Ziel dieser Arbeit soll es nach einer ersten Annäherung an den Begriff der Globalisierung sein, verschiedene Datierungsansätze nachzuvollziehen, zu prüfen worin ihre Schwächen und ihr Nutzen liegen könnten, um abschließend der Frage nachzugehen, ob der eine oder andere Ansatz geeigneter ist, um die heute als „Globalisierung“ bezeichneten Entwicklungen zu erklären. Die These soll sein, dass dies nicht der Fall ist. Texte aus dem 19. Jahrhundert, wie beispielsweise das „Kommunistische Manifest“ von Karl Marx und Friedrich Engels oder der Roman „Der Nachsommer“ von Adalbert Stifter, zeigen, dass „die moderne Globalisierung schon zu jener Zeit begonnen hat und im damaligen Bewusstsein als der Beginn einer Zukunft erlebt [wurde], die, wie wir inzwischen wissen, seitdem nicht aufgehört hat zu beginnen.“4
Inhaltsverzeichnis
1 Das Problem der Datierung
2 Globalisierung
3 Datierungsansätze
3.1 Beginn in der Antike
3.2 Beginn im Mittelalter
3.3 Beginn in der Neuzeit
3.3.1 Die Entdeckung der Welt
3.3.2 Das alte Kolonialsystem
3.3.3 Industrialisierung und Imperialismus
3.4 Beginn im 20. Jahrhundert
3.4.1 Das Ende des Zweiten Weltkrieges
3.4.2 Das Schwellenländerphänomen
3.4.3 Das Ende des Kalten Krieges
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Problem der Datierung der Globalisierung, indem sie verschiedene theoretische Ansätze vergleicht und auf ihre wissenschaftliche Validität hin überprüft, um zu klären, ob der Prozess als kontinuierlich oder in diskreten Schüben verlaufend zu verstehen ist.
- Historische Einordnung des Globalisierungsbegriffs
- Kritische Analyse verschiedener Datierungsansätze (von der Antike bis zum 20. Jahrhundert)
- Untersuchung der Wechselwirkung zwischen ökonomischen und soziokulturellen Faktoren
- Diskussion über Eurozentrismus in der historischen Forschung
- Synthese von Zustands- und Prozesscharakter der Globalisierung
Auszug aus dem Buch
1. Das Problem der Datierung
Der Begriff 'Globalisierung' hat seit den 1990er Jahren einen erstaunlichen Aufschwung erlebt und gilt mittlerweile als Epochencharakteristikum. Dabei scheint es sich um einen höchst ambivalenten und zum Teil paradoxen Prozess zu handeln. Die Welt wird immer kleiner, der Horizont immer größer. Die „Ent-Fernung der Entfernung“, die Verdichtung von Raum und Zeit, scheint darüber hinaus ein janusköpfiges Phänomen zu sein, für die einen ist es ein Heilsversprechen, für die anderen eine Horrorvision. Die Liste der Probleme, die mit der Globalisierung verbunden sind, ist lang. Allen gemeinsam ist jedoch, dass die Analysen und Lösungsansätze in hohem Maße von den verwendeten Begrifflichkeiten abhängen. In dieser Arbeit soll es um das Problem der Datierung der Globalisierung gehen. Wesentlich für ein gegenwärtig gegebenes Phänomen ist der Aspekt seines Gewordenseins. Diesem Umstand müssen auch die Begrifflichkeiten Rechnung tragen. Tatsache ist, dass unterschiedliche Autoren den Prozess der Globalisierung zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnen lassen. Während für die einen eurasische Fernhandelsbeziehungen in der Antike ihren Beginn markieren, ist für andere eine digitale Totalvernetzung in Echtzeit notwendiges Kriterium, um von Globalisierung sprechen zu können. Wieder andere meinen, dass die Rede von der „Globalisierung“ eine irreführende Verallgemeinerung sei, die zahlreiche parallel verlaufende, sich zum Teil gegenseitig verstärkende Entwicklungen zusammenfasse und sogar entgegengesetzte Prozesse subsumiere.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Problem der Datierung: Dieses Kapitel führt in die Ambivalenz des Globalisierungsbegriffs ein und verdeutlicht die methodische Herausforderung, den historischen Beginn dieses vielschichtigen Prozesses präzise zu bestimmen.
2 Globalisierung: Hier werden die wesentlichen Merkmale der Globalisierung, wie die Entgrenzung von Raum und Zeit sowie die zunehmende ökonomische und kulturelle Verflechtung, theoretisch fundiert diskutiert.
3 Datierungsansätze: Dieser Hauptteil analysiert detailliert verschiedene historische Ausgangspunkte der Globalisierung, beginnend bei antiken Weltreichen über das koloniale Zeitalter und die Industrialisierung bis hin zu Entwicklungen im 20. Jahrhundert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und schlägt eine Differenzierung zwischen verschiedenen Globalisierungsphasen sowie eine Schärfung der verwendeten Begriffe für zukünftige Forschungsarbeiten vor.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Datierung, Weltgeschichte, Epochencharakteristikum, Raum-Zeit-Verdichtung, Industrialisierung, Kolonialismus, Eurozentrismus, Weltmarkt, Global Players, Soziokulturelle Verflechtung, Epochenwandel, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Problematik, den Beginn des Globalisierungsprozesses historisch einzuordnen und die verschiedenen Definitionen sowie Datierungsansätze kritisch zu bewerten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung des Welthandels, die Rolle technischer Innovationen, ökonomische Machtverschiebungen sowie die soziokulturellen Auswirkungen globaler Vernetzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, verschiedene Ansätze zur Datierung der Globalisierung nachzuvollziehen, deren Stärken und Schwächen aufzuzeigen und zu prüfen, ob der Begriff für die historische Erklärung verschiedener Epochen sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Analyse, die verschiedene historische und soziologische Perspektiven zusammenführt und vergleichend gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die von der Antike und dem Mittelalter über die europäische Expansion in der Neuzeit bis zur Moderne und der Ära nach dem Kalten Krieg reichen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der „Globalisierung“ selbst die „Raum-Zeit-Verdichtung“, „Eurozentrismus“, „Kriegerglobalisierung“ und das Konzept der „Weltgesellschaft“.
Warum wird der Beginn in der Antike diskutiert?
Einige Forscher argumentieren, dass bereits antike Weltreiche durch ihren kulturellen und wirtschaftlichen Austausch ein „kosmisches Königtum“ und damit frühe Formen globaler Vernetzung etablierten.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise auf das 19. Jahrhundert?
Das 19. Jahrhundert wird oft als „turning point“ identifiziert, da in dieser Zeit durch Industrialisierung, Telegrafie und neue Verkehrswege eine globale Vernetzung entstand, die das Alltagsleben der Menschen massiv veränderte.
- Arbeit zitieren
- Martin Finkenhäuser (Autor:in), 2011, Begrifflichkeiten zur Datierung der Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178549