelt es sich um eine grobe Abschätzung, die von den Schüler/innen durch Einzeichnen der Länge des Mannes mit relativ wenig Rechenaufwand vorgenommen werden kann. Eine etwas genauere Alternative bietet die Berechnung mittels Dreisatz. Hierzu werden die Längen des Mannes und die Länge des Schuhs auf dem Bild zunächst gemessen und dann mit der angenommenen Größe des Mannes ins Verhältnis gesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Angaben zur Lerngruppe / Klassensituation: Beschreibung der Zusammensetzung und der spezifischen sozialen Dynamiken der Klasse.
2. Thema der Unterrichtseinheit und der Stunde: Einordnung der Stunde in den Rahmenlehrplan und Darstellung der Lernziele im Bereich der proportionalen Zuordnungen.
3. Einbettung der Stunde in die Gesamtplanung: Erläuterung des methodischen Vorgehens und des Vorwissens der Lernenden im Kontext der Unterrichtsreihe.
4. Begründung der didaktischen Entscheidungen: Detaillierte Analyse der Sachsituation (Riesenschuh) sowie Begründung der gewählten didaktischen Strategien.
5. Ziele: Auflistung der angestrebten fachlichen und sozialen Kompetenzen für die Schülerinnen und Schüler.
6. Begründung der Methoden- und Medienauswahl: Rechtfertigung der Wahl von Einzel- und Gruppenarbeitsphasen sowie der eingesetzten Unterrichtsmedien.
7. Verlaufsplanung: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs der Unterrichtsstunde nach Phasen.
Schlüsselwörter
Mathematik, Unterrichtsentwurf, Proportionale Zuordnungen, Dreisatz, Modellierung, Sachsituation, Riesenschuh, Lehrprobe, Kleingruppenarbeit, Kompetenzentwicklung, Mathematische Bildung, Sekundarstufe, Lernsituation, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundlegend?
Die Arbeit beschreibt einen Unterrichtsentwurf für eine 7. Klasse im Fach Mathematik zum Thema "Proportionale Zuordnungen und Dreisatz" anhand eines realen Beispiels.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die mathematische Modellierung einer realen Sachsituation (Größe eines Riesenschuhs) sowie die Anwendung des Dreisatzes zur Problemlösung.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Lernenden sollen lernen, aus einem realen Bild eigene mathematische Fragen zu generieren und diese durch Anwendung mathematischer Werkzeuge systematisch zu beantworten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Es wird ein schülerzentrierter Ansatz gewählt, der mit einer Phase der individuellen Fragenentwicklung beginnt und durch kooperative Gruppenarbeit vertieft wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse des Ausgangsbildes sowie eine didaktische Begründung für die Wahl der Sozialformen und der Aufgabenstellung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Proportionalität, Modellierungskompetenz, Binnendifferenzierung und schülerorientierte Lernprozesse.
Warum dient ausgerechnet ein Foto eines Riesenschuhs als Einstieg?
Das Bild dient als motivierender Impuls, um Lernende dazu anzuregen, Alltagsgegenstände mathematisch zu hinterfragen und Größenverhältnisse aktiv zu schätzen.
Wie gehen die Schülerinnen und Schüler mit komplexeren Fragestellungen um?
Die Lernenden klassifizieren ihre Fragen nach Schwierigkeitsgrad und bearbeiten diese zunächst in Einzelarbeit, um anschließend im Austausch mit Mitschülern Lösungsstrategien zu entwickeln.
- Quote paper
- Beeke Kühnapfel (Author), 2010, Fragen zu einer Sachsituation entwickeln und mit mathematischer Modellierung beantworten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178956