Ich habe Einen, meine beste Freundin auch. Die Frau an der Kasse am Supermarkt schreibt ihren nicht ganz so regelmäßig und der Taxifahrer hat seinen schon wieder gelöscht. Eigentlich haben viele Einen oder lesen Einen. Die Rede ist von Blogs bzw. Weblogs . (vgl. Schmidt 2006: 9).
Im Rahmen dieser Bakkalaureatsarbeit dient das Web 2.0 und genauer definiert das Instrumentarium Weblogs als Forschungsgegenstand. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass der private Blog im Zentrum der Arbeit steht und nicht etwa Corporate Blogs, die von den Unternehmen selber erstellt und geführt werden.
In der heutigen Welt, in der sich das Geschehen meist online abspielt, erfahren Weblogs immer mehr Zuspruch und aktive Teilnahme. Dies zeigen deutlich Aussagen, welche im Abstand von zwei Jahren getätigt wurden. So meinte Zerfaß 2005, dass weltweit die Zahl der aktiven Weblogs, also die Weblogs die regelmäßig über einen längeren Zeitraum geführt werden, auf 4 Millionen geschätzt wird (vgl. Zerfaß 2005: 5). Nur zwei Jahre später sagte Olaf Nitz, dass es weltweit über 60 Millionen Blogs gibt (vgl. Nitz 2007: 2).
Das Leben im bzw. mit dem World Wide Web ist ein fester Bestandteil in unserer heutigen Welt geworden. Aufgrund dieser Entwicklung wurde das Forschungsobjekt Weblogs gewählt um die große Bedeutung für Unternehmen aufzuzeigen. Informationen die Blogs bieten, scheinen vielleicht auf den ersten Blick belanglos, können für Unternehmen jedoch wichtige Issues sein und Risiken oder Chancen in Bezug auf unternehmerische Tätigkeiten sowie die Kommunikation aufzeigen. Der Blog wird zum geheimen Helfer für die Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Problemstellung
1.3 Vorgehensweise
2 Unternehmenskommunikation
3 Issues Management
3.1 Begriffsklärung
3.2 Was sind Issues?
4 Kommunikation im Web 2.0
4.1 Web 2.0
4.2 Social Web
4.3 Computervermittelte Kommunikation
4.3.1 Begriffsbestimmung
4.3.2 Merkmale von computervermittelter Kommunikation
4.3.3 Synchrone vs. Asynchrone Kommunikation
5 Das Weblog
5.1 Begriffserklärung
5.1.1 Funktionen des Blogs
5.1.2 Erscheinungsformen des Blogs
5.2 Weblogs im Meinungsbildungs- und Thematisierungsprozess
5.2.1 Meinungsbildung im Diffusionsprozess
5.2.2 Issues Management und Weblogs
5. 3 Herausforderungen für die Unternehmenskommunikation
6 Blog-Monitoring
6.1 Monitoring als Methode des Issues Management
6.2 Monitoring im Weblog
6.3 Der Umgang mit Blogs, Bloggern und Kritik
7 Forschungsfragen
8 Auswertung anhand des Praxisbeispiels Kryptonite
9 Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Weblogs als Instrument innerhalb des Issues Managements für die Unternehmenskommunikation. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Unternehmen durch systematisches Blog-Monitoring die Dynamik des Social Web für sich nutzen können, um frühzeitig auf Issues zu reagieren und Unternehmenskrisen abzuwenden.
- Rolle von Weblogs in der externen Unternehmenskommunikation
- Methoden des Blog-Monitorings zur Identifikation kritischer Issues
- Merkmale computervermittelter Kommunikation im Web 2.0
- Strategien für den Umgang mit Bloggern und Online-Kritik
- Analyse des Praxisbeispiels Kryptonite
Auszug aus dem Buch
6.2 Monitoring im Weblog
Blog-Monitoring dient vor allem der Informationsgewinnung. Unternehmen können somit erfahren, welche Themen die Blogosphäre beschäftigen. Blogs umfassen zahlreiche Themen und Blogger werden bereits als Multiplikatoren und Early Adopter gesehen, daher eignen sich Weblogs bestens als Frühwarnsystem (vgl. Nitz 2007: 4). Wichtige Themen für das Unternehmen können in der Blogosphäre frühzeitig erkannt werden und für das Unternehmen ist es möglich vorbeugend zu handeln. So zum Beispiel bei Krisensituationen oder bei der Entwicklung neuer Produkte, in die die Meinungen und Informationen aus der Blogosphäre einfließen (vgl. ebd.). Durch Blog-Monitoring lassen sich ebenfalls auch Wettbewerbsvorteile für Unternehmen erzielen (vgl. Zerfaß 2005: 23). Wichtigste Voraussetzung für diese Aspekte ist jedoch effektives Monitoring in Blogs und vor allem die Bereitschaft der Unternehmen sich mit den Aussagen der Blogger zu beschäftigen (vgl. Nitz 2007: 4).
Die Intensität der Weblog-Beobachtung ist von der Art des Unternehmens abhängig. Für die meisten Unternehmen lohnt es sich jedoch das Geschehen in Weblogs zu verfolgen und einfache Blog-Monitoring Maßnahmen sind von jedem Unternehmen umsetzbar (vgl. ebd.).
Die wichtigsten Inhalte von Blog-Monitoring sind: Name des Unternehmen und der Produkte bzw. Dienstleistungen, bedeutsame Personen im Unternehmen, Links zur Website des Unternehmens bzw. zu Produkten des Unternehmens und Konkurrenten (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema Weblogs als Kommunikationsmedium ein und definiert die Problemstellung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Unternehmenskommunikation: Dieses Kapitel erörtert die Grundlagen der externen Unternehmenskommunikation und deren Relevanz für die Öffentlichkeitsarbeit.
3 Issues Management: Es wird das Konzept des Issues Managements als Instrument der Unternehmensführung definiert und dessen strategische Bedeutung hervorgehoben.
4 Kommunikation im Web 2.0: Dieses Kapitel analysiert die Merkmale des Web 2.0 und der computervermittelten Kommunikation und ordnet Weblogs in diesen Kontext ein.
5 Das Weblog: Hier erfolgt eine detaillierte Begriffsklärung, eine Darstellung der Funktionen und Erscheinungsformen sowie eine Analyse der Rolle von Weblogs in Meinungsbildungs- und Thematisierungsprozessen.
6 Blog-Monitoring: Das Kapitel behandelt Monitoring als Methode des Issues Managements und beschreibt den praktischen Umgang mit Blogs, Bloggern und aufkommender Kritik.
7 Forschungsfragen: In diesem Kapitel werden die zentralen Forschungsfragen der Arbeit basierend auf der theoretischen Analyse beantwortet.
8 Auswertung anhand des Praxisbeispiels Kryptonite: Anhand des Falls Kryptonite wird illustriert, welche Krisenfolgen aus der Nichtbeachtung von Blogs für Unternehmen resultieren können.
9 Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Weblogs als „heimliche Helfer“ eine permanente Beobachtung erfordern.
Schlüsselwörter
Weblogs, Blog-Monitoring, Issues Management, Unternehmenskommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Social Web, Web 2.0, Blogger Relations, Krisenkommunikation, Meinungsbildung, Online-PR, Computervermittelte Kommunikation, Unternehmensstrategie, Digitale Kommunikation, Kryptonite
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Relevanz von Weblogs für die externe Unternehmenskommunikation und zeigt auf, wie Unternehmen durch gezielte Beobachtung dieser neuen Medienkanäle Chancen nutzen und Risiken minimieren können.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen das Issues Management, die Dynamik der Web 2.0-Kommunikation, die spezifischen Eigenschaften von Weblogs als Meinungsmacher sowie Methoden des professionellen Blog-Monitorings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Rolle von privaten Weblogs als Informationsquelle und Meinungsführer zu schaffen und eine Handlungsstrategie für Unternehmen zur aktiven Einbindung dieser Kanäle in ihre Kommunikationsarbeit zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine fundierte Literaturanalyse und eine Fallstudienanalyse (Beispiel Kryptonite) gestützt wird, um praktische Empfehlungen für Unternehmen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Unternehmenskommunikation, Issues Management, Web 2.0) sowie die detaillierte Darstellung von Weblog-Strukturen und Techniken zur systematischen Beobachtung und Analyse dieser Plattformen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Blog-Monitoring, Issues Management, Social Web, Blogger Relations und Unternehmenskommunikation im digitalen Raum.
Welche Rolle spielt das Praxisbeispiel "Kryptonite" in der Argumentation?
Das Beispiel verdeutlicht auf eindrucksvolle Weise, welche gravierenden finanziellen und reputationellen Schäden entstehen können, wenn ein Unternehmen die Dynamik und die kritischen Stimmen in Blogs ignoriert oder unterschätzt.
Warum ist das Blog-Monitoring laut der Autorin für Unternehmen unumgänglich geworden?
Da Informationen im Internet extrem schnell verbreitet werden, ist das Monitoring laut der Autorin ein notwendiges Frühwarnsystem, um auf Krisen reagieren zu können, bevor diese in die klassischen Massenmedien überschwappen.
- Arbeit zitieren
- Mira Kost (Autor:in), 2009, Issues Management im Web 2.0, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178727