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Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?

Titel: Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 18 Seiten , Note: 2

Autor:in: Tobias Neumann (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Was verstehen wir unter Menschenrechten und wie begründen wir sie? Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?
In dieser Arbeit wird sich dem Begriff "Menschenrechte" theoretisch genähert und eine Beschreibung hinsichtlich von Merkmalen, Begründungen und Kategorien gegeben. Daran an schließt sich die Analyse eines Textes von Joshua Cohen, der sich die Frage nach dem Menschenrecht auf Demokratie gestellt hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was verstehen wir unter Menschenrechten und wie begründen wir sie?

a. Merkmale

b. Begründungen

c. Kategorien von Menschenrechten

2. Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?

Eine Antwort von Joshua Cohen

3. Fazit (Ergebnis)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Begründung eines möglichen Menschenrechts auf Demokratie, basierend auf der Analyse der Schrift „Is there a Human Right to Democracy?“ von Joshua Cohen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwieweit das Menschenrechtskonzept die Demokratie als notwendiges Element inkludiert oder ob Demokratie als eigenständiges, forderndes politisches Ideal jenseits der allgemeinen Menschenrechte verbleibt.

  • Grundlagen des Menschenrechtsbegriffs und dessen historische sowie philosophische Herleitung.
  • Unterscheidung zwischen verschiedenen Kategorien von Menschenrechten, wie Abwehr-, Partizipations- und Leistungsrechte.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie von John Rawls hinsichtlich einer minimalistischen Menschenrechtskonzeption.
  • Analyse der Argumentation von Joshua Cohen zur Abgrenzung zwischen Gerechtigkeitsidealen und Menschenrechten.

Auszug aus dem Buch

Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?

Cohens Essay „Is there a Human Right to Democracy?” wurde für das Buch “The Egalitarian Conscience – Essays in Honour of G. A. Cohen” geschrieben, welches eine Essaysammlung darstellt, die zu Ehren von G. A. Cohen von der Oxford University Press 2006 herausgegeben wurde. Cohen beginnt seine Abhandlung mit einer lakonischen Antwort auf die Titelfrage „My answer, in brief, is ‘no’ (Cohen, 2006: S. 226)“.

Er begründet diese Aussage zunächst mit fünf Annahmen. Diese sind:

1. Gerechtigkeit erfordert Demokratie.

2. Menschenrechte sind eine ordentliche (gute) Untermenge der Rechte, die aus Gerechtigkeit hervorgehen. Dies bedeutet aber im Umkehrschluss, dass eine Gesellschaft, welche die Menschenrechte schützt, nicht „automatisch“ gerecht sein muss.

3. Das Konzept der Menschenrechte ist Teil eines Ideals globaler öffentlicher Vernunft, welches von einer geteilten Basis politischer Argumentation ausgeht, die es ermöglicht, dass aus ihr allgemeine Gründe hervorgehen, denen jeder Teilnehmer des Prozesses, egal welcher religiösen, philosophischen oder ethischen Tradition er angehört (ungehindert davon), zustimmen könnte.

4. Diese Konzeption beinhaltet einen „verbindlichen“ Zugang zu Mitgliedschaft, der durch den Anspruch der Menschenrechte in seinem Ursprung gesichert wird.

5. Demokratie, die von der Konzeption der Gerechtigkeit allgemein benötigt wird, ist mit einer Konzeption von Gleichheit assoziiert, welche über die Forderungen der Menschenrechte nach Inklusion (Mitgliedschaft) hinausgeht (stärker ist).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Der Autor führt in die Fragestellung ein und skizziert den zweistufigen Vorgehensweg, beginnend bei der Definition der Menschenrechte bis hin zur Analyse der Position von Joshua Cohen.

1. Was verstehen wir unter Menschenrechten und wie begründen wir sie?: Dieses Kapitel beleuchtet die Merkmale, theoretischen Begründungen (Naturrecht vs. Rechtspositivismus) sowie die Klassifizierung von Menschenrechten in Generationen.

a. Merkmale: Hier werden zentrale Charakteristika wie die Universalität, Unverlierbarkeit und vorstaatliche Natur der Menschenrechte detailliert hergeleitet.

b. Begründungen: Der Abschnitt kontrastiert das Naturrechtsdenken mit dem Rechtspositivismus und erörtert die Bedeutung von Vernunft und Konsens für die Rechtsethik.

c. Kategorien von Menschenrechten: Dieses Kapitel differenziert zwischen Abwehrrechten, Partizipationsrechten und Teilhaberechten sowie der modernen Unterteilung in drei Generationen von Rechten.

2. Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?: Unter Einbeziehung der Theorien von John Rawls untersucht der Autor die Argumentation von Joshua Cohen und dessen Ablehnung eines expliziten Menschenrechts auf Demokratie.

Eine Antwort von Joshua Cohen: Hier werden Cohens spezifische Annahmen dargelegt, warum Demokratie zwar ein erstrebenswertes Ideal, aber nicht als Menschenrecht zu definieren ist.

3. Fazit (Ergebnis): Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die notwendige, wenn auch komplexe Verflechtung von Menschenrechten und Demokratie für die globale politische Gestaltung.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Demokratie, Joshua Cohen, John Rawls, Gerechtigkeit, Naturrecht, Rechtspositivismus, Abwehrrechte, Partizipation, globale öffentliche Vernunft, Inklusion, politische Gemeinschaft, Menschenwürde, politisches Ideal, Mitgliedschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Untersuchung, ob Demokratie als ein universelles Menschenrecht betrachtet werden kann oder ob sie ein separates politisches Ideal darstellt.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zu den Kernbereichen gehören die Definition und Begründung von Menschenrechten, die Unterscheidung verschiedener Rechte-Kategorien sowie die Analyse politischer Theorien von John Rawls und Joshua Cohen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?“, wobei die Arbeit Cohens Argumentation nutzt, um diese Frage kritisch zu prüfen und zu beantworten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, indem er die Fachliteratur – insbesondere Cohens Essay und Rawls’ Schriften – analysiert, vergleicht und daraus eine eigene theoretische Schlussfolgerung ableitet.

Welche Inhalte bilden das Rückgrat des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Menschenrechtsbegriffs sowie eine tiefgehende Analyse von Cohens 2006 publizierter Untersuchung zur Beziehung zwischen Demokratie und Menschenrechten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Menschenrechte, Demokratie, Gerechtigkeit, Partizipation, politische Vernunft und globale Inklusion.

Warum lehnt Joshua Cohen laut dieser Arbeit ein Menschenrecht auf Demokratie ab?

Cohen argumentiert, dass Demokratie zwar für eine gerechte Welt essenziell ist, sie jedoch nicht unter den „common standard of achievement“ fällt, der durch globale öffentliche Vernunft als zwingendes Menschenrecht definiert werden kann.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise von John Rawls von der des Autors bezüglich der Menschenrechte?

Rawls plädiert für eine „minimalistische“ Konzeption von Menschenrechten zur Stabilisierung einer (Welt-)Gemeinschaft, während die Arbeit auch die naturrechtlichen und moralischen Aspekte hervorhebt, die über Rawls' rein politisch-neutrale Sichtweise hinausgehen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Menschenrechte: moralisch oder politisch?
Note
2
Autor
Tobias Neumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V178042
ISBN (eBook)
9783640999453
ISBN (Buch)
9783640999576
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menschenrechte Moral Politik Rawls
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Neumann (Autor:in), 2009, Gibt es ein Menschenrecht auf Demokratie?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/178042
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Leseprobe aus  18  Seiten
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