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Analyse der Machtstrukturen von "Michael Kohlhaas"

Title: Analyse der Machtstrukturen von "Michael Kohlhaas"

Term Paper , 2010 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oto Morár (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works

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Summary Excerpt Details

Mit der Figur Michael Kohlhaas erzählt uns Heinrich von Kleist in seiner Novelle eine Geschichte von der Rechtschaffenheit eines Rosshändlers, dessen Rechtsgefühl einer Goldwaage gleicht und an der gezeigt werden kann, wie man aus Rache zum Mörder wird, wenn man um sein Recht konsequent bis zum Äußersten kämpft. Abgesehen von Recht, Gerechtigkeit und Genugtuung sind weitere Motive in die Geschichte eingeflochten, wie beispielsweise die Rolle von Zufall und Magie oder die Stellung von Kirche und Staat. Ein in der Vergangenheit weniger beachtetes und erst in Interpretationen neueren Datums behandeltes Motiv ist das der Macht.
Das Machtmotiv fügt sich bei Kohlhaas auf vielfältige Weise ein, denn Macht tritt dort in Form von Gewalt und Legitimation, durch Ansehen, Lob und Entlohnung und auch durch List oder Fehlinformation in Erscheinung. Auch symbolisch ist das Motiv der Macht in Gegenständen wie dem Amulett, der Korallenkette oder dem Siegelring vertreten. Der beste Beleg für das Machtmotiv ist aber die Handlung selbst: Das Geschehen steht im Zeichen eines grundsätzlichen Spannungsverhältnisses zwischen Herrschaft und Knechtschaft. Die Ausgangssituation ist geprägt von der Machtüberlegenheit der Obrigkeit und ihrer Autoritäten. Erst der bewaffnete Widerstand Kohlhaas’ gegen ihre Willkür bringt ihn aus seiner anfänglichen Ohnmacht in eine aussichtsreichere Position. Die Dynamik der weiteren Handlung führt mehrfach zu Machtverschiebungen, bis am Ende der scheinbar machtlose Kohlhaas über den mächtigen Kurfürsten triumphiert. Wie die Umkehrung der Machtverhältnisse zwischen dem Rosshändler Kohlhaas und seinen Kontrahenten im Verlauf der Handlung erfolgt, soll das zentrale Thema dieser Arbeit sein.
Es stellt sich zunächst die Frage, wie es zu dieser „Ohnmacht des Mächtigen“ kommt, das heißt an welchen Handlungssequenzen man eine Machtumkehr festmachen kann. Weiterhin ist von Interesse, welche Gründe für die Machtverschiebungen ursächlich verantwortlich sind und welche Mittel dazu eingesetzt werden. Schließlich ist zu prüfen, ob den Handelnden potenzielle Alternativen zur Verfügung stehen, die zu einem anderen Handlungsverlauf und damit auch zu anderen Machtverteilungen hätten führen können. Ausgehend von den Schlüsselstellen der Handlung mit markanten Machtverschiebungen, werden die Ursachen und Auswirkungen der Veränderung von Macht analysiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 BEGRIFFSKLÄRUNG UND GRUNDLAGEN

2.1 Begriffsgeschichte und Machttheorien

2.2 Modell zur Analyse von Machtstrukturen

3 WENDEPUNKTE DER VERÄNDERUNG VON MACHT

3.1 Ausgangssituation und Ablehnung der Klage

3.2 Lisbeths Tod und Selbsthilfe durch Gewalt

3.3 Luthers Brief

3.4 Machtverschiebungen durch die Abdeckerszene

3.5 Eingriff der Zigeunerin

4 ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die Machtstrukturen in Heinrich von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas". Ziel ist es, durch ein eigens entwickeltes Analysemodell die Dynamik von Machtverschiebungen innerhalb ausgewählter Schlüsselstellen des Werkes zu untersuchen und die Ursachen für die Umkehrung der Machtverhältnisse zwischen dem Protagonisten und seinen Kontrahenten zu identifizieren.

  • Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen Herrschaft und Knechtschaft.
  • Anwendung moderner Machttheorien (u.a. Weber, Arendt, Foucault, French/Raven) auf literarische Handlungssequenzen.
  • Identifikation und Analyse markanter Wendepunkte der Machtverschiebung.
  • Evaluation der Rolle von Zufall, Schicksal und Magie als externe Machtfaktoren.
  • Interpretation des Machtmotivs als zentrales, wenn nicht gar leitendes Motiv der Novelle.

Auszug aus dem Buch

3.2 Lisbeths Tod und Selbsthilfe durch Gewalt

Bis hierher handelt Kohlhaas ruhig und vernünftig. Erst nach Lisbeths unglücklichem Tod ändert sich sein Handeln ins Widersinnige. Sie, die bereits ahnte, dass er „jetzt nichts mehr, als Waffen und Pferde“ braucht, um gegen seinen Kontrahenten vorzugehen, sie, die ihn umstimmte, einen letzten friedlichen Versuch zu starten und sich sogar selbst bereit erklärte, seine Bittschrift über frühere Beziehungen zum Kastellan des kurfürstlichen Schlosses dem Kurfürst zukommen zu lassen, stirbt an der Folge durch „einen Stoß, mit dem Schaft einer Lanze, vor die Brust“. Nach diesem Umschwung interessieren Kohlhaas die Gerichte nicht mehr und er übernimmt das Geschäft der persönlichen Rache gegen den Junker:

Er setzte sich nieder und verfasste einen Rechtsschluss, in welchem er den Junker Wenzel von Tronka, kraft der ihm angeborenen Macht, verdammte, die Rappen, die er ihm abgenommen, und auf den Feldern zu Grunde gerichtet, binnen drei Tagen nach Sicht, nach Kohlhaasenbrück zu führen, und in Person in seinen Ställen dick zu füttern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des Machtmotivs in Kleists Novelle ein und definiert das Ziel, Machtverschiebungen anhand eines entwickelten Analysemodells zu untersuchen.

2 BEGRIFFSKLÄRUNG UND GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen des Machtbegriffs sowie ein Analysemodell, das auf verschiedenen modernen Machttheorien basiert.

3 WENDEPUNKTE DER VERÄNDERUNG VON MACHT: Der Hauptteil wendet das Analysemodell auf fünf zentrale Handlungssequenzen an, um die Dynamik der Machtumkehr im Text detailliert nachzuzeichnen.

4 ZUSAMMENFASSUNG: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und wertet das Machtmotiv als zentrales Leitmotiv der Novelle aus.

Schlüsselwörter

Michael Kohlhaas, Heinrich von Kleist, Machtstrukturen, Machttheorien, Machtverschiebung, Ohnmacht, Herrschaft, Gewalt, Legitimität, Literaturwissenschaft, Analysemodell, Handlungssequenzen, Naturrecht, Rechtsgefühl, Rache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das bisher wenig beachtete Machtmotiv in Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ und analysiert, wie sich Machtverhältnisse im Verlauf der Handlung zwischen dem Protagonisten und seinen Kontrahenten verschieben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Dynamik zwischen Ohnmacht und Macht, die Instrumentalisierung von Gewalt, die Bedeutung von Recht und Gesetz sowie den Einfluss von externen Faktoren wie Zufall und Magie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, an welchen Handlungssequenzen eine Machtumkehr festzumachen ist, welche Gründe für diese Machtverschiebungen verantwortlich sind und welche Mittel die Akteure dabei einsetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet ein selbst entworfenes „Ad-hoc-Analysemodell“, das Foucaults Machtdefinition mit der Typologisierung von Machtformen nach French und Raven kombiniert, ergänzt durch Ansätze von Arendt und Luhmann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert fünf spezifische Handlungssequenzen: die Ausgangssituation am Schlagbaum, die Ereignisse nach Lisbeths Tod, den Eingriff Luthers, die Abdeckerszene und den entscheidenden Auftritt der Zigeunerin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Machtstrukturen, Machtumkehr, Recht, Rache, Legitimität, Gewalt sowie das Analysemodell selbst.

Warum wird die „Abdeckerszene“ in der Analyse als Schwächung für Kohlhaas gewertet?

Die Szene führt zu einer negativen Identifikation des Volkes mit Kohlhaas und entzieht ihm gesellschaftlichen Rückhalt, da seine Handlungen als bloße Befriedigung von Starrsinn wahrgenommen werden.

Welche Rolle spielt der Zettel in der Kapsel für das Ende der Novelle?

Der Zettel fungiert als Machtkatalysator; Kohlhaas besitzt durch das Wissen über die darauf enthaltene Information eine absolute Dominanz über den Kurfürsten und kann diesen durch das Verschlingen des Zettels mental vernichten.

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Details

Title
Analyse der Machtstrukturen von "Michael Kohlhaas"
College
University of Hagen  (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Oto Morár (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V178725
ISBN (Book)
9783656009054
ISBN (eBook)
9783656009184
Language
German
Tags
Michael Kohlhaas Macht Recht Heinrich von Kleist Machtstrukturen Machttheorien Herrschaft Gewalt Analysemodell Zwang Legitimation Belohnung Identifikation Information Literatur Luther Zigeunerin Rechtsgefühl Machtmotiv Thema Kohlhaas Inhaltsangabe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oto Morár (Author), 2010, Analyse der Machtstrukturen von "Michael Kohlhaas", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178725
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