Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob spezifische Strategien in Interviews auf linguistischer Ebene identifiziert und nachgewiesen werden können. Dies geschieht anhand einer Fallstudie der Larry King Live Shows. Dazu werden zunächst einige Informationen zur Person Larry King sowie zu den Larry King Live Shows erörtert.
Im Anschluss wird zur Bestimmung des theoretischen Rahmens erläutert, was unter Begriffen wie Interview, Frage, Diskurs, oder auch Argumentation genau zu verstehen ist. Damit einhergehend wird grundlegend auf die Diskussion um discourse markers eingegangen. Dies geschieht u.a. aufgrund früherer Studien von Fraser (1987, 1990, 1999), Redeker (1990), und Lauerbach (2007).
In einem zweiten Schritt werden unterschiedliche Arten von Fragen und deren Charakteristika erläutert. Anhand dieser lassen sich im Kapitel 5 u.a. verschiedene Strategien, welche entsprechend in verschiedenen Situationen angewendet werden, ableiten. Zusätzlich werden die unterschiedlichen Möglichkeiten der Verkettung und Aneinanderreihung der verschiedenen Arten von Fragen besprochen. Im Zusammenhang mit der Identifizierung der daraus resultierenden spezifischen Strategien werden anschließend beobachtbare Merkmale gesucht, welche zur Analyse herangezogen werden können. In einem ersten Schritt wird auf deskriptive Weise untersucht, welche Routinen Larry King anwendet und welchen Einfluss diese auf Gäste und Zuschauer haben. Ferner wird auf Basis einer Gegenüberstellung diverser Charakteristika von conversational und institutional discourse Schritt für Schritt erörtert, welcher Natur die Larry King Live Shows sind. Dabei stehen der Grad an sprachlicher Spontanität, die Rollenverteilung sowie wechselnde Rollen der einzelnen Gesprächsteilnehmer, sowie die Orientierung der Adressaten im Vordergrund.
In Kapitel 5.2 wird anschließend auf die zuvor beschriebenen beobachtbaren Merkmale, welche sich zur Identifikation der spezifischen Strategien eignen, eingegangen.
Die vorliegende Arbeit stellt somit einen Ansatz zur Ermittlung diverser Strategien in Interviews dar. Aufgrund dessen, dass nur die Strategien von Larry King untersucht wurden, bietet eine Analyse der entsprechenden Reaktionen und Verhaltensweisen seiner Gesprächspartner Raum und Anreiz für weitere Studien auf diesem Gebiet.
Inhaltsverzeichnis
1. Introduction
2. Aim and Scope
3. Framework
3.1. About Larry King and the Show
3.2. Previous Work
3.3. Terminology
3.4. Question Options
4. Material and Method
5. Analysis and Results
5.1. Determining the Genre of the Larry King Live Shows
5.1.1. The Host’s Tasks and Routines
5.1.2. Conversational versus Institutional Characteristics
5.1.3. Intermediate Results
5.2. Indications for Discursive Strategies
5.2.1. Functional Analysis
5.2.1.1. Correlative Markers
5.2.1.2. Coordinating Conjunctions a.k.a. FANBOYS
5.2.2. Non-Functional Analysis
6. Conclusion
7. References
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die diskursiven Strategien von Larry King in seiner Talkshow "Larry King Live". Das Hauptziel besteht darin, die spezifischen sprachlichen Muster, Signale und Strategien zu identifizieren und zu interpretieren, die es King ermöglichen, in einem semi-institutionellen Rahmen sensible Informationen von seinen Gästen zu erlangen, ohne diese zu desavouieren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie King durch den Einsatz bestimmter diskursiver Merkmale eine Atmosphäre der Spontanität schafft, während er gleichzeitig institutionelle Kontrolle ausübt und als Vermittler zwischen Gast und Publikum fungiert.
- Analyse der diskursiven Merkmale und sprachlichen Strategien von Larry King.
- Untersuchung des "Larry King Live"-Formats im Spektrum zwischen konversationeller und institutioneller Interaktion.
- Identifikation und Kategorisierung von Fragestrategien und Antwortverhalten.
- Empirische Auswertung von Diskursmarkern (z.B. and, but, so, because) in der Initialposition.
Auszug aus dem Buch
3.1. About Larry King and the Show
Larry King was born Lawrence Harvey Zeiger on November 19, 1933, in Brooklyn, New York. He acquired the name Larry King when he got told that Zeiger sounded too ethnic and was hard to remember. The name King had actually been an inspiration of a store named ‘King’s Wholesale Liquor’.
His parents, Edward Zeiger and Jennie Gitlitz, were Jewish immigrants. His father, a bar owner, died at the age of 44 of a heart disease when Larry was nine years old. His mother, a garment worker, had to live on welfare to be able to support Larry and his younger brother Marty. Moreover, Larry struggled with his father’s death, so that he lost interest in education and barely scraped through high school. Afterwards, in his 20s, he went to support his mother by working as a mail clerk. From his early childhood, Larry had dreamed of a career in radio, which made him pound New York’s radio stations, without success. His radio career started in 1960 when he debuted with his first program after he met with a CBS announcer who told him to seek his chance in Florida. In the following decade he developed his career adding a newspaper column to his radio and television routines.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Introduction: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Interviews als Instrument zur Informationsgewinnung und führt in die Besonderheiten der "Larry King Live"-Shows ein.
2. Aim and Scope: Hier wird das Ziel der Arbeit definiert, diskursive Strategien von Larry King zu identifizieren und deren Anwendung in seinen Shows zu interpretieren.
3. Framework: Das Kapitel liefert den theoretischen Hintergrund, einschließlich biografischer Daten zu Larry King, linguistischer Definitionen von Diskurs und Fragestellungen sowie der Konzepte von Face Threatening Acts.
4. Material and Method: Dieser Teil beschreibt die Datengrundlage (Transkripte von 2000 bis 2004), die methodische Vorgehensweise bei der Analyse und die Validierung der Transkriptqualität.
5. Analysis and Results: Das Hauptkapitel analysiert das Genre der Show als semi-institutionell und untersucht diskursive Strategien, insbesondere durch die funktionale Analyse von Diskursmarkern und die nicht-funktionale Analyse von Höflichkeitsstrategien.
6. Conclusion: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass Larry King durch spezifische sprachliche Strategien eine einzigartige, sichere Interviewumgebung schafft, die Gäste zur Offenheit ermutigt.
7. References: Dieses Kapitel listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literaturhinweise auf.
Schlüsselwörter
Larry King Live, Diskursanalyse, Interviewstrategien, semi-institutionelle Interaktion, Diskursmarker, Konversation, Argumentation, Fragetechniken, Höflichkeitsstrategien, Face Threatening Acts, rhetorische Fragen, Kommunikation, Korpuslinguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spezifischen diskursiven Strategien, mit denen der Moderator Larry King in seiner Talkshow "Larry King Live" Gespräche führt, um Informationen zu gewinnen und gleichzeitig eine angenehme Atmosphäre für seine Gäste zu bewahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Untersuchung von Diskursmarkern, die Differenzierung zwischen konversationellem und institutionellem Sprechen sowie die Analyse von Fragetechniken und Höflichkeitsstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, durch welche sprachlichen Mittel King ein "semi-institutionelles" Gesprächsumfeld schafft, das es ihm erlaubt, sensible Informationen zu erhalten, während er gleichzeitig den Eindruck einer spontanen, freundschaftlichen Unterhaltung vermittelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer korpuslinguistischen Analyse von Transkripten der Sendung zwischen 2000 und 2004, ergänzt durch eine qualitative Analyse spezifischer sprachlicher Merkmale und funktionaler Diskursmuster.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst das Genre der Show bestimmt, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung funktionaler Diskursmarker (z.B. Konjunktionen wie "but", "and", "so") und einer nicht-funktionalen Analyse von Interaktionen wie Unterbrechungen und Wiederholungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Diskursanalyse, Larry King, semi-institutionelle Interaktion, Diskursmarker, Fragetechniken und Face Threatening Acts.
Wie beeinflusst Larry Kings Moderationsstil die Antworten der Gäste?
King verwendet häufig indirekte Anfragen, Rhetorik und wiederholende Strukturen, die es dem Gast erleichtern, auch sensitive Informationen preiszugeben, da der soziale Druck durch eine als sicher wahrgenommene Umgebung gemildert wird.
Welche Rolle spielen "Diskursmarker" in der Untersuchung?
Sie dienen als "Klebstoff" des Gesprächs; die Arbeit zeigt, dass King Wörter wie "and", "but" oder "so" in der Satzanfangsposition strategisch nutzt, um das Gespräch am Laufen zu halten, Überleitungen zu schaffen oder Gäste zur weiteren Ausführung zu animieren.
- Arbeit zitieren
- Tolga Güneysel (Autor:in), 2011, Discursive Strategies in Interviews, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178669