Vorliegende Facharbeit hatte zum Thema: Verfassen Sie ein Manuskript zu einer Schulfunksendung über Augustus und seine Zeit mit ausgewählten Spielszenen und Originalzitaten. Sie wurde im Rahmen des Landeswettberwerbs Alte Sprachen verfasst und als Facharbeit eingereicht.
Die Herausforderung lag vor allem in der schülergetreuen Darstellung, wodurch diese Arbeit auch literarischen Anspruch haben musste. Aufgrund dieser speziellen Darstellungsform wurde eine Form gewählt, in der die Fußnoten nicht am Seitenende, sondern als Anmerkungen im Anhang wiedergegeben werden.
Dargestellt wird sowohl der Weg des Caesarerben zur Alleinherrschaft als auch die Besonderheiten seiner Regierungszeit in Innen- und Außenpolitk bis zu seinem Tod. Dabei ist von einer aurea aetas die Rede. Ein persönlicher Schwerpunkt liegt im Bereich der augusteischen Literatur.
Inhaltsverzeichnis
1. Kapitel: Auf dem Weg zur Macht
Unadelige Herkunft – vielversprechende Verwandtschaft
Der neue Caesar
Drei Männer – ein Ziel: die politische Macht
Von der Eintracht zur Zwietracht
Finis coronat opus – Der Sieg bei Aktium
2. Kapitel: Der uneingeschränkte Monarch – nur ein primus inter pares?
Alte Prinzipien als Grundlage, neue Form der Alleinherrschaft
Kann eine Krise die neue Herrschaftsform erschüttern?
Ein „Hochverräter“ wird zum „pater patriae“
3. Kapitel: Gute Zeiten – schlechte Zeiten: ein goldenes Zeitalter in Rom
Jahrhundertfeiern und ein Rom aus Marmor
Aut prodesse volunt aut delectare poetae – Dichtung als Propaganda
Die clementia als politisches Instrument
Die Rückkehr der mores maiorum
Teil 4: Am Ende verließ ihn das Glück
Keinem Volk habe ich ohne berechtigten Grund Krieg erklärt!
Caesar ist der Staat. Aber was kommt dann?
Der Abtritt des Augustus – wie in einer Komödie
Augustus: Despot oder custos rei publicae? Eine Bilanz
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Aufstieg und die Herrschaftspraxis des Augustus, wobei der zentrale Fokus auf der Ambivalenz zwischen seiner Rolle als Friedensstifter und seinem skrupellosen Weg zur absoluten Macht liegt. Dabei wird analysiert, wie Augustus durch Propaganda, kulturelle Inszenierung und politisches Kalkül die römische Republik in eine Monarchie transformierte.
- Analyse des politischen Aufstiegs von Octavian zu Augustus
- Untersuchung der augusteischen Propaganda und Dichtung
- Darstellung der moralischen und administrativen Reformen
- Kritische Beleuchtung der Herrschaftspraxis (clementia vs. Brutalität)
- Einordnung des Augustus als "Princeps" und Architekt des Prinzipats
Auszug aus dem Buch
Die clementia als politisches Instrument
Augustus wurde berichtet, dass Cornelius Cinna, ein Enkel des Pompeius, einen Anschlag gegen ihn verüben wollte. Wie sollte er mit den Verschwörern verfahren? Augustus ließ sich von seiner Frau Livia zu einer programmatischen Vorgehensweise überreden. 57
Sklave: Herr, Lucius Cinna ist hier.
Augustus: Du sollst mich nicht so nennen, ich bin nicht dein Herr.58 Cinna möge eintreten. Bitte, lasst uns allein!
Sklave: Ja. Verzeihung, Herr.
Cinna: Ave, Caesar!
Augustus: Cinna, ich glaube du weißt, warum du hier bist. Ich bitte dich zuerst darum, mich beim Sprechen nicht zu unterbrechen, du wirst genug Gelegenheit bekommen, um zu reden. Höre mir zu: Ich habe dir Schonung gewährt, obwohl du bei Aktium gegen mich gekämpft hattest. Ich habe dir das Priesteramt gegeben, um das du dich beworben hattest. Pass auf: Ich habe dir dein Leben gegeben. Und was wolltest du mir geben? Den Tod.
Cinna: Caesar! Aber nicht doch!
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kapitel: Auf dem Weg zur Macht: Beschreibt den Aufstieg des jungen Octavian, seine Bündnisse und den brutalen Kampf um die Macht, der im Sieg bei Aktium gipfelte.
2. Kapitel: Der uneingeschränkte Monarch – nur ein primus inter pares?: Analysiert, wie Augustus unter dem Vorwand der Wiederherstellung der Republik faktisch die Alleinherrschaft festigte und den Titel "pater patriae" erhielt.
3. Kapitel: Gute Zeiten – schlechte Zeiten: ein goldenes Zeitalter in Rom: Thematisiert die augusteische Kulturpolitik, die Nutzung von Dichtung als Propagandainstrument und die moralische Restaurationspolitik.
Teil 4: Am Ende verließ ihn das Glück: Beleuchtet die militärische Expansion, die familiären Krisen im Alter und den inszenierten Übergang der Macht an Tiberius.
Augustus: Despot oder custos rei publicae? Eine Bilanz: Zieht ein Fazit über die Ambivalenz des Augustus, der einerseits Stabilität und Frieden brachte, andererseits seinen Machtanspruch durch beispiellose Gewalt durchsetzte.
Schlüsselwörter
Augustus, Prinzipat, Römische Republik, Kaiserzeit, Propaganda, Machtpolitik, Pax Augusta, Mores maiorum, Dichtung, Clementia, Senat, Rom, Bürgerkrieg, Maecenas, Agrippa
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das politische Wirken und die Herrschaftsmethoden von Kaiser Augustus, insbesondere den Übergang von der römischen Republik zum Prinzipat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen der Machtaufstieg, die Rolle von Propaganda und Dichtung, die Sittenpolitik sowie die Ambivalenz zwischen ziviler Stabilität und autoritärer Gewalt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild des Augustus zu zeichnen, das ihn gleichermaßen als Friedensstifter und als skrupellosen Machtpolitiker betrachtet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Quellen wie Tatenberichte, antike Dichtung (Horaz, Vergil, Ovid) und historiographische Aufzeichnungen von Sueton und Tacitus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den politischen Aufstieg, die Etablierung des Prinzipats, die kulturelle Propaganda und eine kritische Bilanz der augusteischen Herrschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Augustus, Prinzipat, Propaganda, Pax Augusta, Machtpolitik, Clementia und die Transformation der römischen Staatsform.
Wie geht Augustus mit seinen politischen Gegnern um?
Er nutzt eine Kombination aus Härte (Proskriptionen, Hinrichtungen) und gezielter Milde (clementia), um Gegner zu neutralisieren oder in sein System zu integrieren.
Welche Rolle spielt die Dichtung für die Herrschaft des Augustus?
Dichter wie Vergil und Horaz dienten als Propagandisten, die das neue Zeitalter mythisch verklärten und die Legitimität des Princeps festigten.
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- Domenic Schäfer (Author), 2010, Augustus und seine Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178175