Was ist ein Wert? Woher kommt er? Wie können wir diesen erfahren? - Der Aufsatz versucht in aller Kürze einen Einstieg in die materiale Wertethik von Max Scheler und Nicolai Hartmann zu geben, um im direkten Anschluss daran, diese beiden Wetsysteme kritisch zu sichten.
Inhaltsverzeichnis
1.0. Einleitung
1.1. Das Wesen des Wertes
1.1.1. Qualität
1.1.2. Unabhängigkeit
1.2. Erfassen des Wertes
1.3. Hierarchie der Werte
1.4. Größe und Grenze der Ethiksysteme von Scheler und Hartmann
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den Ansätzen von Max Scheler und Nicolai Hartmann auseinander, die eine materiale Wertethik als Gegenentwurf zum kantischen Formalismus etablieren wollten. Das Hauptziel der Untersuchung ist es, die philosophische Tragfähigkeit dieser Wertethik zu prüfen, insbesondere die Frage, ob Werte als objektive Gegebenheiten erkannt werden können und ob sich daraus eine logisch fundierte Begründung sittlicher Normen ableiten lässt.
- Phänomenologische Grundlegung der materialen Wertethik
- Analyse des Wertbegriffs (Qualität und Unabhängigkeit)
- Kritische Würdigung des „Wertfühlens“ als Erkenntnisquelle
- Problemstellung der Werthierarchie und ihrer objektiven Ableitbarkeit
- Diskussion über die Begründbarkeit sittlicher Normen durch Werte
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Qualität
Gegenstände sind uns in der Welt gegeben; einige von ihnen sind Güter. „Erst in zweiter Linie“ sind uns „die Werte, die wir in ihnen fühlen“ gegeben. Die Wertqualität ist nun kein reales, sondern ein ideales Gebilde. Scheler stellt die Sachlage wie folgt dar: Gewisse Namen geben das Inhaltliche z.B. von Farben an.
„So wenig aber die Farbennamen auf bloße Eigenschaften von körperlichen Dingen gehen, so wenig gehen auch die Namen für Werte auf bloße Eigenschaften der dinglich gegebenen Einheiten, die wir Güter nennen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1.0. Einleitung: Einführung in den Versuch Schelers, eine Ethik ohne Formalismus zu begründen, unter Einbeziehung des philosophischen Systems von Nicolai Hartmann.
1.1. Das Wesen des Wertes: Untersuchung der Grundkomponenten des Wertbegriffs, insbesondere der Wertqualität und der Unabhängigkeit von Sein und Denken.
1.2. Erfassen des Wertes: Kritische Analyse der Erkenntniswege, wobei das „Wertfühlen“ als spezifischer, nicht-rationaler Zugang zur Werterfassung hervorgehoben wird.
1.3. Hierarchie der Werte: Diskussion über die Existenz einer Rangordnung innerhalb des Wertreichs und der Schwierigkeit, diese wissenschaftlich zu objektivieren.
1.4. Größe und Grenze der Ethiksysteme von Scheler und Hartmann: Zusammenfassende kritische Würdigung der Schwächen in der Begründungslogik der materialen Wertethik hinsichtlich der objektiven Normenfindung.
Schlüsselwörter
Materiale Wertethik, Max Scheler, Nicolai Hartmann, Wertgefühl, Phänomenologie, Werthierarchie, Sittliche Normen, Wertqualität, Erkenntnistheorie, Formalismus, Apriori, Wertrealismus, Ethik, Eudaimonismus, Intentionalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die materiale Wertethik von Max Scheler und Nicolai Hartmann, die als Alternative zur formalistischen Ethik Kants konzipiert wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen das Wesen der Werte, die Methode ihrer Erfassung (Wertfühlen) und die Herausforderung, eine objektive Werthierarchie sowie sittliche Normen zu begründen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die interne Logik und die Belastbarkeit der materialen Wertethik zu hinterfragen und aufzuzeigen, wo die Grenzen ihrer wissenschaftlichen Begründbarkeit liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine philosophische Analyse und kritische Auseinandersetzung mit der Primärliteratur von Scheler und Hartmann unter Einbeziehung phänomenologischer Erkenntniskriterien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des Wertwesens (Qualität, Unabhängigkeit), die Erfassungsweise von Werten, das Problem der Werthierarchie und die abschließende Kritik an der Begründung sittlicher Normen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Wertgefühl, materiale Wertethik, Wertantinomien, phänomenologische Wesensschau und die Frage der objektiven Begründung sittlicher Gebote.
Warum hält der Autor die materiale Wertethik für „unvollständig“?
Der Autor argumentiert, dass das System zwar faszinierend ist, aber an einem Mangel an Klarheit und logischer Schärfe leidet, besonders bei der Begründung von Werten und der Ableitung objektiver Normen.
Welche Rolle spielt das „Wertfühlen“ nach Ansicht der Autoren?
Das Wertfühlen fungiert als eine eigene, apriorische Erkenntnisquelle, die unabhängig von Verstand und Wahrnehmung direkten Zugang zu den Werten ermöglicht, vom Autor jedoch auf seine logische Rechtfertigung hin kritisiert wird.
- Arbeit zitieren
- Dr. Jörg Johannes Lechner (Autor:in), 2011, Max Scheler und Nicolai Hartmann: Größe und Grenze einer materialen Wertethik - eine kritische Sichtung , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178231